Hallo KyanasMum,
schade, dass Du damals in Stillfragen so übergriffig beraten worden bist, das war sicher eine schlimme Zeit. Ein an Asthma erkranktes Kind kann sicherlich eine große Motivation sein, die Muttermilchproduktion wieder anzukurbeln, das kann ich gut verstehen. Du machst Dir Sorgen um die Gesundheit Deines Kindes und hoffst, Muttermilch würde zu einem milderen Krankheitsverlauf beitragen, richtig?
Wir haben auf Grund von meiner Wochenbettdepression eindringlichen Rat von Klinik und Hebamme bekommen...
Mir wurde riesen Angst gemacht vor großen Stillproblemen...
Hatte eine wunde Brustwarze und Milchstauu und ne kleine Brustentzündung..
Dauernd wurde mir eingrredet mit sem Stillen zu warten (angedauute Milch usw) und dass meine Mumi schlecht und zu wenig ist...
Irgendwann hab ich resigniert....
Darf ich fragen, wie der weitere Verlauf der Depression war? Es ist nicht selten, dass Mütter mit Wochenbettdepression auch ein Jahr nach der Geburt noch Auswirkungen dieser Erkrankung spüren. Eine Relaktation stellt recht hohe Anforderungen an die Mutter. Diese Anforderungen betreffen zeitliche und organisatorische Ressourcen, aber auch ihre Persönlichkeitsstruktur und psychische und körperliche Verfassung. Auch psychisch stabile Mütter benötigen bei einer Relaktation in der Regel viel Unterstützung (durch Partner und Familie), genug Kraft- und Zeitreserven. Eine gute Portion Zuversicht und Gelassenheit ist wichtig, wenn die Relaktation die Beziehung zum Kind nicht (noch mehr) belasten soll.
Hass auf die Flasche habe ich nicht...
Es ist gut, dass Du aufmerksam in Dich hineinhorchst und Deine Gefühle bezüglich dieser Themen erforschst, akzeptierst und ordnest. In Deinem Posting weiter oben schriebst Du:
Und ich hasse diese Flaschen exterem... Genauso wie Schnuller... Naja...
Diese widersprüchlichen Gefühle sind nicht ungewöhnlich bei Müttern, die eine Relaktation in Erwägung ziehen. Nimm Dir Zeit, "Deine Gefühle zu fühlen"! Und danach kannst Du sie ordnen. Für den Beginn einer Relaktation ist es wirklich hilfreich, wenn Du diese Widersprüche dann hinter Dir lassen kannst.
Ich hab vor kurzen gelesen dass man wieder anfangen kann und denke bis sie drei ist kann ich nach Bedarf stillen oder abpumpen wenn sie nicht saugen mag...
Wenn Du erst vor kurzem von der Möglichkeit einer Relaktation erfahren hast, kann ich Dir nur raten: Überstürze nichts!
Nimm Dir Zeit,
* Dir ganz viel Stillwissen anzueignen (das ist notwendige Voraussetzung für eine erfolgreiche Relaktation),
* IN RUHE Erfahrungsberichte zu lesen (damit Du einen realistischen Eindruck davon bekommst, was ungefähr auf Dich und Dein Kind dabei zukommt), und
* ausführlich zu erforschen, wo genau die Knackpunkte damals lagen.
Dein Baby ist bereits 1 Jahr alt, auf ein paar Wochen mehr oder weniger kommt es also definitiv nicht an.
Nach diesem Prozess ist es sinnvoll, wenn Du Dir ausführlich Gedanken über Deine Erwartungen machst:
Was GENAU erhoffst Du Dir von der Relaktation? Was, wenn sich das Saugbedürfnis Deines Kindes inzwischen als zu gering herausstellt, dass Stillen unmöglich sein wird (das kann bei einer Einjährigen durchaus sein!..)? Was, wenn sich der Gesundheitszustand Deines Kindes durch die Muttermilchgaben nicht merklich verbessert (was durchaus sein kann!)? Aus welche Weise hast Du Deinem Baby bislang Nähe gegeben, und was daran wäre durch Stillen zu verbessern?...
Wenn Du möchtest, begleiten wir Dich gerne bei diesen Überlegungen.
Was hältst Du von diesem Vorgehen?
LG
Julia