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jeden Abend Bedenken
Verfasst: 16.03.2013, 20:21
von snettchen
Guten Abend, ich habe keine richtige Frage, bin nur etwas unsicher!
Wir stille noch voll und es macht uns freude! Er ist 3 Monate und 5 Tage bei der letzten U4 wog er 6850g bei 60cm. Zunahme war nie ein Problem. Wir stillen z.Z. ca. 8-10 mal. Lege ich ihn öfters an, stillt er nur mal so 3-5 min.
Fast jeden Abend mache ich mir aber Gedanken, ob "die Milch reicht". Er dogt an, dogt ab, immer wieder und beginnt dann zu meckern, dann gibt es den Nuckel (unser ständiger Begleiter

). Irgendwann schläft er dann mit meiner Hilfe (wiegen) ein. Als er mal lange nicht getrunken hat war das natürlich anders, so wie ich es bisher kannte: trinke und dann einschlafen (ohne Nuckel). Ich habe immer Ängste, dass er nicht genug bekommt, weil er so rum meckert und eben nicht voll gefüllt einschläft, sondern dann wegen der Müdigkeit einschläft.
Dieses "ich habe nicht genug Milch" ist wie ein gesellschaftliches Gespenst. Meine Mama fragte noch vor Wochen, ob ich noch stille und genug Milch habe. Und in anderen Foren ist immer wieder zu lesen: hatte nicht genug Milch. Das macht mich kirre.
Wann sollte ich mir wirklich Gednaken machen?
Re: jeden Abend Bedenken
Verfasst: 16.03.2013, 20:51
von elanor
Hallo snettchen,
es melden sich sicherlich noch die Stillberaterinnen. Aber aus meiner Laien-Perspektive würde ich sagen: wenn es ihm gut geht und er zunimmt, dann reicht die Milch. Und mit meiner Tochter habe ich dier Erfahrung gemacht, dass sie ohne stillen nur einschläft, wenn sie keinen Hunger hat. Auch wenn sei dann noch an irgendetwas nuckelt... hat sie wirklich Hunger, dann meldet sie sich.
Wie du selbst ja schon gesagt hast, die Angst vor "zu wenig Milch" ist eher ein gesellschaftliches Gespenst und nur selten Realität. Genieße doch lieber deine anscheinend doch gute Stillbeziehung, die dir Freude macht!
LG Elanor
Re: jeden Abend Bedenken
Verfasst: 16.03.2013, 20:53
von mirahh
Ich bin keine Stillberaterin aber ich kenne das noch gut: phasenweise abends über stunden wechselstillen ohne ende. Baby unzufrieden,ich unsicher, Brust fühlt sich leer an und Baby will nur stillen stillen stillen. Ich war ziemlich verzweifelt bis mir eine Hebamme von Clusterfeeding erzählt hat und das passte total: Baby füllt sich einmal komplett das Verdauungssystem mit Milch für die Nacht und außerdem gibt es mit dem vielen stillen eine GROSSE Portion Milch für den nächsten Tag in Auftrag. Durch die Stimulation der Brust und durch die damit verbundene Hormonausschüttung wird am nächsten Tag mehr produziert. Das ist wichtig da dein Baby und damit sein Bedarf ja wächst. Wenn du in der Situation zufütterst, durchbrichst du diesen Regelkreis und hast tatsächlich weniger Milch!!
Außerdem hört irgendwann dieses wundervolle einschlafen weil total satt einfach auf. Mehr Lebensgeister,mehr Kraft,mehr Neugier.... Ich fand das auch schade.
Mir haben zwei Sachen geholfen,durchzu halten:
1. Guck dein Baby an-alles euch Mamimilch!ist das nicht toll? Ich habe dieses Wunder von Stillen und wachsen immer fasziniert und stolz beobachtet.
2. EsistnureinePhaseEsistnureine Phase... Gemütlich machen auf dem Sofa oder Schaukelstuhl oder Bett,leise fernsehen und einfach akzeptieren,dass das jetzt mal eine zeit lang so ist.
Halte durch und wenn du unsicher bist,es melden sich noch moderatorinnen,wenn du mehr brauchst.
Hält
Re: jeden Abend Bedenken
Verfasst: 16.03.2013, 20:56
von Himmelblume83
Die ein oder andere Mecker-Phase an der Brust kennst wohl jede Stillmama. Das ist meist eine Mischung aus Müdigkeit, aber irgendwie noch "zu aufgedreht" um sich richtig auf's Stillen zu konzentrieren. Mit zu wenig Milch hat das meines Wissens nix zu tun. Da brauchst Du Dir wohl keine Sorgen machen, schau dir dein Baby an (wie Mirahh schon richtig gesagt hat)
Man kann ein bisschen rumprobieren, ob etwas (außer abwarten *esistnureinephase*) hilft: Nur im Liegen Stillen, immer ein ruhiges Plätzchen suchen, Stillposition... Bei uns hat meist geholfen, wenn mann besonders "fest" gehalten hat (im Sinne von "Halt geben" ) und evt. so zwischendrin mal schnullern, zum runterkommen (das "Runterfahren" geht manchmal ohne Milch leichter), oder ein wenig umher tragen, dann weiter stillen.
Re: jeden Abend Bedenken
Verfasst: 17.03.2013, 07:23
von snettchen
Guten Morgen! Ihr habt ja so recht und Eure Erfahrungen tun gut zu lesen. Ich brauch im Moment auch kein Fachwissen, nur ein wenig *dashattenwirauch* und *dasistnureinephase* und *erverändertsich*. Das ist ok.
Ja, nicht jeder Tag ist gleich und "runter kommen" ist auch wichtig und das schafft er meist mit dem Nuckel.
Und dieser Blick: "ist alles MiMi" finde ich genial.
Danke Euch!
Re: jeden Abend Bedenken
Verfasst: 17.03.2013, 12:29
von jusl
Wann sollte ich mir wirklich Gednaken machen?
In Eurem Fall: gar nicht.
Dein Baby gedieh bislang mit Muttermilch wunderbar. Er ist jetzt in einem Alter, in dem der Gesamttagesbedarf an Milch KAUM MEHR steigt (
Quelle) - er wird zwar schwerer, aber der Kalorienbedarf pro kg Körpergewicht sinkt kontinuierlich. Damit steht fest: wenn er bislang gut zugenommen hat (d.h. er hat eindeutig genug Milch bekommen), dann wird er das auch weiterhin.
Also: stilltechnisch einfach so weitermachen, und sportlich an die abendliche Betreuung herangehen: Das, was ihn vom Weinen abhält, ist richtig. Dabei flexibel bleiben! Vielleicht ist (für eine Weile

) ein abendlicher Spaziergang das richtige? Oder Ihr verlegt die Schlafenzeit einfach mal einige Stunden nach hinten? Oder Du bleibst mit ihm auf dem Sofa anstatt im Schlafzimmer?.. Ausprobieren!
LG
Julia
Re: jeden Abend Bedenken
Verfasst: 18.03.2013, 05:44
von Sussa
*dashattenwirauch*
Ich hatte außerdem den Eindruck, dass meine Tochter abends zu müde ist um richtig fest zu saugen. Ich habe mir also angewöhnt, ab 18 Uhr auch bei häufigerem Stillwunsch nur eine Brust anzubieten, also nicht zu wechseln. Das habe ich ohne Empfehlung gemacht und ohne zu wissen, ob das richtig oder gut ist. Ich mache es einfach und es funktioniert. Um 20 Uhr gehe ich mit ihr hoch, lasse sie nochmal für 2- 5 Minuten die Abendbrust nuckeln, bis auf der wartenden Seite der MSR ausgelöst wurde. Das passiert immer, wenn eine Brust eine Weile nicht getrunken wurde. Dann wechsele ich. Da ich einen recht starken MSR habe, fließt die Milch fast von alleine und meine Tochter wird ganz ruhig und trinkt bis sie eingeschlafen ist.
Wie gesagt, ich weiß nicht, wie sinnvoll das aus Sicht eines Profis ist. Aber es war ein Experiment und es hat geholfen.