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Stillen - zu enge Bindung zum Kind?

Verfasst: 21.06.2013, 21:14
von Berlinmuddi
Hallo,
ich brauche euern Rat, wir wissen nicht mehr weiter.
Mein Sohn ist knapp 13 Monate. Er wurde 9 Monate so gut wie vollgestillt, seitdem gibt es BLW, aber er isst wirklich nicht viel. Trotzdem stille ich tagsüber wenig, nur zum einschlafen meist, er holt sich seine Nahrung dann eben nachts :roll:

Wir stillen gerne und das wird ganz sicher auch noch eine Weile so gehen, aber inzwischen ist mein Umfeld mehr und mehr irritiert - vor allem mein Freund. Er hat nichts gegen das Stillen an sich, aber er ist eben traurig, dass Sohni so sehr an mir hängt. Tatsächlich ist Stillen (neben ab und zu mal auch Tragen) die EINZIGE Möglichkeit, ihn zum Schlafen zu kriegen. Mein Freund konnte ihn also noch NIE ins Bett bringen, weder abends noch zum Mittagsschlaf. Sohni weint und schreit dann, oder er bleibt einfach wach, bis ich komme. Das schränkt mich wirklich ganz schön ein. Am Donnerstag war ich von 9 bis 12 Uhr bei einem wichtigen Termin, Sohni war hundemüde und hat nur gequengelt, aber der Mittagsschlaf ging erst, als ich kam. Von abends mal ausgehen ganz zu schweigen. In unserem Umfeld klappt es auch bei gestillten Kindern, dass die Väter sie ins Bett bringen. Das verunsichert mich ganz schön.

Mein Freund meint nun, ich habe ihn zu eng an mich gebunden und wir müssen uns was einfallen lassen. Bloß was?! Eine enge Bindung ist ja nix schlimmes, aber nach einem Jahr könnte ich schonmal etwas Freiraum gebrauchen. dass er ab Ende August in die Kita geht und dort Mittagsschlaf machen muss - darüber will ich gar nich nachdenken :shock:

Kennt jemand diese Situation? Wir sind zur Zeit echt ratlos..

Re: Stillen - zu enge Bindung zum Kind?

Verfasst: 21.06.2013, 22:18
von Prisemuth
Also, ich kann nur berichten, dass auch mein abgestilltes Kind sich NICHT vom Vater oder sonstwem ins Bett bringen lässt... auch hier herzzerreißendes Gebrüll :shock: ich denke also nicht, dass das unbedingt was mit dem stillen zu tun hat.
Mein Kind ist auch sehr mamabezogen und ich habe es irgendwann einfach akzeptiert und denke, wenn er soweit ist, wird sich das auch ändern.
Alles Gute für euch und Verständnis vom Papa :wink:

Re: Stillen - zu enge Bindung zum Kind?

Verfasst: 22.06.2013, 07:09
von June
Eine zu enge Beziehung zum Kind gibt's nicht ;-) Möge der Papa sich gedulden, seine Zeit kommt auch noch ;-)

Re: Stillen - zu enge Bindung zum Kind?

Verfasst: 22.06.2013, 08:07
von Lucanna
Hier ist es mit Sohn (21 Monate) ähnlich, zumindest abends.
Aber es ist deutlich besser geworden. Mittagsschlaf beim Papa funktioniert, wenn ich nicht da bin.
Allerdings haben meine beiden Männer auch 1 1/2 Tage die Woche für sich ganz alleine, da bin ich nämlich arbeiten.

LG
Lucanna

Re: Stillen - zu enge Bindung zum Kind?

Verfasst: 22.06.2013, 08:36
von Regenbogen82
June hat geschrieben:Eine zu enge Beziehung zum Kind gibt's nicht ;-)
Das möchte ich einfach mal so unterschreiben. Lange Stillerfahrung habe ich leider noch nicht.

Re: Stillen - zu enge Bindung zum Kind?

Verfasst: 22.06.2013, 09:18
von palme56
Hallo,

bei uns sah die Situation bis vor 2 Monaten noch ganz ähnlich aus. Muckel schlief nur ein beim Einschlafstillen, wenn er müde war beim Autofahren und bei der Oma im Kinderwagen. Ich fange nächsten Monat an zu arbeiten und dann muss mein Mann ihn regelmäßig ins Bett bringen.

Wir haben Pantley gelesen und davon einiges umgesetzt. Als erstes haben wir ein anderes Einschlafritual eingeführt. Nach dem Abend essen Waschen, Zähne putzen, Wickeln, Schlafi an und dann noch etwas Spielen - bei gedämpften Licht und etwas ruhiges. Das haben mein Mann und ich ungefähr eine Woche gemeinsam gemacht und dann sind wir ins Bett gegangen und ich habe ihn einschlafgestillt, mein Mann war immer dabei und hat etwas erzählt. Außerdem habe ich mich bemüht, tagsüber mehr Struktur in den Tagesablauf zu bringen, was bei uns wegen relativ vieler Termine recht schwierig ist.

Dann haben wir das von Pantley beschriebene Entwöhnen des Einschlafstillens ausprobiert, was bei uns gar nicht geklappt hat. (Kurzfassung: Kind wird gestillt und wenn noch wach von der Brust gelöst).

Also haben wir ausprobiert, das Stillen weg vom Bett zu bekommen. (Diesen Bericht und das langsame stufenweise ändern des Einschlafrituals aus dem Forum finde ich ebenfalls sehr lesenswert. Ich habe stufenweise früher gestillt, erst im Sitzen im Bett, dann direkt vor dem ins Bett gehen im Wohnzimmer, auf dem Spielteppich..., mein Mann hat dabei mit ihm gesprochen und erzählt. Wenn er angefangen hat zu Weinen haben wir ihn mit auf demArm tragen und kuscheln beruhigt. Jetzt stille ich ihn nach dem Abendessen und dann ist Papazeit. Inzwischen klappt das meistens gut. Mein Mann spielt noch etwas mit ihm, nimmt ihn dann mit ins Schlafzimmer und dort darf er noch etwas Wasser trinken, er wälzt sich hin und her und schläft dann ein. Das dauert zwischen 10 und 20 Minuten.
Wenn ich ihn ins Bett begleite klappt das wesentlich schlechter bis gar nicht, da besteht er weiterhin auf Stillen, auch Mittags klappt das leider so nicht.

Im Moment ist er in der Eingewöhnung bei der Tagesmutter, hat dort aber noch keinen Mittagsschlaf gehabt, wir sind gespannt wie das funktioniert.

Ansonsten stille ich ihn weiterhin nach Bedarf, tagsüber und nachts.

Mit zu enger Bindung hat das, finde ich, nichts zu tun, eher mit Gewohnheit. Ich sehe das gar nicht als Stillproblem sondern als eine Änderung des Einschlafrituals, das eben lange dauern kann und viel Geduld erfordert. Wir haben das über 2 Monate Schritt für Schritt geändert immer so, dass der Kleine die Veränderung gut mitgemacht hat.

Re: Stillen - zu enge Bindung zum Kind?

Verfasst: 22.06.2013, 09:26
von taschi
Ich bringe hier auch alle Kinder ins Bett,weil sie das so möchten..von 3 wird nur 1 gestillt.. :D Wenn ich nicht da bin, klappt es ohne mich ganz gut.

Ich denke auch, er muß sich einfach noch etwas gedulden und dann kommt seine Zeit.

Re: Stillen - zu enge Bindung zum Kind?

Verfasst: 22.06.2013, 13:37
von Binelein
Ich glaube nicht, dass es an stillen liegt. Mein Sohn, nur kurz gestillt, hat sich auch nur von mir ins Bett bringen lassen in dem alter. Papas zeit kam erst einige später.

Eine zu enge Bindung gibt es nicht!

In der Krippe wird es schon klappen, wenn Du die Eingewöhnung an Deinem Kind orientierst und ihm die zeit gibst, die er braucht!


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Re: AW: Stillen - zu enge Bindung zum Kind?

Verfasst: 22.06.2013, 13:52
von greenie bird
Berlinmuddi hat geschrieben:.

Mein Freund meint nun, ich habe ihn zu eng an mich gebunden und wir müssen uns was einfallen lassen. Bloß was?! Eine enge Bindung ist ja nix schlimmes, aber nach einem Jahr könnte ich schonmal etwas Freiraum gebrauchen. dass er ab Ende August in die Kita geht und dort Mittagsschlaf machen muss - darüber will ich gar nich nachdenken :shock:

Kennt jemand diese Situation? Wir sind zur Zeit echt ratlos..
Das klingt aber auch recht platt, da muss ER einen weg finden, wenn er das möchte...er schreint ja das "Problem" schon ausgemacht zu haben und ich würde sagen, dass er sich eben von dieser Einstellung verabschieden müsste, er muss schon selbst daran glauben, dass die beiden das zusammen schaffen. Die Gegenbeispiele habt ihr ja offensichtlich in der Bekanntschaft, komisch, dass man sich an solche Erklärungen klammert?! Du hast ihn sicher nicht zu doll an Dich gebunden, vielleicht hat Dein Freund in der Bindung was nachzuholen? Oder Dein Sohn ist halt im Moment so- Charaktersache...
Bei uns geht es aber auch nicht, weil mein Mann eher der Inbegriff des Spielens ist und auch nicht geduldig beim zu Bett gehen. Wenn es nur am Schlafenlegen hapert, dann fallen mir noch sehr viele Dinge ein, die sie machen könnten, warum gerade schlafen? Meinst Du Du kannst Dir nicht andere Freiräume schaffen, wenn Du das so nötig hast?

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Re: Stillen - zu enge Bindung zum Kind?

Verfasst: 22.06.2013, 14:00
von sutnahpele
Nee, das muss wirklich nicht am Stillen liegen.
Natürlich protestiert dein Kind erstmal wenn etwas Ungewohntes (Papa legt ihn schlafen) passiert. Das bedeutet doch aber nicht, dass das beim Papa nicht generell funktionieren kann. Wenn du Freiraum brauchst, solltest du ihn dir nehmen :)

Mein Mann und ich wechseln uns mit der Einschlafbegleitung ab, auch wenn der Pumpernickel manchmal protestiert und nach Mama verlangt. Ab und an möchte er auch lieber den Papa wenn ich gerade einschlafbegleite :wink: Ich finde das nicht schlimm. Wir erklären ihm dann immer, warum der andere Elternteil jetzt gerade nicht da sein kann/möchte. Auch das Schlafen bei der Tagesmutter hat, ich war vorher echt skeptisch, prima funktioniert. Mit einer anderen Bezugsperson kann ein Kind auch andere Rituale haben.