Katha hat geschrieben:ähm, sollte ich also jetzt doch wieder mit ein Bißchen Salz kochen?
Eigentlich haben wir es jetzt komplett weggelassen (außer, es ist eh z.B. in Nudeln DRINNEN)
wir haben uns mit steigendem Alter unseres Kindes auch wieder mehr in Richtung "mit ein bisschen Salz kochen" bewegt. Was jemand "sollte" kann nur unzureichend gesagt werden. Gerade die "versteckten" Salze (weil eh schon in Brot, Käse, Wurst..Nudeln(?!) DRIN) kommen ohnehin zu deinem Kind durch

Und das Salz der MuMi (sofern gestillt wird) reicht eh aus.
Bemerkung am Rande: neulich im Kaufhaus konnte ich zwei Migrantinnen (Mama und Oma) dabei beobachten wie sie ihr Baby fütterten. Es gab ein Gläschen Bio-Babybrei (Kartoffel-Kürbis) auf einen kl. Teller verteilt. Dann kam soviel Salz (aus dem am Tisch befindlichen Salzstreuer) dazu, dass mir schon ganz bange wurde, denn ICH hätte derart viel Salz nicht in MEINEM Essen ausstehen können. Die beiden erwachsenen Frauen probierten mehrfach und salzten solange nach bis es IHREM Geschmack entsprach/genügte.
Andere Länder, andere Sitten, andere Sorgen und Prioritäten. Hat mich sehr beeindruckt, denn ihnen schien Salz nun wirklich absolut gar keinen Kummer oder Gedanken zu machen. Ich wäre gern darüber mit ihnen ins Gespräch gekommen, habe mich aber nicht getraut - da ich mir unsicher war ob ich es schaffen kann das Thema anzusprechen ohne ihre Gefühle bzw. Kultur/Sozialisation zu verletzten. Unter Müttern geht es ja mitunter sehr schnell missverstanden und demnach in ein "Besserwissertum"/"Wettbewerb"-Ding zu geraten. Das wäre mir sehr unangenehm gewesen, daher habe ich gestaunt, gelächelt und meinen Mund gehalten.
(Und jetzt hätte ich gern eine kulturvergleichende Studie zu Salzkonsum und Beikoststart!)
klimaforscherin hat geschrieben:und das hier:
Viele der Studien zu diesem Thema sind sehr schlecht konzipiert, weswegen konkrete Aussagen zu diesem Thema fehlen. Wissenschaftlich fundierte Doppelblindstudien, die langfristige Auswirkungen von zu hohem Salzkonsum beim Menschen untersuchen, sind nicht durchführbar, weil sie ethisch natürlich äußerst bedenklich sind. Stellen Sie sich vor, man würde eine Gruppe von gesunden Probanden dazu bringen, sich salzreich zu ernähren, um zu prüfen, ob sie in der Folge erkranken oder gar früher sterben - unvorstellbar.
Finde ich einen enorm wichtigen Aspekt! Immer im Hinterkopf behalten sowas.
Finde die zitierten Aussagen von DGE und BfR widersprechen sich nicht und schließen sich auch nicht aus. Die BfR ist der Meinung, dass (...) werden
kann und die DGE weißt darauf hin, dass (wie so vieles) auch Hypertonie nicht nur von genau einem Umstand abhängt. Tierexperimente sind (jetzt mal abgesehen von: umstritten) idR (wichtige) Versuche einer Annäherung (hier auf die -möglichen!- Auswirkungen von etwas) auf den Menschen und klinische Studien unterliegen eh schon dem "Problemchen" im o.g. Zitat (die epidemiologischen Studien vmtl auch). Dann kommt es eh immer auf die Fragestellung, Methodik und das Auswertungsverfahren drauf an

.
Denke, dass keiner von beiden sich auf die aussagekräftigeren Studien beruft. Sogar wenn sich beide auf exakt dieselben Studien beriefen könnten diese beiden Aussagen dabei heraus kommen
und beide wahr sein

Die DGE drückt sich differenzierter aus ("neben dem Salzkonsum vor allem...") - ohne den Salzkonsum (bzw. die Menge dessen) wirklich auszuschließen.
Katha hat geschrieben:
finde klasse, dass Du so wissenschaftlich denkst!
Ich liebe das auch
