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Neurodermitis auf der Brust

Verfasst: 27.11.2012, 22:02
von ChaiLatte
Hallo,

ich habe schon seit der Kindheit Neurodermitis und seit einigen Wochen sind nun auch die Brustwarzen betroffen. Die Hautärztin hat mir nur Pröbchen von einer Harnstoffcreme mitgegeben, in der aber Minaralöle und Parfüm enthalten ist. Deshalb möchte ich die nicht ausprobieren, meine Tochter würde es ja beim stillen auch zu sich nehmen. Lanolin habe ich schon ausprobiert, das hilft leider nicht.
Wenn es am restlichen Körper zu stark wird, nehme ich zeitweise Kortisoncreme, weil bisher nichts anderes geholfen hat. Die möchte ich aber nicht an meiner Brust nehmen.
Ich würde mich deshalb über Tipps freuen was ich noch ausprobieren könnte.

Re: Neurodermitis auf der Brust

Verfasst: 28.11.2012, 20:26
von VTalana
Ach du liebe Güte, das kenne ich ihrgendwo her.

Also im Reformhaus gibt es eine Bodylotion, die nennt sich Dado Sens. Sie ist speziel für neurodermitiker garantiert ohne Parfum und auch ohne Minerralöle und sonstigem Gift. Ansonsten gibt es doch noch so "Wollfett" das fürs stillen ist? Sie sollte die Brust geschmeidig halten. Ansonsten Muttermilch antrocknen lassen, soll auch mal helfen. Das Cortison verschlimmert das ganze leider schlussendlich. Hier noch ein paar andere Tipps gegen die Neurodermitis.

Tägliches Baden,

Das Badewasser mit Ursalz aus dem Himalya anreichern(gibs im Reformhaus)
Nen tropfen Öl ins Badewasser(ganz normales das billigste das du findest)
Bei sehr starker Ausprägung empfiehlt es sich einen Kamillensud noch ins Badewasser zu kippen, beruigt die Haut.

Ps, dieses Ursalz ist seeehr Lecker und ich verwende dies auch zum Essen. Mein Großer litt auch ganz brutal daran und mit der Medtode hatte ich das ganze in nur 3 Wochen im Griff. solltest du es versuchen, würde ich mich über deinen Erfahrungsbericht freuen damit ich voweisen kann das es auch andern hilft.

Re: Neurodermitis auf der Brust

Verfasst: 28.11.2012, 22:24
von jusl
Hallo ChaiLatte,

atopische Ekzeme auf den Brustwarzen sind in der Tat ein Problem. Letztlich sind das ja Hautwunden, die im Stillzeitkontext praktisch die gleichen Risiken nach sich ziehen wie "normale" wunde Brustwarzen (Schmerzen beim Stillen mit allen nachteiligen Folgen, Eintrittspforte für Pilze und Bakterien, erhöhtes Risiko für Mastitis usw.)
Ich bin keine Ärztin, deshalb solltest Du das Vorgehen unbedingt noch mal mit Deinem Hautarzt absprechen, aber aus anderen Stillberatungen mit auf diese Art betroffenen Frauen weiß ich, dass lokale Cortisonanwendungen möglicherweise doch die beste Alternative darstellen. Einfach um die Entzündungen möglichst schnell möglichst effektiv zu unterdrücken, damit die oben erwähnten Folgerisiken möglichst gering gehalten werden.
Das Baby sollte natürlich nicht ständig Cortisoncreme im Mund haben, deshalb sollten eventuelle Cremereste vorm Stillen abgewaschen werden, insb. bei Daueranwendung.

@VTalana: Wollfett (=Lanolin) ist i.d.R. nicht geeignet, und auch vom Antrocknenlassen von Muttermilch wird hier meist abgeraten, da im Muttermilchspeichel-Gemisch Stoffe enthalten sein können, die die Hautirritationen verstärken bzw. auslösen (Verdauungsenzyme z.B.). Dass Cortison "das ganze leider schlussendlich verschlimmert" mag Deine persönliche Individualerfahrung bzw. die Deines Sohnes sein, aber pauschal richtig ist das deswegen nicht. Manche betroffene Frauen können nur dank Cortisonanwendung überhaupt weiterstillen.

LG
Julia

Re: Neurodermitis auf der Brust

Verfasst: 28.11.2012, 23:20
von VTalana
Ich bin mit Cortison bei meinem Sohn durch die "Haupthölle" gegangen, daher bin ich da sehr na ja schlecht geprägt. Ich selbst habe Schuppenflechte und hab mich da einfach nicht hilft einfach daran gewöhnt. Man könnte die Brust auch zuerst abspühlen etwas frische Muttermilch ausdrücken diese verreiben und trocknen lassen. Dann wäre kein Speichel mehr vorhanden. Meinem sohn wurde bereits mit 3 Monaten Cortison gegen mein Wissen verschrieben und es wurde zwar zuerst besser, verschlimmerte sich aber schlagartig als ich die Salbe nach Gebrauchsanweisung wieder absetzte. Mir wurde erklärt, das die Haut regelrecht "süchtig" wird nach dem Cortison und schlussendlich eine immer noch höhrer Dosis verlangt um eine Besserung zu erzielen. Schlussendlich bei zu langer oder eben andauernder Anwendung wird die Haut immer dünner und entsprechend rissig. Mit dem Cortison muss man einfach schwer aufpassen, das vergessen leider viele.

Du bist in dem Bereich sicherlich erfahrener als ich, wollte dir sicher nicht ins Handwerk pfuschen. Offene Wunden kann man allerdings gut mit Kochsalzlösung reinigen. In meinem Fall hatte ich einfach Wasser abgekocht, das Ursalz rein, abkühlen lassen und damit meine offenen Stellen gereinigt. Durch meine eigentlich sehr schnelle "Wundhheilung" war das dann auch schnell wieder gut.

Re: Neurodermitis auf der Brust

Verfasst: 29.11.2012, 07:58
von jusl
Man könnte die Brust auch zuerst abspühlen etwas frische Muttermilch ausdrücken diese verreiben und trocknen lassen. Dann wäre kein Speichel mehr vorhanden.
Aber immer noch z.B. Verdauungsenzyme. Die sind auch in der Milch selbst drin. ;-) Manche Neurodermitikerinnen reagieren drauf. Genauso wie manche neurodermitischen Kinder, die vertragen häufig auch keine Muttermilch auf der Haut.
Offene Wunden kann man allerdings gut mit Kochsalzlösung reinigen.
Zweifellos kann man offene Wunden gut mit steriler isotonischer Kochsalzlösung reinigen, um z.B. Muttermilch- oder Speichel- oder Cremereste abzuspülen. Pilze und Bakterien bleiben davon allerdings leider unbeeindruckt. Deshalb ist es an den BW besser, Wunden gar nicht erst entstehen zu lassen. Wenn Cortisonpräparate dabei helfen, ist es definitiv sinnvoll, deren Anwendung in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt in Betracht zu ziehen.

LG
Julia

Re: Neurodermitis auf der Brust

Verfasst: 29.11.2012, 09:14
von Pahama
Halo,
Ich habe eigentlich keine Hautprobleme, habe aber der brustwarze am Hof seit 2 Wochen ein Ekzem was juckt wie die Hölle.
Meine Frauenärztin hat mir (hydro)Kortison verschrieben, was ich draufschmiere, abends nach dem letzten stillen und nachts dann schnell abwasche.
Ich war aber noch nicht beim Hautarzt.
Mit normaler basispflege kann man es aber doch auch so machen dass man es abwäscht..?
Nervig allerdings!

Grüße

Re: Neurodermitis auf der Brust

Verfasst: 29.11.2012, 09:57
von VTalana
Ok, also ich versuch erst das natürliche, ehe ich zu den Harten Waffen greife, vieleicht nützen euch meine tipps ja doch was.Vieleicht kombiniert. Sprich wenn echt notwendig Cortison und zur Pflege die oben genannten Dinge. Sicher kein Patentrezept, aber seit der Behandlung is mein Großer frei von den Ekzemen.

Re: Neurodermitis auf der Brust

Verfasst: 29.11.2012, 10:22
von Traumwind
jusl hat geschrieben:Aber immer noch z.B. Verdauungsenzyme. Die sind auch in der Milch selbst drin. ;-) Manche Neurodermitikerinnen reagieren drauf. Genauso wie manche neurodermitischen Kinder, die vertragen häufig auch keine Muttermilch auf der Haut.
Dem kann ich mich anschliessen. Meine Kinder haben auch nie Muttermilch auf der Haut vertragen.

Ich habe auch Schuppenflechte, in Voll- bzw Vielstillzeiten extrem an der Brust und seit meiner Kleinsten noch mehr, weil sie immer am knibbeln und kratzen und fummeln ist, das machts natürlich noch schlimmer. :roll: Die Brustwarzen sind meist nur wenig betroffen bzw wenn, dann heilen sie recht schnell wieder.

Mir hilft am besten die Mandelölsalbe Eco von H*ans K*arrer. Die ist ohne Mineralöl, ohne Wollwachs, ohne Duft und mit Zink und Bienenwachs zur Pflege. Wenns arg juckt nehme ich die T*annolact Fettsalbe. Da sind Gerbstoffe drin, quasi die chemische Form der Eichenrinde und die ist glaube ich auch ohne Paraffin.

Re: Neurodermitis auf der Brust

Verfasst: 29.11.2012, 13:08
von Lucccy
Hallo,
VTalana hat geschrieben:verschlimmerte sich aber schlagartig als ich die Salbe nach Gebrauchsanweisung wieder absetzte. Mir wurde erklärt, das die Haut regelrecht "süchtig" wird nach dem Cortison und schlussendlich eine immer noch höhrer Dosis verlangt um eine Besserung zu erzielen. Schlussendlich bei zu langer oder eben andauernder Anwendung wird die Haut immer dünner und entsprechend rissig. Mit dem Cortison muss man einfach schwer aufpassen, das vergessen leider viele.
da möchte ich doch etwas einlenken, auch wenns leicht OT wird. Wie hast Du denn das Cortison abgesetzt? Schlagartig oder ausgeschlichen? In der Regel empfehlen die Ärzte heutzutage auszuschleichen, um die Gefahr des Wiederaufflammens zu umgehen.
Und dass Cortison die Haut dünner macht, das stammt aus den Zeiten "älterer" Salben und anderer Dosierung - erklärte mir zumindest mein aktueller (stillfreundlicher) Hautarzt.

Aber ich gebe Dir Recht: man sollte mit Cortison nicht zu unbedarft umgehen und möglichst einen Arzt finden, der noch Therapien nach/neben/anstatt der Cortisongabe kennt.

Gruß Lucccy

Re: Neurodermitis auf der Brust

Verfasst: 29.11.2012, 13:16
von jackie-brown
jusl hat geschrieben:Hallo ChaiLatte,

atopische Ekzeme auf den Brustwarzen sind in der Tat ein Problem. Letztlich sind das ja Hautwunden, die im Stillzeitkontext praktisch die gleichen Risiken nach sich ziehen wie "normale" wunde Brustwarzen (Schmerzen beim Stillen mit allen nachteiligen Folgen, Eintrittspforte für Pilze und Bakterien, erhöhtes Risiko für Mastitis usw.)
Ich bin keine Ärztin, deshalb solltest Du das Vorgehen unbedingt noch mal mit Deinem Hautarzt absprechen, aber aus anderen Stillberatungen mit auf diese Art betroffenen Frauen weiß ich, dass lokale Cortisonanwendungen möglicherweise doch die beste Alternative darstellen. Einfach um die Entzündungen möglichst schnell möglichst effektiv zu unterdrücken, damit die oben erwähnten Folgerisiken möglichst gering gehalten werden.
Das Baby sollte natürlich nicht ständig Cortisoncreme im Mund haben, deshalb sollten eventuelle Cremereste vorm Stillen abgewaschen werden, insb. bei Daueranwendung.
LG
Julia
ich als betroffene selbst kann hier nur voll bei julia unterschreiben. ich hatte das bei meinem ersten kind als es 6 monate alt war. der hautarzt riet mir zum abstillen, damit ich cortisonhaltige creme benutzen durfte. abstillen kam nicht in frage. ich hab mich bei embyotox erkundigt und man darf bei lokaler anwendung von cortisonhaltiger creme, wenn man sie abwäscht, weiterstillen.

ich hab alles versucht, bei mir hat nur das cortison geholfen. das aber dauerhaft. allerdings tritt so was meist in schüben auf. bis jetzt ist alles gut. ich habe mich lange gequält, hätte ich nur das cortison von anfang an genommen.

ich kann voll mit dir fühlen ((()))