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Unser Gitterbett-Experiment

Verfasst: 13.03.2013, 22:22
von Pupu
Vor einer Weile waren die Nächte mit unserer Quatschbanane (anderthalb) grottenschlecht. Sie zahnte, war krank, schubte - alles zusammen oder im Wechsel, jedenfalls zog es sich hin... immer dachte ich "bestimmt ist es bald geschafft, das muss doch jetzt mal vorbeigehen". Aber es ging nicht vorbei. Dazu kam, dass wir beide Kinder schlecht zum Einschlafen bekommen haben. Während ich die Quatschbanane versucht habe einschlafzustillen, hat der Papi die Wildgurke bettfertig gemacht. Das zog sich aber oft hin weil die Wildgurke generell echt langsam ist und wenn sie müde ist noch langsamer. Die Quatschbanane ist währenddessen durchs Familienbett getobt und beim Stillen nicht mehr eingeschlafen, sondern irgendwann einfach abgehauen. Also bestanden unsere Abende darin, die Kinder so lange rumtoben zu lassen bis eines müde genug aussah, dann hat sich einer mit diesem Kind ins Familienbett hingelegt und gehofft, dass es einschläft. Oft war ich also zuerst mit der Kleinen im Familienbett, dann haute diese ab, dann ging ich mit der Grossen, das zog sich hin, dann sassen wir kurz gemeinsam erledigt auf der Couch, irgendwann war dann die Kleine müde genug, also ging einer von uns mit der Kleinen ins Bett... und dann war der Abend vorbei und mein Mann legte sich ebenfalls schlafen. Null Ruhepause, null gemeinsame Zeit, nach einer halben Stunde oder so das erste Aufwachen und ab da quasi ständig. Und stillen, stillen, stillen... Und immer wenn ich zum Stillen auf der Seite lag, kroch die Wildgurke von hinten so an mich ran, dass ich mich nichtmal mehr wieder hinlegen konnte. Kein Platz und ständig geweckt werden und niemals Zeit für mich. Es war zum Verzweifeln.

Irgendwann, ich weiss schon nicht mehr wie, kam ich drauf, dass wir ja mal spasseshalber ein Gitterbett ausprobieren könnten. Wahrscheinlich aus lauter Verzweiflung. Wir haben uns von einer Freundin eines geliehen, stellten es ins Kinderzimmer und kündigten der Wildgurke an, dass sie in Zukunft mit ihrer Schwester im Kinderzimmer (ein-)schlafen würde. Wir probierten es gleich am nächsten Abend aus: Ich stillte die Quatschbanane, der Papi brachte sie ins Bett, sie wunderte sich kurz, quengelte ein kurzes Momentchen - und legte sich dann von ganz allein hin und schlief ein :shock: :shock: :shock:

Das war vor ein paar Wochen. Seitdem ist alles viel entspannter bei uns. Wir machen die Kinder bettfertig. Entweder beide Kinder gehen ins Kinderzimmer und einer bleibt dort, bis beide eingeschlafen sind - oder der Papi bringt die Kleine im Kinderzimmer ins Bett und ich die Grosse im Schlafzimmer. Und dann ist RUHE! Herrliche Ruhe! Das ist genau das, was ich mir erhofft hatte... und noch mehr. Gewünscht hatte ich mir Entspannung für den Abend. Dass kein Kind plötzlich in der Tür steht. Dass wir nicht abwechselnd rumprobieren, wer jetzt gnädigerweise mal einschlafen würde, bis wir selber bettreif sind, sondern dass wir die Kinder ins Bett legen und dann wird geschlafen. Dass wir wenigstens ein Stündchen am Abend Zeit für UNS haben, ohne dass ich nach einer Viertelstunde wieder aufspringen und dauerstillen gehen muss. All das ist nun Wirklichkeit. Und nicht nur das: die Quatschbanane schläft so gut wie durch. Sie wacht kaum noch auf, gibt sich meist mit Wasser zufrieden oder legt sich einfach so wieder hin und schläft weiter. Mein Mann schläft bei ihr im Kinderzimmer, die Wildgurke und ich im Schlafzimmer. Wir alle haben also endlos PLATZ zum Schlafen. Ich stille nachts nur ein einziges Mal. Zwischen 4 und 5 kommt ein Zeitpunkt, wo die Quatschbanane entschieden nach Milch verlangt. Dann bringt mein Mann sie mir rüber, ich stille sie, bring sie wieder zurück und alle schlafen weiter. Morgens spielt sie ein wenig in ihrem Gitterbett vor sich hin und fängt dann irgendwann an, mich zu rufen. Davon wache ich auf und hol sie rüber ins Familienbett, dort wird sie wieder gekuschelt und gestillt und so beginnt für uns der Tag. Ich fühl mich so erholt!

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es aber doch. Ein Bisschen fehlt sie mir nachts. Das Familienbett ist so gross und leer, wenn nur die Hälfte der Familie drinliegt, auch wenn sich die Wildgurke erfolgreich für drei breitmacht. Eigentlich war geplant, dass das Gitterbett hoffentlich Erleichterung für die Abende schafft und wir sie zu uns ins Bett holen würden, sobald sie das erste Mal aufwacht. Aber sie schläft im Familienbett nicht mehr ein. Ich muss sie tatsächlich zurück ins Gitterbett bringen zum Schlafen. Plötzlich ist sie gross und schläft im eigenen Zimmer... und die Grosse hat Angst und schläft bei Mama... verkehrte Welt. Ich bin doch so ein Familienbettverfechter und nun hab ich ein Gitterbettkind, das im eigenen Zimmer schläft. Verrückt. Aber endlich wieder schlafen können... das ist auch genial. Ein lachendes und ein weinendes Auge.

Und was lerne ich daraus? Kinder sind verschieden. Ich bin mir sicher, mit der Wildgurke hätte das nicht geklappt. Ich war so überzeugt vom Familienbett. Und dann kommt die Quatschbanane und wirft alle meine Prinzipien über den Haufen :lol: Ich bin noch immer ein Familienbett-Verfechter, aber muss mehr und mehr eingestehen, dass an den vielen "mein Kind schläft allein im Kinderzimmer und schläft durch"-Geschichten vielleicht doch etwas dran ist - ohne, dass die Eltern zwangsläufig das Kind ferbern. Jedes meiner Kinder erweitert meinen Blickwinkel ein Stück mehr. Was nützt mir alles artgerechte, wenn mein Kind im "Babyknast" plötzlich zufriedener, ausgeglichener und ausgeschlafener ist?

Tja, ich wollte das mal mit euch teilen. Dass es auch anders gehen kann. Dass manchmal die Lösung auch völlig andersrum aussehen kann als das, was wir als richtig erachten. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Hoffentlich können wir auch weiterhin so gut schlafen - klopfaufholz! Und wenn nicht, werden neue Lösungen gesucht - konventionelle und unkonventionelle. Nichts ist unmöglich. Gute Nacht!

Re: Unser Gitterbett-Experiment

Verfasst: 14.03.2013, 09:20
von klecksauge
Glückwunsch!!!

Danke für deinen Bericht!

Re: Unser Gitterbett-Experiment

Verfasst: 14.03.2013, 10:53
von Alanna
Ich kenne das von meiner Großen auch... sie hat bei uns im Bett vllt. das erste halbe Jahr gut geschlafen, danach ist sie in ihr eigenes Bett umgezogen. Seither kommt sie nur noch morgens zum Kuscheln in unser Bett - selbst wenn sie krank ist will sie in ihr Bett...
Der Kleine war dafür ganz anders, er war 2,5 Jahre lang bei uns im Bett - ist jetzt aber auch von einem auf den anderen Tag in sein Bett umgezogen.

Ich wünsche euch weiterhin gute Nächte und ans leere Familienbett gewöhnt man sich auch irgendwann ;-) *hoff*

Re: Unser Gitterbett-Experiment

Verfasst: 14.03.2013, 12:41
von Steff
Das freut mich für euch beide!
Ich finde es auch immer spannend wie unterschiedlich Kinder sind.

Mein Großer ist mit 4,5 Jahren von sich aus in sein eigenes Zimmer umgezogen. Die Große ist jetzt 5,5, wir haben es eine Weile versucht sie mit der Kleineren, 3,5 Jahre, im Mädchenzimmer im Geschwisterbett schlafen zu lassen. Das einschlafen klappt dort auch, aber nachts kommt sie rüber in mein Bett, die Kleine schreit irgendwann, bis ich sie schnell holen komme. Da ist es für mich nachts entspannter, wenn sie direkt in meinem Bett einschlafen.
Ich hatte gedacht, die Große würde auch im gleichen Alter wie ihr Bruder in ihr Zimmer ziehen und die Kleinere gleich mit, vor allem da sie im Bett dort nicht alleine sind. Aber meine Töchter sehen das anders :D Der Kleine schläft nur mit engem Körperkontakt.

Ich denke auch nicht, dass alle Kinder die in ihrem eigenen Zimmer schlafen, geferbert wurden.

Ich bin bei meinen Kindern von meinen Erfahrungen in der Kindheit ausgegangen. Ich habe die ersten 6 Jahre im Schlafzimmer im eigenen Bett geschlafen, bin aber fast jede Nacht ins Bett meiner Eltern geklettert und bin danach noch lange jede Nacht rüber von meinem Zimmer ins Elternbett geklettert, wo ich vor allen Albträumen und Monstern geschützt war und mich sooo geborgen gefühlt habe. Dieses Gefühl wollte ich meinen Kindern nicht vorenthalten.

Ich glaub wenn mal kein Kind mehr bei mir schläft muss ich mich an den Zustand auch erst gewöhnen.