Die Brust ist zum Glück wieder in Ordnung, aber es ist immer wieder meine rechte Brust, in der
es Milchstaus gibt und jetzt ja erneut die Entzündung.
Das habe ich nicht ganz verstanden: Ist die Brust JETZT aktuell wieder in Ordnung, oder hast Du JETZT aktuell Entzündungssymptome? Falls letzteres, kann nur ein sofortiger Arztbesuch und vermutlich Antibiotikatherapie empfohlen werden.
Hallo, also hier die Gewichtszunahme:
Geburtsgewicht 19.10. 2880g
28.10. 2880g
2.11. 3000g
10.11. 3160g
20.11. 3430g
28.11. 3500g
5.12. 3600g
13.12. 3660g
18.12. 3780g
28.12. 4020g
Vielen Dank für die Daten. Die Gewichtszunahme ist insofern nicht komplett aussagekräftig zu beurteilen, weil die Angabe des niedrigsten Gewichts nach der Geburt fehlt. Diese Angabe hat aber einen relativ großen Einfluss - angenommen Dein Baby hätte mit 10% recht viel abgenommen, dann läge die Gewichtszunahme in den ersten 4 Wochen über 200 g und in den ersten 8 Wochen bei rund 150 g, was definitiv ein sicherer Hinweis darauf wäre, dass das Zufüttern künstlicher Milch weder notwendig noch sinnvoll war.
Sie hat in den letzten wochen stetig zugenommen, allerdings
einmal nur 40 und einmal nur 60 g pro Woche.
Mit WÖCHENTLICHEN Messungen lassen sich WÖCHENTLICHE Zunahmen NICHT bestimmen, das funktioniert methodisch nicht. Der Grund liegt darin, dass die natürlichen Schwankungen der Messwerte (verursacht z.B. durch Ausscheidungen, zufälliger Mageninhalt während der Messung usw.) in der gleichen Größenordnung liegen wie das, was man messen möchte. Mit wöchentlichen Daten lassen sich nur Gewichtsentwicklungen beurteilen, die über einen Zeitraum von MEHREREN Wochen gehen. ( Will man die Zunahme innerhalb EINER Woche wissen, müsste man deutlich öfter messen, mindestens alle 2 Tage, besser täglich).
Ausführliche Info dazu findest Du in unserer
Grundinfo Gewichtszunahme, Gedeihen und korrektes Wiegen.
Nach einem Milchstau und Brustentzündung war es plötzlich zu wenig Milch und vor ein
paar Tagen habe ich schweren Herzens angefangen ihr abends zusätzlich ein Fläschchen zu geben, da
sie da immer ganz besonders großen Hunger hat.
Allerdings hatte ich dann im Laufe der Nacht wieder zu wenig und am Tag wollte sie auch immer mehr
als ich geben konnte.
Wenn Du zurück zum Vollstillen möchtest, gibt es nur einen Weg: Du musst die Zufüttermenge nach und nach verringern und dafür HÄUFIGER stillen. Das ist Still-Grundsatz Nr. 1: Die Milchproduktion, also das "Angebot", hängt eigentlich bloß von einer Sache ab: der Nachfrage. Je häufiger Du stillst, desto mehr Milch wird gebildet. Je mehr Du zufütterst, desto weniger Milch wird produziert, denn die Zufüttermilch ist ja bereits im Magen Deines Babys gelandet, OHNE dass eine entsprechende Nachfrage an der Brust stattgefunden hätte. Je häufiger das Bäuchlein mit künstlicher Milch voll ist, desto geringer Deine Milchbildung.
Junge Babys stillen für gewöhnlich 8-12 mal in 24 Stunden. Wenn Du vom Zufüttern wieder weg willst, solltest Du entsprechend MINDESTENS 10 mal in 24 Stunden das Stillen anbieten. Lange Pausen zwischen den Mahlzeiten sind sehr ungünstig - sinnvoll ist es, tagsüber nicht länger als 2 Stunden und nachts nicht länger als 4 Stunden zu warten. Falls Ihr einen Schnuller nutzt: der ist erstmal tabu - wann immer Dein Baby saugen mag, sollte es das an Deiner Brust tun; dies ist der sicherste Weg, die Milchproduktion schnell wieder anzukurbeln, so dass kein Zufüttern mehr notwendig ist.
60-100 ml entsprechen bei einem jungen Säugling etwa 1-2 Portionen, entsprechend seit Ihr in schätzungsweise 1-2 Wochen die Zufüttermilch wieder los, falls Du das möchtest. Empfehlenswert ist, die Zufüttermilch nach und nach zu verringern, damit sich Deine Brust dem erhöhten Bedarf wieder problemlos anpassen kann. Du kannst z.B. täglich 10-20 ml weniger anbieten; das ist ein gutes Tempo. Also heute höchtens 100 ml anbieten (wenn Dein Kind weniger trinkt, auch gut), morgen höchstens 80-90, übermorgen höchstens 60-70 und so weiter und so fort.
Während der Reduktion von Zufüttermilch sollte das weiterhin gute Gedeihen des Babys sorgfältig überprüft und dokumentiert werden; das gibt Sicherheit und Spielräume, entlastet und befreit von der Sorge, das Baby "bekomme nicht genug" o.ä. Siehe dazu die Infos in der Grundinfo Gewicht und Wiegen.
Das Saugen aus der Flasche kann die Fähigkeiten eines Babys beeinträchtigen, gut an der Brust zu saugen. Wenn das Baby durch Bekanntschaft mit künstlichen Saugern Probleme an der Brust macht, nennt man das "
Saugverwirrung". Saugverwirrung ist behandelbar, aber davon betroffene Mütter und Kinder leiden SEHR unter dieser Art Stillprobleme, deshalb ist es UNBEDINGT SINNVOLL, anstatt per Saugflasche lieber mit einer
stillfreundlichen Methode zuzufüttern, wenn Zufüttern notwendig ist. Bei einer (zum Glück!) noch relativ kleinen Menge wie bei Euch kann dies problemlos z.B. per Becher oder Löffel geschehen, oder etwas bequemer mit dem Softcup. Welche Methode für Euch geeignet ist, können wir zusammen herausfinden.
Meine Hebamme rät zum Zufüttern, zumindest solange - meint sie - bis ich körperlich wieder etwas fitter bin und etwas weniger unter dem SChlafmangel zu leidern habe.
Sie ist der Meinung, es liegt an meiner schwankenden Stimmung, dass mal mehr mal weniger Milch da ist.
Das Problem an dieser Einschätzung ist: sie gefährdet Eure Stillbeziehung, sie zeigt keine Lösungswege auf, sie wälzt das Problem auf DEINE Stimmung ab... zeig mir mal eine junge Mutter, deren Stimmung nicht kräftig schwanken würde

- das ist ganz NORMAL und gehört zum Mutterwerden dazu. Die Milchproduktion hängt vom Stillmanagement ab (Häufigkeit, Dauer, Technik, med. Probleme...), nicht von den normalen hormonellen Veränderungen im Wochenbett.
Starker Schlafmangel KANN sich u.U auf die Milchbildung auswirken (allerdings gibt es uuuuunzählige Mütter, die starken Schlafmangel haben, aber mit deren Milchbildung alles bestens ist, also zwingend ist ein ursächlicher Zusammenhang keinesfalls!). Auf jeden Fall sinnvoll ist, GEMEINSAM mit dem Baby auszuruhen, wann immer sich Dir die Möglichkeit bietet. Gemeinsame Tagesschläfchen, und nachts solltest Du unbedingt NAHE bei Deinem Baby schlafen, damit Du nicht aufstehen (idealerweise nicht mal hinsetzen) musst, um Dein Baby zu stillen. Das ist eine ganz wichtige Maßnahme, ausreichend Erholung und Schlaf zu finden.
Zusammenfassend heißt das:
* mind. 10-12 mal in 24 Stunden stillen
* keine Flaschensauger, keine Hütchen, keine Schnuller verwenden
* stillfreundlich zufüttern
* die Zufüttermenge täglich um ca 15 ml verringern.
* das Gewicht und weitere Kriterien guten Gedeihens weiterhin dokumentieren
* gemeinsam mit dem Baby ausruhen und schlafen.
Was meinst Du dazu?
Ich hoffe diese Hinweise sind hilfreich für Dich, Rückfragen immer gerne und
LG
Julia