Zweisprachigkeit, logopaedische Meinungen gefragt
Verfasst: 22.10.2012, 23:00
Soweit ich weiss, sind hier doch auch einige Damen vom Fach unterwegs und deren Meinung wuerde mich gern interessieren, wobei sich auch alle anderen mit ihren Erfahrungswerten gern einbringen koennen.
Zur Situation, mein Sohn ist nun drei Jahre alt, waechst zweisprachig deutsch/franzoesisch auf und spricht zusammengefasst ca. 30 Woerter, vorwiegend franzoesisch. Bisher handhaben wir es nach dem OPOL Prinzip. (Mutter deutsch/Vater franzoesisch)
Wir waren beim HNO-Arzt und in einem Monat wird noch ein ausfuehrlicher Hoertest gemacht. Allerdings gibt es derzeit keinerlei Anzeichen dafuer, dass er schwer hoert oder nicht versteht.
Heute nun haben wir unseren Sohn einer Logopaedin vorgestellt. Sie hat mich zum bisherigen Gesundsheitsverlaufs unseres Sohnes befragt (nicht Auffaelliges) und danach musste ich fuer die weiteren Tests/Uebungen mit ihm den Raum verlassen, weiss also nicht, wie die folgende Stunde abgelaufen ist.
Beim Gespraech danach hat sie mir mitgeteilt, dass sie auch der Meinung ist, dass unser Sohn problemlos alles versteht, aber sich eben nicht selbst ausdruecken kann. Soweit bekannt.
Mein eigentliches Problem ist Folgendes. Sie hat mich zur Zweisprachigkeit in unserer Familie befragt und fordert nun von mir, dass ich mit meinem Sohn ebenfalls franzoesisch spreche und den Anteil auf Deutschsprachigkeit auf 10-15min pro Tag beschraenke, quasi als "besondere Mutter-Kind-Zeit.
Dieser Vorschlag gefaellt mir ueberhaupt nicht. Deutsch ist meine Mutter-und Herzenssprache. Ich kann nun nach vier Jahren hier in Frankreich mich gut auf franzoesisch verstaendigen, aber da ist immer soviel Denkerei mit dabei und es fuehlt sich fuer mich noch sehr oft nicht natuerlich an, sondern eben nach Lehrbuch konstruiert. Mir ist Sprache sehr wichtig und es fuehlt sich fuer mich richtig falsch an mit meinem Sohn in einer Fremdsprache zu sprechen, in der ich mich selbst noch nicht 100prozentig wohl fuehle. Abgesehen davon ist die deutsche Sprache natuerlich auch ein wichtiger kultureller Bestandteil.
Auf meine Argumente ist die Logopaedin nicht weiter eingegangen. Sie findet mein franzoesisch gut (allerdings finden die Franzosen -entschuldigt, etwas pauschal- jeden gut, der halbwegs eine fremde Sprache sprechen kann)
Ihrer Meinung nach lebt unser Sohn eben in Frankreich und da wird franzoesisch gesprochen und deshalb muesste ich da mitziehen.
Ich bin aber die einzige die hier mit ihm deutsch spricht, Familiensprache ist mittlerweile franzoesisch, er geht vormittags in die Schule, so dass ich irgendwie nicht so richtig glauben kann, dass darin das Problem der Sprachverzoegerung liegen soll.
Trotzdem stellt sich mir nun natuerlich die Frage, ob es fuer ihn nicht doch ein Problem sein koennte und es ihn durcheinander bringt.
Bisher hatte ich eigentlich immer nur gelesen und gehoert, dass Zweisprachigkeit im Normalfall kein Problem ist.
Ueber eure Einschaetzungen und Meinungen waere ich sehr dankbar.
Zur Situation, mein Sohn ist nun drei Jahre alt, waechst zweisprachig deutsch/franzoesisch auf und spricht zusammengefasst ca. 30 Woerter, vorwiegend franzoesisch. Bisher handhaben wir es nach dem OPOL Prinzip. (Mutter deutsch/Vater franzoesisch)
Wir waren beim HNO-Arzt und in einem Monat wird noch ein ausfuehrlicher Hoertest gemacht. Allerdings gibt es derzeit keinerlei Anzeichen dafuer, dass er schwer hoert oder nicht versteht.
Heute nun haben wir unseren Sohn einer Logopaedin vorgestellt. Sie hat mich zum bisherigen Gesundsheitsverlaufs unseres Sohnes befragt (nicht Auffaelliges) und danach musste ich fuer die weiteren Tests/Uebungen mit ihm den Raum verlassen, weiss also nicht, wie die folgende Stunde abgelaufen ist.
Beim Gespraech danach hat sie mir mitgeteilt, dass sie auch der Meinung ist, dass unser Sohn problemlos alles versteht, aber sich eben nicht selbst ausdruecken kann. Soweit bekannt.
Mein eigentliches Problem ist Folgendes. Sie hat mich zur Zweisprachigkeit in unserer Familie befragt und fordert nun von mir, dass ich mit meinem Sohn ebenfalls franzoesisch spreche und den Anteil auf Deutschsprachigkeit auf 10-15min pro Tag beschraenke, quasi als "besondere Mutter-Kind-Zeit.
Dieser Vorschlag gefaellt mir ueberhaupt nicht. Deutsch ist meine Mutter-und Herzenssprache. Ich kann nun nach vier Jahren hier in Frankreich mich gut auf franzoesisch verstaendigen, aber da ist immer soviel Denkerei mit dabei und es fuehlt sich fuer mich noch sehr oft nicht natuerlich an, sondern eben nach Lehrbuch konstruiert. Mir ist Sprache sehr wichtig und es fuehlt sich fuer mich richtig falsch an mit meinem Sohn in einer Fremdsprache zu sprechen, in der ich mich selbst noch nicht 100prozentig wohl fuehle. Abgesehen davon ist die deutsche Sprache natuerlich auch ein wichtiger kultureller Bestandteil.
Auf meine Argumente ist die Logopaedin nicht weiter eingegangen. Sie findet mein franzoesisch gut (allerdings finden die Franzosen -entschuldigt, etwas pauschal- jeden gut, der halbwegs eine fremde Sprache sprechen kann)
Ihrer Meinung nach lebt unser Sohn eben in Frankreich und da wird franzoesisch gesprochen und deshalb muesste ich da mitziehen.
Ich bin aber die einzige die hier mit ihm deutsch spricht, Familiensprache ist mittlerweile franzoesisch, er geht vormittags in die Schule, so dass ich irgendwie nicht so richtig glauben kann, dass darin das Problem der Sprachverzoegerung liegen soll.
Trotzdem stellt sich mir nun natuerlich die Frage, ob es fuer ihn nicht doch ein Problem sein koennte und es ihn durcheinander bringt.
Bisher hatte ich eigentlich immer nur gelesen und gehoert, dass Zweisprachigkeit im Normalfall kein Problem ist.
Ueber eure Einschaetzungen und Meinungen waere ich sehr dankbar.