Mal aus nicht-stillberaterischer Sicht:
1. Eisen/Ferritin: Zunächst einmal mpsste man wissen, wie dein Blutbild aussieht, sprich ob eine Anämie vorliegt (Hb/ Hkt-Wert/ MCV/ MCH/ Erys)...wenn KEINE Anämie vorliegt (der Referenzbereich ist ein wenig unterschiedlich von Labor zu Labor, im Allgemeinen reicht Frauen ein Wert über 12 g/dl beim Hb), ist der Ferritinspiegel auch nicht unbedingt zu verwerten... Ferritin spiegelt zwar den Eisenspeicher des Körpers wieder, ist aber ein Proteinkomplex, welches in der Leber gebildet wird und z.B. bei Entzündungen sehr schnell mitreagiert, also nicht absolute Aussagekraft besitzt, zumal nur ca. 20 % des Eisens so gespeichert wird. Dein erniedrigter Ferritinwert spräche für Eisenmangel, ohne Anämie wäre dies aber höchstens latent. Es könnte z.B. auch sein, dass du eine Anämie hattest (wäre ja nicht verwunderlich nach SWS und Geburt) und dein Körper hat nun nachgebildet und dabei in deinem Eisenspeicher gewildert

Dazu wäre es interessant, die Anzahl der Retikulozyten (das sind junge rote Blutkörperchen, welch noch Zellreste haben) zu bestimmen...wären diese erhöht, wüsste man, dass dein Körper in letzter Zeit vermehrt nachgebildet hat...so oder so, wenn keine Anämie vorliegt ist der erniedri8gte Ferritinwert eher kein Grund für deinen Zustand...man müsste da auch nichts einnehmen, kann ja mal einen Fleischtag mehr einplanen, gerade wenn du stillst. Es wäre deswegen auch unwahrscheinlich, dass deine Werte mit einem etwaigen Eisenmangel deines Kindes zusammenhängen (sprich, dass du "schuld" bist), sondern wenn, dann eher mit der Beikost, wie ist denn die so? Wenn das Kind müde/ schlapp/ appetitlos ist kannst du ja ein Blutbild machen lassen beim KiA...aber von dir auf das Kind zu schliessen würde ich so nicht, denn auch wenn du keinen Mangel hast, kann es natürlich bei eisenarmer Beikost durchaus einen haben....aber da können die Stillexperten sicher mehr dazu sagen!
2. Schilddrüse: das könnte der Hauptpunkt sein für deinen Zustand (würde ich so aus der Ferne natürlich ohne Gewähr sagen, gibt natürlich allerhand andere Ursachen für Müdigkeit!). Ich nehme an, der TSH-Wert ist erhöht? Das ist ein Hormon, welches in der Hypophyse (also nicht in der Schilddrüse, sondern quasi von "oben" in der Hirnanhangsdrüse) gebildet wird und der Schilddrüse sagt, sie solle Schilddrüsenhormone (T3, T4) herstellen, weil im Blut zu wenig kreisen. Diese wiederum sorgen dafür, dass du nicht auf Sparflamme läufst (kurz ausgedrückt)...wenn also deine Schilddrüse nicht mehr kann (weil sie z.B. durch eine autoimmune Entzündungsaktivität, wie ja beim Hashimoto der Fall, teilweise zerstört wurde), kreisen zu wenige SD-Hormone (T3, T4...oder gemessen f(reies)T3 und f(reises) T4) im Blut und die Hirnanhangsdrüse funkt immer lauter Alarm und gibt immer mehr TSH ab...das kann man messen. Sprich: zu viel TSH deutet auf eine SD-Unterfunktion hin, wenn nun auch fT3 und fT4 erniedrigt sind, dann ist das eine MANIFTE Unterfunktion...wenn diese NOCH normal sind, ist es eine LATENTE Unterfunktion, aber aus Erfahrung kann ich sagen, dass auch schon die Symptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Gewichtszunahme etc. machen kann...
Hashimoto ist ebi Frauen zeimlich häufig...die Entzündung am Anfang bekommt fast nie jemand mit...es fällt meist erst auf, wenn die Schilddrüse ausgebrannt ist und ganz klein und dicht geworden ist (sieht man im Ultraschall und hat auch nichts mit Jodmangel zu tun)...und dann einfach nimmer genug Zellen übrig sind, um genug Hormone zu bilden...Schwangerschaft ist übrigens ein Trigger für solche Entzündungen! Also bleibt nichts übrig, als das Hormon von außen zuzuführen, ist aber nicht schlimm, geht vielen so! Gerade zum Schwangerwerden brauchen viele Frauen mit Unterfuntion eher höhere Dosen Thyroxin, damit der TSH-Wert niedrig-normal ist...ich könnte mir also schon vorstellen, dass auch eine latente Unterfunktion die Milchproduktion hemmt/ beeinträchtigt, zumal Frau ja auch ziemlich müde/ abgeschlagen ist...schaden tut dies deinem Kind nicht, denke ich, außer er wäre auf volle Milchproduktion angewiesen (isst aber doch bestimmt Beikost in dem Alter, oder?). Frag also deinen Arzt, wie die anderen Werte sind und ob er/sie eine (ggf. niedrig angesetzte) Hormontherapie beginnen würde...das müsst ihr natürlich gemeinsam entscheiden und regelmäßig kontrollieren, eine Überfunktion ist nämlich auch kein Spaß. Generell ist es eine gute Idee, sich mal einem Endokrinologen vorzustellen, die behandeln oft viel früher und sinniger als Hausärzte, muss aber bei euch ja nicht der Fall sein.
Ok, genung gesenft
Alles Gute und LG, Lee