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Hoffnung auf Vollstillen aufgeben?

Verfasst: 17.02.2013, 09:41
von Rosenrot85
Hallo,

vielleicht hat ja jemand Zeit und Lust sich mein Anliegen durchzulesen. Ich hoffe, ich kann es einigermaßen strukturiert aufschreiben:

Nach der Geburt meiner Tochter vor 5 Wochen hatte ich zuerst keine Milch; zumindest glaube ich dies.
Im Krankenhaus habe ich immer versucht sie anzulegen, aber sie hat gleich sofort geschrien gehabt und wollte nicht saugen.

Im Krankenhaus bekam ich an Tag 2 oder 3 dann eine Milchpumpe, um eventuell Muttermilch zufüttern zu können.
Nachdem ich 45 Minuten gepumpt hatte, hatte sich kein einziger Tropfen gebildet; auch bei den folgenden Malen Abpumpen nicht. So haben wir uns dann entschlossen Pre zuzufüttern.

Einen "Milcheinschuss" habe ich auch nie gespürt.
Ich habe dann immer weitergepumpt (ca. 6 mal täglich je 30 Min). Am Tag 5 kamen pro Pumpvorgang endlich rund 20ml zusammen.

Die Brust habe ich immer weiter angeboten (wobei "angeboten" falsch ist, freiwillig möchte sie die Brustwarze nie in den Mund nehmen, ich muss sie da schon "rein drücken" und hoffen, dass sie anfängt zu saugen). Aber leider klappt das nicht so.
Meist wird sie puderrot und schreit vor Wut - ist ja klar, beim Fläschen muss sie sich auch nicht so anstrengen.

Mittlerweile pumpe ich weiterhin ca. 6 Mal täglich 30 Minuten (oder 15 min, wenn ich doppelpumpe), wobei nachts schon mal ne Pause von 6-7 Stunden entsteht (ist das schlimm? Ich habe ausgetestet und festgestellt, dass ich nach einer solch langen Pause natürlich beim darauffolgenden Pumpvorgang dann mehr Milch erziele, aber die Tagesmilchmenge bleibt gleich (also verringert sich trotz langer Pause nicht), egal ob es da eine längere Pause gibt oder nicht...)

Pro Tag komme ich jetzt auf etwa 400ml - das find ich nicht grad sehr befriedigend.
Zur Steigerung der Milchmenge probiere ich (frei nach dem Motto "viel hilf viel" ;) ) seit etwa 2 Wochen Folgendes:
- 2 alkoholfreie Weizenbiere am Tag,
- Bierhefetabletten,
- Bockshornkleetabletten,
- Stilltee,
- Milchbildungsöl zum Einreiben und
- Schüsslersalze von der Hebamme.
Allerdings merke ich, seit ich diese Mittelchen austeste, keinen Unterschied zu vorher...
Zusätzlich massiere ich die Brust oder dusche sie warm ab.

Derzeit füttere ich etwa 2/3 Pre und 1/3 abgepumpte Muttermilch.

Gerne würde ich vollstillen, aber auch meine Hebamme meinte, das würde vermutlich nicht klappen. Ich denke auch, dass sie da recht hat.

Ich habe Folgendes schon probiert:

- andere Sauger für die Fläschchen (z. B. Medela calma) - hat nicht geklappt, da sie auch hier vor Wut, weil so wenig kommt, anfängt zu schreien

- ich lege sie mehrmals am Tag an. Manchmal klappt dies "gut" (für meine Verhältnisse) und sie saugt an jeder Brust wenige Minuten (ob sie dabei aber wirklich effektiv trinkt weiß ich nicht. Vor einigen Tagen hat sie unglaubliche 15 Minuten an einer Brust gesaugt und hinterher vor Hunger geschrien und 150ml aus dem Fläschen leergesüppelt).
Das Anlegen klappt nicht immer. Ich habe es vor dem Fläschengeben, mittendrin oder hinterher probiert. Ich habe probiert sie im Halbschlaf anzulegen, weil ich dachte, dann würde sie instinktiver saugen.

- Ich habe mir ein Brusternährungsset bestellt. Das ist noch nicht angekommen. Ich bezweifele aber auch hier den Erfolg, weil sie hier vermutlich ähnlich wie beim Medela calma so wenig rausbekommen wird, dass sie wütend wird und schreit.

Ich weiß auch nicht, ob die Kleine wirklich was rausbekommt, wenn sie an der Brust ist.
Von anderen Frauen lese ich immer wieder, dass die Milch sogar "rausspritzt". Währenddessen es bei mir so ist, dass, selbst wenn ich die Brustwarze zusammendrücke, höchstens ein kleines Tröpfchen austritt.
Habe ich vielleicht doch zu wenig Milch um die Kleine zu stillen?

Was mich an der Situation stört:

1.
Ich würde gerne vollstillen, weil ich es für die Bindung zum Baby zwar nicht als erforderlich ansehe, aber als sehr schön für beide.

2.
Der Gesundheitsaspekt. Das Muttermilch das Gesündeste ist, muss ich hier ja sicher nicht ausführen.

3.
Die Zeit.
Es ist unglaublich stressig, den ganzen Tag Plastikberge auszuwaschen und abzukochen. Nebenbei dann noch abzupumpen und die Kleine dann noch zu füttern.
Außerdem mache ich mir Sorgen um die Hygiene. Bei dem ganzen Plastikkram kann es ja eventuell mal vorkommen, dass etwas doch nicht so steril ist, wie es sein sollte oder das der Behälter zur Aufbewahrung im Kühlschrank nicht 100% verschlossen war, oder was auch immer...

4.
Zufriedenheit
Die Kleine hat oft zu ungenauen Zeiten hunger, also, was ich meine, sie hält sich nicht unbedingt an ein 3-4 Stunden Rhythmus.
Das führt dazu, dass sie oft aufwacht und vor Hunger schreit. Wie SCHÖN wäre es da doch, wenn ich sie einfach anlegen könnte. Stattdessen lasse ich alles stehen und liegen, laufe in die Küche, fülle Milch ins Fläschen, erwärme es, laufe währenddessen vom Baby zur Küche hin und her, um hier die Kleine zu beruhigen und dort die Temperatur der Milch zu kontrollieren. Aargh!

5.
Ich verwerfe auch jeden Tag zwischen 50ml und 150ml Muttermilch, weil sie manchmal mehr und manchmal weniger Hunger hat und ich sie natürlich nicht wieder aufwärmen kann.

Ich weiß auch nicht, was ich nun toll soll. Die Kleine noch öfter versuchen anzulegen? Aber es bringt halt nicht unbedingt was. Meist verweigert sie die Brust komplett oder aber sie trinkt/nuckelt ein paar Minuten und schreit dann vor Wut/Hunger.

Ich könnte mir auch vorstellen, wenn das mit dem Stillen nun nicht klappen sollte *heul*, dann voll "pumpzustillen", also ihr gar keine Pre-Nahrung mehr zu geben. Allerdings habe ich momentan keinen halben Liter am Tag und sie trinkt über 1000ml/Tag. Und ich weiß nicht, wie ich meine Milchmenge noch steigern könnte.

Mit einer Stillberaterin hatte ich schon Kontakt.

So, falls sich jemand durch den doch sehr langen Text kämpfen konnte und ein paar Meinungen/Tipps/Erfahrungen für mich hat, wäre ich darüber sehr dankbar! :)

Lieben Gruß und einen schönen Sonntag!
Rosenrot

Re: Hoffnung auf Vollstillen aufgeben?

Verfasst: 17.02.2013, 10:18
von Lucccy
Hallo,

so lang war der Text doch gar nicht. :)

Du wirst sicher noch viele gute Tips der Stillberaterinnen bekommen, einen wage ich schon vorherzusagen: besorg Dir bitte VOR dem ersten Einsatz des Brusternährungssets diese Broschüre http://www.hebamedia.de/produkte/eltern ... ehrungsset
Die beiliegende Anleitung ist wohl nur bedingt zu gebrauchen, daher wird diese Broschüre hier immer empfohlen - ich persönlich kenne keins von beidem.

Warst Du eigentlich wegen der Milchmenge schon beim Arzt? Wenn ja: was wurde da schon unternommen?

Gruß Lucccy

Re: Hoffnung auf Vollstillen aufgeben?

Verfasst: 17.02.2013, 10:37
von Rosenrot85
Hallo Lucccy,

lieben Dank für deine Antwort! :)

Nein, beim Arzt war ich noch nicht. Ich habe nächste Woche sowieso einen Termin beim Frauenarzt und werde das da auch mal ansprechen.

Meine Hebamme sagte, es wäre nicht ungewöhnlich, dass beim Pumpen nicht so viel herauskommt und ein Baby (was richtig saugen würde), würde mehr aus der Brust herausbekommen.
Auf der anderen Seite lese ich aber öfters von Frauen, die komplett pumpstillen, also die dann auch mehr Milch beim Pumpen rausbekommen. Und mit meinem knappen halben Liter, von dem auch noch einiges weggeschüttelt wird, kann ich die Kleine ja nun nicht ernähren.. :(

Lieben Gruß
Rosenrot

Re: Hoffnung auf Vollstillen aufgeben?

Verfasst: 17.02.2013, 11:39
von MonaM80
Erst mal: Ich denke nicht, dass du deine Hoffnung auf Vollstillen aufgeben musst. Es gibt sogar Frauen, die schon abgestillt haben und dann relaktieren, also wieder zum Stillen zurückkehren. Natürlich ist das häufig etwas zeitaufwändig, aber es geht. Insofern ist bei dir, meiner Meinung nach, noch alles drin.

Deine Hebamme hat recht: Pumpen schaffen es nicht, die Brust auf dieselbe Art zur Milchbildung zu Stimulieren, wie es ein Baby kann. Insofern ist es meiner Ansicht nach vor allem wichtig, dass du dein Baby wieder an die Brust "gewöhnst"-das Brusternährungsset kam hier ja schon zur Sprache.
Mit Sicherheit werden dir die hier beratenden Stillberaterinnen noch gute Hinweise geben können. Ich denke aber, dass es auch gut wäre, wenn du eine Stillberaterin vor Ort aufsuchen könntest, die sich direkt ein Bild davon machen kann. Gibt es in deiner Nähe Stillgruppen oä, die von einer Stilberaterin geleitet werden? Die würde ich dann auch aufsuchen.

Re: Hoffnung auf Vollstillen aufgeben?

Verfasst: 17.02.2013, 11:44
von MonaM80
Ich weiß auch nicht, ob die Kleine wirklich was rausbekommt, wenn sie an der Brust ist.
Von anderen Frauen lese ich immer wieder, dass die Milch sogar "rausspritzt". Währenddessen es bei mir so ist, dass, selbst wenn ich die Brustwarze zusammendrücke, höchstens ein kleines Tröpfchen austritt.
Habe ich vielleicht doch zu wenig Milch um die Kleine zu stillen?
Noch kurz hierzu:

Der Körper reguliert die Milchbildung nach dem Bedarf des Kindes. Momentan bekommt dein Körper aber nicht ausreichend Nachfrage nach mehr Milch, da das Pumpen nun einmal nicht denselben Effekt hat wie ein Baby. Du hast also nicht "zu wenig Milch" per se-du forderst mit den momentanen Maßnahmen eben nur nicht mehr an, deswegen wird auch nicht mehr produziert. Insofern ist es meiner Ansicht nach wie gesagt das Wichtigste, dass dein Kind und die Brust wieder "zueinander kommen", denn nur so wird sich deine Milchmenge dauerhaft steigern lassen und das Vollstillen ermöglicht.

Re: Hoffnung auf Vollstillen aufgeben?

Verfasst: 17.02.2013, 12:07
von Lucccy
Hallo,

was für die Stillberaterinnen sicher noch interessant wäre: Du schriebst von verschiedenen Saugern. Wie viele/welche unterschiedlichen Flaschensauger hast Du denn schon genutzt?

Hast Du eigentlich die Möglichkeit, noch öfter am Tag zu pumpen? 6mal ist meines Wissens weniger, als die meisten Frauen anlegen.
Und wie viel Unterstützung bekommst Du von Deinem Partner bei Deinen Bemühungen?

Gruß Lucccy

Re: Hoffnung auf Vollstillen aufgeben?

Verfasst: 17.02.2013, 12:17
von jusl
Hallo und herzlich willkommen hier,

ich geh mal der Reihe nach:
Nach der Geburt meiner Tochter vor 5 Wochen hatte ich zuerst keine Milch; zumindest glaube ich dies.
Im Krankenhaus habe ich immer versucht sie anzulegen, aber sie hat gleich sofort geschrien gehabt und wollte nicht saugen.
Das war sicher eine nervenaufreibende Situation. Wie war denn Eure Geburt? Meinst Du der unglückliche Stillstart könnte damit zu tun haben?
Im Krankenhaus bekam ich an Tag 2 oder 3 dann eine Milchpumpe, um eventuell Muttermilch zufüttern zu können.
Nachdem ich 45 Minuten gepumpt hatte, hatte sich kein einziger Tropfen gebildet; auch bei den folgenden Malen Abpumpen nicht. So haben wir uns dann entschlossen Pre zuzufüttern.
Erinnerst Du Dich noch, welche INFOS Du vom KH-Personal zum Pumpen bekommen hattest? 45 min sind ja uuuunglaublich lang... Das Zufüttern war in dieser Situation aber auf jeden Fall richtig.
Einen "Milcheinschuss" habe ich auch nie gespürt.
Da Du heute ca 400 ml Milch täglich bildest, hattest Du auf jeden Fall einen Milcheinschuss, wann, wo und wie auch immer. ;-)
Die Brust habe ich immer weiter angeboten (wobei "angeboten" falsch ist, freiwillig möchte sie die Brustwarze nie in den Mund nehmen, ich muss sie da schon "rein drücken" und hoffen, dass sie anfängt zu saugen). Aber leider klappt das nicht so.
Meist wird sie puderrot und schreit vor Wut - ist ja klar, beim Fläschen muss sie sich auch nicht so anstrengen.
Hattest Du Unterstützung während dieser Zeit? "Rein drücken" bis zum Schreien vor Wut hilft NIE, das ist leider so... Das Baby soll ja lernen, sich an der Brust WOHL zu fühlen, und durch beruhigendes, angenehmes, gewohntes Saugen gleichzeitig die Nähe der Mutter zu spüren als auch Hunger und Durst zu stillen. Der Weg dorthin kann mühselig und durchaus mit Arbeit verbunden sein, aber mit Schreien, bis das Baby rot anläuft, klappt es NIE. Das kann ich nach vielen Jahren Stillberatung in fester Überzeugung sagen.
Mit der "Anstrengung" beim Fläschchentrinken hat es übrigens nichts zu tun - es ist schlichtweg eine Frage der Gewöhnung. Die TECHNIK, was genau das Baby mit Zunge und Kiefer tun muss, ist an Brust und Flasche unterschiedlich. Auch das Mundgefühl unterscheidet sich erheblich. Mit einem Wechsel zwischen diesen beiden Techniken kommen sehr viele junge Babys überhaupt nicht gut zurecht. Das Stichwort ist hier "Saugverwirrung" - damit sind genau diese Schwierigkeiten gemeint. Schau mal in unserer Linksammlung Stillwissen, dort findest Du ausführliche Hinweise zu Saugverwirrung und deren Behandlungsmöglichkeiten.
Mittlerweile pumpe ich weiterhin ca. 6 Mal täglich 30 Minuten (oder 15 min, wenn ich doppelpumpe), wobei nachts schon mal ne Pause von 6-7 Stunden entsteht (ist das schlimm?
Nein, das ist nicht schlimm. Aber für eine weitere Steigerung der Milchmenge wird vermutlich häufigeres Pumpen notwendig sein. Junge Babys stillen normalerweise ca 8-12 mal in 24 Stunden. Dementsprechend sollte auch mind. 8 mal in 24 Stunden gepumpt werden (am besten mit einem Doppelpumpset), wenn die Milchmenge fürs volle Stillen ausreichen oder beinahe ausreichen soll.
Pro Tag komme ich jetzt auf etwa 400ml - das find ich nicht grad sehr befriedigend.
Oh, für Eure verkorksten Start finde ich das schon gar nicht mal übel :wink: - viele Mütter mit ähnlichen Berichten bilden deutlich weniger Milch, wenn sie sich hier mit der Bitte um Hilfe anmelden.
Allerdings merke ich, seit ich diese Mittelchen austeste, keinen Unterschied zu vorher...
Dann lass die Maßnahmen weg. Mach nur das, wovon Du das Gefühl hast, dass es hilft! (Zeit ist kostbar!..)
Derzeit füttere ich etwa 2/3 Pre und 1/3 abgepumpte Muttermilch.
Das passt nicht ganz zu den 400 ml abgepumpter Milch - das würde ja bedeuten, dass Du zusätzlich dazu noch ca 800 ml Pre fütterst, was insgesamt eine Gesamttagestrinkmenge von ca 1200 ml bedeutet würde!.. Viele junge Babys trinken eher die Hälfte davon als soooo viel.
Eine Übersicht über durchschnittliche Tagestrinkmengen findest Du ebenfalls in der Linksammlung Stillwissen. Mit 400 ml müsste Deine Milchproduktion etwa 50-60 % des Tagesbedarfs decken. Wie sehen denn die bisherigen Gewichtsdaten aus?
- Ich habe mir ein Brusternährungsset bestellt. Das ist noch nicht angekommen. Ich bezweifele aber auch hier den Erfolg, weil sie hier vermutlich ähnlich wie beim Medela calma so wenig rausbekommen wird, dass sie wütend wird und schreit.
Wie gesagt, die Probleme liegen wahrscheinlich nicht am "zu wenig Herausbekommen", sondern sind eine "ganz normale" Saugverwirrung. Für den Einsatz des BES jedenfalls kann ich Dir nur empfehlen, Dich VOR dem Ersteinsatz SEHR GUT damit vertraut zu machen. Die Fließgeschwindigkeit ist variabel einstellbar - man kann es durchaus so einstellen, dass die Milch da sturzbachhaft herausläuft (dies war KEINE Empfehlung!..).
Der Einsatz des BES bei Saugverwirrung kann hilfreich sein, allerdings nicht, wenn das Baby gar nicht erst andockt. Da müssten wir noch mal genauer schauen, wo genau das Problem liegt und was Euch da am besten helfen könnte!
Habe ich vielleicht doch zu wenig Milch um die Kleine zu stillen?
Derzeit: zum VOLLstillen reicht die Milch eindeutig nicht (wie gesagt: schätzungsweise stellst Du aktuell 50-60 % des Tagesbedarfs). Beachte Stillgrundsatz Nr.1: Das Angebot hängt von der Nachfrage ab. Je ÖFTER Du stillst oder pumpst, umso MEHR Milch wird gebildet.
Bei Euch noch ungeklärt ist die Frage, ob es einen med. Grund dafür geben könnte, dass der Milcheinschuss so spät kam und die Milchbildung nicht bis Vollstillniveau kam, oder ob alles OK ist und die Stillprobleme "nur" das Ergebnis von äußeren Umständen waren. Hast Du eine med. Vorgeschichte, die das Stillen beeinflussen könnte? Schilddrüse, PCOS, Diabetes, Übergewicht, Untergewicht, andere endokrinologische Auffälligkeiten, zurückliegende Brust-OPs? (das sind so die gängigsten Ursachen)
Evtl. sind noch ärztliche Unterschungen nötig, um das zu klären. HÄufig findet man allerdings nichts.
Ich verwerfe auch jeden Tag zwischen 50ml und 150ml Muttermilch, weil sie manchmal mehr und manchmal weniger Hunger hat und ich sie natürlich nicht wieder aufwärmen kann.
Ui, das ist natürlich ungünstig. Lass uns schauen, ob wir nicht gemeinsam ein Fütter-Management entwickeln können, in denen Du nich derart viel Muttermilch verwerfen musst.
Ich weiß auch nicht, was ich nun toll soll. Die Kleine noch öfter versuchen anzulegen? Aber es bringt halt nicht unbedingt was. Meist verweigert sie die Brust komplett oder aber sie trinkt/nuckelt ein paar Minuten und schreit dann vor Wut/Hunger.
Richtig, das bringt eher wenig, außer dass Ihr Beide noch mehr unter Stress geratet. Besser ist, die Ursachen anzugehen - und bei Euch ist eine klassische Saugverwirrung am wahrscheinlichsten. Entsprechend wird es am günstigsten sein, wenn wir die dafür gängigen Behandlungswege versuchen; diese haben eine gute Erfolgsquote.
Und ich weiß nicht, wie ich meine Milchmenge noch steigern könnte.
Auch das hängt von der Ursache ab. Lass uns erstmal in Ruhe danach forschen.
Mit einer Stillberaterin hatte ich schon Kontakt.
Was hat sie denn gesagt? Erfahrungsgemäß ist es besser, sich auf EINE Person einzustellen und gemeinsam die Probleme anzugehen. Ist ein bisschen eine Vetrauenssache. Viele Mütter sind damit überfordert, ständig entscheiden zu müssen, ob "die eine oder die andere Stillberaterin jetzt Recht hatte"...

Ich hoffe diese ersten Hinweise sind hilfreich für Dich,
Rückfragen immer gerne und LG
Julia

Re: Hoffnung auf Vollstillen aufgeben?

Verfasst: 17.02.2013, 12:34
von Sabbermäuschen
Hallo Rosenrot85,
ich finde es echt klasse, wie viel Mühe du dir gibts! Und ihr seit auf den richtigen weg.
Viel helfen kann ich leider nicht, aber als Laie würde ich auch vermuten, dass dein Kind eine saugverwirrung hat. Du sagst, sie schreit auch mit dem calma Sauger vor Wut, weil da so wenig rauskommt. Da kommt aber sogar viel mehr, also schneller, Milch raus, vorausgesetzt, es wird ein vakuum aufgebaut. Es soll ja das gleiche Prinzip sein, wie an der Brust.
Wir haben hier auch erfolgreich eine saugverwirrung überstanden. Da hilft es selbst ganz ruhig zu bleiben, dem Kind zu sagen, dass es das schafft und immer gut Zureden. Ich weiß, dass es verdammt schwierig ist dabei gelassen zu bleiben, aber je ruhiger du bist, umso leichter fließt auch die Milch :wink:
Leg dein Sonnenschein so früh wie möglich an, bevor der Hunger zu groß wird, sonst kann sie sich nicht auf das saugen konzentrieren und ist evtl wirklich gefrustet, dass es nicht klappt, bzw nicht so einfach Milch kommt, wie sie es gewohnt ist. ( wir wissen alle, wie ungeduldig wir bei Heißhunger werden)
Und es stimmt, dass beim Pumpen unter Umständen weniger Milch kommt, also ist das ein unzuverlässiger Hinweis auf die tatsächliche Milchmenge.
Ansonsten kann ich dir nur raten, gerade nachts so häufig wie möglich anzulegen, denn da helfen die Hormone besonders gut, die milchbildung voranzutreiben.
Das sind die Sachen, die uns weitergeholfen haben. Vielleicht kannst du damit was anfangen.
Ich Wünsche euch alles gut und hoffe,ich konnte ein bisschen weiterhelfen.

Re: Hoffnung auf Vollstillen aufgeben?

Verfasst: 17.02.2013, 13:26
von Rosenrot85
Wow, lieben Dank für die vielen und hilfreichen Antworten! :)
Wie viele/welche unterschiedlichen Flaschensauger hast Du denn schon genutzt?
Mit Sicherheit zu viele. Wir haben da quasi alles durchprobiert und sind jetzt bei den Avent Saugern (2er - für Babys ab 1. Monat) hängengeblieben, weil bei den 1er-Saugern sie so wenig rausbekommen hat, dass sie innerhalb von 24 Std. nur halb so viel wie sonst getrunken hatte.
Und wie viel Unterstützung bekommst Du von Deinem Partner bei Deinen Bemühungen?
Leider deutlich weniger als ich es mir wünschen würde.
Wie war denn Eure Geburt? Meinst Du der unglückliche Stillstart könnte damit zu tun haben?
Hmm... also die Geburt wurde wegen Terminsüberschreitung eingeleitet (mit Prostagladin + Oxytocin).
Ich habe nun schon einige Male gelesen, dass die Gabe von Oxytocin zur Geburtseinleitung die Stillbeziehung negativ beeinträchtigen kann - inwieweit das tatsächlich so ist, weiß ich aber nicht.

Ansonsten war die Geburt lange, schmerzhaft und sicher für uns beide sehr anstrengend. Unter der Geburt wurde auch vom Kopf der Kleinen Blut abgenommen, da sie aufgrund der Dauer der Geburt schon ziemlich unter Stress stand und geguckt werden sollte, ob die Sauerstoffversorgung noch ausreichend ist (die war ok).
Erinnerst Du Dich noch, welche INFOS Du vom KH-Personal zum Pumpen bekommen hattest? 45 min sind ja uuuunglaublich lang...
Die Empfehlung war eigentlich 30 Min. Ich habe dann aber 45 Min. gepumpt, weil ich mir dachte, IRGENDWAS muss doch da jetzt endlich mal rauskommen.
Hattest Du Unterstützung während dieser Zeit? "Rein drücken" bis zum Schreien vor Wut hilft NIE, das ist leider so...
Im Krankenhaus haben die Krankenschwestern versucht zu unterstützen. Allerdings bestand die Hilfestellung eher darin, dem Kind die Brustwarze in den Mund "zu drücken" bis es dann entweder vor Wut sich gar nicht mehr beruhigen wollte oder aber angefangen hat zumindest etwas zu saugen.
Wie sehen denn die bisherigen Gewichtsdaten aus?
Geboren wurde sie mit 4100 g und nun wiegt sie 5300 g.

Sie trinkt am Tag 1000 ml bis 1200 ml.
Laut Arzt und Hebamme ist das ok.
Die Hebamme meinte, der Richtwert wäre 1/5 des Gewichtes des Babys.
Der Kinderarzt meinte auch dass die Menge in Ordnung sei.
(wobei ich schon öfters gelesen habe, dass die Kleinen nicht mehr als 1000 ml zu sich nehmen sollten, weil es für die Nieren zu anstrengend wäre...)
ast Du eine med. Vorgeschichte, die das Stillen beeinflussen könnte?
Ich denke nicht.
Ich habe eine leichte Schilddrüsenunterfunktion, die während der Schwangerschaft regelmäßig kontrolliert wurde und die mit 50mg L-Thyroxin gut eingestellt ist. Wobei ich ab der Entbindung (warum auch immer) auf 25mg reduzieren sollte.

Ansonsten hatten wir vor einem Jahr (aufgrund Kinderwunschbehandlung) eine Immunisierung mit Partnerlymphozyten, sowie zwischen den Jahren 2010 und 2011 vier ICSIs, die natürlich mit allerlei Hormonen einhergehen. Aber das dürfte ja alles eigentlich keine Auswirkungen auf das jetzige Problem haben...
Ui, das ist natürlich ungünstig. Lass uns schauen, ob wir nicht gemeinsam ein Fütter-Management entwickeln können, in denen Du nich derart viel Muttermilch verwerfen musst.
Ich habe da noch nicht den Weg gefunden, wie es optimal läuft. Ich kann immer nicht so einschätzen wie viel Hunger sie hat.
Eine Möglichkeit wäre es, dass ich erstmal nur wenig Muttermilch erwärme und, falls sie dann noch Hunger hat, weitere Milch erwärme. Der Nachteil hier ist nur, dass sie, wenn sie noch Hunger hat, anfängt zu schreien und ich dann erst noch die Milch erwärmen muss, was ja auch einige Zeit dauert währenddessen sie dann schreit und ich sie auch nicht zum Bäuerchen machen auf dem Arm halten könnte, weil ich fürs Milch vorbereiten beide Hände brauche (und sie ohne Bäucherchen weglegen will ich auch nicht, weil sie dann beim Liegen öfters spuckt).

Ich hatte mit einer Stillberaterin von La Leche Liga Kontakt, allerdings nur per E-Mail.
Persönlichen Kontakt hatte ich noch mit keiner Stillberaterin. Meine Hebamme hat mir ab und zu bei meinen Stillversuchen zugeschaut. Ich weiß nicht, ob es sinnvoll wäre, wenn sich das eine richtige Stillberaterin nochmal anschaut?
Ich meine... kann man da denn noch praktische Tipps geben?
Ich halte meine Brust im C-Griff und lege die Kleine Bauch an Bauch an mich. Dann versuche ich mit der Brustwarze ihre Ober- oder Unterlippe zu streicheln bis der Mund aufgeht. Dann schiebe ich die Brustwarze in ihren Mund. Sie macht dann entweder gar nichts, fängt an zu schreien, dreht den Kopf weg oder sie fängt an zu saugen. Wenn sie saugt, dann aber wirklich nur kurz und sie hört dann schnell wieder frustriert auf.

@Sabbermäuschen:
Freut mich, dass es bei euch jetzt so gut klappt! :)

Lieben Gruß
Rosenrot

Re: Hoffnung auf Vollstillen aufgeben?

Verfasst: 17.02.2013, 13:32
von MonaM80
Meine Hebamme hat mir ab und zu bei meinen Stillversuchen zugeschaut. Ich weiß nicht, ob es sinnvoll wäre, wenn sich das eine richtige Stillberaterin nochmal anschaut?
Meiner Meinung nach: Defintiv ja! Die Bemühungen deiner Hebamme in allen Ehren, aber sie ist nun einmal keine Stillexpertin. Wie der Name schon sagt, gibt es dafür ja die Stillberaterinnen. Aber ich schließe mich jusl an: Such dir EINE Stillberaterin ud arbeite mit ihr. Zu viele Meinungen können in deiner Situation (ja schon verunsicherten Situation) dazu führen, dass du und das Kind vollends verwirrt werdet.