Oh, Du liest Dich sehr gestresst, das tut mir leid.
Es wird Dir hier keiner auf Deine "Titel-Frage" eine Antwort geben können - das kannst nur Du (unter Berücksichtigung Deiner Situation und der Bedürfnisse Deines Kindes) entscheiden.
Einige Sachen lassen sich recht klar beantworten:
sandra86 hat geschrieben:Jetzt weiß ich aber nicht. Ein 9 Monate altes Baby brauch ja schon noch Milch. Dann müsste ich ja doch noch irgendetwas geben oder? Flasche nimmt er übrigens nicht...
Ja, Milch (im Idealfall Muttermilch, sonst eben Muttermilchersatz - z.B. Pre) sollte im ersten Lebensjahr das Hauptnahrungsmittel für ein Baby sein. In diesem Faltblatt kannst Du da eine recht gute Grafik sehen - auf der zweiten Seite:
AFS-Faltblatt zu Beikost
sandra86 hat geschrieben:Der Kleine wird jetzt 9 Monate. Gestillt wird er immer weniger, da er immer mehr isst. Aber so 5 mal am Tag und zweimal nachts ist es schon noch. Ich habe auch eigentlich vor noch länger zu stillen.
Dein Kleiner ist also schon sehr interessiert an Beikost - dann seid ihr da ja schon auf dem Weg des Abstillens, er hat auch schon Stillmahlzeiten reduziert und stillt nur noch zweimal nachts - viele Mütter würden im Alter Deines Sohnes davon träumen
Andere Sachen sind weniger leicht zu beantworten:
Du möchtest wieder schwanger werden, andererseits hast Du vor "eigentlich noch länger zu stillen". Schwangerwerden und Stillen muss sich nicht ausschließen. Die meisten Mütter bekommen trotz weiterstillens irgendwann wieder ihre Periode (ich bin z.B. stillend wieder schwanger geworden). Nur kann Dir keiner vorhersagen, wann das in Deinem Fall sein wird: von "vollstillend direkt nach dem Wochenfluss wieder regelmäßigen Zyklus" bis "trotz nur noch einer Stillmahlzeit am Tag nach zwei Jahren erst wieder meine Periode bekommen" ist da bei Stillenden Müttern alles vertreten...
Gesetzt den Fall, Du wirst bald wieder schwanger: Nun ist es so, dass bei den allermeisten Müttern zu Beginn der Schwangerschaft die Milch irgendwann sehr stark zurückgeht - oder ganz ausbleibt. Das ist kein Problem fürs "Weiterstillen" wenn das ältere Geschwisterkind schon so alt ist, dass es ihm mehr ums Kuscheln geht und es das "Trockennuckeln" als Alternative akzeptiert. Bei einem so kleinen Kind wie Deinem, brauchst Du dann aber wahrscheinlich Muttermilchersatz, damit Dein Kind auf genügend Milch kommt (siehe oben verlinktes Faltblatt) und wirst das für dein Kind verfrüht kommende Abstillen kompensieren müssen (siehe Tipps im unten verlinkten Thread). Es kann außerdem sein, dass das Stillen in der Schwangerschaft unangenehm wird, weil die BW sehr empfindlich werden können. Da Du jetzt schon mit Schmerzen beim Stillen kämpfst, könnte das über kurz oder lang dann zum Abstillen führen.
sandra86 hat geschrieben:Allerdings würde ich gerne dann nur Einschlafstillen und vielleicht morgens nochmal.
Das liefe auf eine ziemlich starke Reduktion des Stillens Deinerseits heraus. Auch wenn Du nicht komplett abstillen möchtest, wären dann wahrscheinlich die Tipps in diesem Thread hier für Dich passend:
Vorzeitiges Abstillen im ersten Lebensjahr
Dein Sohn wird sehr viel Liebe, Zuwendung und Aufmerksamkeit von Dir brauchen, um ein so frühes Abstillen zu schaffen. Wenn Du es aber unbedingt willst, wird das mit großer Wahrscheinlichkeit gelingen (Dein Sohn kann ja nicht viel dagegensetzen, wenn Du eben nicht mehr/nicht mehr so oft stillen willst).
Da Du in Deinem Wunsch kein nächtliches Stillen mehr vorsiehst, könntest Du es mit dem "nächtlichen Abstillen nach Gordon" versuchen. Das ist ein Programm zum Abstillen relativ kleiner Kinder in der Nacht, bei dem angenommen werden kann, dass das Kind davon keinen seelischen Schaden davonträgt.
Allerdings wird nächtliches Abstillen erst für Kinder im Alter von mindestens zwölf (!) Monaten empfohlen - davor sind Kinder auch bei liebevoller Begleitung eigentlich nicht in der Lage ohne Milch und Stillen nachts auszukommen. Dein Kind ist jetzt 9 Monate alt - vielleicht könntest Du Dir vorstellen, noch diese drei Monate zu warten, bevor Du am nächtlichen Stillen rüttelst? Bis dahin könntest Du mit den im "Abstillen im ersten Lebensjahr"-Thread genannten Maßnahmen versuchen, die STillmahlzeiten am Tage sanft zu reduzieren und erst dann das nächtliche Abstillen angehen. Hier findest Du eine gute Beschreibung dazu - die könntest Du Dir ja jetzt schonmal durchlesen und Dir einen geeigneten Zeitpunkt in drei Monaten (z.B. Urlaubstage Deines Partners) heraussuchen, um die anfänglich schwierigen Nächte gemeinsam (Du, Dein Sohn und Dein Partner) zu meistern:
Nächtliches Abstillen nach Gordon (für Kinder über 12 Monaten)
Du wirst auch schauen müssen, wie Du das Saugbedürfnis Deines Kindes stillst - bekommt Dein Sohn einen Schnuller? Flasche sagst Du ja, nimmt er nicht... Die PreMilch kannst Du natürlich auch aus einem Becherchen füttern - aber das Saugbedürfnis wird ja dadurch nicht befriedigt (und scheint bei Deinem Kind mit 5 Mahlzeiten tags, zwei nachts und je einer zum Einschlafen nachts und mittags noch lange nicht weg zu sein...).
Einen Gedanken möchte ich zum Schluss noch sagen: ich hatte ungefähr in diesem Alter meines Sohnes auch eine Phase, in der es mich ziemlich genervt hat. Er war leicht ablenkbar (und hat nicht immer losgelassen bevor der den Kopf umwandte

), zappelte viel rum, kniff mit seinen spitzen kleinen Fingernägelchen in meine Brust (ich musste also auch noch die freie Hand festhalten *nerv*) und vor allem wenn er zahnte, "malmte" er irgendwie so mit den Kiefern, dass es total unangenehm war. Rückblickend war das keine lange Phase, aber mittendrin: total anstrengend

. Ich habe dann oft Stillmahlzeiten unterbrochen und gesagt, dass mir das wehtut und ich so nicht stillen will. Neu andocken und notfalls wieder abdocken, wenn es immernoch nicht besser war, haben langfristig geholfen. Auch das Kneifen habe ich durch T-shirt fest über der anderen Brust, Handfesthalten - und notfalls eben abdocken - sehr konsequent unterbunden. Nach dem Zahnen war es meist schon viel besser. Das gehampele und Gezappele war nachts deutlich besser - ich habe also dann lieber nachts gestillt und tagsüber ablenkungsfreie Umgebungen bevorzugt. Irgendwann war das alles wieder viel besser
Will sagen: manchmal ist so ein allgemeiner "Stillunmut" bei der Mutter durch Veränderungen an der Stillsituation selbst wieder in den Griff zu bekommen - und vielleicht entspannt Dich die Aussicht auf ein nächtliches Abstillen in drei Monaten ja auch schon etwas, vielleicht bringt auch schon das Dir dann bald Deinen Zyklus wieder (im zweiten Lebensjahr geht das Basisprolaktin eh wieder auf "nicht-Still-Niveau" zurück - auch beim Weiterstillen).
Ich wünsche Dir und Deiner Familie so oder so einen Weg, mit dem Ihr alle möglichst gut zurecht kommt. Egal ob Du nun weiterstillen willst, ganz abstillst, nach und nach reduzierst oder jetzt sehr schnell und stark mamagelenkt das Stillen einschränkst. Alles Gute Dir und Deinem Sohn!