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6 Wochen altes Baby saugt nicht effektiv

Verfasst: 14.08.2013, 20:13
von marionschmid
Hallo lieber Forumsmitglieder,

wir haben mit den 6 Wochen schon eine lange "Stillgeschichte" hinter uns.
Das liegt nicht nur an meiner Tochter und mir, aber auch an der Geschichte, die ich 2004 mit ihrer Schwester hatte, wo das Stillen gar nicht geklappt hatte (nachdem ich unseren Sohn 2002 mit etwas Übung dann gut gestillt hatte); das hat mich damals in eine Wochenbettdepression gestürzt. Erst mit 2,5 Monaten hat sie damals von selber wieder das Stillen angefangen und aus dem „Genußstillen“ wurde peu à peu wieder Vollstillen (mit 4 Monaten) so dass wir die Pulvermilch komplett weglassen konnten. Es war also ein gutes Ende nach einem fürchterlichen Anfang.
Der Stillbeginn mit unserer Tochter jetzt lief super - sie hat direkt nach der Geburt gesaugt und das mit voller Kraft. Erst haben wir nur im Liegen gestillt, und das hat gut geklappt. Aber nach einer Woche ging das gar nicht mehr. Dann haben wir im Sitzen gestillt, das ging mal gut mal nicht so. Jedes Stillen war ein langes Hin- und Herprobieren bis sie die Brust genommen hat. Das alles hat mich an Situationen mit meiner ersten Tochter erinnert und ich hatte üble Flashbacks in die Zeit der Depression, wieder mit Panikattacken. Inzwischen nehme ich ein Antidepressivum um diese ganze Stillgeschichte möglichst ruhig zu nehmen.

Ab der zweiten Woche hatte meine Tochter dann plötzlich einen weißen Belag auf der Zunge und meine linke Brustwarze brannte und stach sehr, so richtig nach innen.
Leider hat es dann 3 Tage gedauert bis die Hebis unseren Verdacht auf Soor bestätigt hat, und dann hat sie Natriumbicarbonat zur Behandlung empfohlen, was wir dann relativ erfolglos eine paar Tage aufgetragen haben. Danach sind wir auf Daktarin umgestiegen (was meine Tochter nicht gut vertragen hat; sie hatte dann Schaum im Mund und hatte nachts richtige Erstickungsanfälle; da haben wir es bei ihr wieder weggelassen). Zusätzlich habe ich Grapefruitextrakt innerlich genommen und nun nach ca. 4 Wochen ist der Schmerz endlich weg.
Aber in dieser Zeit hat sie immer länger gestillt und immer längere Pausen gemacht und ich habe gemerkt dass sie immer weniger schluckt und dadurch immer weniger gekriegt hat.
Als die Hebammen das Gewicht wieder kontrolliert haben, war sie eine Woche lang vom Gewicht her stabil geblieben (3.Woche) und da habe ich mir eine elektrische Pumpe ausgeliehen und angefangen zu pumpen. Anfangs hat sie die Milch (die schon nicht mehr sehr viel war, ich musste echt arbeiten um die Menge zu erhöhen) per Finger-Feeding gekriegt, dann - weil das sehr aufwendig war - mit dem Calma-Sauger von Medela.
So kommen wir nun hin und sie nimmt wieder zu, wenn auch langsam. Hier ihre Gewichtsdaten (alle mit derselben Waage der Hebamme gewogen bis auf die letzte Messung, allerdings zu verschiedenen Tageszeiten):

Geburt: (3.7.): 2860 g
8.7.: 2640 g
9.7.: 2680 g
14.7.: 2800 g
19.7.: 2800g (ab hier abgepumpt und zugefüttert)
22.7.: 2870g
26.7.: 3010
2.8.: 3310g
8.8.: 3450g (Waage des Kinderarztes)

Sie nimmt den Calma-Sauger einigermaßen gut, wenn sie auch oft hastig trinkt und sich verschluckt und ich habe nicht das Gefühl dass die dadurch durcheinander kommt, da sie weiterhin an die Brust geht und dort auch saugt, jedenfalls seit wieder mehr Milch zur Verfügung steht durch das Pumpen, viel Stilltee, Fenchel-Anis-Kapseln und Homöopathie.

Unser Problem ist nun dass wir einfach keine Stabilität reinkriegen. Z.B. die letzten drei Tage hat sie gut getrunken und auch spürbar mehr rausgekriegt, so dass wir schon wieder ganz hoffnungsvoll waren, aber mit jedem Tag wurden auch die Stillmahlzeiten länger und abends wollte sie praktisch dauerstillen. Ich saß jeden Tag 1h15 pro Stillmahlzeit (mit Wechselstillen, meist 2-3 Seitenwechsel) und abends ab 18:00 waren es nur halb- bis einstündige Abstände bis zur nächsten Mahlzeit und das dann bis 23:30/1:00, je nachdem. Und nach fast jeder Stillmahlzeit noch Abpumpen, Pumpe reinigen, evtl. ihr noch zufüttern etc.
Mein Mann und ich gehen mittlerweile auf dem Zahnfleisch und die letzten zwei Nächte war ich einfach nur am Heulen weil ich nicht mehr konnte und nur noch schlafen wollte!
Gestern war an und für sich ein guter Tag wo sie nichts aus der Flasche bekam, allerdings richtig satt schien sie auch nie. Sie hat dann zwischendrin geschlafen im Tragetuch (ein sicherer Weg, um sie in den Schlaf zu kriegen), aber z.B. mit Ablegen war nix – was sie, wenn sie mit der Flasche „abgefüllt“ ist, durchaus mal 10-15 min toleriert.
Heute dagegen ging alles wieder voll den Bach runter – ich hatte morgens schon das Gefühl die Milch fließt nicht richtig, obwohl die Brüste inzwischen ziemlich voll sind. Und bei der Mittagsmahlzeit hat sie dann auch nach kurzer Zeit die Krise gekriegt und nur noch an der Brust gebrüllt und dann 90ml aus der Flasche weggezogen.
Heute Nachmittag haben wir dann zum ersten Mal das Brusternährungsset ausprobiert, nachdem ich die Elterninfo von Guoth-Gumberger bestellt hatte und sehr hilfreich und aufbauend fand.
Mit dem dicksten Schlauch und hoher Fließgeschwindigkeit hat sie wieder so richtig fest gesaugt und sich auch einiges aus der Brust geholt, die nachher deutlich weicher war.
Wir wollen nun die nächsten Mahlzeiten den mittleren Schlauch nehmen (immerhin war sie ja bis gestern „ganz ohne“) und gucken wie das läuft.

Meine Fragen hier sind nun:
- wie kriege ich sie dazu, ihren Mund weiter aufzumachen? Ich merke sehr deutlich dass die Quantität von Milch die sie kriegt 1:1 davon abhängt, wie viel von der Aureole (insbesondere auf der Unterseite) sie in den Mund kriegt. Ihr vormachen bringt nicht viel; aktuell ist am Erfolg versprechenden abzuwarten bis sie gerade anfängt vor Hunger zu weinen aber sich noch nicht eingeschrieen hat, dann hat sie nämlich den Mund groß auf und nimmt aber die Gelegenheit wahr und nimmt die Brust wenn sie dann kommt. Aber wenn sie noch nicht super-schlimmen Hunger hat, ist es sehr schwierig, viel von der Aureole plus Schlauch in ihren Mund zu kriegen. Beim Osteopathen waren wir schon – bei ihr ist (im Gegensatz zu ihrer Schwester 2004) nichts verklemmt.
- Wie stark beeinflusst die Art wie sie saugt die Milchmenge? Wenn sie nicht sehr effektiv saugt, geht dann auch die Milch zurück? Und kann ich dann noch etwas anderes tun als möglichst gut anzulegen, und eben zu pumpen?
- Unsere drei großen Kinder kommen am Samstag von den Großeltern zurück, und dann können wir uns nicht mehr so intensiv um das Baby kümmern. Wir brauchen dringend irgendwie entweder mehr Stabilität (dass Dinge sicher funktionieren – gerade ist es immer ein Auf und Ab, mal klappt es mal nicht) oder wir müssen das Ganzen weniger aufwendig machen. Ewig stillen, pumpen, zufüttern, abspülen ist einfach zuviel. Ich bin sogar inzwischen verzweifelt genug ihr (wenn die Vorräte an Muttermilch alle sind) Pulvermilch zu geben, um mir das Pumpen (sagen wir mal abgesehen von 2x/Tag, das könnte ich schaffen) zu sparen. Kann ich, wenn ich das BES nehme, meine Milchmenge damit aufrechterhalten oder MUSS ich jedes Mal pumpen um weiterhin genug zu haben?
- Nachdem ich eine Woche lange Probleme mit dem Milchspendereflex hatte (da ich Angst hatte er kommt nicht, kam er auch nicht mehr jedes Mal – also wegen des Stresses, den ich mir gemacht habe), bin ich inzwischen auch durch das Medikament ruhig genug dass es mir ziemlich wurscht ist ob er kommt oder nicht und dadurch klappt es die meiste Zeit. Gibt es noch Möglichkeiten, den Milchfluß (und vor allem den Milchspendereflex) einfacher kommen zu lassen außer eben möglichst gut anzulegen? Meine Freundin empfahl mir möglichst viel zu pumpen, aber aus o.g. Gründen sehe ich nicht, wie ich da noch mehr schaffen soll.

Ich bin jetzt schon dankbar für Eure Rückmeldungen da ich inzwischen ziemlich verzweifelt bin (was man sicherlich an der Länge des Posts sehen kann). Ich will ihr keine Pulvermilch fulltime geben sondern (nach drei geglückten Stillbeziehungen) sie auch stillen! Aber gerade bin ich völlig ausgelaugt, und das, obwohl wir viel Hilfe hatten (Familienhelferin, Essensservice, Hebammen...). Und ich habe einen Horror davor wie das werden soll wenn mein Mann ab September wieder 80% arbeiten muss. Da könnte ich nur noch heulen.

Viele Grüße von Marion mit Leah Noémie :-/

Re: 6 Wochen altes Baby saugt nicht effektiv

Verfasst: 14.08.2013, 20:32
von Wortgewitter
Hallo!

Oh, was für ein Stress... Mensch, da hoffe ich für Dich auf baldige Besserung. Aber die gute Nachricht ist - hier bist Du goldrichtig :D . Die Expertinnen werden Dich sicher gut beraten.

Bis dahin lies Dich doch ein bisschen ein, viele Dinge sind hier schon irgendwo im Forum angesprochen worden. Die Grundinfos sind schonmal ein guter Anfang, zum Beispiel.

Alles, alles Liebe euch!

Re: 6 Wochen altes Baby saugt nicht effektiv

Verfasst: 15.08.2013, 12:56
von marionschmid
Hallo Wortgewitter,

vielen lieben Dank für Deine aufmunternden Worte! Ich habe dann gleich gestern mal rumgelesen und habe festgestellt dass Mairas Situation sehr der unseren ähnelt. Das hat mich beruhigt - irgendwie tut es mir immer gut wenn ich nicht den Eindruck habe, ich bin die Einzige, die mit solchen Problemen rumwurschtelt.
Wir hatten heute eine schön ruhige Nacht: Erst hat sie gegen Mitternacht mit dem BES 50 ml dazu gekriegt und hat schön effektiv gesaugt, und dann hat sogar die andere Seite im Liegen (!) geklappt zum Einschlafen. Gestern abend hatten wir beim BES wieder den dicksten Schlauch, damit sie genug kriegt um gut schlafen zu können, aber am Spätnachmittag hatten wir es mit dem mittleren probiert und das hat auch einigermaßen geklappt. Ich denke tagsüber bleiben wir dann in Zukunft eher bei dem mittleren Schlauch. Insgesamt ist es weniger Gewurschtel als ich dachte, und ich bin sicher wir kriegen da noch Übung drin.
Dann hat sie sage und schreibe über 4 h geschlafen und dann gegen 5:00 schön getrunken, mit Windelwechsel zwischendrin, und dann war sie gleich wieder weg und wir sind erst um 9:45 alle aufgewacht und fühlen uns heute nun richtig erholt.
Das Stillen morgens hat auch gut geklappt (zwei Seiten), dann haben wir in Ruhe gefrühstückt, wo sie sogar 10 min auf der Decke lag ohne zu klagen; für mich ein Zeichen, dass sie keine so schlechte Menge gekriegt hat. Um 11:30 hatte sie wieder Hunger und so haben wir 45 min an einer Seite verbracht, wo sie die ganze Zeit richtig fest gesaugt hat. Danach war sie schon so voll, dass sie auf der anderen Seite nur noch ein paar Schluck wollte und ihr die Milch, als sie von der Brust wegging, noch aus dem Mundwinkel tropfte :D - noch ein gutes Zeichen! Nun ließ sie sich gerade lächelnd auf den Topf bringen (wir machen Windelfrei) und dann ohne Protest eine neue Windel anziehen und ging ohne einen Piep zu Papa ins Tuch.
Insofern habe ich nun mal 2 h für mich, fühle mich sogar ausgeschlafen und kann hier posten :lol:

Ich habe jetzt die seit gestern abend nicht mehr gepumpt und dachte mir, erst wenn ich ihr bei einer Mahlzeit mit dem BES was dazu gebe, pumpe ich in dem Moment ab, um auf jeden Fall die selbe Menge "nachzufragen" die sie auch tatsächlich trinkt. Macht das Sinn?

Ach genau, von wegen Wiegen ist es diese Woche etwas blöd. Die Mütterberatung hier in dem belgischen Dorf, wo wir wohnen, ist nur am Donnerstag offen, aber heute ist hier ein Feiertag und damit können wir erst nächsten Donnerstag wieder zum Wiegen. Auf der anderen Seite kriegen wir bei ihr immer sehr schnell Rückmeldung inzwischen ob sie genug kriegt und zunimmt - wenn es nicht reicht, ist sie sehr unruhig und dann kriegt sie noch was dazu, und man sieht es ihr auch an, ob sie zunimmt (vor allem im Gesicht und an den Beinen). Insofern bin ich da gerade nicht beunruhigt, dass wir nicht so häufig wiegen können.

Viele Grüße aus Belgien,

Marion mit Leah

Re: 6 Wochen altes Baby saugt nicht effektiv

Verfasst: 15.08.2013, 14:27
von Wortgewitter
Ja, das versteh ich gut, wenn Du einfach erstmal willst, dass das Kind zunimmt.

Trotzdem bin ich absolut sicher, dass Dir hier noch viel mehr geholfen werden kann - und vielleicht kannst Du bald wieder ganz 'ohne alles' stillen! Als Nicht-Expertin kann ich jetzt dazu nicht viel sagen, außer, dass mich wundert, wie es so weit kam und dass ich ganz ganz zuversichtlich bin, dass es wieder anders werden kann :D

Die Expertinnen hier sind furchtbar beschäftigt, aber sicher bald für Dich da. Bis dahin, alles Liebe!

Re: 6 Wochen altes Baby saugt nicht effektiv

Verfasst: 16.08.2013, 12:36
von Mondenkind
Marionschmid, eine von uns wird sich heute melden! Ich kann erst heute Abend wieder, evtl kann noch jemand eher...

Re: 6 Wochen altes Baby saugt nicht effektiv

Verfasst: 16.08.2013, 17:13
von marionschmid
Hallo Mondenkind,

au super, da bin ich gespannt.

Ich will kurz mal berichten, wie es gestern und heute ging, denn irgendwie ändert sich immer alles so schnell!!!

Seit vorgestern mussten wir nichts mehr zufüttern, weder mit Flasche, noch mit BES. Sie hat jedesmal sehr gut gesaugt und einiges rausgekriegt. Einzige Ausnahme war gestern abend gegen 20:00, da hatte sie schon eine Brust aber wollte wohl noch mehr, hat aber an der anderen nur jämmerlich angefangen zu schreien, wenn nicht sofort was kam. Erst dachten wir sie hat Bauchschmerzen und haben ihr eine Bauchmassage gegeben, und danach habe ich sie wieder angelegt und da hat sie zum Glück zwischen dem Schreien genug Nerv gehabt ein paar Mal feste zu ziehen, so dass die Milch kam und dann war alles gut (sonst hätten wir sie abgenommen und das BES drangemacht, damit sie schneller ein "Erfolgserlebnis" hat). Ist hier und da abends also noch ein bißchen wackelig.
Und abgesehen von der Angst, die morgens manchmal hochkommt (so à la "das geht gerade so gut, so KANN das ja gar nicht bleiben"), die ich aber zum Glück durch das Medikament begrenzt halte, läuft es gut.
Ich habe nun vorgestern und gestern gar nicht mehr abgepumpt, da sie nun, wo sie nur noch stillt, teils alle 1-2 h kommt, und ich weiß oft nicht, ob sie nun mal für 2-3 h satt ist, so dass ich nicht die nächste Stillmahlzeit "gefährde" wenn ich abpumpe und sie kommt dann 1 h später wieder.
Eben hat sie eine Brust ganz leer und die andere fast leer getrunken, da habe ich noch direkt danach abgepumpt (immerhin noch 70ml) und habe nun wieder einen kleinen Vorrat für die nächsten Tage, sollte das BES nochmal nötig sein.

Insofern haben sich meine Fragen an die Experten wieder mal geändert:
- ist das sinnvoll, das Pumpen von 4-5x am Tag so radikal auf 0-1x zu kürzen? Generell gehe ich davon aus dass sie durch ihr (gerade schön effektives) Saugen durch ihre Nachfrage das Angebot gut selbst regelt, aber vielleicht ist es doch zu abrupt? Sollte ich möglichst 2x am Tag pumpen um die Milchmenge etwas mehr zu halten als sie braucht, evtl. damit sie auch schneller kommt wenn sie saugt (das ist so mein Eindruck - bei "Überangebot" kommt die Milch schneller)?
- Wir haben bis gestern eigentlich in zwei Positionen gestillt: Football und wenn sie vor meinem Bauch liegt (also sozusagen im Wiegegriff, außer dass sie nicht in meinem Arm liegt, sondern auf dem Stillkissen). Seit gestern merke ich, dass sie in der Football-Position viel mehr rauskriegt. Wenn sie da einmal den Milchspendereflex ausgelöst hat, saugt sie 20-30 min konstant durch und dadurch kommen immer neue Reflexe, bis sie dann selber ermüdet und mehr Pausen macht. Also sobald es läuft, "sprudelt" es so richtig. In der Wiegeposition hingegen löst sie den Milchspendereflex aus, dann saugt sie 2-3 min, und dann kommen wieder die längeren Pausen mit etwas Nuckeln dazwischen, bis dadurch der nächste Milchspendereflex kommt, und dann wiederholt sich das Spiel. Dadurch holt sie sich in der Wiegeposition deutlich weniger Milch als in der Football-Position. Heute habe ich sie dann effektiv nur noch in der Football-Position gestillt, da sie da schneller "erfolgreich" ist und in kürzerer Zeit mehr reinkriegt, aber irgendwie bin ich auch etwas bang (wieder das Zutrauen in unsere Stillfähigkeit, die das Problem ist...): Was, wenn das dann irgendwann nicht mehr so gut funktioniert? Weiß jemand woran das liegen könnte dass es nicht so gut funktioniert? Sie nimmt eigentlich in beiden Positionen genug von der Aureole mit in den Mund; daran kann es eigentlich nicht liegen.
- Bislang klappt der normale Wiegegriff noch gar nicht, da ich gerade, wenn sie auf dem Stillkissen liegt, mit einer Hand ihren Schulter-Halsbereich stütze und nahe an der Brust halte, und mit der anderen Hand die Brustkompression mache (nach Jack Newman, s. http://www.nbci.ca/index.php?option=com ... &Itemid=17), was mir von der Stillberaterin hier im KH gezeigt und empfohlen wurde. An und für sich habe ich kein Problem damit, dass wir erstmal das Vollstillen ein paar Wochen lang mit Stillkissen etablieren, aber dann wäre es schön, um mobiler zu werden, auch den Wiegegriff hinzukriegen. Aber das kann sicherlich noch warten. Habt Ihr Erfahrung, dass mit zunehmender Erfahrung des Babys beim Stillen die Brustkompression nicht mehr nötig ist?

Danke schonmal fürs Zulesen und Antworten,

Marion mit Leah

Re: 6 Wochen altes Baby saugt nicht effektiv

Verfasst: 16.08.2013, 20:56
von Maira
Hallo Marion

Fachlich kann ich eigentlich nichts beisteuern, doch ich kann dir etwas Mut machen. Dieses Forum ist toll, und ich bin sicher, dass dir geholfen wird. Ich habe vor jeder Frau, die sich an das BES wagt, sehr grossen Respekt. Das wäre mein Weg gewesen vor 2 Jahren, als ich ebenfalls Stillschwierigkeiten bei meiner ersten Tochter hatte. Damals hatte ich aber nicht die nötige Unterstützung und Motivation und hab das Vollstillen bereits nach 4 Monaten aufgegeben. Jetzt sieht es - vor allem Dank dieses Forums - so aus, als ob wir noch länger eine gute Stillbeziehung führen könnten. In dem Sinne: Toi toi toi! Dass es auch bei dir bald wieder reibungslos klappt!

Ach so ja, und eine kleine Anmerkung: Ich stille eigentlich nur in der Wiegeposition. Habe aber festgestellt, dass meine Kleine - seit ich das Stillkissen ganz weglasse (also direkten Körperkontakt mit ihr habe) - viel besser an der Brust trinkt.

Re: 6 Wochen altes Baby saugt nicht effektiv

Verfasst: 16.08.2013, 22:06
von Mondenkind
Hallo, ich kann wegen krankem Kind leider nur im Steno-Stil schreiben grad. Sorry, später gern mehr.
marionschmid hat geschrieben:Ich habe nun vorgestern und gestern gar nicht mehr abgepumpt, da sie nun, wo sie nur noch stillt, teils alle 1-2 h kommt, und ich weiß oft nicht, ob sie nun mal für 2-3 h satt ist, so dass ich nicht die nächste Stillmahlzeit "gefährde" wenn ich abpumpe und sie kommt dann 1 h später wieder.Eben hat sie eine Brust ganz leer und die andere fast leer getrunken, da habe ich noch direkt danach abgepumpt (immerhin noch 70ml) und habe nun wieder einen kleinen Vorrat für die nächsten Tage, sollte das BES nochmal nötig sein.
Mach Dir keine Sorgen, Du gefährdest keine Stillmahlzeit. Eine Stillfrequenz von alle 1-2 Stunden ist unauffällig, 12 x in 24h sind sogar erwünscht. Leer ist eine Brust nie, da die Milch beim Stillen selbst gebildet wird und die Nachfrage das Angebot regelt. Daher grünes Licht fürs Abpumpen, und 2-3 Stunden müssen durchaus nicht zwischen den Stillmahlzeiten liegen, das ist ganz ok so.
marionschmid hat geschrieben: ist das sinnvoll, das Pumpen von 4-5x am Tag so radikal auf 0-1x zu kürzen? Generell gehe ich davon aus dass sie durch ihr (gerade schön effektives) Saugen durch ihre Nachfrage das Angebot gut selbst regelt, aber vielleicht ist es doch zu abrupt? Sollte ich möglichst 2x am Tag pumpen um die Milchmenge etwas mehr zu halten als sie braucht, evtl. damit sie auch schneller kommt wenn sie saugt (das ist so mein Eindruck - bei "Überangebot" kommt die Milch schneller)?
Wenn es Dir zu radikal ist, geh doch für ein paar Tage auf 2x und schau dann, ob Du es ganz lässt.
marionschmid hat geschrieben:Was, wenn das dann irgendwann nicht mehr so gut funktioniert?
Da machst du Dir dann Gedanken drüber :wink: . Es ist doch toll, dass Ihr für jetzt eine Stillposition gefunden habt, die gut funktioniert. Lieblingspositionen ändern sich eh, zerbrich Dir jetzt nicht den Kopf.
marionschmid hat geschrieben:Aber das kann sicherlich noch warten. Habt Ihr Erfahrung, dass mit zunehmender Erfahrung des Babys beim Stillen die Brustkompression nicht mehr nötig ist?
Ja, das braucht Ihr sicherlich irgendwann nicht mehr. Und Ihr könnt auch irgendwann in allen möglichen Positionen stillen, da bin ich mir sicher. Es ist doch super, wenn man erstmal was gefunden hat, das funktioniert. Und dann richtet man sich ein, wird sicherer und erweitert peu à peu seinen Rahmen. Das ist ein sinnvolles Vorgehen, wie Ihr es macht. Freu Dich, wenn etwas jetzt klappt, zerbrich Dir nicht den Kopf, ob es irgendwann nicht mehr klappen könnte. Es wird MEHR möglich werden, nicht weniger. Gib Euch Zeit! Ich bin da zuversichtlich, dass Ihr das hinkriegt. ZB wollte ich Dir nach dem Lesen Deines ersten Posts verschiedenene Stillpositionen vorschlagen (wegen des Munds), aber das hast Du schon allein hingekriegt in der Zwischenzeit. Vertrau drauf, dass Ihr Euch einfinden werdet in die Stillbeziehung!

Ein Tipp noch, wenn sie schnell einschläft, zB in der Wiegenposition: probier mal Wechselstillen.

Hast Du sonst noch Fragen, kannst Du mit meinen Antworten was anfangen?

Re: 6 Wochen altes Baby saugt nicht effektiv

Verfasst: 16.08.2013, 22:43
von marionschmid
Danke für Deine "Steno-Antwort", Mondenkind, die ich gar nicht so Steno finde! Und gute Besserung für Dein Kind! Das ist ja auch immer anstrengend... :?

Ich kann mit Deinen Antworten viel anfangen; das mit den Positionen stimmt, das leg ich jetzt mal zur Seite, das lohnt sich nicht jetzt den Kopf drüber zu zerbrechen. Als sie gerade ziemlich am Rummachen war, habe ich wie von Maira angeraten mal wieder die "echte" Wiegeposition ausprobiert, und siehe da, es hat geklappt, immerhin für einen MSR. Also noch ein kleiner Erfolg.

Allerdings wirkt sie mir gerade noch ziemlich hungrig - so schläft sie mir definitiv nicht ein... Und die Brüste fühlen sich einfach leer an, selbst wenn ich rational weiß, dass die Milch beim Stillen selbst gebildet wird etc... Vielleicht packen wir heute abend doch nochmal das BES aus und danach pumpe ich noch eine Runde, und heute Nacht auch, damit es wieder etwas mehr wird. 2x am Tag ist sicherlich ein guter Kompromiss. Jedenfalls haben uns die zwei Tage fast ohne Pumpen auf jeden Fall gut getan - viel Stress abgebaut und am Kind erfreut, da halten wir etwas mehr pumpen wieder besser durch.

Das mit dem Wechselstillen hatte ich auch schon verschiedentlich gelesen, aber das habe ich bei ihr nicht so wirklich umgesetzt, da es anfangs sowieso schwierig war, sie überhaupt gut an die Brust zu legen, und dann weil sie, wenn sie mal dran liegt, dank der Brustkompression eigentlich schön trinkt, selbst wenn es 40 min sind bleibt sie dran und schläft nicht ein, daher sah ich dazu keinen Grund. Vielleicht heute abend mal ausprobieren? Außer wenn sie sich dann zu sehr darüber nervt, mal gucken.

Gute Nacht und ich berichte morgen!
Wenn Du wieder etwas mehr Luft hast, Mondenkind, würde ich mich über ein paar Zeilen freuen, warum das Gefühl in den Brüsten nicht ausschlaggebend ist :roll: - ich bin nämlich ein ziemlich rationaler Kopfmensch und wenn die Erklärung die ich krieg wissenschaftlich und in sich logisch ist, gibt es eine Chance, dass sie mein Gefühl "da ist ja gar nix mehr drin" überschreibt... Danke!

Re: 6 Wochen altes Baby saugt nicht effektiv

Verfasst: 17.08.2013, 04:25
von kerstin10
[editiert]

Etwas weniger OFF-Topic: Bei mir konnte ich sehr gut die verstärkte Venenzeichnung im Brustbereich sehen, als Anzeichen für eine gesteigerte Durchblutung.

Euch weiter alles Gute!