Einfach gut sein lassen??
Verfasst: 16.08.2012, 12:16
Hallo zusammen,
ich lese hier schon ganz lange still mit und habe schon viele hilfreiche Tipps für mich mitnehmen können. Dafür ein herzliches Dankeschön an alle, die hier so fleißig schreiben.
Ich habe zwei Töchter, eine aus 09/09 und eine aus 03/12. Bei beiden hatten wir einen schwierigen Start, KS statt gewünschter HG, und beide Mädchen haben die Kugelzellanämie von meinem Mann geerbt. Beide Kinder wurden mir noch am Tag der Geburt "weggenommen" und auf die Neo verlegt, wo sie wegen Gelbsucht belampt worden sind. Der Biliwert stieg aufgrund dieser Erkrankung so schnell ziemlich hoch an. Die Jüngste war insgesamt 12 Tage unter der Lampe, was unseren Stillstart sehr erschwert hat, denn ich durfte nicht nach Bedarf anlegen, weil die Kleine so schlapp war und an der Brust ständig einschlief und damit die Belampungspausen den Ärtzen zu lang wurden. Ich durfte sie ca. alle 4 Stunden für 30 Minuten aus ihrem Kasten nehmen und anlegen. In der Zwischenzeit sollte ich pumpen und auch vom ersten Tag an zufüttern. Da ich bei der Großen Schon genau das Gleiche mitmachen musste und sie nach ihrem ersten Fläschchen partout nicht mehr an die Brust wollte, hatte ich mir dieses mal vorgenommen, alternativ zuzufüttern. Ich weiß nicht, wie lange und oft ich mit den Ärzten diskutiert habe, dass ich wenigstens mit der Spritze zufüttern darf. Aber das war ihnen alles zu aufwendig und sie wollten nichts davon hören. Sowas wie Saugverwirrung gibt es nicht, basta. Selbst die Überredungsversuche der dort angestelten IBCLC haben nichts gebracht. Irgendwann bin ich dann eingeknickt und habe ihr unter Tränen das erste Fläschchen gegeben. Glücklicherweise schien sie den Wechsel zwischen Brust und Flasche gut zu meistern, zumindest ist sie weiterhin anstandslos an die Brust gegangen. Den "hab-ich's-ihnen-doch-gesagt-Blick" der Ärzte könnt Ihr Euch ja vorstellen...
Nun ist mein Problem, dass ich es bis heute nicht geschafft habe, meine Milchmenge dem Bedarf meiner Tochter anzupassen. Mit Hilfe der IBCLC aus dem KH (sehe sie noch ab und zu im Stillcafe) habe ich schon so ziemlich alles versucht im Laufe der letzten Monate. Wir stillen brav alle 2 Stunden incl. Wechselstillen, ich habe die ersten Monate viel Malzbier und Stilltee getrunken, und seit Mai nehme ich 4 x 40 mg Domperidon. 8 Wochen lang habe ich Bockshornkleesamenkapseln genommen, aber die haben nichts bewirkt. Seit dem ich Dom nehme, schreibe ich die Zufüttermengen auf, daher konnte ich das gut beobachten, ob sich da was tut. Aber auch das Domperidon scheint bei mir nicht viel zu bewirken. Eine nennenswerte Erhöhung der Milchmenge kann ich nicht feststellen. Trotzdem traue ich mich nicht es abzusetzen aus Angst, dass es dann doch noch weniger wird.
Was ich auf meine Kappe nehmen muß, ist, dass ich sie jetzt weiter mit Flasche zufüttere. Sie hatte nie Probleme mit dem Wechsel zwischen Brust und Sauger, so dass ich es dabei beließ nach der Entlassung aus dem KH. Ist ja schön einfach.
Nun ist es seit einiger Zeit aber so, dass sie nicht mehr weitertrinken mag, sobald der MSR nachlässt. Sie schreit dann und dreht sich von der Brust weg. Wenn ich ihr dann was aus dem Fläschchen anbiete, trinkt sie es gierig weg. Jetzt hab' ich's doch verbockt, stimmt's? Saugpräferenz? Ich habe zwischendurch versucht, ihr die Pre aus dem Becher oder mit dem Löffel anzubieten, aber das ging ihr dann scheinbar nicht schnell genug, und es ging auch viel daneben. Zuletzt hatte ich mir ein BES gekauft und es damit versucht, aber ich komme einfach nicht klar damit. Sobald sie merkt, dass da ein Schlauch in ihrem Mund ist, dockt sie ab und schreit. Von den Klebestreifen bekomme ich wunde BW-Vorhöfe. Es ist alles so frustrierend, und ich habe bald keine Kraft mehr, zumal die "Große" gerade eine sehr anstrengende Phase durchmacht und ich an manchen Tagen auf dem Zahnfleisch gehe.
Ich habe immer 150 - 250 ml Pre zugefüttert. Seit dem 19-Wochen-Schub hat sich die Menge auf 250 - 350 ml gesteigert.
Von allen Seiten höre ich nur, warum ich mir diesen Streß überhaupt antue und mich nicht einfach mit dem Zufüttern abgebe. Die Ersatzmilch sei heutzutage so gut, dass man kein schlechtes Gewissen haben müsse. Selbst meine IBCLC meinte letztens, dass ich das wohl doch akzeptieren muß. Ich glaube, dass sie mir nur den Druck nehmen wollte. Als letzte Maßnahme hat sie mich jetzt zum Hausarzt geschickt, um meine Schilddrüse checken zu lassen. Da will ich morgen hin.
Zur Zeit läuft es so, dass wir nachts ohne Zufüttern auskommen, und wir quasi im Schlaf stillen (sie schläft bei mir im Bett). Das finde ich schon mal sehr entspannend. Morgens um 9 ist aber gleich ein 100 ml Fläschchen fällig. Ich lege sie tagsüber alle 2 Stunden (manchmal auch öfter) an, und wenn sie noch Bedarf hat, bekommt sie noch was nach. Das sind i.d.R. 4 - 6 Portionen mit jeweils 50 - 100 ml. Wenn sie gut an der Brust getrunken hat, kann ich auch höchstens noch 10 ml abpumpen (habe noch die Medela Symphony zu Hause), mehr geht da nicht. Wenn ich mal weg war und hinterher abgepumt habe (nach 2 - 3 Stunden), hatte ich immer 40 - 60 ml zusammen.
Jetzt überlege ich auch langsam, ob ich mir den ganzen Streß noch weiter antun und einfach nach Bedarf stillen und danach zufüttern soll. Einfach meinen Frieden damit schließen und mich über jeden ml freuen, der aus der Brust kommt. Gleichzeitig habe ich wieder Angst, dass ich damit die MuMi Menge weiter reduziere und es später bereue. Ich habe es mir immer so sehr gewünscht, mein Baby voll stillen zu können. Aber so langsam werde ich echt mürbe und befürchte, dass ich mich vom Vollstillen verabschieden kann. Ich weiß, dass mir niemand die Entscheidung abnehmen kann. Aber was würdet Ihr machen? Meint Ihr, es gibt noch eine Chance von der Pre wegzukommen? Ich hoffe ja noch ein wenig darauf, dass es klappt, sobald wir mit der Beikost starten. Gleichzeitig habe ich Angst, dass ich wieder irgendwas falsch mache und die Pre-Menge die gleiche bleibt, dafür beim Stillen immer weniger kommt. Beim letzten Schub haben wir es auch nicht geschaftt, die MuMi Menge zu steigern. Ihr merkt schon, ich bin mittlerweile sehr verunsichert und habe auch das Vertrauen in mich und meinen Körper verloren. Vielleicht gibt es hier jemanden, der es geschafft hat, mit Beikoststart vom Zufüttern wegzukommen. Oder schon eher bei ähnlich hoher Zufüttermenge.
Gewichtsdaten habe ich leider nur die von den U's, denn zu Hause sah ich bisher keinen Grund zu wiegen, obwohl ich eine Babywaage habe. Die Kleine ist so schön speckig, der geht's gut!
Auch die Kugelzellanämie scheint sich allmählich einzupendeln. Nach 3 Bluttransfusionen ist ihr Hb nun seit 4 Wochen stabil und steigt sogar ganz leicht. 
Geburtsgewicht am 11.03.12 2.880 g
Gewicht bei der U2 am 20.03.12 (noch im KH) 2.820 g
Gewicht bei der U3 am 18.04.12 (beim KiA) 3.640 g
Gewicht bei der U4 am 14.06.12 (beim KiA) 5.790 g
Wie das niedrigste Gewicht bzw. das Gewicht bei Entlassung war, kann ich leider nicht mehr sagen. Aber bei Entlassung hatte sie ihr Geburtsgewicht schon überschritten.
Was ich mir von diesem Thread erhoffe? Einen gewaltigen Tritt in den Hintern, um nicht aufzugeben.
Sorry für diesen Roman, aber ich hab's nicht kürzer hinbekommen!
Viele liebe Grüße
Iza
ich lese hier schon ganz lange still mit und habe schon viele hilfreiche Tipps für mich mitnehmen können. Dafür ein herzliches Dankeschön an alle, die hier so fleißig schreiben.
Ich habe zwei Töchter, eine aus 09/09 und eine aus 03/12. Bei beiden hatten wir einen schwierigen Start, KS statt gewünschter HG, und beide Mädchen haben die Kugelzellanämie von meinem Mann geerbt. Beide Kinder wurden mir noch am Tag der Geburt "weggenommen" und auf die Neo verlegt, wo sie wegen Gelbsucht belampt worden sind. Der Biliwert stieg aufgrund dieser Erkrankung so schnell ziemlich hoch an. Die Jüngste war insgesamt 12 Tage unter der Lampe, was unseren Stillstart sehr erschwert hat, denn ich durfte nicht nach Bedarf anlegen, weil die Kleine so schlapp war und an der Brust ständig einschlief und damit die Belampungspausen den Ärtzen zu lang wurden. Ich durfte sie ca. alle 4 Stunden für 30 Minuten aus ihrem Kasten nehmen und anlegen. In der Zwischenzeit sollte ich pumpen und auch vom ersten Tag an zufüttern. Da ich bei der Großen Schon genau das Gleiche mitmachen musste und sie nach ihrem ersten Fläschchen partout nicht mehr an die Brust wollte, hatte ich mir dieses mal vorgenommen, alternativ zuzufüttern. Ich weiß nicht, wie lange und oft ich mit den Ärzten diskutiert habe, dass ich wenigstens mit der Spritze zufüttern darf. Aber das war ihnen alles zu aufwendig und sie wollten nichts davon hören. Sowas wie Saugverwirrung gibt es nicht, basta. Selbst die Überredungsversuche der dort angestelten IBCLC haben nichts gebracht. Irgendwann bin ich dann eingeknickt und habe ihr unter Tränen das erste Fläschchen gegeben. Glücklicherweise schien sie den Wechsel zwischen Brust und Flasche gut zu meistern, zumindest ist sie weiterhin anstandslos an die Brust gegangen. Den "hab-ich's-ihnen-doch-gesagt-Blick" der Ärzte könnt Ihr Euch ja vorstellen...
Nun ist mein Problem, dass ich es bis heute nicht geschafft habe, meine Milchmenge dem Bedarf meiner Tochter anzupassen. Mit Hilfe der IBCLC aus dem KH (sehe sie noch ab und zu im Stillcafe) habe ich schon so ziemlich alles versucht im Laufe der letzten Monate. Wir stillen brav alle 2 Stunden incl. Wechselstillen, ich habe die ersten Monate viel Malzbier und Stilltee getrunken, und seit Mai nehme ich 4 x 40 mg Domperidon. 8 Wochen lang habe ich Bockshornkleesamenkapseln genommen, aber die haben nichts bewirkt. Seit dem ich Dom nehme, schreibe ich die Zufüttermengen auf, daher konnte ich das gut beobachten, ob sich da was tut. Aber auch das Domperidon scheint bei mir nicht viel zu bewirken. Eine nennenswerte Erhöhung der Milchmenge kann ich nicht feststellen. Trotzdem traue ich mich nicht es abzusetzen aus Angst, dass es dann doch noch weniger wird.
Was ich auf meine Kappe nehmen muß, ist, dass ich sie jetzt weiter mit Flasche zufüttere. Sie hatte nie Probleme mit dem Wechsel zwischen Brust und Sauger, so dass ich es dabei beließ nach der Entlassung aus dem KH. Ist ja schön einfach.
Ich habe immer 150 - 250 ml Pre zugefüttert. Seit dem 19-Wochen-Schub hat sich die Menge auf 250 - 350 ml gesteigert.
Zur Zeit läuft es so, dass wir nachts ohne Zufüttern auskommen, und wir quasi im Schlaf stillen (sie schläft bei mir im Bett). Das finde ich schon mal sehr entspannend. Morgens um 9 ist aber gleich ein 100 ml Fläschchen fällig. Ich lege sie tagsüber alle 2 Stunden (manchmal auch öfter) an, und wenn sie noch Bedarf hat, bekommt sie noch was nach. Das sind i.d.R. 4 - 6 Portionen mit jeweils 50 - 100 ml. Wenn sie gut an der Brust getrunken hat, kann ich auch höchstens noch 10 ml abpumpen (habe noch die Medela Symphony zu Hause), mehr geht da nicht. Wenn ich mal weg war und hinterher abgepumt habe (nach 2 - 3 Stunden), hatte ich immer 40 - 60 ml zusammen.
Jetzt überlege ich auch langsam, ob ich mir den ganzen Streß noch weiter antun und einfach nach Bedarf stillen und danach zufüttern soll. Einfach meinen Frieden damit schließen und mich über jeden ml freuen, der aus der Brust kommt. Gleichzeitig habe ich wieder Angst, dass ich damit die MuMi Menge weiter reduziere und es später bereue. Ich habe es mir immer so sehr gewünscht, mein Baby voll stillen zu können. Aber so langsam werde ich echt mürbe und befürchte, dass ich mich vom Vollstillen verabschieden kann. Ich weiß, dass mir niemand die Entscheidung abnehmen kann. Aber was würdet Ihr machen? Meint Ihr, es gibt noch eine Chance von der Pre wegzukommen? Ich hoffe ja noch ein wenig darauf, dass es klappt, sobald wir mit der Beikost starten. Gleichzeitig habe ich Angst, dass ich wieder irgendwas falsch mache und die Pre-Menge die gleiche bleibt, dafür beim Stillen immer weniger kommt. Beim letzten Schub haben wir es auch nicht geschaftt, die MuMi Menge zu steigern. Ihr merkt schon, ich bin mittlerweile sehr verunsichert und habe auch das Vertrauen in mich und meinen Körper verloren. Vielleicht gibt es hier jemanden, der es geschafft hat, mit Beikoststart vom Zufüttern wegzukommen. Oder schon eher bei ähnlich hoher Zufüttermenge.
Gewichtsdaten habe ich leider nur die von den U's, denn zu Hause sah ich bisher keinen Grund zu wiegen, obwohl ich eine Babywaage habe. Die Kleine ist so schön speckig, der geht's gut!
Geburtsgewicht am 11.03.12 2.880 g
Gewicht bei der U2 am 20.03.12 (noch im KH) 2.820 g
Gewicht bei der U3 am 18.04.12 (beim KiA) 3.640 g
Gewicht bei der U4 am 14.06.12 (beim KiA) 5.790 g
Wie das niedrigste Gewicht bzw. das Gewicht bei Entlassung war, kann ich leider nicht mehr sagen. Aber bei Entlassung hatte sie ihr Geburtsgewicht schon überschritten.
Was ich mir von diesem Thread erhoffe? Einen gewaltigen Tritt in den Hintern, um nicht aufzugeben.
Sorry für diesen Roman, aber ich hab's nicht kürzer hinbekommen!
Viele liebe Grüße
Iza