Seite 1 von 2

Ferritin, Hashimoto und stillen

Verfasst: 06.11.2013, 13:33
von Merris
Ich komme gerade vom Arzt. Hatte mir letzte Woche Blut abnehmen lassen, weil ich zunehmend müder und schlapper bin, Kreislauprobleme habe, Schwindelattacken... Es wurden viele Werte abgenommen, Hb und Eisen sind in Ordnung, Ferritin allerdings ist zu niedrig. Der normale Wert liegt zwischen 13-150, bei mir ist er nur 7,5. Außerdem ist irgendein Schilddrüsenwert zu hoch. Daraufhin wurde Ultraschall gemacht und der Verdacht geäussert, es könnte Hashimoto sein.
Wie ist das nun mit meinem Kind? Wir haben ca. 8 Monate voll gestillt. Mittlerweile isst er recht gut vom Familientisch mit und stillt noch so 1-2 mal. Wie wahrscheinlich ist es,das er einen Eisenmangel hat und welchen Einfluss hat die Schilddrüsen Geschichte auf die Muttermilch? Sollte ich ihn beim KiA vorstellen?
Entschuldigt, wenn es das Thema schon gibt.

Gruß Merris

Re: AW: Ferritin, Hashimoto und stillen

Verfasst: 06.11.2013, 13:34
von Merris
Ach so, mein Kind wird nächste Woche ein Jahr, wenn das relevant ist!

Re: Ferritin, Hashimoto und stillen

Verfasst: 06.11.2013, 14:19
von EhULao
Mal aus nicht-stillberaterischer Sicht:
1. Eisen/Ferritin: Zunächst einmal mpsste man wissen, wie dein Blutbild aussieht, sprich ob eine Anämie vorliegt (Hb/ Hkt-Wert/ MCV/ MCH/ Erys)...wenn KEINE Anämie vorliegt (der Referenzbereich ist ein wenig unterschiedlich von Labor zu Labor, im Allgemeinen reicht Frauen ein Wert über 12 g/dl beim Hb), ist der Ferritinspiegel auch nicht unbedingt zu verwerten... Ferritin spiegelt zwar den Eisenspeicher des Körpers wieder, ist aber ein Proteinkomplex, welches in der Leber gebildet wird und z.B. bei Entzündungen sehr schnell mitreagiert, also nicht absolute Aussagekraft besitzt, zumal nur ca. 20 % des Eisens so gespeichert wird. Dein erniedrigter Ferritinwert spräche für Eisenmangel, ohne Anämie wäre dies aber höchstens latent. Es könnte z.B. auch sein, dass du eine Anämie hattest (wäre ja nicht verwunderlich nach SWS und Geburt) und dein Körper hat nun nachgebildet und dabei in deinem Eisenspeicher gewildert :P Dazu wäre es interessant, die Anzahl der Retikulozyten (das sind junge rote Blutkörperchen, welch noch Zellreste haben) zu bestimmen...wären diese erhöht, wüsste man, dass dein Körper in letzter Zeit vermehrt nachgebildet hat...so oder so, wenn keine Anämie vorliegt ist der erniedri8gte Ferritinwert eher kein Grund für deinen Zustand...man müsste da auch nichts einnehmen, kann ja mal einen Fleischtag mehr einplanen, gerade wenn du stillst. Es wäre deswegen auch unwahrscheinlich, dass deine Werte mit einem etwaigen Eisenmangel deines Kindes zusammenhängen (sprich, dass du "schuld" bist), sondern wenn, dann eher mit der Beikost, wie ist denn die so? Wenn das Kind müde/ schlapp/ appetitlos ist kannst du ja ein Blutbild machen lassen beim KiA...aber von dir auf das Kind zu schliessen würde ich so nicht, denn auch wenn du keinen Mangel hast, kann es natürlich bei eisenarmer Beikost durchaus einen haben....aber da können die Stillexperten sicher mehr dazu sagen!

2. Schilddrüse: das könnte der Hauptpunkt sein für deinen Zustand (würde ich so aus der Ferne natürlich ohne Gewähr sagen, gibt natürlich allerhand andere Ursachen für Müdigkeit!). Ich nehme an, der TSH-Wert ist erhöht? Das ist ein Hormon, welches in der Hypophyse (also nicht in der Schilddrüse, sondern quasi von "oben" in der Hirnanhangsdrüse) gebildet wird und der Schilddrüse sagt, sie solle Schilddrüsenhormone (T3, T4) herstellen, weil im Blut zu wenig kreisen. Diese wiederum sorgen dafür, dass du nicht auf Sparflamme läufst (kurz ausgedrückt)...wenn also deine Schilddrüse nicht mehr kann (weil sie z.B. durch eine autoimmune Entzündungsaktivität, wie ja beim Hashimoto der Fall, teilweise zerstört wurde), kreisen zu wenige SD-Hormone (T3, T4...oder gemessen f(reies)T3 und f(reises) T4) im Blut und die Hirnanhangsdrüse funkt immer lauter Alarm und gibt immer mehr TSH ab...das kann man messen. Sprich: zu viel TSH deutet auf eine SD-Unterfunktion hin, wenn nun auch fT3 und fT4 erniedrigt sind, dann ist das eine MANIFTE Unterfunktion...wenn diese NOCH normal sind, ist es eine LATENTE Unterfunktion, aber aus Erfahrung kann ich sagen, dass auch schon die Symptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Gewichtszunahme etc. machen kann...
Hashimoto ist ebi Frauen zeimlich häufig...die Entzündung am Anfang bekommt fast nie jemand mit...es fällt meist erst auf, wenn die Schilddrüse ausgebrannt ist und ganz klein und dicht geworden ist (sieht man im Ultraschall und hat auch nichts mit Jodmangel zu tun)...und dann einfach nimmer genug Zellen übrig sind, um genug Hormone zu bilden...Schwangerschaft ist übrigens ein Trigger für solche Entzündungen! Also bleibt nichts übrig, als das Hormon von außen zuzuführen, ist aber nicht schlimm, geht vielen so! Gerade zum Schwangerwerden brauchen viele Frauen mit Unterfuntion eher höhere Dosen Thyroxin, damit der TSH-Wert niedrig-normal ist...ich könnte mir also schon vorstellen, dass auch eine latente Unterfunktion die Milchproduktion hemmt/ beeinträchtigt, zumal Frau ja auch ziemlich müde/ abgeschlagen ist...schaden tut dies deinem Kind nicht, denke ich, außer er wäre auf volle Milchproduktion angewiesen (isst aber doch bestimmt Beikost in dem Alter, oder?). Frag also deinen Arzt, wie die anderen Werte sind und ob er/sie eine (ggf. niedrig angesetzte) Hormontherapie beginnen würde...das müsst ihr natürlich gemeinsam entscheiden und regelmäßig kontrollieren, eine Überfunktion ist nämlich auch kein Spaß. Generell ist es eine gute Idee, sich mal einem Endokrinologen vorzustellen, die behandeln oft viel früher und sinniger als Hausärzte, muss aber bei euch ja nicht der Fall sein.

Ok, genung gesenft ;-)

Alles Gute und LG, Lee

Re: Ferritin, Hashimoto und stillen

Verfasst: 06.11.2013, 14:23
von EhULao
OMG, hab ich viele Rechtschreibfehler eingebaut...irgendwo muss es heißen: MANIFESTE Unterfunktion...der rest ist hoffentlich trotzdem verständlich ;-) baby schläft grad auf rechtem Arm, schwer zu tippen...

LG Lee

Re: Ferritin, Hashimoto und stillen

Verfasst: 06.11.2013, 15:10
von klimaforscherin
Soweit ich weiss, wird bei Hashimoto das Hormon, was normalerweise die Schilddrüse in ausreichendem Maße selbst herstellt, dem Körper täglich zugeführt.
Laut embryotox ist das stillverträglich: http://www.embryotox.de/thyroxin.html

Hier noch ein paar interessante Seiten zur Schilddrüse und Stillen (bei AFS steht auch etwas zur Überfunktion):
http://www.afs-stillen.de/index.php/sti ... erfunktion
http://www.rabeneltern.org/index.php/wi ... -stillzeit

Re: Ferritin, Hashimoto und stillen

Verfasst: 06.11.2013, 15:14
von klimaforscherin
Leelaacoo hat geschrieben:
Ok, genung gesenft ;-)

Alles Gute und LG, Lee
Aber ziemlich klasse! :daumenhoch:

Re: Ferritin, Hashimoto und stillen

Verfasst: 06.11.2013, 15:24
von lunchen78
nur kurz:
Leelaacoo hat geschrieben:wenn keine Anämie vorliegt ist der erniedri8gte Ferritinwert eher kein Grund für deinen Zustand...man müsste da auch nichts einnehmen,
das kann ich aus eigener Erfahrung so nicht unterschreiben. MIR geht es mit niedrigem Ferritin und grade noch normalem HB richtig beschissen, ich kipp um, mein Puls rast in die Höhe, wenn ich nur die Treppe hoch gehe, bin ganz blass, müde, schlapp. Alle anderen Blutwerte waren normal

Re: Ferritin, Hashimoto und stillen

Verfasst: 06.11.2013, 15:38
von SchneFiMa
Ich stimme lunchen zu, ich habe auch fast immer zu niedrige Ferritinwerte und ohne Eisenzufuhr geht dann oft nichts. Ist der Vorrat wieder aufgefrischt, geht es besser.

Ich finde mich in deinen Beschreibungen wieder und es war sogar wichtig, Eisen zu nehmen und ein Präparat für die Schilddrüse. Mein Endokrinologe sagte mir, dass das Kind sich das holt, was es braucht und zwar von mir! Ich habe also dann das problem, das Kind eher nicht. Da dein kind ja nun auch schon mitisst, solltest du da schauen, dass es genug Eisen zu sich nimmt. Ich musste meine Kinder nicht untersuchen lassen, da kein grund vorlag. Also sie zeigten keine Auffälligkeiten.

Wichtig ist, dass du dich behandeln lässt!

Re: AW: Ferritin, Hashimoto und stillen

Verfasst: 06.11.2013, 17:31
von EhULao
Jeder ist da anders, denke ich und Eisen kann man ja als Frau (mit Mens) problemloser nehmen als als Mann, aber ich würde zunächst eine Baustelle angehen, sonst weiß man nachher nicht recht, was es war und bedrohlich ist der Mangel ja nicht bei normalem Hb und normalem Eisenwert. ich habe Eisen zum Bsp. nicht gut vertragen und würde da jetzt eher eisenreicher essen, wenn überhaupt...aber wie gesagt, was Therapie angeht sollte dies mit dem Arzt vor Ort geklärt werden!

Gesendet von meinem GT-I9100 mit Tapatalk 2

Re: AW: Ferritin, Hashimoto und stillen

Verfasst: 06.11.2013, 17:55
von Merris
Danke euch erstmal für eure antworten!
Ich bin bei einem alternativen Arzt und der Ferritin Mangel wird homöopathisch behandelt. Für die Schilddrüse bekomme ich L-Thyroxin.
Hb und Eisenwert sind ja normal.
Mein Kind bekommt ja ausreichend Beikost, mir war nur wichtig zu wissen ob ich ihn während der Vollstillzeit mit Eisen versorgen konnte. Vielleicht mag da eine Stillberaterin was zu sagen?