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Cortisoneinnahme: Abstillen?

Verfasst: 21.11.2013, 20:23
von Lärche
Hallo,

Ich bin mir nicht sicher, ob das Thema hierher gehört - falls es falsch ist, bitte verschieben...

Ich habe seit einigen Tagen eine rheumabedingten Augenentzündung. Rheuma würde bei mir schon in der Jugend diagnostiziert, als einziges Symptome treten aber zu 99% "nur" die Augenentzündungen (Iritis = Regenbogenhautentzündung) auf. In der Regel reicht es nicht diese lokal mit Tropfen zu behandeln, sondern es muss eine Cortisoneinnahme mit ca 60-80mg erfolgen (3 Tage lang, dann langsame Reduktion der Dosis)

In der Schwangerschaft hatte ich auch eine Augenentzündung (im letzten Drittel), die mit bis zu 60mg Cortison behandelt wurde. Von zwei verschiedenen Frauenärtzen würde mir bestätigt, dass die Behandlung kein Problem sei (in diesem Stadium der Schwangerschaft), da zum einen Cortison ein körpereigenes Hormon sei und zum anderen es auch zur Lungenreifung bei drohender Frühgeburt gegeben wird.

Soweit zur Vorgeschichte: jetzt habe ich wieder eine Augenentzündung und mein neuer (wg Umzug) Augenarzt hat heute mit meiner Frauenärztin telefoniert, weil er sich unsicher ist wg Cortisongabe und Stillen (meine Kleine ist drei Wochen alt). Meine FÄ hätte ihm von einer Cortisongabe abgeraten (er hat noch eine Höchstdosierung von 10mg ausgemacht) und gemeint, dass ich besser abstillen sollte :( :( :(

Embryotox meint, dass eine Cortisongabe in der Stillzeit von 1g (nicht verschrieben, ich meine wirklich Gramm) über einen kurzen Zeitraum kein Problem sei.

Nun bin ich verwirrt und mache mir Sorgen. Ich wollte schon immer meine Kleine Stillen, mind. 6 Monate oder länger...mir ist nicht klar wo der Unterschied ist zwischen einer Cortisongabe in der Schwangerschaft und in der Stillzeit. Hat jemand Erfahrungen / Anmerkungen etc.?
Ich will nicht abstillen, bin mir aber ziemlich sicher, dass eine Dosierung von 10mg nicht ausreichen wird...was soll ich bloß machen?!?

Schöne Grüße, Lärche

P.S.: Rechtschreib und Grammatikfehler sind einem schlechtem Sehvermögen (wg weit getropftem Auge) und einem Stillkind auf dem Arm geschuldet...



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Re: Cortisoneinnahme: Abstillen?

Verfasst: 21.11.2013, 20:35
von AnnaKatharina
Du Arme!
Ich würde sehr viel auf die Mienung von Embryotox geben, und ungefähr garnichts auf die Meinung von irgendeiner Gynäkologin, was Medikamenteneinnahme in der Stillzeit angeht. (Die sich ja im Wesentlichen selbst disqualifiziert, wenn ihr als einzige Möglichkeit das dauerhafte Abstillen eines 3 Wochen alten Kindes einfällt, wegen einer Medikamentengabe, die nur wenige Tage notwendig sein wird :roll: )
Wenn Embryotox sagt, es geht, dann geht es!

Gute Besserung!
Anna-Katharina

Re: Cortisoneinnahme: Abstillen?

Verfasst: 21.11.2013, 20:38
von Mijoco
Wenn dein Augenarzt doch schon so engagiert ist, dass er mit deiner Frauenärztin telefoniert, dann bestehe doch darauf, dass er direkt bei embryotox anruft. Das sind wirklich DIE Experten für Medikamente in der Stillzeit.

Re: Cortisoneinnahme: Abstillen?

Verfasst: 21.11.2013, 20:44
von ehUrt2
Ich musste ziemlich am Anfang der jetzigen Stillzeit Cortison nehmen. Mir wurde von 2 Ärzten in der Uniklinik gesagt, dass das kein Problem sei. Die Dosierung weiss ich leider nicht mehr, aber ich musste es auch 3 Tage nehmen und dann langsam reduzieren. War wegen einem entzündeten Gesichtsnerv.
Blöd, dass ich die Dosierung nicht mehr weiss...hilft dir jetzt bestimmt auch nicht wirklich :?

Re: Cortisoneinnahme: Abstillen?

Verfasst: 21.11.2013, 20:50
von Lärche
Danke für die Hinweise mit Embryotox. Da habe ich mit ihm schon drüber diskutiert. Seine Meinung dazu (sei auf vielen Fortbildungen bestätigt worden): Embryotox sei super und er nutze es auch.
ABER: im Zweifelsfall (und ich sei einer) wenn etwas passieren würde, könnte er sich nicht auf Embryotox berufen (wenn ich ihn verklagen würde), weil es nicht rechtsbindend (?) sei und deshalb "müsse" er quasi auf die FÄ hören.

Diese Argumentation fällt also aus...


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Re: Cortisoneinnahme: Abstillen?

Verfasst: 21.11.2013, 20:55
von ehUrt2
Die Ärzte in der Uniklinik meinten, ich soll in dem KH anrufen, in dem ich entbunden hab, wenn ich ihnen nicht glaube ;) Gibt doch bestimmt nicht nur diesen einen FA bei euch.

Re: Cortisoneinnahme: Abstillen?

Verfasst: 21.11.2013, 20:58
von Lärche
Gute Idee :-) Werde ich morgen gleich mal machen...


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Re: Cortisoneinnahme: Abstillen?

Verfasst: 21.11.2013, 21:11
von Mijoco
Wenn es ihm um einen HAftungsausschluss geht könntest du im Zweifelsfall auch etwas unterschreiben.

Re: Cortisoneinnahme: Abstillen?

Verfasst: 21.11.2013, 21:41
von jusl
Judica hat geschrieben:Wenn es ihm um einen HAftungsausschluss geht könntest du im Zweifelsfall auch etwas unterschreiben.
Richtig. Du wurdest über die "Risiken" aufgeklärt, hast sie verstanden und unterschreibst eben, dass Du Dich lieber an die Embryotox-Empfehlungen halten willst und entsprechend das Medikament ohne Stillpause einnehmen möchtest.
Im Grunde kommt das ja aufs Selbe hinaus, wie dem Arzt zu sagen, Du hättest jetzt abgestillt und nimmst nun das Medikament. Niemand prüft durch Inspektion der Brust, ob Deine Angabe stimmt. ;-)

Wesentlich ist also, was DU möchtest und wovon DU überzeugt bist. Wenn Du Dich an die Embryotox-Empfehlung halten willst, ist das allein DEINE Sache, und selbstverständlich muss Dir Dein Arzt dann die angemessene Medikation zukommen lassen.

LG und gute Besserung
Julia

Re: Cortisoneinnahme: Abstillen?

Verfasst: 21.11.2013, 23:34
von rula
Er könnte auch mit Frau Dr. Förger am Inselspital in Bern (Schweiz) Kontakt aufnehmen, sie berät oft ins Ausland.
Sie ist Rheumatologin mit Schwerpunkt Schwangerschaft und Stillzeit (und einzigartiger Sprechstunde diesbzüglich). Genial wie sie das Stillen unterstützt! Ihre Devise: es gibt IMMER eine Alternative der Medikation, die das Stillen erlaubt!
Ich stille seit 2 1/2 Jahren unter Cortison, jedoch tiefere Dosen. Bin aber überzeugt es gibt eine Lösung für Dich!
Alles Gute!
rula