Hi!
Meine Tochter ist 9 Monate. Ich habe diese unbestimmte Angst bei ihr vor ca. 3-4 Wochen auch mitbekommen. Wir waren bei meinen Eltern. Mein Bonuspapa öffnete die Tür und sie erschrak heftig, sprang auf und krabbelte auf meinen Schoß. Danach kam es immer wieder vor. Teilweise ahne ich warum, teilweise bin ich ratlos. Meistens schreckt sie zusammen und schaut mich verwirrt an - soll ich weinen oder nicht? Manchmal krabbelt sie wie von der Tarantel gestochen los und in meine Arme, kuschelt sich an mich und sieht sich um. Immer seltener weint sie dann auch.
Niesen oder Husten erschreckt sie vor allem, wenn sie in Gedanken ist. Dann versuche ich sie mit Worten zu beruhigen. ("xy ist schon vorbei." oder "Gesundheit! Da musste die Mami doch glatt niesen. Hatschi.") Worte wie hatschi oder ein Hustgeräusch findet sie meist lustig und versucht sie dann nachzumachen/nachsprechen.
Aber ich habe gemerkt, nicht nur Worte/Laute machen ihr Angst. Sie erschreckt sich auch, wenn sie gerade konzentriert spielt oder einfach nur verträumt dasitzt und ich bewege mich. Vor ein paar Tagen war es besonders schlimm. Da saß sie auf ihrem Teppich, schaute aus dem Fenster. Ich saß auf dem Sofa und wollte mein Bein ausstrecken. Da springt sie auf, will zu mir. Kann aber nicht so schnell, weil noch Spielzeug dazwischen liegt, wo sie erstmal drüber muss. Da hat sie dann echt Panik bekommen. Bin ihr dann entgegen. Sie hat sich fest an mich gedrückt und auch ängstlich geweint.
Wenn ich nicht weiß, was ihr Angst gemacht hat, dann frage ich sie. "Hast du dich erschreckt? War da ein komisches Geräusch?" oder sage "Mami ist ja da. Gleich ist alles wieder gut. Ich passe auf dich auf." oder, wenn es nicht so schlimm war: "Hast du dich gerade erschrocken? Ohjee... Schau mal, sollen wir mit dem Ball/den Ringen... spielen?"
Ich versuche darauf zu achten, wenn sie gerade so verträumt ist, dass ich nicht plötzlich was sage oder mich bewege. Manchmal habe ich auch das Gefühl, dass sie jetzt Bewegungen im "Augenwinkel" wahrnimmt. Sie also nur indirekt einen Schatten o.ä. sieht. Ein Windhauch im Nacken ist auch ein komisches Gefühl. Das kann ja schon Angst machen... Auch denke ich, dass sie gerade einfach lernen mit Angst umzugehen. Meine Kleine hat bspw. kaum Fremdelangst. Sie schaut zwar skeptisch, aber weint nie. Vielleicht ist das nun ihre Art mit den Umgang mit "Angst" zu lernen.
Ich kann dich auch beruhigen. Es wird besser. Zu Anfang hat sie fast jedes Mal geweint. Mittlerweile ist das immer seltener. Meistens guckt sie nur erschrocken und ich kann sie, wie oben gesagt, mit Worten beruhigen. Schaut sie dann immer noch skeptisch/ängstlich, streichel ich ihr über den Rücken. Manchmal kommt sie dann kurz kuscheln, manchmal spielt sie dann weiter.
Ich finde es übrigens echt schlimm, aber auch jedes Mal sehr süß, wenn sie so zu mir kommt. Das zeigt, dass sie mich als Zufluchtsort, als Sicherheitszone sieht. Das lässt bei mir ganz viele Mamagefühle aufkommen. <3
Achja, fällt mir gerade noch ein: ich glaube, sie ist schreckhafter, wenn sie müde ist. Dann ist wahrscheinlich die Wahrnehmung nicht mehr so stark und es kommt eher mal etwas Unerwartetes.
Alles Gute für dich und deinen Schatz!
