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Nach Saugverwirrung...

Verfasst: 09.11.2013, 22:39
von PinkLady123
Liebe SuTler,

ich weiß nicht, ob ich einen eigenen Beitrag hätte eröffnen müssen, da ich ein ähnliches Problem habe, wie in einem aktuellen Thread habe ("Unruhiges Trinkverhalten"), aber irgendwie auch anders...

Lege einfach mal los: mein Sohn kam bei ET+9 nach Einleitung mit vaginaler Geburt auf die Welt. Unsere Stillgeschichte hatte schon so einige Höhen und Tiefen. Versuche mich kurz zu fassen. Der Stillstart im KKH war eine reine Katastrophe, da trotz "stillfreundlichem KKH" ein Mindestabstand empfohlen wurde und alle Schwestern unterschiedliche Meinungen zum Thema hatten. Zumindest hatte ich am Entlassungstag noch immer keinen Milcheinschuss, sodass ich zu Hause alle zwei stunden angelegt, abgepumpt und zugefüttert habe (mein Schatz hatte die berüchtigten 10% an Gewicht verloren). Als dann endlich die Milch da war, hatten wir eine wunderbare Stillbeziehung, der Kleine hat super zugenommen. Ich habe auf meinen Instinkt gehört und nach Bedarf gestillt. Er durfte so oft und so lange er wollte an die Brust, auch nur zum Nuckeln.

Dann bekam er Bauchweh, Blähungen und spuckte sehr viel. Hebamme, KIA und Kinderkrankenschwester gaben mir die Schuld, weil ich so oft und lange stillte. Mindestabstand müsse eingehalten werden, damit der Babymagen auch mal zur Ruhe käme. Tee sollte er bekommen gegen das Bauchweh und Schnuller, damit er sein Saugbedürfnis nicht mehr an der Brust stillte. Ich habe aufgrund meines schlechten Gewissens die "Ratschläge" befolgt. Mit dem Ergebnis, dass mein Sohn stark saugverwirrt wurde, er immer schlechter zunahm und wir beim Zufüttern gelandet sind. Ich war kurz vorm Aufgeben, weil meine Hebamme sagte, meine Milch reiche nicht und mein Sohn sei frustriert, da er an meiner Brust wie an einem leeren Strohhalm saugen würde. Auf die Saugverwirrung kam sie nicht.

Nachdem wir 4 Wochen zugefüttert haben bin ich u.a. auf dieses Forum gestoßen und habe mir viele Tipps angelesen. Mit viel Geduld und einigen Stilltagen sind wir seit ca. einem Monat zum Glück wieder vom Zufüttern weg. Aber wir brauchen nach wie vor den Schnuller. Zum Einschlafen will mein Sohn partout nicht an die Brust.

An und für sich wäre das für mich kein Problem, aber ich frage mich, ob er deswegen noch immer saugverwirrt ist? Er trinkt nämlich seit dem Zufüttern sehr schnell, maximal 2 Minuten an einer Seite. Er schluckt dabei sehr viel Luft, ich höre es ständig in seinem Bäuchlein rumoren. Dann windet er sich, dockt ab, überstreckt sich. Und ich muss ihm die zweite Seite geben, da er an der ersten nicht weiter trinken will. Hier auch - nach 2 Minuten fertig, mit viel Luft im Bauch :(

Ich lasse ihn oft aufstoßen, halte ihn nach dem Stillen aufrecht. Nachts trinkt er ruhig und kommt ganz ohne Bäuerchen aus. Das stellt mich vor ein Rätsel...

Was mir jetzt Sorgen macht ist, ob er evtl. bei diesem schnellen Trinken nicht oder nicht genügend der dicken Milch bekommt? Heute war auch mehrmals grünen, schleimigen Stuhl in der Windel, wobei dies auch durchaus vom Zahnen kommen könnte...

Ich bin echt froh, dass wir wieder vollstillen, aber ich würde mir wünschen, dass es für ihn entspannter wäre. Habe schon versucht, während der Mahlzeit seinen Bauch zu massieren, hat sich aber nichts geändert. Außerdem habe ich bereits vor dem Stillen ausgestrichen (starker MSR) und bergaufgestillt (zumindest versucht).

Wir waren schon beim Ostheopaten, keine Blockaden vorhanden.

Heute ist mein Sohn 4 Monate alt und wiegt 6,4 kg bei 63 cm. Befindet sich also im "Mittelfeld".

So, ist ganz schön lang geworden, aber vielleicht habt ihr ja Tipps, wie wir wieder eine entspannte Stillbeziehung aufbauen können.

Ich habe das Einschlafstillen nämlich selbst sehr genossen, da kam man so schön zur Ruhe und konnte die letzten Momente vorm Schlafen zu zweit ausklingen lassen...

LG

Re: Nach Saugverwirrung...

Verfasst: 10.11.2013, 20:28
von PinkLady123
Ich muss jetzt doch noch was ergänzen, weil ich nun doch mal wieder etwas in sorge bin. Seit dem zufüttern wiege ich meinen Sohn einmal die Woche, jeden SO vor dem Baden. Er hat in dieser Woche gerade mal 80 g zugenommen, die Woche davor war auch nicht so berauschend. Er ist 4 Monate alt. Ich habe zwar dem Beitrag hier mit den Infos zum Gewicht und Gedeihen gelesen, mache mir aber dennoch Gedanken. Ih habe Angst, dass wir wieder zufüttern müssen :(

Dazu kommt, dass ich mir jetzt denke, dass der grüne Stuhl evtl. "hungerstuhl" sein könnte? Wie ich bereits oben geschildert habe, trinkt mein kleiner immer nur ganz kurz aber dafür sehr oft (tagsüber oft 3 x in einer Stunde, nachts alle 3 Stunden). So kann er doch gar nicht an die dicke Milch kommen, oder? Meine Hebamme meinte, die brust würde sich anpassen und die dicke Milch käme früher, aber in stillfragen vertraue ich ihr nicht mehr.

Ach ja, was ich vergessen habe: als wir zufüttern mussten, habe ich mich an eine LLL gewandt und war zum Stilltreffen. Das Anlegen sei in Ordnung.

Ich gebe Euch einfach mal die Gewichtsdaten...

09.07.13 3.865 g Geburt
12.07.13 3.500 g Entlassung
13.07.13 3.520 g Hebamme
05.08.13 4.800 g Hebamme
16.08.13 4.960 g KiA
19.08.13 5.120 g Hebamme
Bei den nächsten Daten haben wir bereits zugefüttert
12.09.13 5.400 g KiA
26.09.13 5.750 g Wiegestunde in Apotheke
Ab den nächsten Daten haben wir nicht mehr zugefüttert
20.10.13 6.100 g zu Hause
27.10.13 6.280 g zu Hause
03.11.13 6.360 g zu Hause
10.11.13 6.440 g zu Hause

Wie schaffe ich es, dass mein Schatz länger an einer Seite bleibt? Ich habe das Gefühl, er hat das noch vom Fläschchen so drinnen, dass die Milch schön schnell fließt, weswegen er nur beim MSR trinken will...

Danke schonmal.

PS: Bitte nicht auf groß- und Kleinschreibung achten - bin mit Handy online.

Re: Nach Saugverwirrung...

Verfasst: 10.11.2013, 21:14
von Quendo
Hallo!

Ich bin zwar echt kein Experte auf dem Gebiet, aber mein Kleiner hatte das mit dem kurz Trinken, wegbiegen, etc auch. Er beruhigte sich manchmal, wenn ich die Seite wechselte.
Er war sehr unruhig an der Brust nachdem ich versucht hatte, ihm den Schnuller schmackhaft zu machen. Ich war sehr verzweifelt. Er hat ganz bitterlich geweint, wenn er trinken wollte. Dann hab ich sehr viel nachgelesen. Wahrscheinlich war es eine Saugverwirrung. Hab mich hält zu sehr beeinflussen lassen. '
"Er soll nicht nuckeln, soll ohne Stillen einschlafen,... " naja, du kennst das ja. Auch der KIA hat mir den Schnuller und Fenchelteefläschen empfohlen.
Mein Keiner hat auch sehr unter den Blähungen gelitten. Es heißt dann immer, die kommen vom Weinen. Er hat immer erst nach/ mit den Pupsis geweint.
Ich hab dann alles weggelassen, keinen Schnuller, kein Fläschchen. Es hat einige Tage gedauert, dann wurde es besser, aber nicht so gut wie vorher. Das hat er paar Wochen gedauert.
Dann hat sich einiges getan. Die Blähungen wurden so mit 4 1/2 Monaten plötzlich besser. Ich hab dann auch kapiert, dass er sich manchmal einfach bei mir ausweinen will und er damit meist angefangen hat, wenn ich mich in Ruhe zum Stillen zurückgezogen habe. Es fing immer so an, dass er kurz Trank, sich durchgestreckt hat, mich wegdrücken wollte und geweint hat. Er ist jetzt fast 6 Monate,unsere Stillbeziehung ist toll. Er weint noch immer fast jeden Abend. Es wird aber immer weniger. Ich lasse ihneinfach, nehm ihn auf den Arm, rede ihm gut zu und wenn er wieder bereit ist, Stille ich ihn. Er nimmt dann die Brust dankbar an, oft kommt das Weinen dann noch inSchüben, die aber kürzer werden und dann schläft er ein, meist beim Stillen, manchmal dockt er vorher ab. In gewisser Weise bin ich froh, dass er sich mir da so anvertraut.

Ich weiß nicht, ab deine Situation ähnlich ist. Ich hab ihn auch nie gewogen. Daher kann ich dazu garnichts sagen.

Ich wünsche Dir und deinem Baby alles Gute!
Alex

Re: Nach Saugverwirrung...

Verfasst: 11.11.2013, 14:01
von PinkLady123
Hallo Quendo,

vielen Dank für Deine lieben Worte!

Ich denke schon, dass man unsere Situationen vergleichen kann. Außer dass bei mir eben der Druck mit dem Gewicht ziemlich schwer auf meinem Gemüt lastet... Da war ich so froh, dass wir vom Zufüttern weg sind... :(

Schnuller abgewöhnen hat bei meinem Sohn bisher nicht hingehauen. Wobei ich aber auch sagen muss, ich möchte ihm diesen jetzt belassen, da er im Januar operiert wird und ich ihn zwei Tage lang nicht oft rausnehmen darf (bin auch mal gespannt, wie das da mit dem Stillen klappt :( ). Da bin ich schon sehr froh, dass er den Schnuller zur Beruhigung nimmt...

Werde es mal versuchen, mit dem "sich ausweinen" lassen. Aber ich fürchte, es wird nichts daran ändern, dass er trotzdem nicht länger an einer Seite trinken möchte...

Re: Nach Saugverwirrung...

Verfasst: 11.11.2013, 21:50
von jusl
Hallo PinkLady,

ich verstehe, dass Du Dir Sorgen machst - das ist bei Eurer Zufüttervorgeschichte gut nachvollziehbar - aber ich kann in Deinem Bericht von außen betrachtet keinen konkreten Hinweis auf ein Problem erkennen.
Nachdem wir 4 Wochen zugefüttert haben bin ich u.a. auf dieses Forum gestoßen und habe mir viele Tipps angelesen. Mit viel Geduld und einigen Stilltagen sind wir seit ca. einem Monat zum Glück wieder vom Zufüttern weg.
Sehr erfreulich. :D
In diesem Monat lag die Gewichtszunahme im komplett unauffälligen Bereich - ein sicherer Beleg dafür, dass mit Stillverhalten und Milchmenge alles in Ordnung ist.
An und für sich wäre das für mich kein Problem, aber ich frage mich, ob er deswegen noch immer saugverwirrt ist? Er trinkt nämlich seit dem Zufüttern sehr schnell, maximal 2 Minuten an einer Seite. Er schluckt dabei sehr viel Luft, ich höre es ständig in seinem Bäuchlein rumoren. Dann windet er sich, dockt ab, überstreckt sich. Und ich muss ihm die zweite Seite geben, da er an der ersten nicht weiter trinken will. Hier auch - nach 2 Minuten fertig, mit viel Luft im Bauch :(.
Es gibt Kinder, die haben gelegentlich einfach eine "fiese" Technik drauf. So lange dies bei DIR nicht zu Schmerzen führt und beim BABY nicht zu Gedeihproblemen, ist dies aber nicht schlimm.
Nachts trinkt er ruhig und kommt ganz ohne Bäuerchen aus. Das stellt mich vor ein Rätsel...
Eben. ;-) Alles OK.
Was mir jetzt Sorgen macht ist, ob er evtl. bei diesem schnellen Trinken nicht oder nicht genügend der dicken Milch bekommt?
Doch, bestimmt. Er gedeiht prima.
Heute war auch mehrmals grünen, schleimigen Stuhl in der Windel, wobei dies auch durchaus vom Zahnen kommen könnte...
Richtig, das klingt eindeutig eher nach einem harmlosen Infekt.
Ich muss jetzt doch noch was ergänzen, weil ich nun doch mal wieder etwas in sorge bin. Seit dem zufüttern wiege ich meinen Sohn einmal die Woche, jeden SO vor dem Baden. Er hat in dieser Woche gerade mal 80 g zugenommen, die Woche davor war auch nicht so berauschend. Er ist 4 Monate alt. Ich habe zwar dem Beitrag hier mit den Infos zum Gewicht und Gedeihen gelesen, mache mir aber dennoch Gedanken. Ih habe Angst, dass wir wieder zufüttern müssen :(
Wie gesagt, Deine Sorge verstehe ich, aber die Fakten geben das nicht her. Du kannst nicht aus dem Messwert letzte Woche und dem Messwert diese Woche die Zunahme von letzter zu dieser Woche bestimmen; so funktioniert das einfach nicht. Der Grund dafür, dass das nicht funktioniert, liegt darin, dass die natürlichen Schwankungen, die die Messwerte beeinflussen, praktisch genauso groß sind wie die Unterschiede, die Du messen willst. Eine Windelportion kann gut und gerne 100 g ausmachen. Und Du kennst den Füllstand von Magen, Darm und Blase beim Wiegen gestern ja nicht! (Oder bei einem der früheren Wiegetermine)
Deshalb kann man nur MESSREIHEN anschauen, keine Einzelwerte.
Bei wöchentlichem Wiegen muss man mindestens(!) 3-5 Wochen lang wiegen, um eine Aussage über die durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme machen zu können.
Dazu kommt, dass ich mir jetzt denke, dass der grüne Stuhl evtl. "hungerstuhl" sein könnte? Wie ich bereits oben geschildert habe, trinkt mein kleiner immer nur ganz kurz aber dafür sehr oft (tagsüber oft 3 x in einer Stunde, nachts alle 3 Stunden). So kann er doch gar nicht an die dicke Milch kommen, oder?
Doch, kann er. In einigen afrikanischen Kulturen beispielsweise wird 10 mal pro Stunde gestillt, jeweils eher einige Sekunden anstatt Minuten. Und die Babys gedeihen bestens.
Da bin ich schon sehr froh, dass er den Schnuller zur Beruhigung nimmt...

Werde es mal versuchen, mit dem "sich ausweinen" lassen. Aber ich fürchte, es wird nichts daran ändern, dass er trotzdem nicht länger an einer Seite trinken möchte...
Mein Tipp: Hör auf zu versuchen, Dein Baby "länger" an einer Seite zu lassen, sondern wenn er abdockt, nimm ihn fröhlich hoch und macht irgendwas lustiges.
Und der Schnuller ist bestimmt kein Problem in Eurem Fall - setze ihn weiterhin nur sparsam ein.
Alles Gute für die OP!

LG
Julia

Re: Nach Saugverwirrung...

Verfasst: 11.11.2013, 22:12
von PinkLady123
Hallo Julia,

Tausend Dank für Deine Antwort!

Jetzt geht es mir besser. Ich bin im wahrsten Sinne einfach in Panik geraten (der grüne Stuhl, die "geringe" Gewichtszunahme). Da brauchte ich wahrscheinlich einfach nur jemanden Kompetentes, der mir sagt, dass alles okay ist.

Dass mit den Gewichtsschwankungen ist ja auch logisch - vorallem, wenn er sonst alle zwei Tage groß in die Windel macht und nun seit ein paar Tagen mehrmals täglich - das sind ja gar nicht gleiche Voraussetzungen...

Wie gesagt, ich neige manchmal zum Überreagieren.

Danke nochmals! Und eure Arbeit hier ist wirklich toll!

Re: Nach Saugverwirrung...

Verfasst: 11.11.2013, 22:14
von jusl
Gern geschehen. :wink:

LG
Julia