schlechtes Gewissen bei Formulareduzierung
Verfasst: 06.08.2012, 22:38
Hallo!
Ich glaube ich muss etwas ausholen, um mein Problem zu beschreiben. Ende Mai kam meine Tochter zur Welt (3.130g bei 52 cm) und wir hatten eine angenehme Geburt mit Anlegen noch im Kreissaal. Auch ansonsten waren die ersten Tage vermeintlich gut. Sie nahm dann unter die 10%-Marke ab, war gelb und ich sollte zufüttern. Wegen dauerschreiendem Kind hab ich das auch gemacht. Ich war so dankbar - ich hatte die Maus vorher stundenlang schreiend durchs Zimmer getragen und nicht erkannt, dass sie vor Hunger geschrieen hat. Haben also auf DEN Milcheinschuss gewartet. Jede Nacht. DER Milcheinschuss kam nicht. Wegen wunden Brustwarzen hab ich Stillhütchen bekommen. Es wurde mir geraten, nur noch zu Pumpen (außer 1x am Tag Stillen probieren), damit die Menge, die ins Kind fließt überschaubar ist. Alles gesagt getan. Beim Pumpen kamen erst ca. 5 g insg. raus, was sich dann auf 10 g gesteigert hat (pro Pumpen alle 3 Stunden). Als wir nach einer Woche entlassen wurden, ging meine Maus gar nicht mehr an meine Brust und mit Pumpen kamen 15 g raus. Oh man, schon da hab ich so bereut, wie das alles im KH gelaufen ist und was ich alles aus Unwissenheit bzw. Dummheit mit mir/uns hab machen lassen.
Mit meiner Hebamme haben wir alle möglichen homeopathischen Mittelchen ausprobiert, Akkupunktur, Suppe, Bockshornkleesamenkapseln um die Milchmenge zu steigern. Letztendlich wurde es mit Domp.eridon etwas mehr Milch - ca. 25 g bei alle 2 Stunden Pumpen (ich nehm 4x30mg). Beim Zufüttern war die Gewichtszunahme ok. Dann war unser Ziel, die Zufüttermenge zu reduzieren um die Milchmenge zu steigern. Mein großes Ziel ist ja immer noch das Vollstillen und das Teilstillen, Pumpen und Füttern hat mich ganz schön mitgenommen. Ich hatte meiner Tochter immer ne Flasche MuMi oder Formula angeboten - nach dem Stillen nur Formula, damit ich keine zu viel aufgewärmte MuMi wegschütten musste.
Als eine Trageberaterin und zugleich Stillberaterin bei uns daheim war und gesehen hat, wie viel bzw. wenig Formula ich zufüttere (waren da noch 150 ml pro Tag) hat sie geraten, die Flasche ganz wegzulassen und nur noch zu stillen - meine Brust würde das mitmachen. Wieder - gesagt - getan. Als die Hebamme die Woche drauf zum Wiegen kam, hat die sich zwar gefreut, aber beim Wiegen wurde mir ganz anders. Meine Maus hatte nämlich abgenommen.
60 g in 4 Tagen. Und obwohl meine Hebamme mir 100-fach bestätigt hat, dass das ganz normale Schwankungen sein können undi ch mich bitte nicht verunslichern lassen soll (und weiter nach meinem Gefühl zufüttern soll bzw. nach Bedarf) deswegen hab ich mich wieder total verrückt gemacht, bin noch unsicherer geworden und hab nach jedem Stillen ein Fläschchen angeboten. Da hat sie aber oft gar nichts mehr gewollt. Jetzt mit 9 Wochen hatte sie 4.500g.
Inzwischen würde ich die meisten Tage glaubich ohne Formula schaffen, aber ich hab immer so ein schlechtes Gewissen. Ich möchte meinen Wunsch zu Stillen nicht über die Bedrüfnisse meines Kindes stellen - sie ist schließlich am Wichtigsten. Pipi ist zwar in der Windel, aber nicht mehr so viel wie bei Flaschenfütterung. Meistens geb ich ihr morgens und abends nach dem Stillen dann noch eine 60-ml-Flasche, um mein Gewissen zu beruhigen, damit ich das Kind nicht "hungern" lasse. Die trinkt sie auch auf Ex komplett aus. Eigentlich würde ich ja schon gerne vollstillen, aber ich hab Angst, dass es noch nicht langt. Stillen möchte meine Kleine tagsüber ca. alle 2 Stunden und nachts alle 3-4 Stunden. Nachts trinkt sie oft nur eine Brust - tagsüber eigentlich immer beide.
Nächste Woche kommt die Hebamme wieder zum Wiegen. Hab mir schon überlegt, ob ich mir ne Waage anschaffe um die Gewichtszunahme genauer zu überwachen, aber irgendwie hab ich auch Schiss davor. Find es immer noch voll schlimm dass mein Gefühl so falsch lag, ihr weniger Formula zu geben und sie abgenommen hat bzw. dass sie aber auch nicht gemeckert hat wegen Hunger, etc. Jetzt bin ich immer ganz unsicher, wenn sie mal viel schläft, ob es vielleicht wegen Hunger also Entkräftung ist...
Ich will doch nur das Beste für mein Kind - aber ich würde auch so gerne voll stillen. Jetzt hab ich 10 Wochen lang gekämpt und mag nicht aufgeben.
Ich bin total verunsichert. Das ist eigentlich so gar nicht meine Art. Für mich stand schon immer fest dass ich stillen werde - mit so vielen Hürden hab ich da irgendwie nicht gerechnet.
Manchmal hab ich gute Tage, da bin ich dann voll optimistisch, dass ich irgendwann schon noch vollstillen werde und an anderen Tagen mach ich mir solche Sorgen, dass ich am liebsten die Flasche geben würde, nur damit ich sehen kann, ob meine Maus genug trinkt.
Aus meinem Umfeld hab ich nicht so viel Unterstützung. Meine Mum hat mir schon in der SS prophezeiht, dass das mit dem Stillen nichts werden wird, weil es bei ihr ja auch nicht geklappt hat (ätsch-bätsch - der zeig ichs!) und sogar die FAin riet mir dazu, abzustillen, damit das Getue vorbei ist.
Mein Freund und meine Hebamme sind mir ganz große Stützen, ohne diei ch bestimmt schon längst aufgegeben hätte, aber in Sachen Kompetzen sind die beiden glaubich nicht so wirklich hilfreich.
Wie schaffe ich es, die Milchmenge zu steigern bzw. vollzustillen ohne mich ständig so verrückt zu machen dabei?
Liebe Grüße
HelenasMum
p.s. Sorry, dass es so lang geworden ist...
Ich glaube ich muss etwas ausholen, um mein Problem zu beschreiben. Ende Mai kam meine Tochter zur Welt (3.130g bei 52 cm) und wir hatten eine angenehme Geburt mit Anlegen noch im Kreissaal. Auch ansonsten waren die ersten Tage vermeintlich gut. Sie nahm dann unter die 10%-Marke ab, war gelb und ich sollte zufüttern. Wegen dauerschreiendem Kind hab ich das auch gemacht. Ich war so dankbar - ich hatte die Maus vorher stundenlang schreiend durchs Zimmer getragen und nicht erkannt, dass sie vor Hunger geschrieen hat. Haben also auf DEN Milcheinschuss gewartet. Jede Nacht. DER Milcheinschuss kam nicht. Wegen wunden Brustwarzen hab ich Stillhütchen bekommen. Es wurde mir geraten, nur noch zu Pumpen (außer 1x am Tag Stillen probieren), damit die Menge, die ins Kind fließt überschaubar ist. Alles gesagt getan. Beim Pumpen kamen erst ca. 5 g insg. raus, was sich dann auf 10 g gesteigert hat (pro Pumpen alle 3 Stunden). Als wir nach einer Woche entlassen wurden, ging meine Maus gar nicht mehr an meine Brust und mit Pumpen kamen 15 g raus. Oh man, schon da hab ich so bereut, wie das alles im KH gelaufen ist und was ich alles aus Unwissenheit bzw. Dummheit mit mir/uns hab machen lassen.
Mit meiner Hebamme haben wir alle möglichen homeopathischen Mittelchen ausprobiert, Akkupunktur, Suppe, Bockshornkleesamenkapseln um die Milchmenge zu steigern. Letztendlich wurde es mit Domp.eridon etwas mehr Milch - ca. 25 g bei alle 2 Stunden Pumpen (ich nehm 4x30mg). Beim Zufüttern war die Gewichtszunahme ok. Dann war unser Ziel, die Zufüttermenge zu reduzieren um die Milchmenge zu steigern. Mein großes Ziel ist ja immer noch das Vollstillen und das Teilstillen, Pumpen und Füttern hat mich ganz schön mitgenommen. Ich hatte meiner Tochter immer ne Flasche MuMi oder Formula angeboten - nach dem Stillen nur Formula, damit ich keine zu viel aufgewärmte MuMi wegschütten musste.
Als eine Trageberaterin und zugleich Stillberaterin bei uns daheim war und gesehen hat, wie viel bzw. wenig Formula ich zufüttere (waren da noch 150 ml pro Tag) hat sie geraten, die Flasche ganz wegzulassen und nur noch zu stillen - meine Brust würde das mitmachen. Wieder - gesagt - getan. Als die Hebamme die Woche drauf zum Wiegen kam, hat die sich zwar gefreut, aber beim Wiegen wurde mir ganz anders. Meine Maus hatte nämlich abgenommen.
Inzwischen würde ich die meisten Tage glaubich ohne Formula schaffen, aber ich hab immer so ein schlechtes Gewissen. Ich möchte meinen Wunsch zu Stillen nicht über die Bedrüfnisse meines Kindes stellen - sie ist schließlich am Wichtigsten. Pipi ist zwar in der Windel, aber nicht mehr so viel wie bei Flaschenfütterung. Meistens geb ich ihr morgens und abends nach dem Stillen dann noch eine 60-ml-Flasche, um mein Gewissen zu beruhigen, damit ich das Kind nicht "hungern" lasse. Die trinkt sie auch auf Ex komplett aus. Eigentlich würde ich ja schon gerne vollstillen, aber ich hab Angst, dass es noch nicht langt. Stillen möchte meine Kleine tagsüber ca. alle 2 Stunden und nachts alle 3-4 Stunden. Nachts trinkt sie oft nur eine Brust - tagsüber eigentlich immer beide.
Nächste Woche kommt die Hebamme wieder zum Wiegen. Hab mir schon überlegt, ob ich mir ne Waage anschaffe um die Gewichtszunahme genauer zu überwachen, aber irgendwie hab ich auch Schiss davor. Find es immer noch voll schlimm dass mein Gefühl so falsch lag, ihr weniger Formula zu geben und sie abgenommen hat bzw. dass sie aber auch nicht gemeckert hat wegen Hunger, etc. Jetzt bin ich immer ganz unsicher, wenn sie mal viel schläft, ob es vielleicht wegen Hunger also Entkräftung ist...
Ich bin total verunsichert. Das ist eigentlich so gar nicht meine Art. Für mich stand schon immer fest dass ich stillen werde - mit so vielen Hürden hab ich da irgendwie nicht gerechnet.
Aus meinem Umfeld hab ich nicht so viel Unterstützung. Meine Mum hat mir schon in der SS prophezeiht, dass das mit dem Stillen nichts werden wird, weil es bei ihr ja auch nicht geklappt hat (ätsch-bätsch - der zeig ichs!) und sogar die FAin riet mir dazu, abzustillen, damit das Getue vorbei ist.
Wie schaffe ich es, die Milchmenge zu steigern bzw. vollzustillen ohne mich ständig so verrückt zu machen dabei?
Liebe Grüße
HelenasMum
p.s. Sorry, dass es so lang geworden ist...