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Hektischer Bursche, Schmerzen beim Stillen

Verfasst: 12.03.2013, 17:30
von Tikina
Hallo!

Seit 2 Wochen ist unser Bubi nun auf der Welt und das Stillen will nich so ganz klappen.

Erstmal paar Informationen:

Termin hatte ich am 11.03. Aufgrund meiner schlechten Leberwerte und da der Bub wohl in der 37. SSW schon zu groß war, sollte ich 38+0 zur Einleitung kommen. Hatte dann aber 38+0 auch schon leichte Wehen und 38+1 kam der Bubi dann nach Gelgabe zur Welt.
Die Schwestern haben mir nich wirklich gezeigt wie ich richtig stille, sondern ich durfte mir Dinge wie "Naja, Jungs sind halt langsamer" "Das ist aber ein ganz schön faules Exemplar" etc anhören. Die haben dann den Kopf vom Bubi gepackt, meine Brust genommen und angedockt. Was mir mit "nur" zwei Händen so nich gelingen konnte. Außerdem ist er ständig eingeschlafen. Und meine Brustwarzen waren schon schön wund. Als ichs immernoch nich alleine geschafft hab, sollte ich Stillhüttchen benutzen und ich dachte der Bub reißt mir bei lebendigem Leib die Warze raus. Mir liefen die Tränen. Zudem hat er auch abgenommen und ich sollte ihn zwischendurch wach machen, aber er is ja selbst wenn er von alleine wach war eingeschlafen und wenn ich ihn wach gemacht hab, hat gar nichts geklappt.
Zuhause klappt es jetzt schon besser, aber er wird super schnell hektisch. Schmeißt den Kopf umher, haut und kratzt mit den Händen im sich, strampelt mit den Beinen.
Zwischen 10 - 30 Min brauchen wir bis er angedockt ist. Wenn er denn dann mal den Mund weitgenug aufgemacht hat, macht er die Zunge an den Gaumen. Auf den Warzen ist Grind und jeglicher Stoff tut weh.

Im KH wollten die Schwestern zufüttern, weil er abgenommen hat, aber das wollte ich nich.

Momentan hat er nachts einen 3-4std Rhythmus. Wobei wir gut 1 std stillen mit Windelwechsel zwischen dem Brustwechsel. Tags hat er so zwischen 2-4 std Rgythmus. Wach ist er Tags immer mal eine halbe Std. Oft schläft er ein nach beiden Brüsten, ich leg ihn ab und er wird wach und sucht wieder.

Vorgestern war er jede Std wach und hat gesucht. Meine Brüste haben so wehgetan, dass ich ihm einen Schnuller gegeben hab und geheult hab, weil ich ihm eigentlich keinen Schnuller geben wollte.

Mindestens einmal am Tag hat er momentan Stuhlgang und die Windel ist beim Wickeln immer voll Urin (genaue Anzahl weiß ich jetzt leider nich).

So und hier noch die Gewichtsdaten:

26.02. 3790g Geburt KH
27.02. 3570g KH
28.02. 3540g KH
01.03. 3510g KH
02.03. 3620g Hebamme
04.03. 3690 g Hebamme
11.03. 3870g Hebamme

Ich hoffe ich hab nichts vergessen.

Liebe Grüße

Gesendet von meinem Samsung Galaxy SII

Re: Hektischer Bursche, Schmerzen beim Stillen

Verfasst: 13.03.2013, 16:17
von Leah_Lion
Du Arme, warum antwortet dir denn keiner :(....

Also ich würde wirklich mal bei der LaLecheLiga anrufen, vielleicht kommt mal jemand vorbei oder berät dich wenigstens am Telefon.

Ansonsten warst du beim Osteopathen? Mein Sohn hatte nach Glockengeburt auch so schlecht getrunken, nach dem osteopathenbesuch gings ein wenig besser.

Wie gesagt, meine nicht-Experten-sondern-selber-ausprobiert-Tipps wären:

Ärmchen pucken, am Finger ansaugen lassen und wenn das gut klappt schnell die Brustwarze anbieten, zwischendurch die Schalen tragen, kann man auch mit Heilwolle ausstopfen, probieren ob es eine Position gibt, wo es besonders gut klappt (war bei uns im Sitzen auf tausend Kissen)...

Und vielleicht mal über die Suche und Tipps hier noch nach was suchen???

Tust mir wirklich leid, ich hab damals auch 2 Wochen geheult und meine Hebamme war einfach keine Hilfe. Für uns waren wie gesagt zum Ansaugen die Stillhütchen der durchschlagende Erfolg, aber ich weiß, dass eigentlich davon abgeraten wird, deswegen sag ichs bloß aber würde es nicht empfehlen ;). Mein Sohn hatte aber nie Probleme mit Saugverwirrung, der hat auch Flasche und Nuckel problemlos genommen.

Ich drück dir die Daumen! Halt durch! Das wird besser, wirklich!

Re: Hektischer Bursche, Schmerzen beim Stillen

Verfasst: 13.03.2013, 21:44
von Camille1984
Hallo,

ich mag dir einfach mal Mut machen, da ich für mehr nicht qualifiziert bin.
Unser kleiner Mann war auch so ein Hektiker. Das Andocken war schwierig, er hat viel zu schnell getrunken (nie länger als 10 bis 15 Minuten) und hatte mega viel Luft im Bauch und dementsprechend Blähungen und Bauchweh. Ich kann sehr gut verstehen, dass es dich belastet.
Ach ja, im Krankenhaus (Uniklinik) hat man mir das Stillen genauso gezeigt. Kopf und Busen in die Hand und zusammen gedrückt...das war sehr demütigend für mich. Ich hatte Glück, dass es irgendwie dann doch geklappt und ich glücklicherweise keine Hilfsmittel gebraucht hab.
Uns hat aber auch das ominöse Ansaugen sehr oft geholfen. Meiner hatte schon sehr schnell einen Schnuller (musst du aber nicht!) und immer wenn er es an der Brust nicht geschafft hat, hab ich ihn sich am Schnuller beruhigen lassen, den dann schnell gezogen und direkt angedockt. Das geht aber doch bestimmt genauso gut mit dem Finger, wenn man keinen Schnuller mag. Diese Methode haben wir lange sehr oft gebraucht.
Seit er etwa 4 Monate alt ist, ist das Stillen wunderschön und entspannt geworden. Seit diesem Zeitpunkt habe ich Spaß am Stillen und stille nicht mehr nur aus Pflichtbewusstsein. Mein Sohn trinkt zwar immer noch schnell aber ich genieße diese Momente meistens sehr und möchte noch lange stillen. Auch das Bauchweh-Problem ist bei uns heute, bis auf seltene Ausnahmen, weg.

Also Kopf hoch. Manche Kinder sind so. Meiner ist nicht nur beim Trinken ein daueraktives Bärchen. Alles wird sich einspielen und du wirst es genießen. Aber gib nicht zu schnell auf, denn die Mühe ist es wirklich wert!

Re: AW: Hektischer Bursche, Schmerzen beim Stillen

Verfasst: 13.03.2013, 23:37
von honigtopf2010
Die Zunge am Gaumen macht mich stutzig. Was sagt die Hebamme dazu? Ansonsten wirklich frühe Hungerzeichen! Anlegen bei jedem Piep. Und den Schnuller ganz schnell wieder in die Schublade. Dass er so pennt... Hatte er Gelbsucht? Fühl dich gedruckt. An die Brust lass Luft.

Re: Hektischer Bursche, Schmerzen beim Stillen

Verfasst: 14.03.2013, 09:23
von Mondenkind
Hallo Tikina, ich antworte Dir nachher.

Re: Hektischer Bursche, Schmerzen beim Stillen

Verfasst: 14.03.2013, 09:49
von Mondenkind
Erstmal herzlichen Glückwunsch zum Baby.
26.02. 3790g Geburt KH
27.02. 3570g KH
28.02. 3540g KH
01.03. 3510g KH
280g sind eine völlig normale anfängliche GEwichtsabnahme. Ein gutes Zeichen.
11.03. 3870g Hebamme
14 Tage nach der Geburt ist das GEburtsgewicht schon deutlich überschritten- ebenfalls ein gutes Zeichen, denn mit der Milchbildung ist damit mit Sicherheit alles im grünen Bereich. Eine Indikation zum Zufüttern hat nach diesen Daten nie bestanden, gut, dass Du das verweigert hast. Auch die Ausscheidungen klingen normal.
aber er wird super schnell hektisch. Schmeißt den Kopf umher, haut und kratzt mit den Händen im sich, strampelt mit den Beinen.
Das gibt es, manche Kinder regen sich schnell auf und sind dann nur schwer anzulegen. Helfen tut da:
* wirklich sofort bei den frühen Hungerzeichen (Schmatzen, Kopf bewegen, Arme und Beine bewegen, ... ) anlegen
* verschiedene Stillpositionen ausprobieren
* kurz am Finger saugen lassen, wenn er sich nicht andocken lässt, wenn er am Finger saugt, abmachen und an die Brust legen
* ansonsten künstliche Sauger wie Schnuller weglassen
* ein wenig Milch ausdrücken und auf der Brustwarze stehen lassen zum Andocken

Was die Stillhütchen angeht, geht es mit denen besser oder schlechter oder ändert es nichts?
Wenn er denn dann mal den Mund weitgenug aufgemacht hat, macht er die Zunge an den Gaumen.
Macht er das immer oder nur wenn er sich aufregt? Es kann gut sein, dass er das bleiben lässt, wenn er das Andocken besser beherrscht, ansonsten kann man da auch gut noch was machen, um es ihm beizubringen. Auch hierfür wäre es sehr wichtig, zunächst auf den Schnuller zu verzichten.

Was Deine Brustwarzen angeht, die werden besser werden, wenn sich die Anlegesituation entspannt hat. Als Sofortmaßnahmen empfehle ich
* regelmäßiges Cremen mit Wollfett
* trage Brustwarzenschoner oder bastel Dir einen Brustdonut, die Anleitung findest Du in unserer Linksammlung Stillwissen, dort findest Du auch viele Infos zu wunden Brustwarzen
* wenn die Brustwarzen nicht offen oder verkrustet sind, kannst Du sie auch gerne mal an der Luft trocknen lassen

Hierzu noch:
Oft schläft er ein nach beiden Brüsten, ich leg ihn ab und er wird wach und sucht wieder.
Wie schnell nach dem Einschlafen legst Du ihn denn ab? Kleine Kinder brauchen länger, bis sie im Tiefschlaf sind. In welcher Stillposition stillst Du denn? Wenn Du ihn im Liegen stillst, bräuchtest Du ihn ja nicht abzulegen, dann kann er an der Brust einschlafen und Du kannst aufstehen, wenn er tief schläft.

Re: AW: März & April Babys 2013

Verfasst: 14.03.2013, 11:00
von Tikina
Danke für eure lieben Worte.

Heute Nacht hab ich bei den kleinsten Anzeichen angelegt und es hat bis auf einmal sehr gut geklappt. Links klappt besser als rechts. Rechts ist auch noch mehr Grind auf der Brustwarze.

Ich hab ihn immer vor mir (also Bauch an Bauch) liegen. Anders komm ich irgendwie gar nich zurecht. Auch nich mit Stillkissen. Doch, das hab ich in meinem Rücken liegen. Im Liegen komm ich noch nich so klar. Da verrenke ich mich irgendwie zu arg und bekomm Rückenschmerzen.

Mit dem Zunge an Gaumen meinte die Hebamme eben: "ja das ist bei manchen halt so." Sie ist mir nich wirklich eine Hilfe. Gewogen hat er eben 4010gr.
Er macht das mit dem Gaumen auch nur, wenn er hektisch ist und kurz vorm weinen ist.

Richtig hektisch wird er, wenn ich (ich wusste das nich :(, hat mir keiner je gesagt und ich komm mir grad echt blöd vor, dass ich das nich wusste) ihn halt erst anlege, wenn er schon knottert und kurz vorm weinen ist.

Gelbsucht hat/hatte er keine.

Weglegen tu ich ihn, wenn er selbst abdockt und der Kopf meist mit offenem Mund zur Seite gleitet.

Schnuller bekommt er nich mehr. Hat er nur einmal bekommen.

Stillhütchen: Ich hatte im KH zwei verschiedene Größen und er hat mit der einen Größe nich viel anfangen können und mit der anderen hat er so gezogen, dass ich dachte er zieht mir die Brustwarze raus und er hat nach kurzer Zeit angefangen zu weinen, das Hütchen auszuspucken und ist nicht mehr an das Hütchen gegangen.

Gesendet von meinem Samsung Galaxy SII

Re: AW: Hektischer Bursche, Schmerzen beim Stillen

Verfasst: 14.03.2013, 11:37
von honigtopf2010
Hallo Tikina, das klingt heute doch schon optimistischer. Wie schön! Du hast ja jetzt hier Mondenkind. Das relativiert doch die ErfahrungsMängel deiner Hebamme. Das mit dem Wollfett aus der Apotheke kann ich auch gut empfehlen. Ich nehme es im Winter auch bei blutig rissigen Lippen. Meins ist von Lan*sinoh. Teuer aber lohnt sich. Stillen im Liegen ist Übungssache, glaube ich. Lohnt sich aber unheimlich!

Re: AW: März & April Babys 2013

Verfasst: 14.03.2013, 13:07
von Mondenkind
Gewogen hat er eben 4010gr.
Super, da habt Ihr definitiv kein Problem.
Tikina hat geschrieben:Ich hab ihn immer vor mir (also Bauch an Bauch) liegen. Anders komm ich irgendwie gar nich zurecht. Auch nich mit Stillkissen. Doch, das hab ich in meinem Rücken liegen. Im Liegen komm ich noch nich so klar. Da verrenke ich mich irgendwie zu arg und bekomm Rückenschmerzen.
Ich würde das trotzdem immer mal wieder probieren, Stillen im Liegen ist unglaublich praktisch und gerade für nachts unerlässlich, wie ich finde.
Tikina hat geschrieben:Mit dem Zunge an Gaumen meinte die Hebamme eben: "ja das ist bei manchen halt so." Sie ist mir nich wirklich eine Hilfe. Er macht das mit dem Gaumen auch nur, wenn er hektisch ist und kurz vorm weinen ist. Richtig hektisch wird er, wenn ich (ich wusste das nich , hat mir keiner je gesagt und ich komm mir grad echt blöd vor, dass ich das nich wusste) ihn halt erst anlege, wenn er schon knottert und kurz vorm weinen ist.
Es gibt wirklich Kinder, die das dann machen, aber das ist ja nicht unbedingt eine Hilfe. Wichtig ist für Dich zu wissen, das es helfen kann, dann wirklich ganz sorgfältig auf die frühen Hungerzeichen zu achten, damit er sich nicht so aufregt. Da hätte man Dich wirklich besser unterstützen müssen, woher sollst Du das sonst wissen?
Weglegen tu ich ihn, wenn er selbst abdockt und der Kopf meist mit offenem Mund zur Seite gleitet.

Schnuller bekommt er nich mehr. Hat er nur einmal bekommen.
Beides sehr gut :wink:
Das mit dem Hütchen würde ich lassen, wenn es keine Hilfe ist.

Versuch wirklich, auf die frühen Hungerzeichen zu achten, damit er sich nicht erst so aufspult. Wenn er sich aufregt, bleib ganz ruhig, alles kein DRama, das kriegt man alles hin. Beruhigen, evtl. erst kurz den Finger geben, dann erneut versuchen. Und immer dran denken: das spielt sich ein, das bleibt jetzt nicht etwa ewig so :wink: . Pflege die Brustwarzen mit Wollfett, die werden bald heilen, ganz sicher, vor allem, wenn er ruhiger wird an der Brust.

Re: Hektischer Bursche, Schmerzen beim Stillen

Verfasst: 14.03.2013, 13:36
von Mondenkind