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Arzt verweigert Anfrage bei embryotox - wie verhalten?

Verfasst: 05.09.2012, 15:25
von Leyket
Ich habe mal eine Frage an die Expertinnen.
Welche Mittel habe ich als (stillende) Patientin, wenn mein Arzt trotz freundlicher Aufforderung eine Anfrage bei embrytox verweigert?
Ich las das gerade erst wieder in einem Thread und mir selbst ist das auch schon passiert. Mal abgesehen davon, dass dies das Vertrauen in diese Ärzte nicht sonderlich fördert und zumindest ich da geneigt bin beim nächsten Mal eher einen anderen aufzusuchen, aber welche Möglichkeiten habe ich grundsätzlich erstmal?

Kann ich beispielsweise auf irgendwas verweisen, was ihn dazu irgendwie verpflichten würde?

Oder habe ich wirklich keine Alternative, muss also warten bis der Arzt freundlicherweise nach Tagen oder Wochen doch einlenkt auf ein stillfreundliches Medikament auszuweichen (nach dem sich ja viele hier dann noch selbst erkundigen) bzw Stillpausen in Kauf nehmen?

Ich fühlte mich damals fast schon ausgeliefert. Mit akutem Zahnschmerz und mittwochs gegen 11 hätte ich keinen Zahnarzt mehr gefunden, der mir geholfen hätte. Ich hatte lediglich die Wahl zwischen "machen lassen" und Stillpause in Kauf nehmen oder wieder gehen mit akuten, für mich unerträglichen Schmerzen. Ich musste meinem Arzt versprechen 24 Stunden nicht zu stillen. Ein Anruf hätte die Situation in kürzester Zeit entschärft. Stattdessen haben wir sicherlich eine halbe Stunde nur hin und her diskutiert (mit Unterbrechungen, in denen er aus dem Behandlungsraum ging).
Für mich ging es damals "gut" aus. Ich hatte hier oft gelesen, dass lokale Betäubungsmittel in der Regel keine Stillpause benötigen und konnte mich dann darauf einlassen. Ausserdem war mein Sohn bereits ein knappes Jahr alt, so dass ich im Zweifel zwar unter großen Protesten, aber zumindest den einen Tag ohne Stillen wirklich noch grad so hingekommen wäre. Letztendlich hat meine Hebamme/Stillberaterin sich bei embryotox nach dem Mittel erkundigt, NACHDEM die Sache gelaufen war. Ich wollte einfach auf Nummer sicher gehen. Keine Stillpause, alles gut. Ich dachte vorher immer, wenn ich schon selber die Nummer mitbringe, freundlich darum bitte, dann sollte ja kein Arzt sich weigern. Hätte ich ehrlich nicht gedacht, dass es das wirklich so gibt.

Aber ich möchte nicht nochmal hilflos in so einer Situation stecken bzw wie andere Tage oder Wochen beharrlich den Ärzten auf die Nerven gehen müssen, dass sie sich mit einem Anruf nun wirklich keinen Zacken aus der Krone brechen würden. Als Stillende kann ich dort ja nicht selber anrufen.

Re: Arzt verweigert Anfrage bei embryotox - wie verhalten?

Verfasst: 05.09.2012, 17:19
von Lucccy
Hallo,

ich hab da noch die Daten von Reprotox für mich zur Hand, habe die aber bisher nicht benötigt: http://www.st-elisabeth-stiftung.de/438.0.html Ob die also im Zweifelsfall stillende Mütter beraten, weiss ich nicht.

Gruß Lucccy

Re: Arzt verweigert Anfrage bei embryotox - wie verhalten?

Verfasst: 05.09.2012, 17:20
von Katha
Find ich ne spannende Frage und bin gespannt, was die Expertinnen antworten.
(Mein HA meinte, dass er keine Zeit für die Anfrage hätte und sie ihm nichts nützen würde, weil er ja trotzdem haften würde, falls etwas passiert. Ging um eine Triptan gegen Migräne, das Embryotox als stillverträglich einstuft, falls Ibu bzw. Paracetamol nicht helfen. Aber meinen FA mag ich wenigstens, ist sonst ein guter Arzt.)
Im Extremfall schreiben sie einem ja ein stillverträglicheres Medikament dann gar nicht auf und man bekommt es nicht (wie beim Triptan).

Re: Arzt verweigert Anfrage bei embryotox - wie verhalten?

Verfasst: 05.09.2012, 17:35
von Häsin
Apotheker anrufen lassen? Oder werden die nicht beraten?
Grundsätzlich würde ich zu einem Arzt, der einen solchen Anruf verweigert glaub nicht mehr hingehen.

Re: Arzt verweigert Anfrage bei embryotox - wie verhalten?

Verfasst: 05.09.2012, 22:01
von spacerabbit
Katha, finde ich jetzt auch eine nicht so hilfreiche Aussage Deines Hausarztes, dass er so oder so haften würde, trotz Nachfrage bei Embryotox. Ich denke, kein Arzt/ keine Ärztin haftet dafür, wenn er einer Patientin Unbedenklichkeit eines Medikamentes beim Stillen versichert, dies dann aber doch Nebenwirkungen hat. Wie soll man das als Patientin dann auch nachweisen können? Als Arzt / Ärztin beruft man sich dann doch eher auf Embryotox, denn dieses Institut ist wirklich auf dem aktuellen Stand, was Medikamente und Stillen angeht. Leyket, das war von Deinem Arzt dann wirklich nicht sehr hilfsbereit, und ein kurzer Anruf bei Embryotox wäre effektiver gewesen als die lange Diskussion.
Uhps, und ich merke gerade, ich bin gar keine Expertin, Du hattest ja die Frage an Expertinnen hier gestellt...
Wirklich schade sind ja wirklich solche Situationen, in denen Du gar keine Wahl hast und vom Arzt abhängig bist. Aber Du als Patientin kannst auch bei Embryotox anrufen, das wäre in einer solchen Notfallsituation, wenn der Arzt sich weigert, vielleicht die beste Möglichkeit. Den Arzt um eine kurze Bedenkzeit bitten, Anruf bei Embryotox, wenn Medikament stillverträglich, dann Behandlung.

Re: Arzt verweigert Anfrage bei embryotox - wie verhalten?

Verfasst: 05.09.2012, 22:13
von Kirschquark
Patienten können nicht mehr anrufen, aber ein Fomular ausfüllen und auf den Rückruf warten....

Re: Arzt verweigert Anfrage bei embryotox - wie verhalten?

Verfasst: 05.09.2012, 22:20
von Lösche Benutzer 11664
Auch ich bin keine Expertin fürs Stillen, aber ich bericht einfach mal von meinen Erfahrungen.

Ich würde dir raten, auf jeden Fall einen anderen Arzt zu suchen. Wenndas Vertrauen nicht stimmt, dann ist es für dich eben nicht der Richtige.
Notfälle oder schwierige Situationen treten meist sehr plötzlich auf, da ist es wichtig, einen Arzt zu haben, auf den man sich verlassen kann!

Mein Zahnarzt hat mir in der 14. SSW gesagt, andere wüssten in dem Stadium ja gar nicht, dass sie schwanger sind. Die würden dann nach Malle fliegen und sich betrinken und da würde ja schließlich auch nichts passieren. Also sollte ich mich wegen der einen Spritze nicht so anstellen. Das hatte sich dann für mich erledigt.

Mein Hausarzt war diese Woche ganz begeistert von Embryotox und hat sich die Nummer erstmal aufgeschrieben, weil er gern gründlich arbeitet. Da bin ich richtig!

Ich hoffe, dass du das bald auch von deinem Arzt sagen kannst.

Re: Arzt verweigert Anfrage bei embryotox - wie verhalten?

Verfasst: 05.09.2012, 22:27
von Leyket
Häsin hat geschrieben:Apotheker anrufen lassen? Oder werden die nicht beraten?
Grundsätzlich würde ich zu einem Arzt, der einen solchen Anruf verweigert glaub nicht mehr hingehen.
Ob Apotheker beraten werden, weiss ich gar nicht. Aber unabhängig davon bringt mich das im Falle der Stillunverträglichkeit nicht wirklich weiter. Bei verschreibungspflichtigen Medikamenten wäre ich ja trotzdem darauf angewiesen, dass mein Arzt auf ein anderes Medikament ausweicht. Ohne Rezept kann der Apotheker mir ja nicht einfach was anderes geben. Auch nicht auf Anraten von Embryotox.
spacerabbit hat geschrieben:Ich denke, kein Arzt/ keine Ärztin haftet dafür, wenn er einer Patientin Unbedenklichkeit eines Medikamentes beim Stillen versichert, dies dann aber doch Nebenwirkungen hat. Wie soll man das als Patientin dann auch nachweisen können? Als Arzt / Ärztin beruft man sich dann doch eher auf Embryotox, denn dieses Institut ist wirklich auf dem aktuellen Stand, was Medikamente und Stillen angeht. Leyket, das war von Deinem Arzt dann wirklich nicht sehr hilfsbereit, und ein kurzer Anruf bei Embryotox wäre effektiver gewesen als die lange Diskussion.
Uhps, und ich merke gerade, ich bin gar keine Expertin, Du hattest ja die Frage an Expertinnen hier gestellt...
Ach, im Grunde ist mir ja pupsegal, wer mir letztlich verlässliche Angaben darüber machen kann, wie ich mich im Konkretfall verhalten könnte. ;) Ich freu mich auch über eine rege Diskussion zu dem Thema oder einfach über Erfahrungen und Meinungen.
Nur eben mit "ich denke" ist meine Frage für mich nicht ausreichend beantwortet. Ich dachte nämlich vorher auch, dass es da ja keine Einwände geben sollte. Mein Arzt hatte nie von Embryotox gehört und im Zweifel eine Behandlung verweigert, wenn ich ihm nicht versichert hätte nicht zu stillen.
Selbst wenn ich selber hätte anrufen können, was eben nicht mehr geht soweit ich weiss, hatte er wie gesagt bis dato davon noch nichts gehört und wie verlässlich er dann diese Stelle eingestuft hätte bleibt ebenso offen.

Re: AW: Arzt verweigert Anfrage bei embryotox - wie verhalte

Verfasst: 06.09.2012, 00:40
von honigtopf2010
Deine Frage ging ja eher in die Richtung, ob du ein Recht auf die Verschreibung eines stillverträglichen Medikamentes hast und deshalb eine neue Verordnung verlangen kannst, oder? Ich glaube, dass dir das ganz exakt sicher deine KrankenKasse sagen kann. Nach aller Logik ganz bestimmt, denn der Arzt dürfte dir ja auch nix verordnen, was du nicht verträgst bzw. anderen Lebensumständen entgegen spricht, Wechselwirkungen verursacht etc.
Allerdings traue ich dem Vertragsrechtssystem mit den Kassen da nicht wirklich über den Weg.

Re: AW: Arzt verweigert Anfrage bei embryotox - wie verhalte

Verfasst: 06.09.2012, 07:22
von Johana
Mir ist das im Krankenhaus leider auch mal passiert. Ich habe dort niemanden gefunden, der bei Embryotox anrufen kann/will :-|.
Blödes Gefühl!

Johana mit 1,2,3,4,5 Kindern