Zufütterung ab sofort für 5-Tage-alten Abnehmer empfohlen?
Verfasst: 29.08.2013, 15:31
Schon länger bin ich hier angemeldet und habe viel gelesen. Vielen Dank, dass es dieses Forum gibt. Eigentlich hatte ich gehofft, nie posten zu müssen. Aber jetzt ist hier quasi Land unter. Ich versuche mal die nötigen Infos geordnet zu posten:
1. Die Geschichte aus meiner Sicht
Mein Sohn kam am 24.8. um 5.43 Uhr in einer rasanten Hausgeburt (1,5 Stunden Eröffnungs- und Übergangsphase, 2 Stunden Pressen) zur Welt. Er wog 3440 Gramm bei 51 cm und hat sich starke Hämatome am Kopf zugezogen. Nach der Geburt war er aber sofort fit und hat lautstark erzählt. Ich habe ihn auch sofort an die Brust bekommen. Leider hatte ich selbst aber wohl schon stärkere Kreislaufprobleme und wusste trotz der ganzen Infos vor der Geburt nicht, was ich mit ihm tun sollte. Ich dachte, er robbt jetzt schon hin zur Brust und wird trinken. Das hat er aber nicht. Irgendwann (nach 10-20 Minuten?) hat die Hebamme mir dann den C-Griff gezeigt und geholfen ihn anzulegen. Er hat dann getrunken (oder nur genuckelt?). Danach mussten die Hebamme und ich erstmal 6 Stunden gegen die Verlegung ins Krankenhaus kämpfen und er war bei seinem Papa. Ich weiß nicht mehr, ob ich ihn zwischendurch gestillt habe.
Leider bekamen wir aufgrund der weiten Entfernung vom Geburtshaus (wo wir eigentlich gebären wollten) ab dem Nachmittag eine andere Nachsorgehebamme. Die kam auch täglich bis zum 26.8. kurz vorbei. Allerdings war sie nach 10 Minuten wieder weg. Sie wog ihn und stelle fest, dass er abnahm, teilte uns aber nie genau mit, wieviel er wog und drohte mit der Zufütterung, fragte nach meinem Milcheinschuss und schimpfte über die nicht vorhandenen Stuhlgang unseres Sohnes. Ich habe also nie eine Anleitung zum Stillen bekommen in den ersten 3 Tagen und habe hier gelesen und eben ständig versucht, ihn anzulegen. Er schien auch zu trinken, aber vermutlich nuckelte er meistens nur. Ich konnte den Unterschied nicht spüren.
Die Gewichtswerte der ersten Nachsorge-Hebamme waren ungefähr
(nach 3440 Gramm (24.8. - Hebamme 1)
3350 Gramm ? (25.8. - Hebamme 2)
3220 Gramm ? (26.8. - Hebamme 2)
Die Werte sind aber rein aus meiner Erinnerung, was ich gesehen habe.. ich war nach der schweren Nachgeburtsphase nicht ganz präsent.
Am 27.8. morgens kam zum Glück die ursprüngliche Geburtshaus-Hebamme (die bei der Geburt im Urlaub gewesen war) zum Neugeborenen-Screening und um das Baby kennenzulernen und erklärte uns, wie Nachsorge wirklich funktioniert. Sie zeigte mir auch, wie ich sowohl im Liegen als auch im Sitzen stillen konnte und erklärte mir den Unterschied zwischen Schnullern und Saugen.
Außerdem rief die ursprüngliche Nachsorge-Hebamme an und sagte, sie wisse nicht, wann und ob sie nochmal wieder kommen könne und wir müssten uns evtl. jemand anderen suchen. Seit dem haben wir nie wieder etwas von ihr gehört, auch nicht auf Nachfrage.
Gestern und heute ist dann wiederum eine andere dritte Kollegin aus dem Geburtshaus spontan eingesprungen und hat sich gaaaanz viel Zeit für uns genommen trotz der langen Anfahrt. Da er mittlerweile 8-10 Windeln in 24 Stunden vollgekackt hatte (und auch reichlich), die Gelbsucht zurückgegangen ist, der Milcheinschuss noch am 27.8. abends kam und man deutlich hören kann, dass er saugt, hat sie gestern aufs Wiegen verzichtet.. auch weil ich vollkommen verunsichert war und mich pausenlos unter Druck gesetzt habe. Heute wog sie ihn aber wieder und er wiegt nur noch:
3030 Gramm (29.8.) - Hebamme 3
In der Nacht zuvor hatte er eigentlich mehrfach super getrunken nach meinem Empfinden. Jetzt beim Besuch der Hebamme war er aber kaum wach zu bekommen. Wir haben dann nach dem Wiegen beschlossen, erstmal abzupumpen und das zu versuchen zuzufüttern. Leider kamen nur 15 Milliliter zusammen aus beiden Brüsten. Er hatte zuvor aus einer getrunken. Wie viel weiß aber keiner. Für mich brach damit eine Welt zusammen. Die Hebamme hat diese 15 ml Muttermilch dann mit viel Kampf noch zugefüttert, die Flasche mit abgekochtem Wasser aufgefüllt und nochmals 15 ml Wasser zugefüttert bis gar nichts mehr ging.
Die Anweisungen für uns sind jetzt:
Jeweils nach 4 Stunden (die zum ersten Mal um 17 Uhr ablaufen):
1. an die Brust anlegen, falls gar nichts mehr geht und sofort abdocken und neu andocken, wenn er nur noch schnullert.
2. wenn nichts mehr weiter geht, weil er die Brust anbrüllt und mehrfaches andocken nicht hilft: Milch abpumpen und zufüttert per Flasche.
3. wenn die Milch weiterhin zu wenig bleibt beim abpumpen noch Pre-Nahrung zufüttern per Flasche jedes Mal.
Wir fragen uns nun, ob das wirklich der beste Plan ist? Diese Hebamme ist spitze und unsere Rettung. Aber sie ist keine Stillberaterin. Um das ganze zu optimieren dachten wir z.B. an ein Brusternährungsset. (Der Papa kauft gerade eines - hoffentlich!)
Außerdem werde ich sofort auf Stilltee umsteigen (musste bisher Rückbildungstee trinken).
Malzbier und Bionade sind schon vorhanden und ich versuche eisern 2-3 Liter zu trinken und ordentlich zu essen.
Leider ist unsere Situation auch so nicht wirklich toll: Hebamme 3 ist ab heute Abend im wohl verdienten freien Wochenende. Hebamme 0 (eigentliche Geburtshaus-Hebamme) kommt morgen nochmal, ab Samstag haben wir vom Hebammen-Netzwerk Hebamme 5 vermittelt bekommen, von der wir aber nichts wissen, außer, dass sie eben auch eine Krankenhaus-Hebamme ist, die die Nachsorge zum Zuverdienst macht, wie Hebamme 1. Ich habe solche, solche Angst.
Eine LLL-Stillberaterin gibt es im Nachbardorf. Die wollte ich mal anrufen. Ansonsten ist die Stillambulanz in Bensberg zwar 50 Kilometer weit weg und wir müssten mit dem ÖPNV hin, aber nächste Woche könnte das schon klappen. Diese Woche schaffen wir das beide noch nicht.
Was kann ich noch tun? Und soll ich das BES jetzt nutzen? Er hat ja wirklich schon deutlich mehr als die 10% abgenommen. Er ist aber sonst relativ lebendig, macht keinen apathischen Eindruck.
Ich schicke das jetzt erstmal ab und poste dann die Fragen aus dem Info-Thread hinter her. Ich hoffe, das ist okay so. Aber wir haben nur noch maximal 1,5 Stunden Zeit und ich hoffe so sehr, dass uns hier jemand helfen kann.
Vielen vielen vielen Dank!
1. Die Geschichte aus meiner Sicht
Mein Sohn kam am 24.8. um 5.43 Uhr in einer rasanten Hausgeburt (1,5 Stunden Eröffnungs- und Übergangsphase, 2 Stunden Pressen) zur Welt. Er wog 3440 Gramm bei 51 cm und hat sich starke Hämatome am Kopf zugezogen. Nach der Geburt war er aber sofort fit und hat lautstark erzählt. Ich habe ihn auch sofort an die Brust bekommen. Leider hatte ich selbst aber wohl schon stärkere Kreislaufprobleme und wusste trotz der ganzen Infos vor der Geburt nicht, was ich mit ihm tun sollte. Ich dachte, er robbt jetzt schon hin zur Brust und wird trinken. Das hat er aber nicht. Irgendwann (nach 10-20 Minuten?) hat die Hebamme mir dann den C-Griff gezeigt und geholfen ihn anzulegen. Er hat dann getrunken (oder nur genuckelt?). Danach mussten die Hebamme und ich erstmal 6 Stunden gegen die Verlegung ins Krankenhaus kämpfen und er war bei seinem Papa. Ich weiß nicht mehr, ob ich ihn zwischendurch gestillt habe.
Leider bekamen wir aufgrund der weiten Entfernung vom Geburtshaus (wo wir eigentlich gebären wollten) ab dem Nachmittag eine andere Nachsorgehebamme. Die kam auch täglich bis zum 26.8. kurz vorbei. Allerdings war sie nach 10 Minuten wieder weg. Sie wog ihn und stelle fest, dass er abnahm, teilte uns aber nie genau mit, wieviel er wog und drohte mit der Zufütterung, fragte nach meinem Milcheinschuss und schimpfte über die nicht vorhandenen Stuhlgang unseres Sohnes. Ich habe also nie eine Anleitung zum Stillen bekommen in den ersten 3 Tagen und habe hier gelesen und eben ständig versucht, ihn anzulegen. Er schien auch zu trinken, aber vermutlich nuckelte er meistens nur. Ich konnte den Unterschied nicht spüren.
Die Gewichtswerte der ersten Nachsorge-Hebamme waren ungefähr
(nach 3440 Gramm (24.8. - Hebamme 1)
3350 Gramm ? (25.8. - Hebamme 2)
3220 Gramm ? (26.8. - Hebamme 2)
Die Werte sind aber rein aus meiner Erinnerung, was ich gesehen habe.. ich war nach der schweren Nachgeburtsphase nicht ganz präsent.
Am 27.8. morgens kam zum Glück die ursprüngliche Geburtshaus-Hebamme (die bei der Geburt im Urlaub gewesen war) zum Neugeborenen-Screening und um das Baby kennenzulernen und erklärte uns, wie Nachsorge wirklich funktioniert. Sie zeigte mir auch, wie ich sowohl im Liegen als auch im Sitzen stillen konnte und erklärte mir den Unterschied zwischen Schnullern und Saugen.
Außerdem rief die ursprüngliche Nachsorge-Hebamme an und sagte, sie wisse nicht, wann und ob sie nochmal wieder kommen könne und wir müssten uns evtl. jemand anderen suchen. Seit dem haben wir nie wieder etwas von ihr gehört, auch nicht auf Nachfrage.
Gestern und heute ist dann wiederum eine andere dritte Kollegin aus dem Geburtshaus spontan eingesprungen und hat sich gaaaanz viel Zeit für uns genommen trotz der langen Anfahrt. Da er mittlerweile 8-10 Windeln in 24 Stunden vollgekackt hatte (und auch reichlich), die Gelbsucht zurückgegangen ist, der Milcheinschuss noch am 27.8. abends kam und man deutlich hören kann, dass er saugt, hat sie gestern aufs Wiegen verzichtet.. auch weil ich vollkommen verunsichert war und mich pausenlos unter Druck gesetzt habe. Heute wog sie ihn aber wieder und er wiegt nur noch:
3030 Gramm (29.8.) - Hebamme 3
In der Nacht zuvor hatte er eigentlich mehrfach super getrunken nach meinem Empfinden. Jetzt beim Besuch der Hebamme war er aber kaum wach zu bekommen. Wir haben dann nach dem Wiegen beschlossen, erstmal abzupumpen und das zu versuchen zuzufüttern. Leider kamen nur 15 Milliliter zusammen aus beiden Brüsten. Er hatte zuvor aus einer getrunken. Wie viel weiß aber keiner. Für mich brach damit eine Welt zusammen. Die Hebamme hat diese 15 ml Muttermilch dann mit viel Kampf noch zugefüttert, die Flasche mit abgekochtem Wasser aufgefüllt und nochmals 15 ml Wasser zugefüttert bis gar nichts mehr ging.
Die Anweisungen für uns sind jetzt:
Jeweils nach 4 Stunden (die zum ersten Mal um 17 Uhr ablaufen):
1. an die Brust anlegen, falls gar nichts mehr geht und sofort abdocken und neu andocken, wenn er nur noch schnullert.
2. wenn nichts mehr weiter geht, weil er die Brust anbrüllt und mehrfaches andocken nicht hilft: Milch abpumpen und zufüttert per Flasche.
3. wenn die Milch weiterhin zu wenig bleibt beim abpumpen noch Pre-Nahrung zufüttern per Flasche jedes Mal.
Wir fragen uns nun, ob das wirklich der beste Plan ist? Diese Hebamme ist spitze und unsere Rettung. Aber sie ist keine Stillberaterin. Um das ganze zu optimieren dachten wir z.B. an ein Brusternährungsset. (Der Papa kauft gerade eines - hoffentlich!)
Außerdem werde ich sofort auf Stilltee umsteigen (musste bisher Rückbildungstee trinken).
Malzbier und Bionade sind schon vorhanden und ich versuche eisern 2-3 Liter zu trinken und ordentlich zu essen.
Leider ist unsere Situation auch so nicht wirklich toll: Hebamme 3 ist ab heute Abend im wohl verdienten freien Wochenende. Hebamme 0 (eigentliche Geburtshaus-Hebamme) kommt morgen nochmal, ab Samstag haben wir vom Hebammen-Netzwerk Hebamme 5 vermittelt bekommen, von der wir aber nichts wissen, außer, dass sie eben auch eine Krankenhaus-Hebamme ist, die die Nachsorge zum Zuverdienst macht, wie Hebamme 1. Ich habe solche, solche Angst.
Eine LLL-Stillberaterin gibt es im Nachbardorf. Die wollte ich mal anrufen. Ansonsten ist die Stillambulanz in Bensberg zwar 50 Kilometer weit weg und wir müssten mit dem ÖPNV hin, aber nächste Woche könnte das schon klappen. Diese Woche schaffen wir das beide noch nicht.
Was kann ich noch tun? Und soll ich das BES jetzt nutzen? Er hat ja wirklich schon deutlich mehr als die 10% abgenommen. Er ist aber sonst relativ lebendig, macht keinen apathischen Eindruck.
Ich schicke das jetzt erstmal ab und poste dann die Fragen aus dem Info-Thread hinter her. Ich hoffe, das ist okay so. Aber wir haben nur noch maximal 1,5 Stunden Zeit und ich hoffe so sehr, dass uns hier jemand helfen kann.
Vielen vielen vielen Dank!