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Einschlaf-Abstillen?

Verfasst: 03.12.2012, 21:38
von Fabia
Unser "Problem" ist folgendes:
Meine Tochter braucht nur mit mir am Abend extrem lang zum Einschlafen. Mit Papa oder Oma dauert das Einschlafen ca. 5 - 10 min, mit mir zwischen 30 und 90 min. Ich habe dabei das Gefühl, dass sie vom Stillen so abgelenkt ist, dass sie sich deshalb so schwer tut mit dem Einschlafen. Sie ist immer schon in den Schlaf gestillt worden und mittlerweile ist es so, dass sie nicht mehr unmittelbar nach dem Trinken einschläft, wie es früher war, sondern zuerst trinkt, dann lange nuckelt, irgendwann will sie dann noch die andere Seite, dann trinkt sie wieder, dann lange nuckeln, dann dreht sie sich irgendwann weg, nimmt ihren Schnuller in den Mund, schläft fast ein, wenn sie dann im Halbschlaf ist, wird sie auf einen Schlag plötzlich wieder total wach und ruft "stillen, stillen, stillen!!!" - und dann geht das ganze von vorn los... Ich hätte einmal versucht, ihr zu erklären, dass es jetzt genug ist (weil mir die Brustwarzen vom Dauernuckeln schon weh getan haben) - das ergab ein Riesentheater bis sie wieder stillen durfte (wobei es mir in diesem Moment noch nicht so total wichtig war - das hat sie wahrscheinlich gespürt).
Den Schnuller hat sie nur zum Einschlafen - wenn sie von Papa ins Bett gebracht wird zum Nuckeln, wenn sie von mir ins Bett gebracht wird, zum in der Hand halten. Zu Mittag ist das Einschlafen übrigens überhaupt kein Problem, obwohl sie da auch einschlafgestillt wird.
Meine Überlegung ist jetzt, zum Einschlafen gar nicht mehr zu stillen (ev. nur mehr vorher z.B. im Wohnzimmer) - also quasi Einschlaf-Abzustillen. Was haltet ihr von meiner Hypothese, dass die lange Einschlafdauer am Stillen liegt? Und glaubt ihr dass das Einschlaf-Abstillen da überhaupt helfen könnte?
Und vor allem: wenn ja - wie mach ich das am besten???? Sie drei Wochen lang nur von Papa oder Oma ins Bett bringen lassen? Da hätte ich auch kein gutes Gefühl dabei... Oder ein paar schlimme Abende ertragen müssen...?

Generell mag ich eigentlich jetzt noch nicht abstillen, aber ich mache mir schon ein bisschen Sorgen, ob es nicht umso schwieriger wird, je länger ich damit warte (aufgrund von Erfahrungsberichten einer Freundin, die zwei Kinder lange gestillt hat). Also ein bisschen beschäftige ich mich schon damit, weil ich das Gefühl habe, dass es für mich in ein paar Monaten Thema sein könnte. Eigentlich ist meine Hoffnung, dass sich meine Maus irgendwann von selbst abstillt, aber ich hätte halt gern, dass sie das noch vor ihrem zweiten Lebensjahr macht. Und irgendwie hab ich das Gefühl, dass das ein vergebliches Hoffen ist. Sie macht so überhaupt gar keine Anzeichen, dass sie irgendwann einmal freiwillig darauf verzichten könnte. Momentan scheint ihr das Stillen schon noch extrem wichtig zu sein. Bringt da ein langsames Antasten an das Abstillen etwas (also z.B. einmal mit dem Abend zu beginnen)? Damit sie sozusagen Zeit hat, sich an ein immer weniger werdendes Stillen zu gewöhnen?

Re: AW: Einschlaf-Abstillen?

Verfasst: 04.12.2012, 13:23
von estival
Helfen kann ich dir leider auch nicht, aber hier ist es ähnlich. Hilft vielleicht trotzdem ein bisschen :-)

Ich wäre froh, wenn es klappen würde, dass der Papa sie ins Bett bringt und es so mal ne zeit lang damit versuchen. Bei uns schläft sie im Bett nur bei mir ein. Und wenn sie gerne mit ihrem Papa einschläft, umso besser. Kannst du den Abend in ruhe genießen, oder nicht? Vielleicht wirklich vor dem ins Bett bringen stillen.

Hoffe auch dass sie sich selber irgendwann abstillt. Hab da auch wenig Hoffnung, aber das kann sich ja von heute auf morgen ändern.

Liebe grüße!

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Re: Einschlaf-Abstillen?

Verfasst: 04.12.2012, 16:05
von 4tiere
Beim lesen fiel mir dieser Punkt auf.
Fabia hat geschrieben:Und vor allem: wenn ja - wie mach ich das am besten???? Sie drei Wochen lang nur von Papa oder Oma ins Bett bringen lassen? Da hätte ich auch kein gutes Gefühl dabei... Oder ein paar schlimme Abende ertragen müssen...?
Was spricht dagegen, es so zu machen? Warum hättest du kein gutes Gefühl? Was wären denn die schlimmen Abende?
Stillst du nachts, da könnte sie ja einges kompensieren. Vielleicht ist dann auch dein Abstillwunschn nicht mehr so gross ... denn scheinbar braucht es deine Tochter doch noch!

Re: Einschlaf-Abstillen?

Verfasst: 04.12.2012, 16:38
von Binelein
Unter zwei werden wohl eher wenige Kinder auch selbst abstillen. Probiere es doch, das einsxhlafstillen abzugewöhnen, vielleicht ist dann der Druck des ganz-abstillens erstmal weg?

Ansonsten, wenn sie die Brust noch so braucht, wird es in dem alter wohl kein richtig sanftes abstillen geben...


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Re: Einschlaf-Abstillen?

Verfasst: 04.12.2012, 18:16
von stillmaus
Ich denke, wenn die Kinder so lange stillen dürfen, bis sie bereit sind fürs Abstillen, wird es mit der Zeit nicht schwieriger abzustillen. Wenn Du jedoch das Ziel hast, bis deine Tochter 2 ist abgestillt zu haben, und Deine Tochter dann noch nicht von sich aus bereit dafür ist, wird es meiner Meinung nach tatsächlich schwieriger, so wie Deine Freundin erzählt hat.

Meine Kinder waren mit 2 Jahren noch weit davon entfernt, sich selbst abzustillen, aber da ist natürlich jedes Kind anders. Wie Binelein glaube ich aber auch, dass sich eher weniger Kinder unter 2 selbst abstillen. (Aber vielleicht ist das bei mir auch nur die irregeleitete Ansicht einer fanatischen LZS-Mutter :) .) In höherem Alter wird das Stillen aber auch immer leichter und weniger, dann reicht 1-2mal am Tag wenige Minuten.

Wie 4tiere frage ich mich auch, was das Problem ist, sie von Papa/ Oma ins Bett bringen zu lassen. Wie Du es schilderst, scheint das doch gut zu klappen.

Mein 1. Kind wurde ab 1,5 Jahren immer vom Papa ins Bett gebracht (weil ich ich um Kind 2 gekümmert habe und die beiden zusammen nicht gut einschlafen konnten). Vor dem Schlafengehen hat er sich aber noch eine lange Kuscheleinheit mit (Tandem-)Stillen abgeholt, ca 30-45 min lang, dann brachte der Papa ihn ins Bett.

Jetzt ist das erste Kind 5,5 Jahre alt und braucht abends oft sehr lange zum Einschlafen, aber zumindest alleine und ohne Stillen.- Das ist aber wohl eine andere Geschichte.

Was mir noch einfällt: Bei uns (besonders bei Kind 2) hing die Länge des Einschlafens auch mit dem sonstigen Schlafverhalten (Länge und Beginn des Mittagsschlafs etc., aber auch wenn es zur falschen Zeit zu wenigen Minuten Schlaf gekommen war) zusammen, d.h. ein später Mittagsschlaf brachte spätes abendliches Einschlafen, und auch ein ganz kurzes Einnicken (z.B. auf Autofahrten, im Fahrradsitz, im Kinderwagen etc.) am späten Nachmittag brachte eine ganz erhebliche Verzögerung abends mit sich. Kann das bei Euch auch sowas sein?

Re: Einschlaf-Abstillen?

Verfasst: 04.12.2012, 20:13
von blaurosa
Mir ist beim Lesen von Deinem Beitrag noch ein anderer Gedanke gekommen - vielleicht braucht Deine Tochter noch das "Runterkommen" an der Brust? Dann stimmt ja irgendwie Deine Hypothese, dass die lange Dauer am Stillen liegt, aber ich würde wiederum denken, dass es trotzdem Sinn macht. Vielleicht hilft Dir ja bei der Entscheidungsfindung, wenn ich beschreibe, wie es bei uns ist (Töchterchen ist 21 Monate alt) und was meine GEdanken dazu sind.
Bei uns ist es so, dass immer ich Töchterchen ins Bett bringe, weil sie nach anfänglichen Stillproblemen und Nicht-Geben vom Nuckel sie keinen nimmt und die Brust auch zum Nuckeln braucht (ist für mich okej). Die Dauer variiert aber sehr, zwischen einer halben und ganzen Stunde ist normal, und mein Eindruck ist der, dass sie, je mehr sie vom Tag zu verarbeiten hat, umso länger braucht. Manchmal erzählt sie mittlerweile auch zwischendrin davon, da wird es nochmal deutlicher. Und wenn sie schnell einschläft, wird sie meist nach ca. einer halben Stunde nochmal ein wach und will wieder stillen. Alles in allem ist mein Gefühl, dass sie gerade das Stillen noch braucht, wäre es das nicht, würden wir wohl die Zeit kuscheln. Ich selbst hab als Kind aber auch lange zum Einschlafen gebraucht, vielleciht macht es mir deshalb nur selten was aus. Und auch heute gibt es für mich nichts schlimmeres, als nach einem anstrengenden Tag noch so viel im Kopf zu haben, dass ich trotz Müdeseins nicht in den Schlaf finde.

Re: Einschlaf-Abstillen?

Verfasst: 04.12.2012, 23:22
von Fabia
Vielen, vielen Dank für eure Antworten!!! Da ist ganz viel dabei, was mir weiterhilft! :)
estival hat geschrieben:Kannst du den Abend in ruhe genießen, oder nicht?
Wenn sie von Papa ins Bett gebracht wird (und das funktioniert dann, wenn ich nicht daheim bin gut, wenn ich daheim bin klappts manchmal, manchmal auch nicht), kann ich den Abend genießen. Wenn ich sie ins Bett bringe, kommt's darauf an, wie lang es dauert. Manchmal bin ich wenn ich aus dem Schlafzimmer komme, selbst schon so müde, dass mich nichts mehr freut und ich eigentlich schon zu müde zum Zähne putzen wäre.
4tiere hat geschrieben:Sie drei Wochen lang nur von Papa oder Oma ins Bett bringen lassen? Da hätte ich auch kein gutes Gefühl dabei... Oder ein paar schlimme Abende ertragen müssen...?
Was spricht dagegen, es so zu machen? Warum hättest du kein gutes Gefühl? Was wären denn die schlimmen Abende?
Stillst du nachts, da könnte sie ja einges kompensieren. Vielleicht ist dann auch dein Abstillwunschn nicht mehr so gross ... denn scheinbar braucht es deine Tochter doch noch!
Ich hätte kein gutes Gefühl, weil ich selbst die Zeit mit ihr kuschelnd im Bett vermissen würde, wenn ich das so lange Zeit gar nicht hätte. Und ich hätte das Gefühl, ihr meine Zuwendung zu entziehen, die sie ja offensichtlich gerne hätte und gefühlsmäßig auch braucht (auch wenn sie dann natürlich die Zuwendung von Papa hätte). Und da hätte ich kein gutes Gefühl dabei, weil der "Entzug" ja nicht unbedingt sein muss.
Die schlimmen Abende wären für mich, wenn ich ihr beim Ins-Bett-Bringen das Stillen verweigern müsste /würde und sie darunter so leiden würde. Und das würde sie ein paar Tage lang ganz bestimmt...
Zum Abstillwunsch: ich habe zum aktuellen Zeitpunkt noch überhaupt keinen Abstillwunsch. Mich stört nur die Einschlaf-Situation. Und in meinem Hinterkopf spukt immer wieder der Gedanke, wie und wann wohl das Abstillen werden würde.
Binelein hat geschrieben:Unter zwei werden wohl eher wenige Kinder auch selbst abstillen. Probiere es doch, das einschlafstillen abzugewöhnen, vielleicht ist dann der Druck des ganz-abstillens erstmal weg?
Ansonsten, wenn sie die Brust noch so braucht, wird es in dem alter wohl kein richtig sanftes abstillen geben...
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Das merke ich eben auch, dass das Abstillen nicht sanft sein kann, weil sie's einfach noch braucht. Aber du hast Recht, je mehr ich darüber nachdenke, das Einschlafstillen abzugewöhnen, umso weniger Stress macht mir das Abstill-Thema überhaupt. :)
stillmaus hat geschrieben:Ich denke, wenn die Kinder so lange stillen dürfen, bis sie bereit sind fürs Abstillen, wird es mit der Zeit nicht schwieriger abzustillen. Wenn Du jedoch das Ziel hast, bis deine Tochter 2 ist abgestillt zu haben, und Deine Tochter dann noch nicht von sich aus bereit dafür ist, wird es meiner Meinung nach tatsächlich schwieriger, so wie Deine Freundin erzählt hat.
Mein Ziel ist nicht meine Tochter bis sie 2 ist, abgestillt zu haben - ich weiß noch gar nicht, wann ich abstillen will. Ich denke nur immer öfter darüber nach, wie das wohl werden wird, und vor allem wann das wohl sein wird... Aber vielleicht sollte ich da einfach erst dann drüber nachdenken, wenn's soweit ist, dass ich wirklich nicht mehr will. Und es macht mir ein bisschen Stress, dass für mich der Eindruck entsteht, dass man zwischen 1,5 und 2,5 Jahren eigentlich kaum abstillen kann, weil da die wenigsten Kinder von sich aus bereit dafür sind, es in dieser Altersphase aber am schwierigsten ist, es trotzdem durchzuziehen...
stillmaus hat geschrieben:Was mir noch einfällt: Bei uns (besonders bei Kind 2) hing die Länge des Einschlafens auch mit dem sonstigen Schlafverhalten (Länge und Beginn des Mittagsschlafs etc., aber auch wenn es zur falschen Zeit zu wenigen Minuten Schlaf gekommen war) zusammen, d.h. ein später Mittagsschlaf brachte spätes abendliches Einschlafen, und auch ein ganz kurzes Einnicken (z.B. auf Autofahrten, im Fahrradsitz, im Kinderwagen etc.) am späten Nachmittag brachte eine ganz erhebliche Verzögerung abends mit sich. Kann das bei Euch auch sowas sein?
Daran liegts glaub ich nicht (zumindest ist das nur ganz selten der Grund und wenn, dann weiß ich ja worans liegt) - sie schläft einmal zu Mittag ca. 1,5 - max. 2 Stunden bis max. 13.45 (eher bis 13.15 oder 13.30) und in der Nacht wenn sie nicht mit mir schlafen geht von ca. 19.30 bis ca. 06.45 (ansonsten halt um ca. 90 min weniger) Aber du hast recht - wenn sie nach 15.00 noch kurz einschläft (z.B. 5 min im Auto) ist an ein Einschlafen am Abend auch mit Papa nicht zu denken...
blaurosa hat geschrieben:Mir ist beim Lesen von Deinem Beitrag noch ein anderer Gedanke gekommen - vielleicht braucht Deine Tochter noch das "Runterkommen" an der Brust? Dann stimmt ja irgendwie Deine Hypothese, dass die lange Dauer am Stillen liegt, aber ich würde wiederum denken, dass es trotzdem Sinn macht.
Klingt plausibel! Und hilft mir, die Situation besser zu verstehen! Was wiederum dazu führt, dass ich es auch besser annehmen kann! Jetzt, wo ich deinen Beitrag lese, fällt mir auch ein, dass meine Tochter sich auch immer wieder zwischendurch im Bett aufsetzt und zu plappern anfängt oder plötzlich ein Fingerspiel zu sprechen beginnt... :lol: Das würde da dazu passen... Vielleicht probier ich vor dem Einschlaf-Abstillen noch, ein viel längeres Abend-Ritual zum Runterkommen einzuführen, damit die Nuckel-Phase nicht gar so extrem lang dauert.

Puh das ist jetzt lang geworden - aber das waren so viele gute Anregungen! Vielen Dank nochmal dafür!!! Ihr seid echt eine riesengroße Hilfe und Unterstützung!!! :D

Re: Einschlaf-Abstillen?

Verfasst: 05.12.2012, 07:13
von FCF
Hallo!
Meine Kleine ist ein paar Monate älter als deine und wir haben vor mittlerweile einer Woche dad Einschlafstillen "abgeschafft".
Vielleicht hilft dir ja unsere frische Erfahrung.
Sie war auch so ein ewig-dahin-Nuckler, ist immer wieder mal eingeschlafen, um nach einer kurzen Zeit wieder aufzuwachen, weiter zu trinken...das ging oft bis Mitternacht so und war nach jetzt fast zwei Jahren schon eine ziemliche Belastung, weil sie eben NUR so, an meiner Brust dahingedöst hat.
Jetzt machen wir es so, dass ich erst die Großen mit nem Hörspiel ins Bett leg und dann stille ich die Kleine ganz in Ruhe-man merkt ihr an, dass sie diese Exklusivzeit sehr genießt. Dann sagt sie gute Nacht zur Brust/Milch , manchmal schauen wir noch kurz ein Buch und so nach 30 min. leg ich sie ins Bett und setz mich daneben, bis sie schläft. (wobei sie das eigentlich gar nicht brauchen würde, aber ich muss ein bisschen aufpassen, dass sie nicht rumhampelt und ihre Schwester weckt).
Seit wir das so machen schläft sie auch "richtig", also wird nicht mehr dauernd wach und will erst so gegen vier wieder Stillen.
(vielleicht kann ich ja Abends jetzt bald mal wieder ins Kino... :)
Das Tagsüber-Stillen kann ich in der gegenwärtigen Situation jedenfalls viel mehr genießen!
Alles Gute euch!

Re: Einschlaf-Abstillen?

Verfasst: 05.12.2012, 10:34
von Fabia
Das klingt ja gut!!! :D Du machst mir jetzt richtig Mut, es auch so zu versuchen! Ich glaub das wird auch für uns ein guter Weg.
Danke dir! :)