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Natürliches Abstillen mit 11 Monaten?

Verfasst: 08.12.2012, 15:38
von loveboatcaptain
Hallo liebe Kleinkind-Stillerinnen ;)

ich bin verwirrt und mir täten Erfahrungen oder warme Worte gut...

Bisher wars bei uns so: Meine Maus hat 10 Monate mit Begeisterung gestillt, ca. alle 2-3h plus BLW, aber vom Familienessen nur sehr kleine Mengen zu sich genommen, gefühlt wurde sie zu 95% durch MuMi ernährt. Eingeschlafen ist sie beim Stillen, seltener beim Tragen. Manchmal wenn sie zu müde zum Einschlafstillen war und mich deshalb biss, ruck-zuck Einschlafen mit Schnuller, nachts nahm sie zum Wiedereinschlafen meist ihren eigenen Daumen. Super! Ich machte mir nur langsam Sorgen, wie sie wohl ohne Brust überleben würde, wenn ich nächstes Jahr wieder arbeiten gehe. Nahm nämlich abgepumpte Milch weder aus Flasche noch Becher.

Dann bekam sie eine schlimme Grippe mit Husten und Nase zu und zeitgleich 3 Schneidezähne oben. Jede Berührung tat weh, sie nahm von einem auf den anderen Tag weder Brust noch Schnuller noch Daumen! Einschlafen war die ersten Tage der Horror, gegessen und getrunken hat sie auf einmal wie ein Scheunendrescher!

Ich hab dann angefangen zu pumpen so oft sie üblicherweise gestillt hat und ihr die Milch dann zum Familientisch-Essen als Getränk gegeben (dann hat sie sie auch aus dem Glas getrunken). Die Milch ist seitdem deutlich zurück gegangen und jetzt pumpe ich noch morgens und abends je ca 70ml.

Ich biete ihr immer mal wieder die Brust an, aber sie wehrt sich mit Händen und Füßen und steht sofort wieder auf.

Ich dachte, ich pumpe weiter 2mal ab, bis die Zähne durch sind. Wenn sie dann nicht mehr an die Brust will, lass ichs ausschleichen.

Und dieser Gedanke macht mich so traurig. Ich wollte immer lange stillen (klar, rund um die Uhr war anstrengend, aber morgens/abends/nachts mit Kuscheln und tagsüber richtig essen stell ich mir sehr schön vor) und habe überhaupt nicht damit gerechnet, dass sie jetzt so plötzlich damit aufhören würde. Mir fehlt das Gefühl. Diese warme totale Zufriedenheit und Vertrautheit. Sie ist noch mein kleines Baby und irgendwie bin ich noch nicht so weit. Ich weiß, ich kann ihr meine Liebe auch auf andere Weise zeigen, aber das Stillen ist schon etwas Besonderes. Vor allem beim Einschlafen (was schon wesentlich besser klappt, sie weint nur noch kurz und schläft dann auf dem Schoß ein) hab ich so ein Ziehen im Herzen und möchte sie einfach anlegen, damit war Einschlafen immer so friedlich und es tut mir weh, wenn sie weinen muss. Ich kann es in der Situation einfach nicht ändern....

Sie macht momentan auch riesen Entwicklungsschritte, ist enorm gewachsen, steht kurz vorm Laufen, ist superneugierig und offen und saugt einfach alles in sich auf. Krabbelt auch in unbekannten Räumen weit weg von mir und ist total mutig. Unsere klasse Kinderärztin sagt, sie vergrößert ihren Radius gerade enorm. Vielleicht ist sie auch einfach schon so autonom, dass sie das Stillen nicht mehr braucht und einfach Mama noch Zeit zum Abnabeln bräuchte? Es würde zu ihrem Charakter passen...

Und dann mach ich mir wieder 1000 Gedanken, auch wenns eben ihre Entscheidung wäre; wär es nicht so viel besser, wenn sie noch lange MuMi bekäme? Vitamin D, Abwehrstoffe gerade jetzt im Winter und in dem Alter... Aber lange pumpen kann ich nicht mehr, es nervt mich so und es ist so stressig in den ohnehin vollen Alltag mit Krabbelkind einzubauen. Und so unbefriedigend!

Versteht jemand da draußen meine Sorgen? Meine Trauer? Alle sagen zu mir, dass ich mich doch freuen soll, wenn sie schon so weit ist. Tu ich ja auch und wäre auch stolz, wenn sie wirklich schon so weit wäre und das aus freien Stücken (naja, oder von zahnschmerzen dazu gezwungen, das zu schaffen). Aber dann mache ich mir Sorgen,dass sie sich vielleicht übernimmt. Ich weiß, ich darf und muss ihr vertrauen, das ist gar nicht so leicht...

Wer hat ein kleines selbstbewusstes Kind, dass sich so früh komplett abgestillt hat?
Hat jemand erlebt, dass ein kleines scheinbar abgestilltes Kind nach Wochen/Monaten „Abstinenz“ wieder stillen will? Hab ich in „Wir stillen noch“ von der LLL gelesen und war etwas ungläubig. Kommt dann wieder Milch???

Fragen über Fragen, wirre Gedanken, seht es mir nach.
Freue mich über eure Geschichten und Anregungen!

Winterliche Grüße
Nicole

Re: Natürliches Abstillen mit 11 Monaten?

Verfasst: 08.12.2012, 15:46
von Leyket
Hallo und herzlich Willkommen hier.

Für mein Laienauge liest sich das eher wie ein Stillstreik. Sie hat ja nicht ganz freiwillig aufgehört sondern wurde durch die Erkältung beim stillen beeinträchtigt.
Hier gibt es schon etliche Beiträge in denen auch ein längerer Stillstreik über ein paar Wochen "gut" ausgegangen ist. Dass sich Kinder im 1. Lebensjahr von selbst abstillen ist eher ungewöhnlich (wenn auch nicht ausgeschlossen).
In der Linksammlung Stillwissen findest du auch was über Stillstreik. Vielleicht magst du da mal dazu lesen? Passt das auf eure Situation?

Weiterhin abzupumpen ist sicherlich eine gute Idee und ihr immer wieder anbieten die MuMi aus einem Becher zu trinken. Und wenn dann wieder mehr gestillt wird, dann wird sich auch das Milchangebot durch die Nachfrage wieder regulieren. Sie kommt dann wieder :)

Alles Gute erstmal für euch :)

Re: Natürliches Abstillen mit 11 Monaten?

Verfasst: 08.12.2012, 16:50
von EhMiMBZ
Wir hatten mit 10/11 Monaten eine ähnliche Situation und ja, ich versteh deine Gedanken.
Es war aber auch hier nur eine Phase bzw. ein Streik, wasauchimmer...

Ich hab ihr die Brust immer mal wieder angeboten und plötzlich trank sie wieder.
Zur Zeit sind wir beide erkältet und ich still sie dieser Tage wieder voll.

Ich wünsch dir, dass es sich bei euch auch von selber wieder gibt!

Re: Natürliches Abstillen mit 11 Monaten?

Verfasst: 15.12.2012, 16:11
von loveboatcaptain
Hallo und danke für eure Antworten!

natural_born_mutti, wie lange hat denn euer Stillstreik gedauert?

Ich hab hier nun einige Beiträge über Stillstreiks gelesen und hoffe hoffe hoffe, dass es wirklich einer ist und bald vorbei ist. Ich pumpe jetzt 3 Wochen, Maus ist immer noch heftig am Zahnen. :(
Wir haben momentan eine sehr schwere Zeit, alles kommt zusammen und überfordert mich total. Gestern musste ich jedes Mal heulen, wenn ich nur ans Stillen gedacht habe. Eigentlich den halben Tag... Je länger ich nicht stille, desto mehr fehlt es mir.
Ich biete ihr immer mal wieder die Brust an, jedes Mal Ablehnung, das tut weh und führt dazu, dass ich immer mehr Bammel davor habe, es wieder zu probieren. Will sie damit auch nicht überfordern oder frustrieren und versuche deshalb nur so alle 2 Tage mal vorsichtig.
Habe hier über nackt tragen, baden etc gelesen, aber momentan sind leider nicht die Temperaturen dafür und außer zum Einschlafen will sie auch kaum noch getragen werden sondern sich bewegen und endlich loslaufen.
Habt ihr noch Ideen, wie ich sie wieder "auf den Geschmack bringen" kann? Oder besser erstmal nix machen und abwarten?

Viele Grüße
Nicole

Re: Natürliches Abstillen mit 11 Monaten?

Verfasst: 18.12.2012, 11:20
von Wölkchen123
Hallo Nicole,
ich habe leider keinen Rat für Dich, aber ich kann dich total gut verstehen!! Diese Traurigkeit / Wehmut, das kenne ich auch und geweint habe ich deswegen auch schon... Mein Kleiner ist erst 8 Monate alt und ich habe auch Angst, dass er demnächst nicht mehr stillen will :-( Und unsere Voraussetzungen sind nicht so gut wie Eure: Ich musste zwischendurch zufüttern, weil meine Milch zurückgegangen war und hab dann arg gekämpft um wieder zum Vollstillen zu kommen. Bevor das erreicht war, wollte er schon ganz doll Beikost probieren, nix mit ein bisschen knabbern und rummatschen, sondern er aß fast gleich zu Beginn (mit knapp 5 Monaten) mal eben eine ganze Banane oder ne Riesenschüssel Brei und wenn ich ihm weniger geben wollte (weil ich immer die vielen Berichte von hier vor Augen hatte, wo die Kinder noch so lange viel stillten und wenig aßen), dann fing er an zu weinen und ich kam mir vor wie eine Rabenmutter :? Tagsüber trinkt er nur noch wenn ich ihn in den Schlaf stille (das geht noch), ansonsten zieht er "richtiges Essen" meiner Milch eindeutig vor. Und das schmerzt auch, weil ich das irgendwie auf mich beziehe :oops: und mich so "ungebraucht" fühle :oops: :oops:
Naja, und Zähne hat er noch keine und wenn ich Deinen Bericht lese, rechne ich mit ähnlichem Verhalten...
Hmm, jetzt jammere ich in Deinem Thread rum, das wollte ich gar nicht.. Eigentlich, wenn ich Eure Vorgeschichte sehe, denke ich auch eher, dass es ein Stillstreik ist und ich drücke Dir ganz doll die Daumen, dass der bald vorbei ist!!!
Ich versuche mir immer zu sagen, dass es auch gut ist, wenn er unabhängiger wird aber die Ablehnung tut mir auch weh...
Vielleicht hilft es Dir ja ein kleines bisschen, dass Du nicht allein bist!
Liebe Grüße!

Re: Natürliches Abstillen mit 11 Monaten?

Verfasst: 20.12.2012, 17:51
von FCF
Meine Mittlere hat sich mit 11 Monaten abgestillt. Sie war schon von der ersten Woche an nie so die Kuschelmaus (im Gegensatz zu ihren Geschwistern), kaum Tragen, wollte am liebsten in der Wiege ihre Ruhe haben.
Mit 11 Monaten hat sie dann plötzlich die Brust abgelehnt und nur mehr die Flasche genommen. Sie hat auch schon sehr viel gegessen. Ich war zu dem Zeitpunkt schon wieder schwanger, hatte ziempich wenig Milch eine Zeit lang und ich glaube sie wollte sich nicht mehr um jeden Tropfen Milch bemühen.
Jedenfalls hat sie dann kurz darauf auch die Flasche abgeschafft und aus Bechern getrunken.
Als die Kleine da war, hat sie es noch mal kurz mit Stillen probiert, aber es war nicht mehr viel.

Re: Natürliches Abstillen mit 11 Monaten?

Verfasst: 20.12.2012, 23:56
von blueberry
Beim Lesen des letzten Postings
FCF hat geschrieben:Meine Mittlere hat sich mit 11 Monaten abgestillt. [...]
Mit 11 Monaten hat sie dann plötzlich die Brust abgelehnt und nur mehr die Flasche genommen. [...]
fiel mir auf, dass das natürlich ein Widerspruch in sich ist. Sich zur (von Mama und Papa ja als Stillalternative eingeführten) Flasche hin abzustillen ist NICHT das gleiche, wie ein Kind, das sich selbst abstillt. Dass auch Stillstreiks nicht das Gleiche sind wie "natürliches Abstillen", wurde ja schon mehrfach geschrieben.

Vielleicht ist dieser Thread dazu ganz nützlich, um die Begriffe klarer zu bekommen:
http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 0#p1339318

Re: Natürliches Abstillen mit 11 Monaten?

Verfasst: 21.12.2012, 07:25
von FCF
blueberry hat geschrieben:Beim Lesen des letzten Postings
FCF hat geschrieben:Meine Mittlere hat sich mit 11 Monaten abgestillt. [...]
Mit 11 Monaten hat sie dann plötzlich die Brust abgelehnt und nur mehr die Flasche genommen. [...]
fiel mir auf, dass das natürlich ein Widerspruch in sich ist. Sich zur (von Mama und Papa ja als Stillalternative eingeführten) Flasche hin abzustillen ist NICHT das gleiche, wie ein Kind, das sich selbst abstillt. Dass auch Stillstreiks nicht das Gleiche sind wie "natürliches Abstillen", wurde ja schon mehrfach geschrieben.

Vielleicht ist dieser Thread dazu ganz nützlich, um die Begriffe klarer zu bekommen:
http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 0#p1339318
Naja, demnach stillt sich ein Kind ab, das.keine Brust mehr will/braucht und auch keine Flasche als Ersatz. Meine Maus hat zwar noch ganz kurz aus der Flasche getrunken, einfach weil ich dachte, dass so ein kleines Kind dann zumindest das noch braucht, aber sie hat nach ganz kurzer Zeit auch sie Flasche verweigert und das wars dann. Sie hat es weder für die Ernährung noch für die Kuscheleinheiten mehr gebraucht. Einzig den Nucki hat sie immer noch, aber der war ihr immer schon wichtig gewesen. Ihr Saugbedürfnis allein übers Stillen zu befriedigen hätte sie überfordert, so wie sie generell mit zu viel körperlicher Nähe überfordert ist. (Kann man schwer glauben, dass es sowas gibt, nicht?)
Was ein Stillstreik ist, weiß ich durchaus - haben wir hier auch alles schon durch :wink:

Re: Natürliches Abstillen mit 11 Monaten?

Verfasst: 21.12.2012, 07:43
von schatzperle
Als wir unseren Stillstreik hatten, hat uns geholfen Stillen in ungewöhnlichen Situationen anzubieten. Unter der Dusche/in der Badewanne konnte ich sie 2-3x überreden zu trinken. Einmal hab ich mich einfach zum schlafenden Kind gelegt und sie angedockt. Einmal lag sie einfach so am Boden und hat gespielt, da hab ich sie auch "überlistet". Dennoch wollte sie unter keinen Umständen "normal" - also so wie immer - angelegt werden.
Der Durchbruch war dann, als ich im Vierfüßler über ihr kniete und sie gestillt hab. Danach war alles wie vorher.
Insgesamt hat das ganze nicht so lang gedauert wie bei Euch. Aber vielleicht magst Du es ja mal versuchen mit dem Stillen in ungewöhnlichen Situationen. Ansonsten ist es auf jeden Fall gut, dass Du nicht ständig anbietest. Es sollte immer ohne Druck sein.
Ich drück Dir die Daunen, dass deine Mais nur streikt und zu Dir "zurückkommt". Ich kann Dich nämlich sehr gut verstehen. Meine ist auch 11 Monate alt und ein Draufgänger-Typ. Sie erkundet alles und hat in den letzten Wochen ihren Allein-Radius durchs Laufen enorm vergrößert. Grade deshalb bin ich froh, dass wir diesen sicheren Hafen noch haben.

Ansonsten kann ich nur bei blueberrry unterschreiben! So haben sich im Bekanntenkreis auch einige Babies schon mit 6 Monaten "selber abgestillt" :oops:

Re: Natürliches Abstillen mit 11 Monaten?

Verfasst: 21.12.2012, 07:50
von schatzperle
@FCF
Es las sich so, als sei deine Kleine auch vorher schon die Flasche gewohnt gewesen.

Viele Mütter Stillen und geben Flasche parallel (ich vermute einfach mal, weil sie wahrscheinlich nicht wissen, dass das potentiell das stillen gefährden kann) und sagen dann, das Baby hat sich selber abgestillt.

Diese schlichtweg falsche Aussage wollte blueberry vermutlich so nicht stehen lassen. Wenn es bei Euch anders war, war das einfach ein Missverständnis.