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18monatigen Brustjunkie abstillen

Verfasst: 28.07.2013, 19:49
von nido56
Hallo,
mein kleiner Pirat ist jetzt 18 Monate alt und ziemli h aufs Stillen fixiert. Er ist ein schlechter Schläfer und stillt nachts mindestens 2 mal, oft aber auch bis zu stündlich. Auch tagsüber will er in letzter Zeit wieder öfter und wird dann absolut hysterisch, wenn er nicht darf. Dann schreit er sich richtig weg und ist durch nichts mehr zu erreichen. An der Brust beruhigt er sich in Sekunden.

Ich spiele schon länger mit dem Gedanken ans Abstillen, weil ich gesundheitlich seit 4 Monaten total am Boden bin. Bisher war ich immer hin und her gerissen, weil ich eigentlich immer gern gestillt habe. Jetzt ist aber der Moment gekommen, wo ich nicht mehr mag. Der Moment ist auch gerade günstg, weil ich jetzt 4 Wochen nicht arbeite und daher den Schlafmangel besser wegstecken kann.

Die Frage ist, wie stelle ich es an. Traumatisch wird es für den Kleinen auf jeden Fall, da mache ich mir nichts vor. Ich denke, stillen nach und nach reduzieren wird bei uns schwierig, weil er eben immer total durchdreht, wenn ich ihm die Brust verwehre. Erst tags total abstillen, weil er vielleicht eher aus den Schreianfällen rauskommt, wenn er wirklich wach ist? Abrupt total abstillen, weil besser ein Ende mit Schrecken?

Wie reagiere ich auf die Schreianfälle? Er lässt sich dann nicht in den Arm nehmen, wehrt sich massiv und bringt sich auch in Gefahr, weil er so ausser Kontrolle ist, dass er gegen Möbel rennt etc. Soll ich ihn dann gegen seinen Willen in den Arm nehmen und festhalten?

Es tut mir in der Seele weh, ihm etwas zu nehmen, was ihm so wichtig ist, aber im Moment bin ich so schwach und ausgelaugt, dass ich die Zeit mit ihm oft gar nicht richtig geniessen kann. Es geht irgendwie nur noch ums Stillen. Es wäre auch unheimlich wichtig, dass der Papa mal die Nächte übernehmen könnte, damit ich mich mal ausruhen kann, wenn es mir gerade besonders schlecht geht.

Habt Ihr irgendwelche Ideen?

Re: 18monatigen Brustjunkie abstillen

Verfasst: 28.07.2013, 19:55
von Nusserl
Ich habe meine Stilliebhaberin mit ca 17 Monaten (also vor 3 Monaten) nachts abgestillt. Hat innerhalb von 3 Nächten geklappt und seither habe ich vielmehr Kraft. Sie hat die letzten Wochen sogar immer wieder durch geschlafen.
Tagsüber stille ich immer noch, weil sie eben total schreit, wenn ich es ihr verwehre. Ich hab's mal ausprobiert, sie hält echt 40 Minuten durch.

Re: 18monatigen Brustjunkie abstillen

Verfasst: 28.07.2013, 20:12
von nido56
Das macht ja Mut. Wie hast Du das hingekriegt? Meine halbherzigen Versuche sind nachts bisher immer gescheitert, weil ich nach 10 min Geschrei eingeknickt bin. Ich denke, ich muss mir ganz sicher sein, was ich will und wie ich es machen will, damit ich durchhalte. Im Moment bin ich gerade ziemlich krank, was der Kleine natürlich merkt. Ich will erst anfangen, wenn es mir mal wieder ein bisschen besser geht, damit ich seinen Verlust dann ein bisschen kompensieren kann durch zusammen spielen und gemeinsame Unternehmungen.

Re: 18monatigen Brustjunkie abstillen

Verfasst: 28.07.2013, 21:16
von Nusserl
Ich hatte es mal mit 13 Monaten probiert und nach zwei Nächten wieder aufgegeben.
Ein paar Monate später war sie irgendwie bereit dazu. Bei dem Versuch war es nach drei Nächten für sie okay.
Ich habe "sanftes nächtliches Abstillen nach Gordon" gemacht. Das sollte es dem Kleinkind ermöglichen sich dran zu gewönnen.

Aber dafür muss man es als Mama wirklich wollen und bis zu 10 extrem anstrengende Nächte in Kauf nehmen.

Re: 18monatigen Brustjunkie abstillen

Verfasst: 29.07.2013, 00:10
von jali
Ich habe gerade abgestillt (meine Tochter wird jetzt 2), und hatte mich als meine Tochter 18 Monate war, mit der Frage wie man sanft abstillt an das Forum gewandt und einige hilfreiche Ideen von jusl bekommen. http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 2&t=165870

Letztlich habe ich dann im April nachts nach Gordon (findest du über google im internet) abgestillt (im Urlaub, damit wir als Ausgleich viel Zeit mit ihr verbringen konnten). In dem Urlaub hat sie dann tagsüber mehr gestillt und wir haben sie viel getragen. Nachts hat sie zwei Nächte lang über eine Stunde geweint, in der ersten ohne sich trösten zu lassen, in der zweiten schon mit vielen Unterbrechungen und kuscheln. Dann hat das nachts nicht stillen gut geklappt, und bald hat sie durchgeschlafen. Morgens gab es dann eine Zeitlang Probleme, die es nicht gegeben hätte, wenn ich als Grenze um 6 Uhr statt hell/Dunkel von Anfang an einen Stillwecker oder etwas ähnlich nachvollziehbares eingeführt hätte...

Für den Sommerurlaub im Juli habe ich mir dann das Abstillen vorgenommen. Wir haben ein paar Wochen vor dem Urlaub damit angefangen, dass der Papa sie zum Mittagsschlaf gelegt hat (Ich bin weg gegangen, sonst hätte das nicht funktioniert). Auch hier gab es Protest, aber irgendwann war das in Ordnung.

Ich habe meiner Tochter dann angefangen zu erzählen, dass wir jetzt noch stillen, aber das sie bald so groß ist, dass sie das Stillen nicht mehr braucht. Dass wir wenn wir am Meer sind aufhören zu stillen und dass sie dann ein Kuscheltier bekommt (das ist wahrscheinlich Geschmackssache). Mein Freund hat dann zwei Wochen vor dem Urlaub angefangen auch das Abends ins Bett bringen zu übernehmen (Wieder musste ich weggehen, da der Widerstand wenn ich nicht zu Hause bin deutlich geringer war und bald ganz aufgehört hat).

Als wir im Urlaub waren habe ich schon gemerkt, dass sie wusste was kommt. Ich habe das Stillen dort zunächst auf morgens beschränkt, was entgegen aller Erwartungen ohne Probleme funktionierte. Irgendwie wusste sie, dass wir mit dem Stillen aufhören hat sich deshalb sogar gefreut, wenn ich ihr gesagt habe, dass wir am nächsten morgen stillen (besser als gar nichts). Das wäre vorher undenkbar gewesen. Wir waren auch den ganzen Tag unterwegs haben viel unternommen, so dass klassische Stillsituationen nicht aufkamen. Am Tag vor dem Abstillen habe ich ihr dann gesagt, dass wir morgen noch einmal stillen und dann aufhören. Am nächsten Morgen habe ich sie gestillt so lange sie wollte, und habe ihr gesagt, dass das der Stillabschied ist.

Sie hat am nächsten morgen nicht geweint. Hat aber oft nachgefragt und mir vehement widersprochen: "Doch stillen", "nicht fertig stillen" ect.
Ich habe gemerkt, dass es sie sehr beschäftig hat, aber die großen Tränen sind ausgeblieben. Das Abends einschlafen, klappt leider seitdem sehr schlecht, sie wälzt sich oft 1 1/2 Stunden. Aber insgesamt bin ich jetzt doch überzeugt, dass Abstillen nicht traumatisch ablaufen muss, auch wenn man natürlich Tränen nicht immer vermeiden kann. Die klare Innere Haltung, der feste Entschluss ist glaube ich wirklich das wichtigste.

Vielleicht reicht es ja schon erstmal nachts abzustillen, oder auch zusätzlich das Stillen tagsüber zu reduzieren?

Re: 18monatigen Brustjunkie abstillen

Verfasst: 29.07.2013, 08:21
von nido56
Danke, jali! Deine Erfahrungen helfen mir sehr. ich denke, ich werde auch erstmal nachts abstillen. tags wird es dann ab September, wenn mein Urlaub vorbei ist, automatisch wieder weniger. Gordon klingt ja eigentlich ganz gut. ich frage mich nur, ob das für das Kind nicht sehr verwirrend ist, weil es ja von Uhrzeiten nichts weiss. Wie soll er das einordnen, wenn er vor z.b. 24h an einem Tag 1 Mal gestillt wird und am nächstem Tag, weil er häufiger aufwacht, 3 Mal? Vielleicht ist es einfacher, zwischen Einschlafen und Aufwachen gar nicht zu stillen. Aber das müssen wir wohl ausprobieren. ich bim jedenfalls zuversichtlich.

Ich war ja auch schon einmal beruflich 2 Nächte weg, und das ging auch irgendwie, obwohl der Papa anschliessend ziemlich müde war.

Re: 18monatigen Brustjunkie abstillen

Verfasst: 29.07.2013, 08:28
von Nusserl
Das Kind versteht sicher keine Uhrzeiten. Aber es kann sich an einen wiederholenden Rhythmus gewöhnen. Wenn zwischen 22 und 6 Uhr nicht mehr gestillt wird, versteht das ein Kind schnell.
Ich habe meiner Maus erklärt, dass wir nur mehr stillen, wenn es hell ist. Das hat sie definitiv verstanden.