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Einfach erschöpft, aber wirklich abstillen?

Verfasst: 12.07.2013, 14:48
von Landei
Ich brauche mal eure Hilfe, bitte, ich bin einfach am Ende meiner Kraft. Mein drittes Kind kam wegen eines großen gesundheitlichen Risikos im April per KS zur Welt. Die Schwangerschaft war ziemlich kraftraubend, aber Baby schließich gesund und munter, das Stillen klappte auch sofort und unkompliziert, von wunden Warzen und den üblichen Anfangswehwehchen mal abgesehen...Ich habe (wie bei den anderen beiden auch) immer nach Bedarf gestillt, auh nachts im Familienbett. Nachts geht es auch einigermaßen, das schläft Baby gern mal 3 Stunden (also von 1-4 meistens), danach wird er mindestens stündlich wach, davor auch, tagsüber trinkt er auch mindestens alle 1,5 h ( ich hatte gehofft, es wird mit der Zeit besser) aber jetzt ist er ja "schon" 12 Wochen alt??? Vielleicht war das bei den beiden anderen auch so und ich hab es verdrängt, aber daran kann ich mich echt nicht erinnern! Ich gehe inzwischen echt auf dem Zahnfleisch, ich bin soooo müde, erschöpft und traurig. Alles ist mir zu viel, Haushalt, die anderen beiden Kinder, Einkauf, Garten , ich hab echt keine Kraft mehr und komme mir vor wie eine "Milchkuh". Kann es doch sein, dass Baby einfach nicht satt wird von der Milch, ich dachte das sei ein Mythos? Er nimmt auch gut zu, wiegt jtzt 45550 (Geburtsgewicht 3750g), ich überlege ob es besser wäre aufs Fläschchen umzustellen, weil ich einfach nicht mehr kann, aber dann stehe ich in der Drogerie und kann es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren und er soll das gleiche Recht haben, wie die beiden anderen (13 und 16 Monate gestillt)...ich weiß einfach grad nicht weiter?

Re: Einfach erschöpft, aber wirklich abstillen?

Verfasst: 12.07.2013, 15:18
von Katha
Mag Dir einen Drücker da lassen, wenn Du willst.

Kannst Du Dir Unterstützung holen?

Abgestillt wird Dein Kind evtl. genauso oft wach - nur musst Du Nachts zusätzlich noch aufstehen und Fläschen machen.

Sorry, nur kurz, mit Tragling unterwegs

Re: Einfach erschöpft, aber wirklich abstillen?

Verfasst: 12.07.2013, 15:31
von Regenbogen82
Ich möchte das, was katha schreibt, unterstreichen. Meine Freundin hat leider wegen einer Saugverwirrung abgestillt, als ihr Sohn sieben Wochen alt war und jetzt bekommt er acht Flaschen am Tag und braucht dann ca. drei Stunden, bis sie leer sind (die Eltern machen sie dazwischen nicht neu), weil ihr Sohn mal 40 ml, mal 20, mal 10, aber auch mal 100 trinkt und immer kurze Pausen dazwischen macht. Sie kommt auch zu nichts, muss aber eben auch noch zusätzlich Flaschen fertig machen, spülen, sterilisieren...

Versuch, Dir Hilfe für den Haushalt und Deine großen Kinder (Großeltern, Babysitter) zu organisieren! Alles Liebe für Euch!

Re: Einfach erschöpft, aber wirklich abstillen?

Verfasst: 12.07.2013, 15:32
von Landei
Danke Katha,
Unterstützung ist schwierig, mein Mann ist von 6.00 bis 18.00 Uhr aus dem Haus, aber vielelicht wird es besser , wenn das Mittelkind ab September morgens im Kindergarten ist? Du hast schon recht, vielleicht ist es mit Flaschennahrung auch nicht besser und Baby braucht einfach so viel Nähe? Oft trinkt er aber auch gar nicht lange, sondern nuckelt, ist natürlich doof für die Brust, weil die Warzen auch jetzt noch total empfindlich und ständig gerizt sind, aber er lässt sich durch nichts anderes beruhigen, Schnuler sind doof und getragen wird er tagsüber eh fast die ganze Zeit, wird trotzdem so oft wach und mag stillen, hab nir in meiner Verzweiflung schon so ein Lullababy gekauft, darin schläft er, aber nur solange das Ding schaukelt, damit hab ich also nichts gewonnen :? Baby schreit jetzt auch sonst nicht, oder ist unruhig (wann auch, schläft ja meist oder trinkt), aber lässt sich auch sonst nicht abgeben, auf jedem anderen Arm wird er nach kürzester Zeit wach und weint um sein Leben... ob es am KS liegt???

Re: Einfach erschöpft, aber wirklich abstillen?

Verfasst: 12.07.2013, 15:36
von Landei
Danke Regenbogen! Es tut schon mal gut, dass ihr nicht unbedingt meint, es liegt an der Milch! Ich komme mir nämlich einfach so unzulänglich vor, weil ich ständig das Gefühl habe, das baby nicht satt wird und ich niemandem mehr gerecht werden kann! Die Oma lassen wir bessr wo sie ist, die hat schon bei den anderen beiden nicht verstanden, warum ich unbedingt stillen mag und darauf gewartet, dass sie endlich "richtiges Essen" bekommen, der wäre es ein innerer Triumphzug, wenn ich sage, dass meine Milch nicht mehr reicht...

Re: Einfach erschöpft, aber wirklich abstillen?

Verfasst: 12.07.2013, 16:12
von Capesider
Liebes Landei,

ich schicke Dir auch ne kraftvolle Umarmung!!

Ich kann Dich so gut verstehen. Bei meinem Kleinen war es auch so, dass ich nach der Geburt ganz schnell total auf dem Zahnfleisch ging und nicht mehr konnte. Er hat nach 1 Woche Pre mit der Flasche zugefüttert bekommen, weil er trotz langem Stillen immer so sehr geschrien hat. Er hat dann ziemlich schnell fast nur noch die Flasche akzeptiert und geht inzwischen kaum noch an die Brust. Wir stillen maximal 2-3 Mal in 24 Stunden, und ich hab so sehr gelitten deswegen und getrauert, hab es immer noch nicht ganz verdaut.
Ich pumpe inzwischen Muttermilch ab, damit er wenigstens davon so viel wie möglich bekommt.

Und ich kann nur bestätigen: er wacht nachts manchmal alle 2 Stunden auf und trinkt was. Es ist nicht so, dass er ein komplettes Fläschchen leer trinkt und danach 4 Stunden satt und zufrieden ist (das war anfangs so, als er noch sehr klein war, aber inzwischen nicht mehr). Er trinkt mal sehr langsam und eine Mahlzeit dauert lange, oder er trinkt nur 20 ml, macht Pause und kriegt dann sehr schnell wieder Hunger. In den letzten Tagen habe ich das Gefühl, er trinkt eigentlich ununterbrochen, dafür immer nur kleine Portionen.

Und ja, das Fläschchen machen (vor allem nachts!), ausspülen, auskochen, ist SO ein Aufwand. Von wegen Fläschchen ist so schön einfach und unkompliziert.

Aber ich kann, wie gesagt, so sehr nachvollziehen, dass man vor dieser Entscheidung steht, wenn die Kraft einfach nicht reicht.

Ich wünsche Dir alles Liebe!

Re: Einfach erschöpft, aber wirklich abstillen?

Verfasst: 12.07.2013, 16:30
von Lucanna
Hallo.

Also das Trinkverhalten hatte meiner auch zuzüglich einiger Dauerstill-Tage zwischendrin. Ich habe die ersten 4 Monate auch laufend im Supermarkt gestillt.
Ich habe, dem Formum sei dank, nur selten an der Milchmenge gezweifelt.
Ich glaube nicht, dass du ohne das Stillen weniger Arbeit hättest. Nachts Fläschen machen, stelle ich mir schlimmer vor. Und ohne Schnuller hast du ja dann auch kein anderes Beruhigungmittel.

Wie geht es dir denn gesundheitlich? Also abgesehen vom Schlafmangel.
Hast du schon mal die Eisen- und Schilddrüsen-Werte kontrollieren lassen?

Kannst du vielleicht das Mittelkind vormittags irgendwo zum Spielen unterbringen?
Oder über die Krankenkasse eine Haushaltshilfe beantragen?
Kann dein Mann noch ein paar Tage Urlaub nehmen oder vielleicht sogar 2 Monate Elternzeit?


LG
Lucanna

Re: Einfach erschöpft, aber wirklich abstillen?

Verfasst: 12.07.2013, 16:37
von melile
Hallo

Ich kann mich den anderen nur anschliessen. Ich habe 2 flaschenkinder und die letzte wird jetzt voll gestillt. Es gibt nix praktischeres als das nächtliche stillen.
Ich habe mir auch oft überpegt doch jetzt flasche zu geben damit ich mal was ohne die kleine tun kann und nicht alleine für ihr essen verantwortlich bin aber was soll ich sagen, das ganze wäre mehr arbeit als das stillen jetzt.
Ich habe mich einfach damit abgefunden dass unter der woche wenn mein mann arbeitet der haushalt liegen bleibt und nur das nötigste gemacht wird. Am wochenende darf papa dann mal bespassen und ich mach grossputz oder er arbeitet im garten ( dieses jahr wurde nix angepflanzt da mir das zuviel arbeit war).
Wem mein haushalt nicht passt darf gerne putzen :P
Es ist halt alles eine phase und geht vorbei dann lâuft auch der rest wieder.
Mittlerweilen schläft meinekleine von mitternacht bis 6 uhr durch, das war bei meinen flaschenkindern unmöglich, da musste immer jemand nachts aufstehen.
Am nafang ist es halt nicht leicht und man muss sich halt einfach vom gedanken lösen dass alles so perfekt ist wie vor den kindern aber hey unsere mäuse werden gross und dann kann man alles nachholen, bis dahin augen zu, haushalt haushalt sein lassen und baby geniessen.
Bei uns gabs am anfang sogar recht oft lasagne, tiefkühlpizza und ravioli :lol: die kinder haben sich gefreut. Mittlerweilen ist es leichter und in 1 jahr sieht die welt schon gleich viel besser aus

Ich drück dir die daumen dass ihr bald euren rythmus findet ( hat bei uns 7 monate gedauert)

Re: Einfach erschöpft, aber wirklich abstillen?

Verfasst: 12.07.2013, 16:46
von Landei
:) ach, ihr seid lieb! Das tut so gut, wenn es einfach mal jemand verstehen kann und nicht gleich sagt: warum wolltet ihr auch ein drittes Kind!?

Re: Einfach erschöpft, aber wirklich abstillen?

Verfasst: 12.07.2013, 16:51
von Landei
@melile; du hast recht mein Perfektionismus ist mein größter Gegener und ich bin innerlich gerade woh etwas verrückt, breche schon in Tränen aus, wenn es Milchreis und nicht bio gibt... (ich arbeite dran)
Ich finde es grundsätzlich auch praktisch nachts zu stillen, aber ich bin so müde, dass ich dass ich dabei einschlafe und baby dann neben mir auch wenn es satt ist, aber er nuckelt natürlich zwischendurch weiter, wenn er aufwacht ohne Hunger zu haben, hab schon überall blaue Flecken auf der Brust und die Warzen schmerzen morgens ganz furchtbar-ohne Multi Mum Kompressen würd das gar nicht geheb, wie macht ihr das?