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Brustentzündung, Medikamente, abstillgefahr?!

Verfasst: 12.06.2013, 11:49
von Seelentattoo
Ich hab seit 3 Tagen ne dicke brustentzündung, die dritte in einem Jahr :roll:

Die erste nach der Geburt, da brauchte ich auch schon ein AB, die zweite hab ich selbst in den griff bekommen mit Ruhe und mercuralis, aber jetzt ist die Brust sehr schwer entzündet, der gyn hat gleich nen AB verschrieben und nen prolaktinhemmer und meinte, ich solle mit rechts nicht stillen.
Nun hab ich hier ja schon immer gelesen, trotz Entzündung weiterstillen.

Da der prolaktinhemmer erst bestellt werden musste in der APO, hab ich damit auch noch nicht angefangen und hab auch so meine Zweifel, ob das wirklich sein muss.
Heute geht's mir schon besser, sein saugen tut mir nicht mehr ganz so weh und die Brust ist nicht mehr so Mega gespannt.

Leider neige ich sehr zu brustentzündungen und es ist jetzt die 2. Woche, dass der kleine Mann stundenweise in der Kita ist (diese und nächste Woche jeden Tag 4 Stunden), danach muss ich aber wieder arbeiten und das von mo bis do, was leider mit einer 9stündigen Trennung vom Zwerg verbunden ist.
Natürlich rät meine Hausärztin zum abstillen (hat selbst ne Tochter, die wenige Wochen älter ist als mein Zwerg, aber sie hat trotzdem kein Verständnis für langes stillen), der gyn hat halt gesagt, dass der prolaktinhemmer zum abstillen führen könnte, ich aber nach 2 Tagen diesen absetzen könnte und dann die milchproduktion steigern könnte...

Was kann ich tun, dass es nicht immer wieder zu einer Entzündung kommt in der nächsten zeit? Abstillen will ich nicht, dazu sind momentan weder der Zwerg noch ich bereit, vorallem will ich ihn so durch diese zeit der langen Abwesenheit von mir entschädigen...und er stillt auch noch sehr gern, es fängt jetzt gerade erst an, dass er etwas mehr ißt.

Vor 3 Tagen hab ich abends bemerkt, dass ein milchstau im Anmarsch ist und hab direkt angefangen zu massieren, aber 2 Stunden später hatte ich schon 39,8 Fieber, welches erst nach 2 paracetamol etwas fiel.
Hab die ganze Nacht gekühlt und trotzdem hatte ich morgens eine atombrust.
Dann bin ich sofort zum Arzt.

Also meine frage; muss der prolaktinhemmer wirklich sein, obwohl das AB schon zu wirken scheint (viel weniger Schmerzen, Brust deutlich kleiner, dafür deutliches Hämatom im Bereich der Schwellung)?
Die Brustwarze ist auch total kaputt, dass hatte ich vorher noch nie, die behandele ich mit Lanolin und auch das scheint zu helfen.

Re: Brustentzündung, Medikamente, abstillgefahr?!

Verfasst: 12.06.2013, 11:57
von Katha
denke, die Expertinnen melden sich noch. Aber ich kenne auch WEITERSTILLEN WEITERSTILLEN WEITERSTILLEN
Prolaktinhemmer bei Milchstau wurde - soweit ich das gelesen habe - hier auch noch nicht als Vorschlag gemacht.

Gute Besserung Dir!

Re: Brustentzündung, Medikamente, abstillgefahr?!

Verfasst: 12.06.2013, 13:10
von jusl
Hallo Seelentattoo,

Prolaktinhemmer werden manchmal unterstützend bei Milchstau/Mastitis eingesetzt, dafür sollte es dann aber eine konkrete Indiaktionsstellung geben, z.B. massive Überproduktion, die durch herkömmliche Maßnahmen nicht in den Griff zu kriegen ist. Oder durch OP/Unfall/Fehlbildungen o.ä. verschlossene Milchgänge, solche Sachen.

Zur "normalen Behandlung einer normalen Mastitis" gehören sie nicht, deshalb ganz klar:
muss der prolaktinhemmer wirklich sein, obwohl das AB schon zu wirken scheint (viel weniger Schmerzen, Brust deutlich kleiner, dafür deutliches Hämatom im Bereich der Schwellung)?
Nein, dann muss er nicht sein. Wenn das AB anschlägt, ist es gut.

Zu Deiner anderen Frage:
Was kann ich tun, dass es nicht immer wieder zu einer Entzündung kommt in der nächsten zeit?
Das ist eine schwierige Frage, deren Beantwortung eigentlich von der (möglicherweise nicht bekannten) Ursache abhängt. Mögliche Ansätze:

*Wann war die letzte Brustentzündung? Es könnte nämlich sein, dass diese gar nicht ganz ausgeheilt ist, d.h. ein winziger Bakterienherd ist in der Brust verblieben und nun wieder aufgeflammt. Man hält es denn für "zwei Entzündungen", tatsächlich ist es aber ein und dieselbe, mit einer zwischenzeitlichen sypmtomfreien Phase.
* Hattest Du wunde BW? Wunde BW sind eine Eintrittsforte für Keime, was das Risiko für Mastitis deutlich erhöht.
* Neigst Du zu Überproduktion?
* Neigst Du zu Milchstau?

Das fällt mir spontan ein.

Wichtig ist: keine mechanische Beanspruchung des Gewebes, also keine Massagen!.., weiterstillen um Übervölle zu vermeiden, und Antibiotika nach ärztlicher Verordnung konsequent einnehmen.

LG und gute Besserung weiterhin,
Julia

Re: Brustentzündung, Medikamente, abstillgefahr?!

Verfasst: 12.06.2013, 15:59
von Seelentattoo
jusl hat geschrieben:
*Wann war die letzte Brustentzündung? Es könnte nämlich sein, dass diese gar nicht ganz ausgeheilt ist, d.h. ein winziger Bakterienherd ist in der Brust verblieben und nun wieder aufgeflammt. Man hält es denn für "zwei Entzündungen", tatsächlich ist es aber ein und dieselbe, mit einer zwischenzeitlichen sypmtomfreien Phase.
* Hattest Du wunde BW? Wunde BW sind eine Eintrittsforte für Keime, was das Risiko für Mastitis deutlich erhöht.
* Neigst Du zu Überproduktion?
* Neigst Du zu Milchstau?

Das fällt mir spontan ein.

Wichtig ist: keine mechanische Beanspruchung des Gewebes, also keine Massagen!.., weiterstillen um Übervölle zu vermeiden, und Antibiotika nach ärztlicher Verordnung konsequent einnehmen.

LG und gute Besserung weiterhin,
Julia
Danke Julia!
Die erste Entzündung hatte ich so 3 Wochen nach der Geburt.
Die letzte brustentzündung hatte ich vor 6 Wochen. Auch wegen Zähnen und beißen.
Ich hatte jedes mal eine brustentzündung, wenn Luis Zähne bekam und mich gebissen hat. Also hatte ich dann auch wunde bw. Er beißt zwar immer nur einmal, aber dann so fest, dass ich jedes mal ne Wunde hatte.

Überproduktion. Ich glaube schon, dass ich dazu neige. Meine rechte Brust war schon immer größer, auch vor der Schwangerschaft. Und selbst jetzt nach einem Jahr kann ich nicht ohne stilleinlagen aus dem Haus gehen, weil ich immer noch auf der Gegenseite auslaufe, wenn er trinkt. Auch nachts ist das Bett ab und an unter mir naß, immer dann, wenn er nen Schub macht oder Zähne bekommt und wieder mehr stillt. Die rechte Brust ist immer schnell gespannt,mährendere ich rechts öfter an als links, sonst hätte ich noch mehr Probleme mit nem milchstau. Habe auch von Anfang an nur eine Brust gestillt, da der kleine Mann dann immer satt war.

Re: Brustentzündung, Medikamente, abstillgefahr?!

Verfasst: 12.06.2013, 16:13
von jusl
Die letzte brustentzündung hatte ich vor 6 Wochen. Auch wegen Zähnen und beißen.
Ich hatte jedes mal eine brustentzündung, wenn Luis Zähne bekam und mich gebissen hat. Also hatte ich dann auch wunde bw. Er beißt zwar immer nur einmal, aber dann so fest, dass ich jedes mal ne Wunde hatte.
Ah, OK. Dann liegt nahe, dass Du derzeit keine "neue" Mastitis hast, sondern das ist ein Wiederaufflammen der unzureichend behandelten Mastitis von vor 6 Wochen.

Entsprechend würde ich vorschlagen: jetzt sehr sorgfältig die Antibiose durchführen, bei künftigen Verletzungen der Brust durch Bisse o.ä. sofort die Wunde antiseptisch behandeln, um das Risiko eines neuen Keimeintritts zu verringern (mit offenen Wunden z.B. auch nicht ins Schwimmbad gehen, und vor Berühren der Wunden unbedingt Hände waschen), und zur Behandlung von Übervölle findest Du HIER einen effektiven Behandlungsvorschlag.

Hilft Dir das weiter?

LG
Julia

Re: Brustentzündung, Medikamente, abstillgefahr?!

Verfasst: 13.06.2013, 13:42
von Seelentattoo
ok, dann kühle ich mal die rechte Brust, wenn ich links Stille.
links ist wirklich vollkommen problemlos, nur rechts macht dauernd Probleme (und auch nur die Brust beißt er, vermute, weil er sie schwerer zu fassen bekommt, wenn die Brust so voll ist).

heut ist es zwar immer noch wie gestern, es geht mir soweit also gut, heut ist die Brust aber unverändert. weiterhin geschwollen, Verhärtung immer noch drin...naja, der gyn schaut morgen eh wieder drauf. bis einschließlich Samstag geht die antibiose, ich hoffe, dann ist es gut. werde aber wohl darum bitten, krank geschrieben zu werden, denn theoretisch muss ich ab Montag wieder arbeiten. ich denke, das ist noch zu früh. gerade weil ich eh so nen Mensch bin, der dazu neigt, immer gleich Vollgas zu geben.

das sofortige desinfizieren nach dem beißen ist ein sehr guter Hinweis. hätte ich auch selbst mal drauf kommen können

Re: Brustentzündung, Medikamente, abstillgefahr?!

Verfasst: 13.06.2013, 13:43
von jusl
Gute Besserung weiterhin!

Re: Brustentzündung, Medikamente, abstillgefahr?!

Verfasst: 13.06.2013, 16:20
von tina08
Wie ist das mit desinfizieren der Brust gemeint also was nimmt man zum Desinfizieren?

:5:

Re: Brustentzündung, Medikamente, abstillgefahr?!

Verfasst: 13.06.2013, 16:51
von jusl
Eine ganz normales handelsübliches Wundendesinfektionszeug.