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Auf Pre wechseln...?

Verfasst: 18.08.2013, 21:24
von fanta
Hallo!
Mein kleines Frühchen ist jetzt 3 Monate alt.
Wir hatten eine schwere Stillzeit und auch heute meldet sie immernoch keinen Hunger (ich kann also nicht nach Bedarf stillen bzw füttern,
weil sie keinen Bedarf meldet. Im Gegenteil: sie trinkt meist nicht gern. Sie bekommt ca 9 bis 10 Mahlzeiten am Tag, trinkt zwischen 30 und 50ml, selten mehr).
In den vergangenen 3 Monaten gab es ausschliesslich Muttermilch:
-stillen brachte leider keine Gewichtszunahme (auch mit Sonde als Hilfsmittel, eben weil sie den Mund nicht aufmachen und andocken wollte.)
-pumpstillen bzw pumpfüttern brachte eine Gewichtszunahme (momentan 100g die Woche).
Ich hab wirklich alles mir mögliche getan, um voll zu stillen. Ich hab einfach keine Kraft mehr, es nochmal zu probieren. Die Kleine nimmt so schon sehr wenig zu und das belastet mich extrem. Trotzdem bin ich unendlich traurig. Unser Einschlafstillen will ich so lange wie möglich erhalten.

Da ich nicht mehr für jede Mahlzeit neu abpumpe, lagere ich die Milch im Kühlschrank. Zwar nimmt die Kleine auch Kühlschranktemperatur, aber mein Mann findet das brutal und meine Hebamme meinte ebenfalls, dass das nicht gut sei. Also erwärmen wir die Milch leicht.

Ich wollte eigentlich weiter pumpfüttern. Und dann bin ich über folgendes gestolpert:
jusl hat geschrieben:Das weitere Erhitzen ist allerdings nicht umproblematisch, weil dadurch Nährstoffe zerstört werden. Wenn man sich strikt an die Zubereitungsvorschriften von künstlicher Säuglingsmilch hält, ist hinterher sozusagen "garantiert" (sollte es zumindest), dass im Endprodukt diejenigen Nährstoffe drin sind, die draufstehen. Die Nährstoffe aus der Muttermilch sind selbstverständlich genau passend fürs Kind usw., aber strenggenommen nur dann, wenn die Milch direkt von der Brust ins Kind kommt. Erhitzen der Milch verringert den Nährstoffgehalt, das kann bei Dauerernährung ein Problem darstellen. Möglicherweise hängt das sogar direkt damit zusammen, dass Dein Kind noch Pre dazu verlangt.Nährstofftechnisch ist es beim Abpumpen am günstigsten, wenn die Milch DIREKT ohne weitere Behandlung (Kälte oder Wärme) dem Baby gefüttert wird. Hygienisch gewonnene Muttermilch kann problemlos einige Stunden bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden. Muttermilch kann bedenkenlos zimmerwarm oder auch kühlschrankkalt gefüttert werden (vorausgesetzt natürlich, dass das Baby sie nimmt).Mein Ansatz wäre also, Dein Baby an kühlere Milch zu gewöhnen, sowohl bei Muttermilch als auch bei Pre(!). (Die Pre könntest Du z.B. mit 30 ml weniger heißem Wasser anrühren und mit enstprechend 30 ml mehr kaltem Wasser auffüllen.)Was meinst Du dazu?LGJulia

Ist wiedererwärmte MuMi denn nun schlechter als Pre? Es wäre ja unsinnig,
wenn ich dann Mumi gebe, obwohl Pre mehr Nährstoffe enthält.

Ich bin mittlerweile schon soweit, dass ich sage, ich schleiche das Abpumpen langsam aus und wechsle auf Pre, v.a wenn das besser ist. Die Kleine hat immerhin 3 volle Monate Mumi erhalten.

Ich freue mich über Antworten!

Re: Auf Pre wechseln...?

Verfasst: 18.08.2013, 22:04
von deidamaus
Ich würde ihr so oft wie möglich frische Milch geben, d.h. wenn du z.B. 100ml abpumpst 50 ml sofort ohne Zwischenstation im Kühlschrank und dann die anderen 50 ml halt später.

Ich hatte eigentlich gelernt, dass selbst abgepumpte, gekühlte und wieder erwärmte Mumi besser ist als künstlich Säuglingsnahrung. Der Kaloriengehalt kann ja eigentlich nicht sinken. Klar gehen vielleicht ein paar Abwehrstoffe oder so kaputt, aber Pre hat davon ja gar keine.

Vielleicht schreibt eine andere Stillberaterin noch was dazu.

LG
Deidamaus

Re: Auf Pre wechseln...?

Verfasst: 18.08.2013, 22:49
von jusl
Hallo fanta,

also wie ich in dem Zitat schon schrieb: ERHITZTE Muttermilch enthält weniger Nährstoffe als direkt von der Brust ins Kind gestillte. ERWÄRMTE Milch ist OK.

Ich habe Deine alten und jüngeren Postings noch mal gelesen und frage mich, ob ein Wechsel zurück zu Brust nicht doch möglich und sinnvoll wäre. Dein Baby ist ein Leichtgewicht - das scheint Fakt zu sein, EGAL wie es ernährt wird.
Die Formel "mit Stillen nicht zugenommen, mit Flasche etwas zugenommen" ist vereinfacht und stimmt sachlich ja nun auch nicht ganz, wie die alten Daten zeigen (klick).
Ich kann wirklich sehr sehr gut verstehen, dass Du Dir ein gut zunehmendes Baby wünschst. Die ständigen Sorgen sind sicher wahnsinnig anstrengend. Aber einem Baby, das eigentlich stillen kann, wegen der Hoffnung auf höhere Zunahmeraten Pre zu geben, ergibt vom gesundheitlichen Standpunkt aus einfach keinen Sinn. Kein Baby ist mit Pre besser ernährt als mit Muttermilch, auch nicht die ganz zarten und dünnen Kinder.
Ich will Dich nicht überreden oder so, aber Dein Baby ist inzwischen größer und kräftiger geworden. Kann also sehr gut sein, dass es jetzt besser klappt mit dem Stillen.
Wenn Du Dein Baby aber weiterhin lieber per Flasche ernähren möchtest, dann ist es am günstigsten, dies weiterhin mit abgepumpter Muttermilch zu tun, und wie meine Vorgängerin schon schrieb, möglichst oft mit frischer Milch.

LG
Julia

Re: Auf Pre wechseln...?

Verfasst: 19.08.2013, 00:14
von fanta
Hallo deidamaus und Julia!

Danke für Eure Antworten! :D

Und danke für die Klarstellung mit dem Erwärmen! :-)

Julia, Wahnsinn, dass Du meine Beiträge nochmal gelesen hast :shock: Danke!

Du hast Recht, ihr Gewicht macht mir unglaublich große Sorgen.
Ich habe mir auf Anraten meiner Stillberaterin keine eigene Waage geholt, weil ich damit wohl nicht hätte umgehen können, sie täglich zu wiegen. Das Wiegen bedeutet für mich immer total viel Stress. Und jede Gewichtsstagnation hat in mir riesen Ängste ausgelöst, sie könnte zu schlecht versorgt sein, mit allenmöglichen Folgen...
Dass sie zart ist, ist mir klar. Ein Moppelchen wird sie vorerst nicht werden. Aber die mich betreuenden Menschen (KiA, Hebi, Stillberaterin) meinten, dass Vollstillen momentan nicht drin ist.
Ich werde nun erstmal eine Stillpause machen (außer Einschlafstillen und zwischendurch Mamatanken). Mit der ml Anzeige der Flaschen geht es mir momentan einfach besser. (Ich mag nicht ausschließen, dass wir irgendwann den Sprung zum Vollstillen schaffen, mein Wunsch wäre es. Aber grad nicht...)

Julia, ich hatte das von mir kopierte Zitat wirklich missverstanden. Ich bin froh, dass wir weiterhin Mumi geben können.

Ich weiß nicht, ob die Frage im anderen Thread schon beantwortet wurde. Aber gibt es eine Faustregel dafür, wie häufig man in 24h abgepumpt haben muss, um das Angebot zu erhalten? Die Menge stimmt z.zt. Aber ich merke, dass ich ganz schön pumpmüde geworden bin und erst dann pumpe, wenn sich die Brüste bemerkbar machen.

Re: Auf Pre wechseln...?

Verfasst: 19.08.2013, 08:14
von deidamaus
Du solltest tagsüber mindestens alle 4 und nachts alle 6 Stunden abpumpen. Schau mal bei Wikipedia unter "Pump-Stillen".

Wenn die Milchmenge zurück geht, dann musst du halt öfter Pumpen und häufig die Seite wechseln.

Vielleicht hast du ja den Mut vor jeder Flaschengabe zu stillen. Sie kann sich dann ja den benötigten Rest noch aus der Flasche holen, wird also nicht verhungern. Und du könntest auch ohne exakte Mengenangabe sehen, das sie weiterhin langsam aber stetig zunimmt. Das hilft dir vielleicht, etwas Mut und Zuversicht zu gewinnen.

LG

Re: Auf Pre wechseln...?

Verfasst: 19.08.2013, 08:45
von leonmama
Hallo!
Ich habe eben deinen Beitrag gelesen, und kann gut verstehen, wie du dich fühlst.
Mein erstes Kind war auch ein Frühchen und wollte anfangs gar nicht trinken. Wenn er meine große "Stillbrust" gesehen hat, war er total überfordert und schlief gleich wieder ein.
Ich habe dann alle 3 Stunden (auch nachts) abgepumpt und habe ihn "gefeedert". Das war zwar schwer, aber es ging und er nahm auch etwas zu. Trotzdem habe ich täglich das erneute anlegen probiert und nach 1 Monat hat er es auch endlich geschafft und ich konnte ihn ganz normal voll stillen.
Er schlief zwar nach wie vor sehr ein, was es uns nicht leicht machte (ich stillte 4 Monate tag wie nacht jede Stunde) aber heute bin ich stolz auf uns.
Wir haben es geschafft und konnten nach anfänglichen schweren 5 Monaten eine schöne Stillzeit genießen.
Meine Jüngste kam termingerecht und es klappt seit dem ersten Tag. *juhu*
Gib nicht so schnell auf...unsere Frühchen sind kleine Kämpfer...sie sind zwar so zart, aber ihr Willen ist groß. Mein Frühchen ist heute 3,5 Jahre jung und noch immer ein Kämpfer!
Alles wird gut...glaubt an euch
Ich drücke euch die Daumen

Re: Auf Pre wechseln...?

Verfasst: 19.08.2013, 17:02
von jusl
Ich habe mir auf Anraten meiner Stillberaterin keine eigene Waage geholt, weil ich damit wohl nicht hätte umgehen können, sie täglich zu wiegen. Das Wiegen bedeutet für mich immer total viel Stress. Und jede Gewichtsstagnation hat in mir riesen Ängste ausgelöst, sie könnte zu schlecht versorgt sein, mit allenmöglichen Folgen...
Nirgends steht, dass man TÄGLICH wiegen muss. ;-) Der geeignete Wiegerhythmus wird immer individuell und gemeinsam festgelegt, unter deutlicher Berücksichtigung der Wünsche der Mutter.
Dass sie zart ist, ist mir klar. Ein Moppelchen wird sie vorerst nicht werden. Aber die mich betreuenden Menschen (KiA, Hebi, Stillberaterin) meinten, dass Vollstillen momentan nicht drin ist.
Wenn Du mit deren Betreuung ansonsten zufrieden bist, dann kann ich Dich nur ermutigen, auch WEITERHIN auf DEREN Rat diesbezüglich zu hören. Es bringt Dir nichts, wenn "jusl aus dem Forum was anderes meint" - Du musst dann ständig hin und her entscheiden, nach wem Du Dich denn jetzt richten willst. Das kann sehr anstrengend und verunsichernd sein; deshalb ist es bestimmt besser, wenn Du Dich künftig lieber an Deine Fachleute vor Ort wendest, wenn Du Dich bei ihnen gut aufgehoben fühlst (das ist das allerwichtigste!).

Alles Gute weiterhin und LG
Julia