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Viele Fragen-Stillberatung

Verfasst: 28.12.2012, 14:51
von Violet
Hallo,

ich lese schon eine Weile hier im Forum mit und habe schon ganz viele nützliche Infos bekommen. Jetzt habe ich aber doch noch ein paar Fragen die sich so nicht beantworten lassen... Ich hoffe es kann mir jemand helfen.

Zuerst kurz zu uns: Ich bin 31 Jahre alt, Julian ist 4 Wochen alt und mein erstes Kind.

Dann die Vorgeschichte:

Ich habe am 30.11. entbunden und war 3 Tage im Krankenhaus. Ich habe ihn immer schön angelegt und hatte am 2. Tag dann den Milcheinschuss.

Die Stillberatung da war ziemlich daneben im Krhs, jeder hat was anderes gesagt, man wollte mir Stillhütchen andrehen, ich sollte vom ersten Tag an zufüttern usw. Gegen das Zufüttern habe ich mich die ganze Zeit gewehrt bzw habe gemeint wenn zufüttern, dann stillfreundlich, das wurde aber komplett ignoriert.

Am Entlassungstag war er dann 10g unter der 10% Grenze und ich wurde massiv unter Druck gesetzt.
Ich sollte nochmal eine Stillprobe machen. Bei der ersten Stillprobe hat er 10g an jeder Brust getrunken, die Schwester meinte das wäre gut für den ersten Tag nach Milcheinschuss. Jetzt trank er wieder nur 10g an jeder Brust und ich sollte auf jeden Fall den Rest noch abpumpen und zufüttern. Ich musste allerdings noch eine halbe Stunde auf die Zubehörteile warten, in der Zeit hat er noch 2 mal getrunken und natürlich kam dann beim pumpen nix mehr. Dann wurde ich angegangen von wegen stationäre Aufnahme, Infusionstherapie, das Kind hat seine kompletten Reserven verloren...

Wir hatten dann die U2 und die Chefärztin meinte es wäre ein vitales Kind, er darf auf jeden Fall mit nach Hause und wir sollen nur aufpassen das er nicht noch weiter abnimmt und zu schwach zum trinken wird.

Wir sind dann nach Hause und am nächsten Tag kam die Hebamme. Ich hab dann einen Tag weitergestillt, das Gewicht blieb stabil aber er nahm nicht zu. Die Hebamme meinte dann wir sollten doch zufüttern, was wir dann per Fingerfeed gemacht haben. Allerdings nie viel, es waren pro Tag (!) zwischen 25 und 40ml. Wenn er nach dem Stillen noch Hunger hatte, hat er ein bisschen was hinterher bekommen.

Gleichzeitig habe ich versucht meine Milchmenge zu steigern. Stilltee, Malzbier, Wechselstillen, nackt stillen, abpumpen. Als alles nicht half habe ich angefangen Domperidon zu nehmen. Seitdem habe ich deutlich mehr Milch, er trinkt eigentlich gut und aufs zufüttern konnte ich dann schon 3 Tage später wieder verzichten.

Jetzt zu meinem Problem: Er nimmt zwar zu, aber eher unterdurchschnittlich.
Die U3 ist erst nächste Woche, einen Arzt hat er seitdem Krhs nicht mehr gesehen. Meine Hebamme tut sich leider schwer sein Gewicht zu beurteilen, von ihr kam auch der Anstoß mir eine Stillberatung zu suchen. Mal nimmt er 40g zu in 2 Tagen, dann sagt sie es ist zuwenig, 60g in 3 Tagen sind dann wieder okay?!? Sie meint (und das meine ich auch) das er einen gesunden Eindruck macht, er ist viel wach, bewegt sich gut, etc. und deshalb eigentlich kein Grund zur Sorge besteht, sicher ist sie sich allerdings nicht. Er hat genug nasse Windeln.

Ich hätte gerne mal eine weitere Einschätzung, hier sind die Daten:

30.11. Geburt 3680g Krhs
03.12. Entlassung 3300g Krhs
05.12. 3340g Hebamme
06.12.3360g Hebamme
07.12. 3360g Hebamme
08.12.3370g Hebamme
10.12. 3520g Hebamme
12.12. 3570g Hebamme
13.12. 3550g eigene Waage
14.12 3570g eigene Waage
14.12. 3610g Hebamme
17.12. 3650g Hebamme
18.12.3610g eigene Waage
20.12. 3670g eigene Waage
20.12. 3710g Hebamme
21.12. 3680g eigene Waage
23.12. 3730g eigene Waage
27.12. 3780g eigene Waage

Ab dem 11.12. habe ich Domperidon genommen, ab dem 14. aufgehört zuzufüttern. Ab dem 21. habe ich das Domperidon von 4x20mg auf 3x20mg reduziert, könnte dass der Grund sein das er die letzten Tage eher wieder schlechter zugenommen hat? Sollte ich die Dosis wieder erhöhen?
Wie kann ich kontrollieren ob die Milch weniger wird? Er macht nach dem trinken keinen hungrigen Eindruck. Abpumpen funktioniert nicht, weil die Pumpe (Medela mini Electric) keinen MSR bei mir auslöst. Ich habe schon die Tips hier angewendet, aber das hilft nicht. (Brust erwärmen, Visualisieren, Abpumpen während des Stillens).
Wird das immer so bleiben mit den Schwierigkeiten beim Pumpen? Ab April geht das Semester wieder los (ich studiere noch) und er muss 1-2 die Woche zur Tagesmutter. Pre möchte ich ihm nicht mehr geben, für Beikost ist es noch ziemlich früh mit 4 Monaten... Könnte ich mehrmals die Vormlich abpumpen und sammeln um so auf eine Mahlzeit zu kommen?

Ich sag schonmal Danke für Eure Mühe das zu lesen. Ich finde es großartig dass es so viele Menschen gibt die sich die Zeit nehmen einen zu begleiten und die ganzen Infos zur Verfügung stellen. Hätte ich vorher schon nicht so viel gelesen, hätte ich mir im Krhs bestimmt Fläschen andrehen lassen und hätte schon längst abgestillt.

Stillgruppen habe ich hier in Düsseldorf leider keine gefunden, weder bei der LaLecheLiga, noch beim ASF. Falls jemand einen Tip für mich hat, gerne.

Viele Grüße, Violet

Re: Viele Fragen-Stillberatung

Verfasst: 28.12.2012, 16:52
von Katha
Liebe Violet,
Willkommen hier im Forum. Die Stillmods werden sich sicherlich noch melden. Sie sind Super!
Zwei Fragen sind vielleicht noch relevant: Wie oft trinkt Dein Sohn in 24h? Und nutzt ihr einen Schnuller?
Alles Liebe

Re: Viele Fragen-Stillberatung

Verfasst: 28.12.2012, 16:55
von jusl
Hallo und herzlich willkommen hier,

also vielleicht zunächst folgendes vorneweg: Dein Baby hat bislang durchschnittlich rund 150 g pro Woche zugenommen. Das ist normaler Wert für den ersten Lebensmonat. Entsprechend besteht derzeit gar kein Anlass für irgendwelche Maßnahmen. Weil Du so schön viele Messwerte hast, ist dieser Schluss ausgesprochen aussagekräftig.

Bei Eurer Geschichte könnten einige Missverständnisse reingespielt haben... beispielsweise:
Gleichzeitig habe ich versucht meine Milchmenge zu steigern. Stilltee, Malzbier, Wechselstillen, nackt stillen, abpumpen. Als alles nicht half habe ich angefangen Domperidon zu nehmen.
Du hast am 11.12. mit Dom angefangen. Bis dahin hat Dein Baby etwa 250 g wöchentlich zugenommen!?! Das ist total viel für ein Neugeborenes! Entsprechend kann ich den Satz "als alles nichts half" wirklich gaaar nicht nachvollziehen. :lol:
Ab dem 21. habe ich das Domperidon von 4x20mg auf 3x20mg reduziert, könnte dass der Grund sein das er die letzten Tage eher wieder schlechter zugenommen hat? Sollte ich die Dosis wieder erhöhen?
Da bislang nicht klar ist, ob die Domperidoneinnahme überhaupt indiziert war, kann eine Erhöhung nicht empfohlen werden - immerhin hat dieses Medikament auch Risiken und Nebenwirkungen, mindestens mal das Risiko, dass eine junge Mutter das Vertrauen in ihren Körper verliert und (evtl. fälschlicherweise) meinen könnte, darauf unbedingt angewiesen zu sein; das wäre wirklich sehr ungünstig.

Gewichtszunahme findet in Schüben statt, und die Zunahme "der letzten Tage" lässt sich im häuslichen Bereich KEINESFALLS dadurch sicher bestimmen, indem man alle 3 Tage wiegt... dafür ist die natürliche Streuung der Messwerte viel zu hoch (nämlich höher als das, was man messen will!). Dies ist keine Aufforderung häufiger zu wiegen, wirklich nicht!, aber dieser Schluss lässt sich daraus einfach nicht ziehen, das funktioniert so nicht. Zu diesem Thema möchte ich Dir unbedingt die Lektüre unserer Grundinfo Gedeihen, Gewichtsentwicklung und korrektes Wiegen ans Herz legen.

Regel Nr.1 beim Verdacht auf Gedeihstörungen ist immer: Erstmal schauen, ob es überhaupt eine Gedeihstörung ist! Ich schlage daher Folgendes vor:

* Häufiges Stillen. Babys stillen normalerweise 8-12 mal in 24 Stunden. Bei Sorgen, ein Baby könnte zu wenig zunehmen, empfiehlt sich daher, mindestens 10 mal in 24 Stunden das Stillen anzubieten.
* Auf die Kriterien für gutes Gedeihen achten, siehe ganz oben im Link.
* Weiterhin keine künstlichen Sauger, kein Schnuller.
* Keine langen Stillpausen - tagsüber nicht länger als 2 Stunden, nachts nicht länger als 4 Stunden.
* Weiterhin 2x wöchentlich das Gewicht dokumentieren. Achtung - die Daten können immer nur im Nachhinein beurteilt werden! Mittwoch und Samstag wiegen um damit die Gewichtszunahme "von Mittwoch zu Samstag" bestimmen wollen, GEHT KEINESFALLS.

Das Domperidon würde ich jetzt erstmal zügig ausschleichen (falls Du Dich nicht schon "psychomäßig" davon abhängig fühlst), einfach weil hier befürchtet werden muss, dass es gar nicht indiziert war. Dann kann man erstmal schauen, ob Dein Baby nicht auch ohne Dom weiterhin gut zunimmt.
Wird das immer so bleiben mit den Schwierigkeiten beim Pumpen? Ab April geht das Semester wieder los (ich studiere noch) und er muss 1-2 die Woche zur Tagesmutter. Pre möchte ich ihm nicht mehr geben, für Beikost ist es noch ziemlich früh mit 4 Monaten... Könnte ich mehrmals die Vormlich abpumpen und sammeln um so auf eine Mahlzeit zu kommen?
Hier mag ich ganz deutlich vorschlagen: Eins nach dem anderen! ;-) Lass uns jetzt erstmal schauen, die AKTUELLE Lage zu entspannen und das Stillen problemlos (und am besten medifrei) zu etablieren. Bis April ist es "in Babyzeit gemessen" wirklich noch sehr lange hin. Deshalb kann jetzt überhaupt noch nicht vernünftig abgeschätzt werden, ob zu dem Zeitpunkt Abpumpen, künstliche Milch oder feste Nahrung (oder ganz etwas anderes ;-)) der für Euch passende Weg sein wird.
Lass mich dazu nur schon einmal anmerken: Abpumpen will gelernt sein; es gibt eine Menge guter Tricks. Dein Baby ist erst 4 Wochen alt, Du hattest also nachweislich noch üüüüberhaupt keine Gelegenheit dazu, Dich damit ganz in Ruhe, frei von Druck und Sorge, auseinanderzusetzen. Hab ein bisschen Geduld, OK?

Was meinst Du dazu?

Ich hoffe diese ersten Hinweise sind hilfreich für Dich, Rückfragen immer gerne und
LG
Julia

Re: Viele Fragen-Stillberatung

Verfasst: 28.12.2012, 20:52
von Violet
Vielen Dank für Eure Antworten!

Künstliche Sauger und Schnuller benutzen wir nicht. Wie wir stillen in 24 h kann ich schwer sagen da er Abends gerne mal ein paar Stunden ununterbrochen an der Brust hängt und nachts bekomme ich oft nicht mit wie oft ich ihn stille.
Er trinkt aber schon tagsüber alle 2-3 Stunden und nachts meldet er sich auch ca 3stündlich. Tagsüber schläft er öfters im Tragetuch, wenn ich ihn dann raushole nach 2 Stunden kann halt sein dass er noch sehr müde ist und erst ein wenig später zu trinken anfängt, aber längere Abstände wie 3 Stunden sind es nicht.

Den Thread zur Gewichtskontrolle habe ich gelesen, ich weiss eigentlich auch das es nicht viel bringt sich die Werte in zu geringen Abständen anzuschauen. Irritiert bzw verunsichert hat mich nur die tendenziell eher höhere Gewichtszunahme während wir zugefüttert haben (die 250g) vs der tendenziell eher geringeren Zunahme zur Zeit wenn ich versuche das Dom zu reduzieren.

Ich bin mir auch nicht sicher ob es nötig war mit dem Dom anzufangen, ich war nur total unter Druck. Ich wollte unbedingt aufhören zuzufüttern und hatte subjektiv auch den Eindruck wenig Milch zu haben. Zum einen hängt das bestimmt mit dem Stress zusammen, zum anderen hatte Julian aber auch nach dem Stillen noch Hunger. Das ist jetzt nicht mehr so. Ich merke auch das meine Brüste mittlerweile praller werden und auch z.T. auslaufen. Ich weiss dass das nichts mit dem Dom zu tu haben _muss_, kann aber halt auch sein. Ich werde es jetzt auf jeden Fall weiter auszuschleichen und hoffe das klappt. Die Hebamme war halt auch der Meinung ich hab zu wenig Milch.


Ich werde auf jeden Fall versuchen mich in Geduld zu üben. Gewichtsdaten kann ich ja weiter sammeln und hier posten dass man die weitere Entwicklung sehen kann. Ich bin jetzt auf jeden Fall schonmal beruhigt. Ich hatte ziemlich Angst vor der U3, ich kenne den Arzt ja auch noch gar nicht und habe keine Lust wieder zufüttern zu müssen bzw angemotzt zu werden. :roll: Mit fällt es auf jeden Fall leichter auf meiner Meinung zu beharren wenn ich mich Rückversichert habe. Danke!

Re: Viele Fragen-Stillberatung

Verfasst: 28.12.2012, 21:36
von Lucccy
Hallo,
ein kurzer Tip wegen der U3: der Arzt wird ja mit seiner Waage wiegen. Da das eine neue Waage ist, kann man über diesen einen Meßwert ja eh keine Gewichtsentwicklung beurteilen. Sollte der Arzt das trotzdem tun, kannst Du ja hinterfragen, wie das gehen soll und Ratschläge wie zufüttern erstmal abprallen lassen.
Gruß Lucccy

Re: AW: Viele Fragen-Stillberatung

Verfasst: 04.01.2013, 20:18
von Violet
Kurzes Update:

Wir waren gestern bei der U3, meine Sorgen bzgl. des Arztes waren unbegründet. Er war total nett und meinte wenn man sich die Zunahme ab dem niedrigsten Gewicht nach der Geburt anschaut ist alles im Rahmen.

Ich soll weiter wiegen und bei der U4 sehen wir weiter.
Ich bin sehr erleichtert fürs erste und hoffe das ich einfach normal weiter stillen kann und mir keine Sorgen machen muss wg zufüttern.

Ansonsten habe ich das Domperidon komplett abgesetzt mittlerweile und subjektiv keine Verringerung der Milchmenge feststellen können.

Vielleicht kann mir nochmal jemand sagen wie ich merke ob die Milch weniger wird? Gibt es außer einem hungrigen Kind noch andere Symptome?





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Re: Viele Fragen-Stillberatung

Verfasst: 04.01.2013, 20:26
von jusl
Hallo Violet,

schön dass Du vom Arzt ebenfalls Entwarnung bekommen hast. Ob Dein Baby weiterhin genug Milch bekommt, kannst Du aussagekräftig an den HIER augeführten Kriterien erkennen.
Ansonsten gilt selbstverständlich der Still-Grundsatz Nr. 1: Die Milch kann nicht einfach "weniger werden" (genauso wenig wie Dein Speichel oder Dein Schweiß einfach "weniger werden" kann); sondern das Angebot hängt von der Nachfrage ab. Je häufiger und kräftiger Dein Baby saugt, umso mehr Milch wird gebildet. Exakt deshalb ist "Stillen nach Bedarf" empfehlenswert.

LG
Julia

Re: AW: Viele Fragen-Stillberatung

Verfasst: 12.03.2013, 12:48
von Violet
Ich muss meinen Thread leider nochmal hochschieben, bin grade etwas panisch wg der Gewichtsentwicklung :sad:

Wir waren bei der U4, der Kinderarzt meinte ich solle wg seinem Gewicht demnächst mit Beikost anfangen. Zwischen U3 und U4 waren wir impfen, da war er noch zufrieden. Ich habe ihn in den letzten Wochen dann nur noch sporadisch gewogen.

Daten: (sofern nix anderes dabei steht-eigene Waage)

03.01. 3870g Kiarzt U3
08.01. 4030g
16.01. 4180g
26.01. 4330g
08.02. 4500g
26.02. 4720g
03.03. 4800g
05.03. 4790g Kiarzt U4
12.03. 4850g

Mich besorgt es, da er in den letzten Tagen oft hungrig an der Brust weint. Gestern habe ich ihm dann abgepumpte Mumi gegeben 40ml, danach ist er eigesclafen. Normalerweise kann ich aus der Brust Milch drücken, ein paar Tropfen auch noch nachdem er getrunken hat. Das war die letzten Tage nicht so!! Wenn er geweint hat kam aus der Brust gar nichts mehr. Gestern hat es fast 2 Stunden gedauert bis er wieder stillen konnte.

Ich habe die letzten Tage sehr wenig gegessen weil ich verschnupft und erkältet bin, keinen Appetit habe und nichts schmecke. Ausserdem esse ich seit ein paar Wochen kaum noch Zucker, Weißmehl etc dafür viel Salat, Obst etc. Kònnten unsere Probleme damit zu tun haben? Ich hungere nicht, aber vielleicht esse ich einfach zu wenige Kalorien insgesamt? Gibt es Richtwerte?

Künstliche Sauger/ Schnuller gibt es nicht. Tagsüber schläft er fast immer mit der Brust im Mund auf meinem Arm, ausser wir gehen raus, dann ist er im Tuch. Abends/ nachts kann er auch jederzeit stillen, er ist immer bei mir. Wie gesagt ich habe nur den Eindruck dass zwischendurch nichts kommt und zwar ohne direkt vorrausgegangene Clusterphasen etc. Ich habe hier schon oft gelesen das die Milch nicht einfach wegbleibt, für mich hats nur grade echt den Eindruck :sad:

Pipiwindeln hat er vermutlich genug, die Nachtwindel ist immer sehr voll und tagsüber ist auch immer Pipi drinnen. Stuhlgang immer 1/2mal pro Woche.

Danke schonmal fürs drüberschauen!!!

Re: Viele Fragen-Stillberatung

Verfasst: 12.03.2013, 21:05
von jusl
Hallo Violet,

also zunächst zur Gewichtsentwicklung:
Wir waren bei der U4, der Kinderarzt meinte ich solle wg seinem Gewicht demnächst mit Beikost anfangen. Zwischen U3 und U4 waren wir impfen, da war er noch zufrieden. Ich habe ihn in den letzten Wochen dann nur noch sporadisch gewogen.
Erstmal: schön, dass Du so viele Werte hast, diese liefern ein entsprechend genaues Bild. Ich teile die Auffassung des KiA: bis zur U3 war die Gewichtsentwicklung normal, danach bis etwa Ende Januar beim Impfen auch noch, und danach sank die durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme.
Von U3 bis Impfen lag sie bei rund 120 g (normal in dem Alter), von Impfen bis U4 bei rund 70 g (recht niedrig), und insgesamt von U3 bis U4 bei rund 100 g (knapp unterm Durchschnitt). Bei "knapp unterm Durchschnitt" sollte geschaut werden, ob es dafür bestimmte Gründe gibt. Und Du hast hier ja auch schon Vermutungen angestellt:
Ich habe die letzten Tage sehr wenig gegessen weil ich verschnupft und erkältet bin, keinen Appetit habe und nichts schmecke. Ausserdem esse ich seit ein paar Wochen kaum noch Zucker, Weißmehl etc dafür viel Salat, Obst etc. Kònnten unsere Probleme damit zu tun haben? Ich hungere nicht, aber vielleicht esse ich einfach zu wenige Kalorien insgesamt? Gibt es Richtwerte?
Also, ganz klar: "die letzten Tage sehr wenig gegessen weil ich verschnupft und erkältet bin" kann durchaus einen Rückgang der Milchmenge bewirkt haben (insb. die Erkältung). Deine Ernährungsumstellung eher weniger - kein Mensch braucht Weißmehl und Zucker ;-), oder nimmst Du stark ab derzeit?

Als Zufüttermaßnahme kommen bei einem Baby in dem Alter mehrere Dinge in Frage:
1. "übers Stillen" zufüttern, d.h. häufig stillen (mind. 10-12 mal in 24 Stunden), und die Milchproduktion mit geeigneten Maßnahmen vielleicht etwas ankurbeln
2. künstliche Milch zufüttern
3. ab 4 Monaten auch: hochkalorische Baby-Schonkost zufüttern

Wie siehst Du denn diese Möglichkeiten?

LG
Julia

Re: AW: Viele Fragen-Stillberatung

Verfasst: 12.03.2013, 22:21
von Violet
Hallo Julia,

danke für deine schnelle Antwort. Heute war es wieder das selbe, "leere Brust" und weinendes Kind :sad: Ich habe zum Glück eingefrorene Muttermilch und erstmal die mit dem Softcup zugefüttert.
Um die Milchproduktion anzuregen trinke ich wieder Stilltee und wechsel ganz häufig die Seiten. Stillen tut er auf jeden Fall 10 mal, d.h. er versucht es-momentan bremst die nicht vorhandene Milchmenge etwas, aber nuckeln tut er natürlich trotzdem.

Bisher habe ich morgens immer eine Brust abgepumpt während er an der anderen getrunken hat, das lass ich jetzt erstmal.

Ich habe nochmal mein Essverhalten reflektiert. Anfang des Jahres habe ich angefangen auf die Ernährung zu achten. Seitdem ca 7kg abgenommen. Ich esse sehr unregelmäßig, das ist mir aufgefallen. Ausserdem nicht jeden Tag was richtiges/warmes. Julian braucht viel Körperkontakt. Oft schon war es so das ich essen wollte aber nicht konnte weil er hinlegen/TT nicht akzeptiert hat.Dadurch kommt es manchmal dazu das ich dann eben schnell einen Apfel, Möhren esse etc anstatt eine richtige Mahlzeit. Satt bin ich dann zwar, aber ich glaube es fehlt trotzdem an Kalorien. Ich werde da jetzt auf jeden Fall verstärkt darauf achten. Abends vorkochen haben wir zb gestern schon gemacht. Klar braucht man kein Zucker u kein Weißmehl, aber ich glaube ich habe das gegen zu niedrig kalorische Sachen getauscht. Ich kann ja auch Nüsse essen anstatt einen Apfel. Seit 3 Wochen ca stagniert auch mein Gewicht, das kann ja auch ein Zeichen für zu wenig Energie sein.

Falls das die Ursache ist, sollte die Milchmenge dann wieder steigen, oder?
Ich werde jetzt die nächsten Tage die eingefrorene MuMi verfüttern und hoffe dann gibt es sich.

Ich habe ja.noch das Problem das wir nä Woche mit der Eingewöhnung bei der Tagesmutter anfangen. Abpumpen klappt nicht so toll, d.h. je nachdem wieviel von der eingefrorenen MuMi wir jetzt noch verbrauchen wird das sehr eng und ich habe auch schon dran gedacht ab Mai mit Beikost anzufangen. Da wäre er 5 Monate alt, ich dachte solange kriege ich die Zeit noch überbrückt mit abgepumpter Milch. Pre Milch zufüttern möchte ich nicht so gerne, Beikost mit 4 Monaten finde ich halt auch nicht so optimal.

Was ist denn von stillberaterischer Seite her weniger schlimm?

Wie ist das wenn ich an der Uni bin und nicht abpumpen kann weil kein Baby da das den MSR auslöst? Geht dann die Milchproduktion zurück? Es geht hier um ca 3 Stunden Betreuung tägl, einmal pro Woche auch 5 Stunden.

Dann habe ich noch eine Frage zum Softcup...ich glaube wir benützen ihn falsch. Ich dachte man muss ihn an die Unterlippe halten und dann schleckt er die Milch. Das hat gar nicht funktioniert, Kind hat nur geschrien. Jetzt hat er irgendwie immer die Spitze vom Softcup im Mund und kaut darauf rum während ganz langsam die Milch nachläuft. Ist das so okay? Ich hab den Eindruck das es so gut funktioniert, bin nur unsicher ob das falsch ist und er so vielleicht zuviel Luft schluckt oder so?

Sorry für den langen Text.