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Stillen von 5-6/Tag auf 2-3/Tag reduzieren ohne Zufüttern?

Verfasst: 25.11.2012, 21:52
von smibo
Hallo,

hat jemand einen Tip für mich wie ich meine 9 Monate alte Tochter innerhalb von 8 Wochen von 5-6 Mal tägliches Stillen auf 2-3 Mal/Tag bringe, ohne ihr Industriemilch geben zu müssen? Reicht es denn aus, wenn meine Kleine im Alter von 11 Monaten morgens Brot mit Käse und am Abend ihren Milchbrei bekommt und tagsüber max. 3 mal gestillt wird?
Ich möchte das nächtliche Stillen komplett beenden, da ich körperlich/psychisch total am Ende bin. Wir haben hart um das Stillen gekämpft, aber ich möchte nicht mehr um jeden Preis meine Kleine stillen. Abstillen möchte ich sie auch nicht komplett, da sie es noch sehr genießt.

Danke euch!

Re: Stillen von 5-6/Tag auf 2-3/Tag reduzieren ohne Zufütter

Verfasst: 25.11.2012, 23:00
von Sakura
Hi Smibo,

jedes Kind ist anders, jede Stillbeziehung ist anders. Wenn Du auf keinen Fall mehr so oft stillen möchtest, dann wird Dein Kind das irgendwann akzeptieren, ganz sicher (was soll sie sonst auch machen).

Ob Du um Kuhmilch herum kommst, ist die andere Frage. Das von Dir beschriebene Essen mag reichen, die Frage ist, ob Dein Kind schon willens und in der Lage ist, genannte Lebensmittel in genannter Menge zu essen. Ich habe mehrere Freundinnen, die ihr Kind um den ersten Geburtstag herum abgestillt haben, aber alle haben dann die Flasche gegeben, weil ihr Kind noch nicht so viel essen mochte.

Ich glaube, ich würde ihr dann deutlich öfter am Tag festes Essen anbieten, nicht nur morgens und abends, ansonsten könnte es sein, dass sie nicht ausreichend Kalorien zu sich nehmen kann. Zwei Milchmahlzeiten reichen am Ende des ersten Lebensjahres, d.h. es müsste kein Milchbrei sein, und kein Käsebrot, sondern es können auch andere Dinge sein. Es sollen vielleicht sogar andere Dinge sein, denn Milch bekommt sie ja von Dir, die Vitamine und Nährstoffe aus Obst, Gemüse, Getreide, Fleisch... braucht sie da vielleicht eher . Aber was und wieviel davon Dein Kind essen mag, ist sehr sehr unterschiedlich.

Ich habe mit 11 Monaten beschlossen, dass ich keine Lust mehr auf fast vollstillen habe, und habe ihr abwechselnd Mahlzeiten und Stillen angeboten (also morgens Frühstück, vormittags Stillen, mittags Essen, nachmittags Stillen, abends Essen, Einschlafstillen. Tagsüber noch Snacks, wenn sie sich angeboten haben, und dann halt nachts stillen. Hat bei uns sehr gut funktioniert. Meine Freundinnen hatten zu dem Zeitpunkt nachts schon lange abgestillt, die Kinder haben dann tagsüber einfach mehr gegessen. Merklich mehr als mein Kind.

Abgesehen davon: ich war gegen Ende des ersten Jahres körperlich auch vollkommen erschöpft, Schlafmangel konnte ich aber ausschließen. Und siehe da, ich hatte Eisenmangel. Stillen zehrt auch an den Eisenvorräten der Mutter. Kannst ja mal kontrollieren lassen.

Liebe Grüße
Sakura :-)

Re: Stillen von 5-6/Tag auf 2-3/Tag reduzieren ohne Zufütter

Verfasst: 25.11.2012, 23:11
von smibo
Danke dir!
Meine Kleine isst am Tag relativ gut und ich muss sie immer daran erinnern, dass Stillzeit ist. D.h. Nach jeder Mahlzeit bzw. Zw. Den Mahlzeiten bekommt sie die Brust und oft ist sie tagsüber nicht sehr interessiert. Nur nachts will sie am liebsten nuckelnd und trinkend an der Brust verbringen. Und das sehe ich nicht mehr ein.
Habe nur Sorge, dass 2 bis 3 Mal Stillen am Tag nicht ausreichend ist für ein Baby am Ende des 1. LJ

Re: Stillen von 5-6/Tag auf 2-3/Tag reduzieren ohne Zufütter

Verfasst: 25.11.2012, 23:18
von Sakura
smibo hat geschrieben:Habe nur Sorge, dass 2 bis 3 Mal Stillen am Tag nicht ausreichend ist für ein Baby am Ende des 1. LJ
Die meisten Kinder sind gegen Ende des 1. LJ schon abgestillt, von daher... (Wobei mindestens die Babys, die ich kenne, da noch die Flasche kriegten).

Mein Kind wollte zwischen 6 und 9 Monaten die Nacht auch am liebsten an der Brust nuckelnd verbringen. Das änderte sich aber von allein gegen Ende des 1. LJ, und so ca. um den 1. Geburtstag herum gab es einen riesigen Sprung - zu meinem Vorteil. Sie hat ab da sehr schnell sehr viel länger geschlafen, ohne stillen zu wollen. Mit 16,5 Monaten, als wir leider plötzlich abstillen mussten, hatte sie nachts Schlafphasen von 6-8 Stunden. Fand ich ok :D.

Re: Stillen von 5-6/Tag auf 2-3/Tag reduzieren ohne Zufütter

Verfasst: 25.11.2012, 23:19
von blueberry
Vorweg: jetzt hab ich immer mal was in das offene Browserfenster getippt, wenn ich Zeit hatte zwischendurch und nun ist es in der Vorschau ein kleiner Roman geworden. Ich hoffe, Du verzeihst mir, wenn ich es jetzt dennoch abschicke und nicht mehr kürze :oops: :oops: :oops: Also, *räusper*:

ohweh, Du liest Dich sehr traurig und fertig :( Das tut mir leid, dass Du in so schlechter Verfassung bist. Hast Du Unterstützung in Deinem Alltag mit Baby? Ist es Dein erstes Kind oder hast Du noch weitere Kinder zu versorgen? Hast Du jemanden, der Dir das BAby mal abnehmen kann für ein, zwei Stunden am Stück - so dass Du etwas nur für Dich machen kannst?

Wo liegt denn für Dich der Punkt, der Dich am Stillen am meisten belastet? Oft ist es ja nicht das Stillen ansich, dass eine Mutter schlaucht, sondern das Stillen ist einfach der erste Punkt der einem beim Suchen nach veränderbaren Punkten im Alltag einfällt. Wenn man genauer hinschaut, lassen sich aber vielleicht andere Punkte finden, die unter Umständen sogar viel mehr STress aus dem Alltag rausnehmen würden als ein Abstillen/Reduzieren des Stillens - zumal ein Baby eine Reduktion des Stillens gegen seine Bedürfnisse in diesem Alter kaum klaglos hinnehmen wird - da wird es einiges zu kompensieren geben, was dann oft anstrengender als Stillen ausfallen kann (vor allem nachts ist rumtragen, singen, schuckeln, ... oft schlauchender als im Liegen im dunklen Schlafzimmer einfach zu stillen und ohne aufstehen zu müssen weiterzuschlafen... ).

Du schreibst, Du möchtest zu allererst das nächtliche Stillen beenden. Magst Du uns mal schreiben, wie das nächtliche Stillen bei Euch ausschaut - vielleicht kommen wir dann dem Stressfaktor auf die Spur? Du stillst im Moment ca. 5-6 mal in 24 STunden, davon die Hälfte tagsüber, bleiben also zwei bis drei Stillmahlzeiten nachts, wenn ich es richtig verstehe. Lass es mich ehrlich sagen: die meisten Mütter eines neun Monate alten BAbys würden von solchen Stillfrequenzen wahrscheinlich träumen :oops: , da sich ihre BAbys in diesem Alter noch deutlich häufiger zum Stillen melden. Dein BAby ist also eher ein "wenig-Stiller" für sein Alter. Das nützt Dir natürlich nur bedingt etwas, aber vielleicht relativiert sich so ja schon etwas im Blick auf die Situation.

Man kann sich nächtliches Stillen deutlich einfacher machen, indem man mit dem Baby gemeinsam in einem Bett schläft, so dass weder Mama noch Baby richtig aufwachen und beim Stillen/nach dem Stillen direkt weiterschlafen können. So sind zwei bis drei nächtliche Stillunterbrechungen eigentlich so zu meistern, dass eine Frau davon nicht an ihre körperlichen Grenzen kommt - vorausgesetzt, es ist sonst alles körperlich in Ordnung mit der Mama:

Hast Du mal ein Blutbild machen lassen? Kommst Du insgesamt zu genug Schlafzeiten (zum Beispiel, indem Du Dich tagsüber mal mit hinlegst, wenn Dein Baby schläft oder Dich abends eben wirklcih mal mit Deinem Baby hinlegst, statt noch dies und das im Haushalt zu erledigen)? Isst Du genug (Mamas von kleinen Babys neigen dazu, erschreckend viele Mahlzeiten "aufzuschieben", zu überspringen, mal schnell durch einen Saft zu ersetzen - all das schlaucht unglaublich, zumal der Alltag mit Baby körperlich sehr fordernd ist durch die viele Bewegung, die gerade bei vorherigem sitzenden Beruf sehr ungewohnt sein kann)...

Das wären also die Punkte, an denen ich zuerst ansetzen würde: Entlastung schaffen, nächtliches Stillen entspannt und ohne Aufstehen organisieren, mal ein paar Wochen lang deutlich häufiger mit dem Baby hinlegen, regelmäßig auf ausreichendes Essen achten - alles andere im Haushalt kann gut und gern mal ne Weile warten, ohne dass man gleich im Chaos versinkt ;)

Wenn das alles nichts nützt: Es gibt eine verhältnismäßig sanfte Methode, ein Baby nachts abzustillen, die nicht im seelischen Trauma fürs Kind enden muss - diese wird aber ausdrücklich erst für Kinder mit einem Mindestalter von 12 Monaten empfohlen, geht dann aber relativ fix. Vielleicht könntest Du Dir mit dieser "Trumpfkarte" im Ärmel vorstellen, noch die nächsten drei Monate abzuwarten, die obigen Punkte mal durchzugehen (allen voran, Dich mal beim Hausarzt durchchecken zu lassen, ob vielleicht einfach Dein Eisenwerte im Keller sind o.ä.), und dann wenn Dein Baby aus der bedürfnisstärksten Zeit raus ist, nochmal neu mit dem nächtlichen Abstillen zu überlegen?

Das Programm kannst Du Dir ja jetzt schonmal durchlesen: es heißt nächtliches Abstillen nach Gordon und wird hier sehr gut beschrieben:
http://www.rabeneltern.org/index.php/wi ... milienbett

Ob Du bei einer Stillreduktion im ersten Lebensjahr noch auf Kunstmilch zurückgreifen musst, kann man ohne Dein Kind und seine Lust auf feste Kost zu kennen, so schlecht sagen. Fakt ist, dass Milch (ob nun Muttermilch oder adäquater Muttermilchersatz in Pulverform) im ersten Lebensjahr eines Kindes dessen Hauptnahrungsmittel darstellen sollte und Beikost eben BEIkost sein soll. In diesem Faltblatt siehst Du dazu ein gutes Schaubild (zweite Seite):
http://www.afs-stillen.de/upload/faltbl ... ntisch.pdf
Leider hat die Evolution unsere Kinder eher auf nächtliches Stillen geeicht, um ihren Bedarf zu stillen... :|

Vieles im Baby- und Kinderverhalten sind wirklich nur Phasen, die schneller vorbeigehen, als wir uns aktuell drinsteckend je vorstellen konnten... Dein Baby ist noch jung, aber gerade in einer Phase, in der sich sehr schnell sehr viel am Essverhalten ändern kann - ganz ohne Druck von außen. Vielleicht kannst Du Dir irgendwo anders für die wenigen nächsten Monate, in denen Dein Kind das stillen noch sehr braucht, Entlastung schaffen, so dass Du das Stillen nach BEdarf Deines Kindes doch wieder mit neuer Energie angehen könntest. Wenn das nicht geht, kannst Du sonst in diesem Thread hier wertvolle Hinweise zum vorzeitigen Abstillen eines Babys finden. Auch wenn Du nicht komplett abstillen willst, wird vieles davon auf Dich passen:

http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... +Abstillen

Egal, wie Du Dich letztlich entscheiden wirst, wünsche ich Dir alles Gute auf diesem Weg und dass es Dir bald wieder besser gehen möge! :)

Re: Stillen von 5-6/Tag auf 2-3/Tag reduzieren ohne Zufütter

Verfasst: 25.11.2012, 23:25
von blueberry
:shock: okay, das darf jetzt wohl zukünftig als das Standard-Beispiel für nen zu langen Beitrag gelten ... :oops: Vielleicht ist trotzdem ein für Dich nützlicher Gedanke oder Link dabei *hoff*

Re: Stillen von 5-6/Tag auf 2-3/Tag reduzieren ohne Zufütter

Verfasst: 25.11.2012, 23:43
von 4tiere
Wenn auch Off-Topic:
blueberry hat geschrieben::shock: okay, das darf jetzt wohl zukünftig als das Standard-Beispiel für nen zu langen Beitrag gelten ... :oops: Vielleicht ist trotzdem ein für Dich nützlicher Gedanke oder Link dabei *hoff*
Neeeeeeeeeeee! Deine Beiträge lese ich immer gerne und ich finde sie sehr hilfreich, kurzweilig, einfühlsam, eben einfach toll geschrieben! (Neid!!!!)
Ansonsten schliesse ich mich blueberry an. Sie hat ja schon alles gesagt. ;-)

Re: Stillen von 5-6/Tag auf 2-3/Tag reduzieren ohne Zufütter

Verfasst: 25.11.2012, 23:51
von blueberry
Danke :oops: :o :)

Re: Stillen von 5-6/Tag auf 2-3/Tag reduzieren ohne Zufütter

Verfasst: 25.11.2012, 23:59
von smibo
Danke Blueberry!

Kann grad nur kurz schreiben. Das Problem an den nächtlichen stillmahlzeiten ist deren dauer. Meist dauert eine mahlzeit etea eine halbe stunde und das 3 mal. Dazwischen wacht meine kleine auch auf und muss sich durch streicheln beruhigen lassen. D.h. Pro nacht kommen wir locker auf 8 (an guten tagen) bis 12 (an schlechten tagen) mal aufwachen. Mein mann übernimmt sehr viel nur nachts akzeptiert unser baby nur mich zur beruhigung. Sie schläft auch neben mir aber dennoch erleichtert es mir nicht die nächte. D.h. Sobald ich wach bin brauche ich eine weile zum einschlafen und oft ist es so, dass vorallem nach den stillmahlzeiten ich ziemlich wach bin.
Momentan üben wir mit ihr, dass sie den papa auch nachts akzeptiert und er hat ja keine brust :)

Ich versuche sie ja tagsüber immer anzulegen, aber wie gesgat da hat sie wenig interesse.

Re: Stillen von 5-6/Tag auf 2-3/Tag reduzieren ohne Zufütter

Verfasst: 26.11.2012, 00:39
von 4tiere
Darf ich mal doof fragen, wie stillst du denn nachts?
Im Liegen - im Sitzen?
Licht an - aus?
Ich kenne das nämlich von meiner Schwägerin, sie hat immer im Sitzen mit Licht an gestillt. Also nichts mit Halbschlaf ... Die war zum Schluss nur noch ein Strich in der Landschaft, weil sie nicht zum Schlafen kam.
So sieht nämlich die Halbschlafvariante bei uns aus:
Wenn unsere Tochter in unserem gemeinsamen Bett wach wird, stille ich liegend, sie trinkt kurz, nuckelt noch ein bisschen. Dabei döse ich weiter und schlafe meist wieder ein, bevor sie fertig ist. Das ganze findet im Halbschlaf statt und durch das Zusammenschlafen haben wir den gleichen Schlafrythmus und sie wird auch nicht richtig wach.
Wir haben hier auch einige Male in der Nacht, aber ich bekomme es garnicht so bewusst mit, sie sucht irgendwie im Dunklen die Brutwarze und trinkt ...