Naja, ALLES wirst Du sicherlich nicht sterilisieren, das irgendwie in Babys Mund kommt

Was regelmäßig gewaschen wird (Deine Finger, Babys Finger, ne Mullwindel zum Draufrumkauen...) wird schonmal nicht sterilisiert (in den meisten Haushalten zumindest). In diese Kategorie fällt auch die mütterliche Brust von außen
Fütterequipment wie Flaschen, Pumpen etc. ist da etwas anderes - einfach, weil alte Nahrungsreste/-spuren dran sein können (oder Spülwasserreste), in denen sich nach einer gewissen Zeit Keime vermehren können. Schnuller können Ritzen, Fugen, Risse etc. bekommen, in denen sich immer etwas Restfeuchte hält. Dann regelmäßig im Babymund (=feuchtwarm) und wir haben eine ideale Brutstätte für Keime. Außerdem weiß kein Hersteller, wo so ein Schnuller/Flaschensauger mal runterfällt (Straßendreck? Hundehaufen?). Wegen der Ritzen, Fugen, Materialbeschaffenheit ist eben nie gesagt, ob sich nicht doch Keime halten. Da Schnuller, Veilchenwurzeln, Flaschen etc. keinen eingebauten Keimerkennungs-Mechanismus mit anschließender Reinigungsfunktion haben, muss man sie halt selbst keimfrei machen.
Eine mütterliche Brust hingegen lebt (hängt ja die ganze Mutter dran

) und bemerkt, kategorisiert (schädlich? nicht schädlich?) und letzlich:
bekämpft darum aktiv sämtliche Keime, die nicht auf und in sie gehören ganz selbstständig

Außerdem ist sie ausgesprochen arm an produktionsbedingten Fugen und Ritzen

. Und die einzigen, die dran sind, werden ständig durchspült - und zwar mit:
Antibakterieller Flüssigkeit: Muttermilch nämlich!

Die ist so wunderbar mit Immunzellen aller Art ausgestattet, dass man sich da keinerlei Sorgen machen muss. IN der Brust ist die Milch keimfrei verpackt und wird zudem ja überwiegend "on demand" beim Stillen erst frisch hergestellt. Und selbst wenn (z.B. beim Abpumpen Haut-)Keime in die Milch gelangen, ist die Abwehr der Milch so wirkungsvoll, dass abgepumpte Milch nach einiger Zeit Rumstehen WENIGER Keime enthält als direkt nach dem Abpumpen untersuchte (in der evtl. eben noch ganz frisch hineingelangte Keime sein könnten).
(Klar, alles in bestimmten Grenzen - auch Muttermilch wird irgendwann schlecht - wann, kann man in Listen zur Lagerung von Muttermilch nachlesen - und wäre mit Abpumpen und Lagerung mit schlecht gereinigtem, verkeimtem Equipment sicherlich überfordert).
EinfachIch hat geschrieben:Aber wenn man die Zubereitungshinweise für Fläschchen liest fragt ich mich, wo der Unterschied ist, der diese Ungleichbehandlung rechtfertigt.
Eben das ist der Unterschied, der diese Ungleichbehandlung rechtfertigt: Während Muttermilch und Brust sich selbst frei von schädlichen Keimen halten, ist Milchpulver im besten Falle beim Abpacken hinreichend keimfrei, sobald man aber die Dose öffnet, kommen allein schon durch den Kontakt mit Luft, Messlöffel etc. Keime dran. Das ist der Grund, warum alles (inklusive des frisch abgekochten Wassers) möglichst sauber und keimfrei sein sollte, das bei der Zubereitung mit dem Pulver in Berührung kommt. Und vor allem: auch eine nach dem Anbrechen gar nicht mehr benutzte Pulvermilchpackung nach Ablauf einer gewissen Frist verworfen werden muss.
Dass nun in zubereiteter, lauwarmer, nährstoffstrotzender Flüssigkeit, in der KEINE Abwehrzellen etc. enthalten sind, munter die Keimvermehrung beginnt, ist auch logisch. Darum darf Pulvermilch auch nur frisch zubereitet verfüttert werden.