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Stillen in den 80ern ....

Verfasst: 04.08.2013, 23:53
von apfelkern
So, ich muss es jetzt wissen, denn es beschäftigt mich seit bestimmt 20 Jahren:

Ich bin in den 80ern geboren und war ein reines Flaschenbaby weil meiner Mutter, laut ihrer Aussage, im KH gesagt wurde, dass sie nciht stillen könne. Man habe Stillproben durchgeführt und ich sei nach dem Stillen leichter gewesen als davor :roll: und alle Schwestern und Frauenärzte der Station, unter anderem die feste Gyn meiner Mutter (welcher sie blind vertraute), sagten ihr, dass aus ihrer Brust nichts rauskäme. Und zwar weil ihre Brustwarzen verschlossen seien :shock: sie hatte einen heftigen Milcheinschuss, nachdem man ihr wohl bereits Abstilltabletten gegeben hatte. Sie versuchte dann gar nicht weiter mich zu stillen und ausstreichen zeigte ihr auch niemand, wieso auch, BW seien ja zu. Sie hatte Fieber und starke Schmerzen, 3 Tage lang. Bei meinem Bruder verlangte sie direkt Abstilltabletten.

Meine Frage nun: Gibt es das wirklich??? Oder ist das dem falschen Wissen der damaligen Zeit geschuldet? Google gibt mir irgendwie keine Auskunft, ich finde nichts dazu.
Aber spätestens nun seit ich selbst stille und viel dazu gelesen habe treibt es mich um... Hat man meiner Mutter Mist erzählt? Sie betont auch heute immer wieder mit Nachdruck, dass sie uns ja nicht stillen KONNTE, das sei ärztlich bestätigt. Sie hätte aber gern.

Re: Stillen in den 80ern ....

Verfasst: 05.08.2013, 00:15
von sutnahpele
apfelkern hat geschrieben: Hat man meiner Mutter Mist erzählt? Sie betont auch heute immer wieder mit Nachdruck, dass sie uns ja nicht stillen KONNTE, das sei ärztlich bestätigt. Sie hätte aber gern.
Ganz ehrlich? Ich vermute ganz stark, dass dir diese Frage hier keiner mit Sicherheit beantworten kann. Das kann man vielleicht mit einer Ultraschalluntersuchung der Brust deiner Mutter herausfinden. Vielleicht wurden in der pränatalen Entwicklung deiner Mutter keine Milchgänge angelegt? (Keine Ahnung, ob das möglich ist?) Doch wem genau nützt das Wissen, ob deine Mutter nun "wirklich" nicht stillen konnte oder es auf Grund falscher Informationen nicht getan hat? Sie ist der Ansicht, sie konnte aus organischen Gründe nicht stillen. Sie hat, finde ich, ein Recht auf ihre Ansicht. Die Erfahrung, nicht stillen zu können, schien schmerzhaft für sie gewesen sein.

Re: Stillen in den 80ern ....

Verfasst: 05.08.2013, 00:26
von apfelkern
Von einem Ultraschall hat sie nichts erzählt, nur einer "Sichtuntersuchung".
Das Wissen, wie es nun wirklich war nützt nun keinem mehr. Aber es interessiert mich seit Ewigkeiten, ob es das gibt. Ich bin sehr wissbegierig und irgendwie ist das was meine Mutter erzählt ein ungeklärtes Mysterium für mich - vor allem weil sie jahrelang zu mir sagte, dass ich mir mal Milchpulver kaufen solle, schließlich könnte ich es ja geerbt haben nicht stillen zu können. Sie ist eine ziemliche Flaschenverfechterin geworden und hat mir oft das Stillen schwer gemacht indem sie mich unter Druck setzte, ich sei "ja auch groß geworden".

Re: AW: Stillen in den 80ern ....

Verfasst: 05.08.2013, 00:26
von mayra
Ja das wird heute keiner sagen können.

Aber ich hab die Erfahrung gemacht mit meiner Schwiegermutter, dass es ihr gut getan hat die "Wahrheit" zu erfahren. Das sie sehr wohl hätte stillen können, sie nur falsch informiert wurde. Es war offensichtlich, das das sehr an ihr genagt hatte. Ich glaube, das sie heute mehr ihren Frieden damit geschlossen hat.

Sie war damals mit beim Still Infoabend der Hebamme...



Vom Handy... dessen Fehler dürft ihr behalten ;-)

Re: Stillen in den 80ern ....

Verfasst: 05.08.2013, 05:54
von taschi
Meine Schwester und ich sind auch in den 80er geboren und bei uns beiden hieß es stillen wäre ungesund!!!!! Vielleicht war man wirklich so informiert...

Re: Stillen in den 80ern ....

Verfasst: 05.08.2013, 06:11
von Regenbogen82
Ich bin Jahrgang 1982 und wurde ein Jahr lang gestillt, davon ein halbes Jahr voll bis auf abends, da bekam ich Formula per Löffel zugefüttert (ich schlaues Baby nahm keine Flasche), weil ich sonst nachts alle zwei Stunden gekommen war und die Freundinnen meiner Mutter das wohl auch so gemacht hatten, um mehr Schlaf zu bekommen.

Re: AW: Stillen in den 80ern ....

Verfasst: 05.08.2013, 06:17
von 4mm
Meine Geschwister und ich sind zwischen 72 und 82 geboren und alle gestillt. Zumindest am Anfang für ein paar Wochen, Jahrgang 82 dann ein gutes Jahr. Familienbett inklusive ;-)

* jetzt auch mit Tapatalk hier *

Re: Stillen in den 80ern ....

Verfasst: 05.08.2013, 09:31
von Pelufer
Meine Stiefma hat Mitte der 80er meine beiden Brüder bekommen (85 und 86) und hat beide voll gestillt.
Fläschchen gabs bei ihr nur für den Tee.
Vielleicht war damals in den ländlicheren Gegenden das Märchen von der gesunden Flasche noch nicht angekommen?

Re: Stillen in den 80ern ....

Verfasst: 05.08.2013, 09:44
von Sarasu
Meiner Mutter hat man damals gesagt, ich würde ihre Milch nicht vertragen. Ich hatte glaub ich Ausschlag, muss nochmal fragen. Auf jeden Fall hat sie daraufhin (nach ein paar Wochen/Monaten vollstillen) auf Sojamilch umgestellt. Bei meiner Schwester hat das Stillen dann geklappt. Heute meint sie auch das wäre Quatsch gewesen, aber damals hat sie es halt geglaubt und sich schlecht gefühlt, weil glaubte, als Mutter zu versagen.

Re: Stillen in den 80ern ....

Verfasst: 05.08.2013, 10:05
von Mel82
Ich bin Jg. '82, meine Brüder '85 und '87

Meine Mama hat meinen Bruder und mich versucht zu stillen, musste aber Wiegeproben machen und hat dann nach wenigen Tagen aufgegeben, weil sie den Stress psychisch nicht ausgehalten hat. Eine Nachsorgehebamme oder gar Stillberaterin gab es hier (ländlich) nicht.
Sie war genau wie ihre Schwester bei der Geburt meiner Maus total begeistert, was da heutzutage alles unternommen wird und sie fanden es super, dass es bei uns so gut geklappt hat und wir nah Bedarf gestillt haben.

Meine Schwiegermutter hat meinen Mann (geb. '82) und meine Schwägerin (geb. '85) beide ein Jahr lang gestillt und erst dann abgestillt weil mein Schwiegervater meinte, dass die beiden mit der Muttermilch nicht mehr genug Nährstoffe erhalten. Meine Schwiegermutter wohnt damals auch ländlich, kam allerdings erst kurz vorher aus dem Ruhrgebiet.

Eventuell war es damals wie heute auch abhängig davon, wo man sein Kind bekam und wie "aufgeklärt" die Menschen und das ärztliche Personal waren?

Allerdings ist es ja auch möglich, dass physische Ursachen vorlagen. Das kann man ja so im Nachhinein schlecht herausbekommen.


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