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Wie schaffe ich es meinen 2 Jährigen Sohn abzustillen?

Verfasst: 11.10.2013, 13:08
von Einfachmama
Hallo liebe Muttis, erst einmal ein wenig Hintergrund zu uns. Mein Sohn kam relativ früh aber gesund zur Welt und ich habe ihn von Anfang an nach Bedarf gestillt. Er hat schon immer sehr häufig getrunken dafür nie einen Nuckel oder Flasche gebraucht. Als er ein halbes Jahr war wollte er Nahrung, hat aber trotzdem Tags und nachts im 2 Std Rhythmus getrunken. Er ist sehr lebhaft und aufmerksam so haben wir es mit ca. 1 Jahr geschafft das er Tags nicht mehr gestillt werden muss. Stattdessen bekommt er Kuhmilch aus dem Becher, Haferflocken und mittlerweile ganz normale Lebensmittel. Er ist Tags leicht abzulenken. Mittagsschlaf geht allerdings ohne Brust nur im Kinderwagen, Auto oder im Kindergarten. Nachts ist das eine ganz andere Geschichte. Er hat seinen festen Rhythmus mit Essen, Baden und Vorlesen um immer die gleiche Zeit: dann möchte er selbst ins Schlafzimmer und freut sich schon aufs Stillen. Wenn er müde wird löse ich ihn, er dreht sich um und schläft friedlich. Wir schlafen zu dritt nebeneinander und tief gelegen. Das wiederholt sich zu guten Zeiten alle 2-3 Std, häufig wenn er z.B. erkältet ist auch stündlich oder öfter. Nun habe ich schon viel zum Thema abstillen gelesen, wollte ihn jedoch nicht schreien lassen. Normalerweise halte ich mit ihm durch auch wenn es mir an der Brust unangenehmer wird mit der Zeit. Wenn ich jedoch wieder mal krank bin dann bin ich schon manches mal nah der Erschöpfung und verzweifelt gewesen.

Nun ist mein Sohn bald 2 und ich bin wieder schwanger. Ich bin oft seeehr müde, habe Angst meine Partnerschaft aufs Spiel zu setzen da ich meinen Mann nur früh und Spät in diesem nörgeligen Zustand sehe. Obwohl ich schon lange versuche die Trinkabstände sanft zu verlängern und Wasser in einer Schnabeltasse anzubieten, gibt es immer wieder Rückschritte. Jetzt mache ich mir Sorgen: lieber möchte ich meinen Sohn jetzt abstillen als das er das mit dem neuen Familienmitglied in Verbindung bringt und Eifersüchteleien vorprogrammiert sind. Doch weiss ich nicht wie. Er ist im Moment sehr Willensstark. Als ich vor kurzem wegen Magen/Darm Infekt nicht von der Toilette wegkam und völlig erschöpft war musste mein Mann ihm zu Bett bringen. Er hat so geschrien das er sich übergeben hat. Beim nächsten Aufwachen ging es mir dann gut genug um ihn wieder zu stillen.

War jemand in einer ähnlichen Situation? Nach jeder unserer harten Phasen war ich innerlich froh ihn noch stillen zu können wenn er z. B. Wegen Durchfall nicht anderes zu sich nehmen konnte. Er versteht schon so viel und ich möchte ihn gerne dazu bringen selbst nicht mehr trinken zu wollen statt ihn zu zwingen.

Ich bin dankbar über Eure Tips. Vielen Dank.

Re: Wie schaffe ich es meinen 2 Jährigen Sohn abzustillen?

Verfasst: 11.10.2013, 13:30
von finn
Hallo Einfachmama, mir kamen beim Lesen ein paar Gedanken.
Einfachmama hat geschrieben: War jemand in einer ähnlichen Situation? Nach jeder unserer harten Phasen war ich innerlich froh ihn noch stillen zu können wenn er z. B. Wegen Durchfall nicht anderes zu sich nehmen konnte. Er versteht schon so viel und ich möchte ihn gerne dazu bringen selbst nicht mehr trinken zu wollen statt ihn zu zwingen.
Das wird nur gelingen, wenn er es wirklich will. Du wirst ihn nicht dazu bringen können es nicht mehr zu wollen. Das muss er schon selber wollen. Aus seiner Sicht gibt es sicherlich keinen Grund, nicht mehr stillen zu wollen.

Warum meinst Du, dass Du ohne Stillen weniger nörgelig bist? Vielleicht könnte Dein Mann Dich (oder jemand anderes) einfach mal ein bisschen entlasten, dass Du mehr Zeit für Dich und zum Durchschnaufen hast, Du bist ja auch schwanger, da ist alles gerade bestimmt sehr anstrengend.

Zum Schreien lassen: Du musst ihn ja nicht alleine dabei lassen. Es ist doch völlig okay, wenn er weint, wenn er wütend ist, wenn er traurig ist, weil er nicht mehr stillen darf. Mein Kleiner hat einige Tage geweint und gejammert. Was geholfen hat: ich war mir sicher, dass ich es nicht mehr möchte, habe ihm das so gesagt und ihm erklärt und ihm aber auch gesagt, dass ich verstehe, dass er traurig ist.

Und was ich auch noch anmerken will: bei uns stand abstillen und nachts durchschlafen nicht in einem direkten Zusammenhang! Mein Großer hat z.B. nachts längst durchgeschlafen und trotzdem noch viel gestillt (nachts dann natürlich nicht mehr :wink: ). Der Kleine wurde nicht mehr gestillt und hat nicht durchgeschlafen.

Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, dass das einzige was wirklich was bringt ist, dass Du Dir sicher sein musst, was Du willst und das Deinem Kind auch so sagen musst und dabei für es da sein musst. Und, ganz wichtig, Du musst seine Traurigkeit und Wut und evtl. seinen Ärger mit aushalten. Ich fand das ganz schwierig und das Abstillen hat bei uns auch einige Anläufe gebraucht, weil ich mir eben dann doch nicht so sicher war (letztlich abgestillt habe ich dann mit 3,5 Jahre). Aber ich habe ihm dann zugestanden, dass er traurig ist und ihm das auch so gesagt.

Re: AW: Wie schaffe ich es meinen 2 Jährigen Sohn abzustille

Verfasst: 13.10.2013, 09:50
von honigtopf2010
Hallo Einfachmama,

das ist eine sehr anstrengende Situation. Im Prinzip unterschreibe ich bei meiner Vorrednerin, will aber noch einige Aspekte dazu nehmen.

Es scheint um das zweite Lebensjahr herum tatsächlich noch einmal zum vermehrten Stillen zu kommen. Ich lese das oft hier und bei uns war es auch so. Ich war dann etwas später auch schwanger und habe nach und nach bachts abgestillt. Es hat gedauert aber geklappt. Das Durchschlafen, so glaube ich, kommt in dem Alter schon mit dem Abstillen.

Da du sagst, dass du Angst hast um deine Beziehung finde ich es mit Blick auf euer zweites Kind sehr wichtig, dass jetzt mit deinem Partner zu besprechen. Sag ihm, was du vorhast, weshalb und dass du auch nicht genau weißt wie aber auch, dass du ihn brauchst.

Und dann animiert euer Kind sich abends satt zu essen. Meine hat sich das definitiv für nachts 'ausgespart' und dann ganze Bananen verdrückt. Dann sei dir sicher und höre auf zu stillen. Gib ihm dann nachts vielleicht wirklich erst mal Wasser oder eine Kleinigkeit (aber nicht zur Regel werden lassen) und haltet den Frust gemeinsam aus. Hol den Papa mit ins Boot und los.

Wir hatten auch dieses Schreien bis zum Erbrechen einige Male. Nicht während des Abstillens sondern vorher. In solchen Situationen, wie du sie geschildert hast. Oder wenn der Papa sie waschen wollte obwohl das vorher völlig normal war. Es hat uns jedes Mal sehr erschreckt, ging dann aber vorüber.

2 Jährigen Abstillen bzw Weiterstillen während Geburt + dana

Verfasst: 11.11.2013, 11:50
von Einfachmama
Hallo, ich habe etwas gebraucht Eure Beiträge wirkilch zu verarbeiten und mich wieder zu Wort zu melden aber ich Danke Euch sehr für Eure Antworten. Fynn: ich habe von vielen Seiten gehört das man konsequent sein muss, es sonst eher schlimmer wird. Das macht da Ganze finde ich auch so sehr schwierig denn es streubt sich mir alles dagegen meinen Sohn bis zum Schreien zu lassen wie wir es einmal trotz allem Trost im Arm erlebt haben. Auch vielen Dank an Honigtopf. Ich rede sehr viel mit meinem Partner und er tut alles um mich zu unterstützen. Wenn ich müde bin häufe ich leider alle Sorgen auf, aber ich brauche mir um unseren Zusammenhalt eigentlich keine Sorgen machen. Was Du schreibst "nach und nach abstillen": das hatte ich mir vorgenommen. Eine sanfte Art so das wir dort vor der Geburt ankommen. Leider klappt es gar nicht. Wenn ich ihm die Schnabeltasse mit Wasser oder Nuckel reiche wird er sofort wütend. Beim Stillen schläft er so friedlich und schnell ein, wir alle sind dabei glücklich und so finde ich es sehr schwer selbst vom Abstillen überzeugt und konsequent zu sein. Er isst eigentlich Tags viel und wir haben gerade Abends schon viel probiert, auch Milchprodukte, damit er satt ist. Wie hast Du es mit dem Abstillen nach und nach genau geschafft???

Wir haben bis jetzt nachts weiter gestillt und ich hoffe seine recht fordernde Art ist eine vorübergehende Phase nach der es leichter wird. Ich versuche so oft es geht tagsüber Hilfe anzunehmen und ein Nickerchen einzulegen um nicht zu nörgelig zu werden wegen Schlafmangel. Ich mache mir jetzt nur Sorgen wegen der Geburt (in einem halben Jahr) und würde mich sehr über Erfahrungrn von Langzeitstillmamas freuen. Bei der 1. Geburt war ich eine Woche im KH auf Wochenstation. Ich stelle mir vor ich bin viele Stunden nachts mit der Geburt beschäftigt und mein dann 2 1/2 Jähriger läßt sich nachts nur von mir beruhigen und will mehrmals gestillt werde: wie wird das nur? Meinen Mann brauche ich an meiner Seite. Oma hilft gerne aber mein Kleiner kennt ja nachts nur Stillen zur Beruhigung und Einschlafen. Nuckel, Kuscheltier und Schnabeltasse mag er tags aber nachts mag er davon nichts wissen und sagt klar: Trinken. Wie gesagt hat er sich noch nicht von Papa oder jmd anderem als mir beruhigen lassen, geschrien bis zum Erbrechen als ich gesundheitlich einmal ausfallen musste; schrecklich. Das möchte ich ihm nicht antun und so wird es auch mit Abstillen vorher nichts.

Was habt ihr für Erfahrungen mit Stillen während Geburt und danach oder Abstillen während der Schwangerschaft?

Re: 2 Jährigen Abstillen bzw Weiterstillen während Geburt +

Verfasst: 11.11.2013, 12:03
von marykate
Einfachmama hat geschrieben:ich habe von vielen Seiten gehört das man konsequent sein muss, es sonst eher schlimmer wird. Das macht da Ganze finde ich auch so sehr schwierig denn es streubt sich mir alles dagegen meinen Sohn bis zum Schreien zu lassen wie wir es einmal trotz allem Trost im Arm erlebt haben.
Liebe Einfachmama,
dann kommt hier noch eine andere Seite, die das Gegenteil behauptet bzw. erlebt hat :)
Ich war in einer anderen Situation, aber was gleich war ist, dass meine Tochter sehr viel stillen wolle und mir das zu dem Zeitpunkt viel zu viel war, ich sie aber trotzdem auf keinen Fall abstillen wollte. Ich bin dann einfach nach meinem inneren Gefühl vorgegangen: Wollte ich wirklich stillen, habe ich sie gestillt. So lange, wie ich wollte, danach habe ich ihr die Brust „abgeknöpft“. Wollte ich nicht stillen habe ich auch nicht gestillt. Natürlich musste ich viel Protest aushalten, aber nach allerspätestens zwei Tagen hatte sich das gut eingependelt und wir hatten kaum mehr Konflikte deshalb und sie konnte viel besser annehmen, wenn ich mal nicht wollte. Und selbst die zwei Tage waren für mich wesentlich leichter als die Tage davor mit dem inneren Groll, den ich mit mir herumgetragen habe.

Schau mal und spür mal, ob die Vorgehensweise für Euch so passen kann.

Und: In einem halben Jahr kann so viel passieren! Meine Tochter ist jetzt auch 2,5 (also wie Dein Kind bei der Geburt vom 2. etwa) und mittlerweile schläft sie nachts wenn sie aufwacht – weil sie z.B. pinkeln muss – oft sogar bei mir im Arm ein ohne dass ich sie stille. Vor einem halben Jahr absolut undenkbar.

Re: Wie schaffe ich es meinen 2 Jährigen Sohn abzustillen?

Verfasst: 11.11.2013, 14:27
von honigtopf2010
Liebe Einfachmama,

mensch du klingst so bedrückt und ich kann dich gut verstehen. So manch eine wird sich vielleicht noch an meine Posts erinnern. Natürlich kann in einem halben Jahr viel passieren. Leider hatte sich das bei uns nicht von allein erledigt. Dann habe ich irgendwann gesagt: nur noch zum Einschlafen und morgens. Dann kamen ein paar harte Nächte. Sie hat gewütet und getobt. Dann ging es. Doch, du darfst dein Kind auch 'schreien' lassen. Wobei das nix mit diesem unsäglichen Buch zu tun hat. Du bist da. Du ziehst deine Grenze. Das ist ok. So wie sein Frust auch ok ist. Zur Geburt selbst kann ich dir sagen, dass wir ja eine Hausgeburt geplant hatten. Wir haben alles lange mit ihr besprochen und erzählt. Sie stillte nachts nicht mehr. Hatte eine eigene Bezugsperson da und dennoch. Sie hat ständig nach mir verlangt. Ich konnte es ganz gut ausblenden aber anfangs empfand ich es als störend. In die Klinik sind wir dann aus anderen Gründen. Hart war es nach der Geburt so zwei, drei Tage später. Da wollte sie immer und immer stillen. Aber ich konnte das gut verstehen. Und habe trotzdem nicht nachgegeben. Mittlerweile stillt sie nicht mehr. So mit 3, 5 habe ich gesagt, dass ich es nicht mehr will.

Re: Wie schaffe ich es meinen 2 Jährigen Sohn abzustillen?

Verfasst: 11.11.2013, 15:33
von Solan
Einfachmama hat geschrieben: Nun ist mein Sohn bald 2 und ich bin wieder schwanger.
Wie weit bist du denn? Hier hat sich alles mit etwa 4 Monaten von selbst gelöst. Es kam einfach nichts mehr (oder nur minimalst) ich habs einfach ausschleichen lassen und ihr nichts mehr angeboten. Das wurde auch ohne Probleme akzeptiert.

Re: Wie schaffe ich es meinen 2 Jährigen Sohn abzustillen?

Verfasst: 11.11.2013, 20:42
von finn
Hallo,
Konsequenz hin oder her, ich glaube, man kommt halt einfach nicht drum herum, es auszuhalten, dass das Kind weint, weil es noch so gerne stillen möchte. Und ich habe es auch lange so gemacht wie marykate beschrieben hat, aber irgendwann ging auch das nicht mehr und mein Kind hat nicht von alleine aufgehört zu stillen und hat mir seinen Frust deutlich gezeigt. Ich war immer dabei, hab ihn getröstet und ihm erklärt, dass ich nicht mehr möchte usw.


Zum Stillen während Schwangerschaft/Geburt: Ich habe nach der Geburt ca 3 Monate tandem gestillt. Ich war über eine Woche im Krankenhaus mit dem Kleinen. In dieser Zeit hat der Große nicht gestillt, dann als ich wieder daheim war hat er erst mal ein paar Tage vollgestillt und nichts anderes gegessen. Dann hat es sich ganz gut eingependelt. Der Große hat es ganz gut weggesteckt ohne mich. Er hat zu dem Zeitpunkt meist durchgeschlafen und sich gut vom Papa beruhigen lassen. Ich finde auch hier: Wenn Du nicht da bist und es nicht anders geht, dann ist das so. Da muss Dein Sohn dann einfach durch (und ich sage sowas nicht leichtfertig und gerne, aber wenn es keine andere Wahl gibt dann ist es halt wirklich so): der Papa ist ja da und er wird sich beruhigen. Außerdem ist er ja dann schon fast 3, da kann man doch auch viel erklären.
Hör auf Dein Gefühl! Und für den Rest, einfach abwarten, das wird irgendwie (ich weiß, klingt doof, ist aber so)

Re: Wie schaffe ich es meinen 2 Jährigen Sohn abzustillen?

Verfasst: 12.11.2013, 07:49
von Salo81
Huhu,

wie Solan sagt, war es bei meinem ersten Kind auch, als ich mit dem zweiten schwanger war.
Es schlich sich dann aus.

Wie wäre es denn wen der Papa mit dem Sohn im Bett schläft und du mal ein paar Nächte woanders?
Abends zum Einschlafen kannst du ja stillen und morgens wieder.
So habe ich das sogar ein paar Wochen lang gemacht, weil ich einfach nicht mehr konnte nachts.

Lg
Salo

Re: Wie schaffe ich es meinen 2 Jährigen Sohn abzustillen?

Verfasst: 12.11.2013, 20:57
von restinga
hallo!

ich möch:-) t dir kurz meine Erfahrung schildern, habe meinen Sohn mit knapp über zwei in der Nacht ab gestillt.

ich hatte ihn bis dahin nach bedarf gestillt, und da auch in der Nacht 1-3x. jedenfalls ist es mir in den letzten Monaten extrem unangenehm geworden und das ohne Schwangerschaft :wink:
mein rücken hat einfach nicht mehr mitgespielt und so war meinLeidensdruck groß genug um ihn in der Nacht abzustillen. Die erst Nacht hat erst sehr geweint und ich hab ihm erklärt dass erst in der Früh wieder trinken kann, aber ich es nicht mehr schaffe in der Nacht. da war einfach meine Grenze, und die hab ich nicht leichtfertig gesetzt...
Die eine Nacht war schlimm, dann hat erst akzeptiert. Und mir hat das Stillen wieder vielmehr Freude gemacht.
Jetzt, zwei Monate später wacht er schon noch regelmäßig ein bis zweimal pro Nacht auf, schläft aber mit Kuscheln und ev Summen wieder ein.