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Zahn ziehen in Stillzeit - welches Antibiotikum?
Verfasst: 10.09.2012, 22:00
von Kloentje
Hallo,
leider muss bei mir ein Backenzahn gezogen werden. Da ich diverse Immunsuppressiva nehme, muss ich bei solchen Sachen immer auch ein Antibiotikum nehmen.
Meine Zahnärztin meinte, es gäbe kein AB, das hierfür in Frage kommt. Ich müsse also so oder so abstillen. Das bezweifle ich ganz heftig und bin sicher nicht bereit, meine nun einjährige Tochter abrupt von der Brust zu entwöhnen. Darum wechsle ich gerade den Zahnarzt. Ich möchte aber vorbereitet sein und ihm - falls der Tenor wieder so ist - ein oder zwei passende stillverträgliche Antibiotika vorschlagen.
Daher meine Frage an anwesende Stillberaterinnen, Ärztinnen und/oder andere Erfahrene: Welches AB eignet sich als bspw. Myokarditisprophylaxe beim Zahnziehen und ist zugleich stillverträglich?
Ihr würdet mir sehr helfen! Danke schonmal!
Kloentje
Re: Zahn ziehen in Stillzeit - welches Antibiotikum?
Verfasst: 10.09.2012, 22:03
von Mondenkind
Grundsätzlich kann man vor allem die Penicilline, Makrolide und viele Cefalosporine als absolut stillverträglich ansehen. Zahnärzte geben bei sowas auch gern Clindamycin, das geht auch. Die Zahnärztin hat keine Ahnung. Gute Besserung!
Re: Zahn ziehen in Stillzeit - welches Antibiotikum?
Verfasst: 10.09.2012, 22:15
von nwsurgeon
Hallo,
Habe gerade im "Arzneimittel Pocket" nachgeschaut:
Amoxicillin wird als Stillverträglich eingestuft und ist zur Endokarditis- Prophylaxe geeignet.
Ob es sich mit Deinen Medis verträgt, müßte Dein Doc noch nachschauen.
Und wie immer: er kann ja auch bei Embryotox anrufen oder in der Gyn-Ambulanz der nächsten Klinik, die sollten auch kompetente Auskunft geben können.
Oder selbst sein "Arzneimittel pocket" zücken.
LG
Und gute Besserung
Re: Zahn ziehen in Stillzeit - welches Antibiotikum?
Verfasst: 10.09.2012, 22:16
von nwsurgeon
Mondenkind war wieder mal schneller

Re: AW: Zahn ziehen in Stillzeit - welches Antibiotikum?
Verfasst: 10.09.2012, 23:22
von Kloentje
Danke, Ihr seid super, superer, am supersten!
(sorry, bin gerade etwas albern, freue mich aber sehr über Eure Infos.)
Re: Zahn ziehen in Stillzeit - welches Antibiotikum?
Verfasst: 11.09.2012, 07:43
von spacerabbit
Den Zahnärzten kannst Du immer Embryotox vorschlagen, wenn Du gleich ein bestimmtes Antibiotikum vorschlägst, kann es sein, dass sich der Arzt damit etwas vor den Kopf gestoßen fühlt, letztendlich möchte dann doch der Arzt selbst das Medikament bestimmen. Als umsichtige Ärztin / Arzt sollte aber ein Arzt offen sein für Informationen über stillverträgliche Medikamente.
Was mich aber viel mehr interessiert: Was für eine Art Immunsuppressiva nimmst Du denn?
Re: Zahn ziehen in Stillzeit - welches Antibiotikum?
Verfasst: 11.09.2012, 09:21
von Minchen
Als Zahnarztleidgeplagte: warum muss der Zahn denn zwingend raus? Etwas anderes ist nicht mehr möglich? (WSR, Kronenaufbau)
Re: AW: Zahn ziehen in Stillzeit - welches Antibiotikum?
Verfasst: 11.09.2012, 21:35
von Kloentje
spacerabbit hat geschrieben:Den Zahnärzten kannst Du immer Embryotox vorschlagen, (...)
Was mich aber viel mehr interessiert: Was für eine Art Immunsuppressiva nimmst Du denn?
Ja, das mit Embryotox würde ich wohl machen. Ich wollte mich nur wappnen, falls wieder so ein totales Contra gekommen wäre.
Und an Medikamenten nehme ich Kortison, Azathioprin und Quensyl. Bist Du auch "betroffen" oder woher kommt Dein Interesse?
Re: AW: Zahn ziehen in Stillzeit - welches Antibiotikum?
Verfasst: 11.09.2012, 21:43
von Kloentje
Minchen hat geschrieben:Als Zahnarztleidgeplagte: warum muss der Zahn denn zwingend raus? Etwas anderes ist nicht mehr möglich? (WSR, Kronenaufbau)
Naja, in gewisser Weise ist das bei dem neuen Arzt ja die Zweitmeinung, die ich mir einhole. Laienhaft schätze ich persönlich aber, dass da nix mehr zu machen ist: eine Wurzelbehandlung hatte ich da schon. Ebenso eine Krone, die aber nun leider mitsamt einem Stück Zahn abgebrochen ist. Eine neue Krone wäre möglich, aber nur ohne Garantie und vor allem mit schlechter Prognose (40% Wahrscheinlichkeit, dass auch die abfällt). Ist halt nicht mehr viel da von dem Zahn.
Wahrscheinlich läuft es wohl langfristig auf ein Implantat hinaus. Habe aber echte Angst davor wegen meiner Autoimmunkrankheit. Naja, mal hören, was der neue Arzt dazu sagt.
Re: Zahn ziehen in Stillzeit - welches Antibiotikum?
Verfasst: 11.09.2012, 21:53
von Minchen
Urgs, das lingt nicht gut. Mir ist im Frühjahr auch ne Krone abgebrochen, Zahn bereits wurzelbehandelt, soweit runtergebrochen, dass ich ihn nur noch knapp fühlen konnte. Meine ZÄ meinte aber, man können den gut aufbauen. Hat zwar mehr gekostet als ne normale Krone und man braucht sicher nen ZA, der sich Zeit nimmt (bei mir zum Glück die Mutter einer Freundin, die eigentlich nicht mehr praktiziert, nur noch für besondere Patienten und so sichere ich ihr wohl noch über Jahre ihr Auskommen...

). Man kann einen Stift einsetzen, wenn die Wurzel noch gut halten kann, lass Dich da gut beraten, ehrlich! Ein Zahn weniger oder ein Implantat ist immer schlechter als das Erhalten der eigenen Zähne!
Hast Du denn noch Schmerzen oder Probleme an dem Zahn?
Ich drücke Dir ganz doll die Daumen! Und bestehe auf Embryotox, meine ZÄ war ganz erstaunt, dass es das gibt!
