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ich dreh noch durch

Verfasst: 22.04.2013, 21:14
von Wolfsmama
Hallo,
ich habe leider kein passenderes Unterthea gefunden, also muss ich hier mal meinen Frust loswerden. Für rechtschreibfehler entschuldige ich mich vorab schon einmal.

Mein Kleiner Schatz ist jetzt fast 11 monate. Ich habe volle 6 Monate gestillt, trage ihn im Tragetuch (gerade die ersten monate habe ich ihn stundenlang getragen) und bin völlig gegens Schreienlassen.

Sei einiger Zeit bin ich nur noch fertig, kraftlos und reagiere ganz schnell überreizt. dabei ist es schon vorgekommen, dass ich meinen Kleinen mal angeschrieen habe (ich habe mich selbst so erschrocken über mich und angst, dass das wieder passiert.)....und ich komme langsam auf den gedanken, völlig gegen meine prinzipien zu verstoßen und ihn doch mal schreien zu lassen.

zu meinem problem:
phelan will einfach nicht schlafen. wir stehen gegen 06.30 auf...gegen 9 schläft er nur oft etwas, wenn ich ihn an die brust nehme. Mittagsschlaf macht er auch nur, wenn er nuckelnd einschlafen kann und ich die ganze zeit neben ihm liegen bleibe. da schläft er aber mittlerweile glücklicherweise doch oft ca. 2 std. und danach schläft er i.d.R. nicht mehr bis er ins bett geht..so gegen 19.00 / 19.30. es ist ja nicht so, dass er nicht müde wäre. er reibt sich die augen, gähnt, zieht sich am ohr, aber schlafen will er nicht. Lege ich ihn hin, strampelt er sich wach und weint und schreit. Auch ein Tragetuch hilft hier nicht viel.. er ist zwar ruhig drin, aber er muss die ganze zeit geschaukelt werden und einschlafen tut er dort auch nicht. ich habe also nachmittags fast immer ein übermüdetes quengeliges und schlechtgelauntes kind hier.

Abends stille ich ihn meist in den Schlaf. allerding kommt es in den letzten tagen oft vor, dass es für mich total unangehm ist, wenn er soviel nuckelt. ich spiel mit dem gedanken, langsam total abzustillen, weil es so unangenehm wird. er nuckelt nämlich nicht nur ganz saft sondern richtig doll, so dass ich immer froh bin, wenn er abdockt oder ich ihn abdocken kann. ich habe die ganze zeit gern gestillt, aber auch das wird mir derzeit einfach zu viel. aber ohne einschlafstillen dauert es dann doch so 1 - 1 1/2 std, bis er endlich mal schläft.

da er sich fast gar nicht alleine beschäftigt bzw. ich nicht mal ne minute den raum verlassen kann ohne dass es riesiges theater gibt, komme ich tagsüber kaum zum haushalt. ist er also im bett muss ich zusehen, dass ich noch das nötigste mache. es schaut aus hier. ich traue mich nicht mal mehr besuch einzuladen.
wenn mein partner sich dann mal um den kleinen kümmert bin ich eigentlich nur dabei, den gröbsten dreck zu beseitigen und das chaos so gut es geht zu beseitigen. ich stehe einfach nur noch unter strom und komm so gar nicht zu ruhe....und ich fühle mich überfordert.
noch mehr frustet es mich, dass meine "schwiegerleute" anfangs so heiss auf den kleinen waren und andauern gefragt haben, wann sie ihn denn mal länger nehmen dürfen, was bisher einfach nicht ging, da ich ja viel gestillt habe. und jetzt, wo es mal für ein paar stunden möglich wäre, zeigen sie kein interesse oder ne bereitschaft mal zu helfen. ich stehe hier völlig alleine da.

ich weiss nicht, ob das jetzt jammern auf hohem niveau ist, aber ich fühl mich total hilflos. ich frage mich oft, was ich nur falsch gemacht haben könnte.

gibts hier leidensgenossen? oder möchte mir jemand den kopf zurecht rücken oder nen tip geben?
danke fürs lesen...es musste einfach mal raus.

Lg, Katrin

Re: ich dreh noch durch

Verfasst: 22.04.2013, 21:30
von Kinsale
Hallo und herzlich Willkommen hier!

Das klingt ganz schön anstrengend bei Euch! Du Arme!
Kann es sein, dass der kleine Mann grade laufen lernt oder sonst irgendeinen großen Entwicklungsschritt macht oder sich darauf vorbereitet? Das verunsichert die meisten Kinder so, dass sie ganz viel Mama brauchen in der Zeit. Und Stillkinder wollen dann natürlich besonders viel stillen, das gibt Sicherheit.

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass Du viel daran ändern kannst. Augen zu und durch - es ist nur eine Phase, versprochen!! Wenn Du ihn schreien lässt, wird er vermutlich noch mehr klammern - denn er hat ja dann die Erfahrung gemacht, dass Du, wenn Du erstmal weg bist, nicht so schnell wieder kommst und die Möglichkeit besteht, dass er ganz alleine bleibt. Er macht das ja nicht, weil er Dich ärgern will, sondern weil er Dir vertraut und sich bei Dir sicher fühlt.

Aber Du brauchst Hilfe- und vor allem mehr Schlaf! Wie kann Dir Dein Partner helfen? Am Wochenende könnte er mit dem Kleinen aufstehen und Du schläfst aus. Er könnte mit ihm öfter mal einen kleinen Ausflug oder Spaziergang machen, so dass Du mal Deine Ruhe hast und für Dich sein kannst. Ruf Deine Schwiegereltern selber an und bitte um Hilfe, vielleicht denken sie ja, Du willst das nicht, weil es anfangs nicht ging. Vielleicht ergibt sich da ja was?

Wie trägst Du deinen Sohn denn? Wenn Du ihn auf den Rücken nimmst, könntest Du gleichzeitig viel im Haushalt erledigen. So wird er viel geschuckelt und Du kriegst was geschafft. Und kannst seine Schlafenszeiten auch zum Schlafen nutzen und Dich entspannen.

Abends könnte er in einem Alter sein, in dem Rituale helfen, abends zur Ruhe zu kommen. Habt ihr sowas schon?

Ich finde jedenfalls nicht, dass Du was falsch gemacht hast. Du bist eine liebevolle Mama, der ein sehr forderndes Kind viel abverlangt. Das ist irre anstrengend. Ich wünsch Dir viel Kraft - aber ich bin sicher Du schaffst das!!

Liebe Grüße
Kinsale
(deren große Tochter auch so ein Kaliber war und die seitdem weiß, dass Müdigkeit richtig weh tun kann, überall. Aber es wird besser! Ganz bestimmt!)

Re: ich dreh noch durch

Verfasst: 22.04.2013, 22:18
von Stankade
Oje Du Arme ((( )))
Mir kommt das alles total bekannt vor. Vor ein paar Monaten war ich auch kurz davor durch zu drehen weil die Wohnung aussah wie ein Schlachtfeld, Kind nur mit mir geschlafen hat und im Wachzustand nur an meinem Hosenbein hing.

Es wird besser! Halt durch, in ein paar Wochen sieht die Welt wieder anders aus.

Inzwischen ist die Wohnung zwar immer noch nicht so wie ich es mir wünschen würde, aber es sieht in Ordnung aus :wink:
Die Maus schläft mittags 1,5 h alleine, selten muss ich nach 50 Min. nochmal stillen.
Und abends darf ich auch wieder aufstehen und hab ab 20 Uhr Feierabend.

Hoffe das gibt Dir etwas Kraft und ermuntert zum Durchhalten.
Du machst das super...

Re: ich dreh noch durch

Verfasst: 23.04.2013, 15:30
von Lotti
Liebe Wolfsmama,

uff, das klingt hart. Drei Sachen fallen mir dazu ein: 1. vom Alter her ist es doch gut möglich, dass er nur noch einen Tagschlaf braucht, also mittags? Ich will damit nur sagen, versuche nicht verzweifelt ihn schlafen zu legen, wenn er es eventuell nicht mehr braucht. Vielleicht ist er dann abends auch einschlafbereiter? Nur eine Idee von mir, Du als Mama musst es natürlich wissen. 2. ein Tipp für das Problem "Kind will nicht alleine sein und ich schaffe nix im Haushalt", der hier sicher wohlbekannt ist: Kind in Tuch oder Tragehilfe auf den Rücken, damit kann man, wenn auch nicht alles, doch eine Menge erledigen. Schöner Nebeneffekt: Kind wird müde! Manchmal hab ich meine Tochter dann grad noch so rübergerettet fürs in-Bett-gehen... 3. und das schreibe ich nur, weil Du es ja selber angesprochen hast: Dich nervt und stresst das Einschlafstillen, richtig? Nimmt Dein Kind einen Schnuller? Ich finde jedenfalls, wenn es Dir physisch und vielleicht auch psychisch unangenehm ist, hast Du jedes Recht abzustillen nach fast einem Jahr. Meine Tochter trinkt seit Beginn des Abstillens abends eine Flasche Premilch (habe etwas rumprobieren müssen, bis ich eine gefunden hatte, die sie akzeptiert) und *ich hoffe das kann ich in einem Stillforum schreiben* sie nuckelt selig an ihrer Flasche - genauso, wie sie es früher am Busen getan hat. Die Flasche würde ich ihr auch nie irgendwie mit ins Bettchen legen, die wird immer kuschelnder- und singenderweise "gemeinsam" genossen. Für uns war das ein guter Übergang in die Zeit nach dem Stillen. Morgens habe ich noch eine zeitlang weitergestillt. Vielleicht aber wäre das für Dich auch eine Möglichkeit, zum Beispiel nur noch morgens zu stillen und das wieder richtig zu genießen udn abends halt eine Flasche zu geben. Ich weiß nicht, ob Dein Kind das mitmachen würde - bei uns war es kein Problem.

Re: ich dreh noch durch

Verfasst: 23.04.2013, 17:41
von Matroschka
Liebe Katrin,

ich verstehe deine Situation sehr gut und finde es gut, dass du trotz der Schwierigkeiten zu deinen Prinzipien stehst. Ich möchte dir Rat geben und dich ermutigen auch an dich zu denken! Es soll schließlich der ganzen Familie gut gehen. Ich war auch immer der Meinung mein Kind nicht schreien zu lassen, aber ich habe für mich gelernt und verstanden, dass nicht jedes Schreien von mir beendet werden kann. Um eure Situation zu verbessern, empfehle ich gewisse Struktur und Gleichmäßigkeit einzuführen. Ich habe meine Tochter bis sie 9 Monate alt war gestillt, dann gab es eine große Verschlechterung (sie hat geschrien und nur genuckelt) und ich habe einen Schlussstrich gezogen und abgestillt.
Seit ihrem 5. Lebensmonat habe ich langsam Brei eingeführt und vor Ende der Stillzeit hatte sie nur noch morgens und abens die Brust bekommen. In dieser Zeit haben mein Mann und ich sie in den Schlaf geschaukelt und gelullt aber die Situation wurde immer schlimmer und sie hat "stundenlang" gebraucht um einzuschlafen. Alle waren unglücklich. Jedes Mal wenn ich sie hingelegt hab, hat sie geschrien... Die Nerven wurden immer dünner!
Auch tagsüber gab es ein Mittagsschlafproblem...
Dann habe ich mich dazu entschieden einer anderen Methode zu folgen: Ich habe feste Zeiten und ein Einschlafritual eingeführt. Insgesamt habe ich festgestellt, brauchte meine Kleine ca. 13h Schlaf. Also 2 am Tag und den Rest in der Nacht. Das Stillen einzustellen war ein schwerer Schritt aber in manchen, wie in meinem Fall, das Beste (auch wenn sie seit dem garkeine Milch trinken will - ist aber nicht schlimm da gibt es andere Wege)! Du darfst stolz auf dich sein! Du hast deinen Sohn lange gestillt, aber mit 11 Monaten ist es in Ordnung aufzuhören wenn du nicht mehr kannst! Deine Brust ist ja keine Nuckel und keine Schlafmaschine!
Ein Kind kann lernen (und es geht wirklich schnell wenn man einmal konsequent ist) einzuschlafen und das ohne Hilfe und im Wissen, Mama hat mich lieb und ich bin nicht allein!
30 min vor dem Schlafengehen habe ich meine Tochter (fertig für's Bett) ins große Bett gelegt und ihr ein Buch (sie entwickelt sich zu einem richtigen Bücherwurm) vorgelesen und mit ihr gekuschelt. Jeden Abend das selbe und mal hat sie zugehört, mal wild auf dem Bett gekrabbelt usw. (das soll nicht irritieren)! Nach den 30 min habe ich sie ins Bett gelegt, geküsst und Gute Nacht gesagt und bin sofort raus aus dem Zimmer. Sie hat angefangen zu schreien und ich habe 3min gewartet. Danach bin ich wieder ins Zimmer, habe sie KURZ getröstet, dabei NICHT aus dem Bett genommen, ihr mit santer Stimme und streicheln gesagt, dass alles gut ist, Mama da ist und bin wieder raus aus dem Zimmer für 3min.
So steigert man das auf bis auf 5 min! Am ersten Abend hat sie nach 15 min geschlafen!!!! Nach vielen schlimmen Nächten! Durch die kurze Pause begreift das Kind, dass es nicht allein ist und lernt aber auch allein einzuschlafen ohne Brust und Schaukelei (aber gerne mit Schnuller)! Das Ritual davor ist sehr wichtig, aber das Kind begreift schnell. Wenn man das eine Woche konsequent durchhält, hat man es meistens geschafft und es ist eine Erleichterung für alle! Ich hätte es nie geglaubt, aber die Konsequenz bei der Sache hilft und schafft Sicherheit für das Kind und die Eltern!
Morgens habe ich meine Tochter spätestens nach 11h Schlaf (oder weniger, wenn dein Sohn allgemein weniger schläft) geweckt! Den Mittagsschlaf habe ich nach hinten verschoben, denn vorher hatte sie immer zweimal geschlafen! Immer Stückchenweise! Auch mit Hilfe des Minuten Rituals aber nur max. für 30 min, wenn sie dann noch nicht eingeschlafen ist, habe ich es ein/zwei Stunden später probiert...
Es klingt auf den ersten Blick vielleicht starr und streng, aber meine Tochter war danach glücklicher. Sie hat sich schnell daran gewöhnt und die Regelmäßigkeit hilft ihre andere neue Erfahrungen leichter zu verarbeiten! Ich hoffe ich trete hier niemandem auf die Füße, aber ich kann diesen Weg nur empfehlen! Jede Familie ist anders, aber einen Versuch etwas zu verändern kann neue Wege schaffen und lohnt sich schon deswegen! Es gibt auch hilfreiche Bücher darüber!
Viel Kraft wünsch ich dir liebe Katrin!

Re: ich dreh noch durch

Verfasst: 23.04.2013, 20:34
von knopfauge
Auch von mir ein herzliches Willkommen hier!
Ich kann dich so gut verstehen und in dem Alter scheint dieses Verhalten typisch zu sein. Meine Tochter, die sonst überhaupt nicht anhänglich ist, hatte zu der Zeit ähnlich reagiert. Da hatte ich zudem noch voll gestillt und stündliches Trinken und Nuckeln in der Nacht waren an der Tagesordnung.
Du glaubst nicht wie ich da auf dem Zahnfleisch ging und sich Agressionswellen in mir aufbäumten , das war nicht mehr schön.
Kann dich also vollkommen verstehen.
Zu der Zeit hatte sich auch der einmalige Mittagsschlaf etabliert.
Aber mir hat es geholfen zu wissen, dass das nunmal so ist und irgendwann wieder aufhört. Das hat mir irgendwie meine innnere Ruhe wiedergegeben.
Ich kann mich meinen Vorschreibern also nur anschließen und dir raten, deinen Partner und seine Eltern mit einzubeziehen und sich Freiräume zu schaffen.
Ich beziehe mein Kind auch oft in den Haushalt mit ein und bin selbst überrascht wie gut dies teilweise klappt.
Ich schick dir ganz viel Kraft und es wird bestimmt besser.

Re: ich dreh noch durch

Verfasst: 23.04.2013, 20:50
von Kinsale
Matroschka hat geschrieben:Deine Brust ist ja keine Nuckel und keine Schlafmaschine!
Ich finde schon, dass die Brust ein sehr gute Einschlafhilfe sein kann.

Matroschka hat geschrieben:Ein Kind kann lernen (und es geht wirklich schnell wenn man einmal konsequent ist) einzuschlafen und das ohne Hilfe und im Wissen, Mama hat mich lieb und ich bin nicht allein!
Äh, ja. Das lernt ein Kind, wenn man DA ist.

Hierbei:
Matroschka hat geschrieben:Nach den 30 min habe ich sie ins Bett gelegt, geküsst und Gute Nacht gesagt und bin sofort raus aus dem Zimmer. Sie hat angefangen zu schreien und ich habe 3min gewartet. Danach bin ich wieder ins Zimmer, habe sie KURZ getröstet, dabei NICHT aus dem Bett genommen, ihr mit santer Stimme und streicheln gesagt, dass alles gut ist, Mama da ist und bin wieder raus aus dem Zimmer für 3min.
So steigert man das auf bis auf 5 min! Am ersten Abend hat sie nach 15 min geschlafen!!!! Nach vielen schlimmen Nächten! Durch die kurze Pause begreift das Kind, dass es nicht allein ist und lernt aber auch allein einzuschlafen ohne Brust und Schaukelei (aber gerne mit Schnuller)!
ist es in einem für ein Kind nicht nachzuvollziehenden Rhythmus allein. Woher weiß das Kind denn dass Du vor der Tür stehst? Es weiß nur: ich bin allein. Ob 3,8 oder 2,5 Minuten kann ein Baby nicht einschätzen.
Matroschka hat geschrieben: Das Ritual davor ist sehr wichtig, aber das Kind begreift schnell.
Ja, nämlich dass Mama zwar ab und zu reinkommt, aber nicht hilft.
Matroschka hat geschrieben:Wenn man das eine Woche konsequent durchhält, hat man es meistens geschafft und es ist eine Erleichterung für alle! Ich hätte es nie geglaubt, aber die Konsequenz bei der Sache hilft und schafft Sicherheit für das Kind und die Eltern!
Ja, das Kind ist sicher: wenn ich mich nachts/abends einsam fühle und weine, ist niemand für mich da.
Matroschka hat geschrieben:Es gibt auch hilfreiche Bücher darüber!
Ja, und ich wünschte, die würden nicht mehr verkauft. Arme Babys.
Wer auf Kast-Zahn und Co reingefallen ist, liest vielleicht mal hier ein wenig.

Es gibt übrigens auch bessere Bücher. "Schlafen statt Schreien" zum Beispiel. Oder "Schlafen und Wachen".

Re: ich dreh noch durch

Verfasst: 23.04.2013, 21:23
von August
Matroschka hat geschrieben:Liebe Katrin,

ich verstehe deine Situation sehr gut und finde es gut, dass du trotz der Schwierigkeiten zu deinen Prinzipien stehst. Ich möchte dir Rat geben und dich ermutigen auch an dich zu denken! Es soll schließlich der ganzen Familie gut gehen. Ich war auch immer der Meinung mein Kind nicht schreien zu lassen, aber ich habe für mich gelernt und verstanden, dass nicht jedes Schreien von mir beendet werden kann. Um eure Situation zu verbessern, empfehle ich gewisse Struktur und Gleichmäßigkeit einzuführen. Ich habe meine Tochter bis sie 9 Monate alt war gestillt, dann gab es eine große Verschlechterung (sie hat geschrien und nur genuckelt) und ich habe einen Schlussstrich gezogen und abgestillt.
Seit ihrem 5. Lebensmonat habe ich langsam Brei eingeführt und vor Ende der Stillzeit hatte sie nur noch morgens und abens die Brust bekommen. In dieser Zeit haben mein Mann und ich sie in den Schlaf geschaukelt und gelullt aber die Situation wurde immer schlimmer und sie hat "stundenlang" gebraucht um einzuschlafen. Alle waren unglücklich. Jedes Mal wenn ich sie hingelegt hab, hat sie geschrien... Die Nerven wurden immer dünner!
Auch tagsüber gab es ein Mittagsschlafproblem...
Dann habe ich mich dazu entschieden einer anderen Methode zu folgen: Ich habe feste Zeiten und ein Einschlafritual eingeführt. Insgesamt habe ich festgestellt, brauchte meine Kleine ca. 13h Schlaf. Also 2 am Tag und den Rest in der Nacht. Das Stillen einzustellen war ein schwerer Schritt aber in manchen, wie in meinem Fall, das Beste (auch wenn sie seit dem garkeine Milch trinken will - ist aber nicht schlimm da gibt es andere Wege)! Du darfst stolz auf dich sein! Du hast deinen Sohn lange gestillt, aber mit 11 Monaten ist es in Ordnung aufzuhören wenn du nicht mehr kannst! Deine Brust ist ja keine Nuckel und keine Schlafmaschine!
Ein Kind kann lernen (und es geht wirklich schnell wenn man einmal konsequent ist) einzuschlafen und das ohne Hilfe und im Wissen, Mama hat mich lieb und ich bin nicht allein!
30 min vor dem Schlafengehen habe ich meine Tochter (fertig für's Bett) ins große Bett gelegt und ihr ein Buch (sie entwickelt sich zu einem richtigen Bücherwurm) vorgelesen und mit ihr gekuschelt. Jeden Abend das selbe und mal hat sie zugehört, mal wild auf dem Bett gekrabbelt usw. (das soll nicht irritieren)! Nach den 30 min habe ich sie ins Bett gelegt, geküsst und Gute Nacht gesagt und bin sofort raus aus dem Zimmer. Sie hat angefangen zu schreien und ich habe 3min gewartet. Danach bin ich wieder ins Zimmer, habe sie KURZ getröstet, dabei NICHT aus dem Bett genommen, ihr mit santer Stimme und streicheln gesagt, dass alles gut ist, Mama da ist und bin wieder raus aus dem Zimmer für 3min.
So steigert man das auf bis auf 5 min! Am ersten Abend hat sie nach 15 min geschlafen!!!! Nach vielen schlimmen Nächten! Durch die kurze Pause begreift das Kind, dass es nicht allein ist und lernt aber auch allein einzuschlafen ohne Brust und Schaukelei (aber gerne mit Schnuller)! Das Ritual davor ist sehr wichtig, aber das Kind begreift schnell. Wenn man das eine Woche konsequent durchhält, hat man es meistens geschafft und es ist eine Erleichterung für alle! Ich hätte es nie geglaubt, aber die Konsequenz bei der Sache hilft und schafft Sicherheit für das Kind und die Eltern!
Morgens habe ich meine Tochter spätestens nach 11h Schlaf (oder weniger, wenn dein Sohn allgemein weniger schläft) geweckt! Den Mittagsschlaf habe ich nach hinten verschoben, denn vorher hatte sie immer zweimal geschlafen! Immer Stückchenweise! Auch mit Hilfe des Minuten Rituals aber nur max. für 30 min, wenn sie dann noch nicht eingeschlafen ist, habe ich es ein/zwei Stunden später probiert...
Es klingt auf den ersten Blick vielleicht starr und streng, aber meine Tochter war danach glücklicher. Sie hat sich schnell daran gewöhnt und die Regelmäßigkeit hilft ihre andere neue Erfahrungen leichter zu verarbeiten! Ich hoffe ich trete hier niemandem auf die Füße, aber ich kann diesen Weg nur empfehlen! Jede Familie ist anders, aber einen Versuch etwas zu verändern kann neue Wege schaffen und lohnt sich schon deswegen! Es gibt auch hilfreiche Bücher darüber!
Viel Kraft wünsch ich dir liebe Katrin!
Hallo karin,

Nur kurz zu matroschkas Beitrag....muss natürlich jeder für sich und sein Kind entscheiden....Aber empfehlenswert ist diese“Methode“ ganz sicher nicht! Der vermeintliche Erfolg dieser Konditionierung nennen Fachleute “Resignationsschlaf“ und wird auch mittlerweile stark kritisiert.Du findest sicherlich einige Terrasse und Links hier zu diesem Thema!

So,nun kurz zu dir!
Ich war vor ein paar Tagen kurz davor genau das zu schreiben....Du sprichst mir “fast“ aus der Seele :wink:
Mausemaus ist nun 6Monate und ich kann dich so gut verstehen und ich weiss So gut wie du dich fühlst!
Man zweifelt an sich,an dem Kind,an der Welt...an allem...man fragt sich....WAS soll ich denn noch machen?? Ich stille jegliches Bedürfnis (nach besten Wissen und Gewissen) ich lasse nicht schreien, ich stelle meine Bedürfnisse hinten an (z.b duschen :oops: ) ich hinterfrage und reflektiere...Ich frage nach und informiere mich....Ich trage und trage...
Aber es ist der Wurm drin...
Auch ich kenne deine Aggressionen (gedankliche) und ich könnte heulen wenn ich daran denke.... nie und nimmer dachte ich an solche Grenzen zu drosseln...und ich habe das Mutter sein ganz sicher nicht unterschätzt...
Aber mausemaus ist auch ein Kind mit besonderen Bedürfnissen .... das klingt schöner als anstrengend :D
Keine Minute hatte ich für mich oder sonst irgendwen.....nach 4 Monaten konnte ich zumindest mal kurz mit ihr einkaufen...Besuch war auch nicht möglich...sie hat nur geschriehen oder gemeckert....sie war nur unzufrieden...egal was ich gemacht habe-und ich hab echt einiges probiert... mir ging es so schlecht dabei und habe an meinen Fähigkeiten als Mutter gezweifelt. Ich kann mein Kind nicht glücklich machen,sie fühlt sich bei uns nicht wohl....das musste ich denken...
Ich wusste So oft nicht weiter...zum Glück habe ich mausemausmama...unser halt und unsere stütze....er sagt immer: schatz,sie ist ein baby! Sie ist UNSER mausemaus...und sie ist gut genauso wie sie ist!
Das hat mir immer sehr geholfen!
Seit ungefähr 1 Woche ist es zumindest tagsüber besser...sie lacht und freut sich...sie nimmt das was ich mache-singen tanzen hampelmann- an und freut sich....sie kommt zwar nachts gerade stündlich aber auch das ist eine Phase und geht vorbei!!
Das ist der Lohn der vergangenen Monate.....und bei dir wird es auch bald so sein und wirst belohnt...für deine mühe und deine tränen!!ich drücke dich....und fühle dich verstanden von mir-wenn du magst....

Ganz Liebe grüße...Du schaffst das!

Re: ich dreh noch durch

Verfasst: 23.04.2013, 21:25
von Wolfsmama
Hallo,

erstmal vielen dank für eure lieben und aufmunternden Worte!

puh...wo fange ich jetzt am besten an.

ich denke nicht, dass sein verhalten nur so eine momentane phase ist, denn es war schon immer so. bisher habe ich das ganz gut wegstecken können, aber seit einiger Zeit kostet es mich nur noch Kraft.

Rituale haben wir auch...zumindest am abend. Es wird gegessen...dann wird er noch etwas getragen damit er auch in Ruhe sein Bäuerchen machen kann...dann bettfertig gemacht. er kann dabei bis zum Zähne putzen seine Zahnbürste erkunden. dananch mach ich die spieluhr an wobei ich mitsinge und der schlafi und schlafsack werden angezogen. Danach gehts ins bett. Er kann noch bissl nuckeln und oft schäft er dabei auch ein. wenn nicht, brauch ich halt sehr lange bis er schläft.
Vielleicht sollte ich das Kuschel/-Vorleseritual auch einführen...das gefällt mir. aber ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn dann im bettchen schreiend alleine lassen möchte...hat das nicht etwas mit der ferbermethode zu tun? :?

Hm...vielleicht versuche ich wirklich, ihn nur noch 1x täglich hinzulegen. Was mich da nur verunsichert: ich merke ja, das er totmüde ist. wenn wir mogens einkaufen sind und ich länger mit dem auto unterwegs bin, schläft er auch ein, aber zu hause klappt es nicht. Bin ich zu fuss mit der trage oder dem kinderwagen unterwegs schläft er ebenfalls ein. Nur daheim will es einfach nicht klappen.

Leider oder zum Glück - es hat alles sein Für und wieder - nimmt er keinen Schnuller. Ich bzw. wir hatten uns dagegen entschieden. Inzwischen denk ich mir oft, ach hätten wir ihn doch daran gewöhnt, dann wäre jetzt wahrscheinlich einiges leichter. Ich habe viele verschiedene Marken und Formen probiert aber er verweigert jeden. Auch die Flasche nimmt er nicht. Auch das haben wir mehrfach probiert als ich noch zur Rückbildung gegangen bin und mein Partner den Kleinen ins Bett bringen wollte. Ich hatte also fleißg abgepumpt...konnte aber letzendlich die milch nicht gebrauchen.

Ich denke, wirklich brauchen tut er die Milch eh nicht mehr. Er isst fleißig seinen Brei bzw bei uns mit...und das wie eine siebenköpfige Raupe :P

Noch trage ich ihn vorne, was bei dem Gewicht von 10 kg schon anstrengend wird. Ich möchte schon lange die Rückentrage probieren, doch leider habe ich bisher niemanden gefunden, der mir die richtig zeigen kann. Die trageberaterin hier in der gegend ist nicht so dolle und in den Videos schaut alles so einfach aus, was sich aber bei uns nicht so einfach machen lässt, da phelan dann immer so unruhig wird und ich den versuch abrechen muss. aber dank des forums habe ich gerade jemanden in der nähe gefunden, der mir das hoffentlich zeigt.

Zu meinem Partner: leider ist mir der keine große hilfe und ich fühle mich oft allein gelassen. wenn wir am vortag mal ausmachen, dass er mit dem kleinen aufsteht wird das meistens nix. er bekommt es halt nicht mit, wenn Phelan wach wird und quengelt. Bis er dann wach ist und bereit aufzustehen bin ich schon hellwach und könnte eh nicht mehr schlafen. genauso hatten wir beredet, dass er am WE mit dem kleinen nachm Mittag spazieren geht, damit ich in Ruhe - also ohne gequengel und geschrei - mal etwas haushalt machen kann. aber leider wurde auch das in letzter Zeit nicht gemacht. Er ist nicht wirklich kritikfähig...d.h. wenn ich dann mal was sage bin ich eh nur am meckern. Ok, in letzter Zeit mecker ich bestimmt auch mehr als sonst :cry:

Lg, Katrin

Re: ich dreh noch durch

Verfasst: 23.04.2013, 21:32
von Wolfsmama
oh man...die letzten beiden kommenatre habe ich erst jetzt gelesen....da sieht man mal, wie lange man an so einem kurzen text sitzen kann :-/

hm...also doch ferbermethode....nee, davon halte ich eben auch nix. ich bekomme oft den tip, das buch "jedes kind kann schlafen lernen" zu lesen und jedes mal lehne ich dankend ab!