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wieviel Milch beim abpumpen?

Verfasst: 18.07.2012, 17:53
von canelle
So, nächste Woche fängt mein Rückbildungskurs an und da bin ich mit Fahrzeit fast 3h weg. In der Zeit kümmert sich meine Mann um die Kleine. Da der Kurs abends ist und sie abends oft clustert und wenig "Stillpausen" macht, werde ich abpumpen damit meine Mann ihr während ich weg bin die Flasche geben kann. Ich habe dazu eine Handpumpe und nach einigem üben klappt es auch. Dass füttern haben wir auch geübt und es funktioniert gut.

Nun aber zu einer Frage: Wieviel Milch kommt bei Euch aus einer Brust wenn ihr abpumpt? Mit einiger Übung bekomme ich pro Brust 40-50ml. Also wenn es gut läuft also 100ml insgesamt. Unsere Maus zieht aber locker 100ml aus der Flasche weg und so muss ich meistens aus mehreren Pumpgängen eine Flaschenmahlzeit zusammenstottern.
Beide Brüste Pump ich nur, wenn sie die Flasche bekommen hat. Wenn ich ihr zwischendurch mal Milch "klaue" dann nur eine Seite.
Wie macht ihr das?

Viele Grüße
Canelle

Re: wieviel Milch beim abpumpen?

Verfasst: 18.07.2012, 18:15
von kamala
Ich pumpe etwa 80ml auf einer Seite, kennst Du die Pumptipps: http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... s+abpumpen?

Re: wieviel Milch beim abpumpen?

Verfasst: 18.07.2012, 18:25
von kuscheltiger
Also, ich habe die große Maus leider nur pumpstillen können, da kamen in Hochzeiten beim Doppelpumpen ca. 160 ml pro Seite innerhalb von 10 Minuten.
Das ist sicherlich nicht repräsentativ.
Jetzt stille ich die zweite Maus an der Brust und wenn ich pumpen müßte, wären wohl 50 ml schon echt viel.

Re: wieviel Milch beim abpumpen?

Verfasst: 18.07.2012, 18:49
von Emmama
Etwas mühselig aber effektiv:Pumpe ganz früh morgens bei der Mahlzeit gegen sechs Uhr früh Milch ab während meine Maus an der anderen Seite trinkt,sie schläft dann noch ein bißchen weiter,ihr fehlt nichts und es kommen ca.80-120 ml zusammen.

Re: wieviel Milch beim abpumpen?

Verfasst: 18.07.2012, 19:47
von Fchen
Bei mir ist es ziemlich abhängig vom aktuellen Stresslevel und ob der Tageszeit. Da ich meinen Sohn nur pumpstille, versuche ich, mindestens 1 Mahlzeit zu erpumpen, derzeit so ca. 120 ml.
Abends nach einem anstrengenden Tag ist das manchmal wirklich schwierig. Bin ich gut erholt und ausgeschlafen, sind es auch gerne mal 300 ml. Davon friere ich gerne etwas ein, falls es einfach mal zeitlich nicht ausgeht mit dem Pumpen.

Liebe Grüße,

das Fcheb

Re: wieviel Milch beim abpumpen?

Verfasst: 18.07.2012, 20:38
von jusl
Hallo canelle,

40-50 ml ist eine ganz normale "Pump-Portion". Vielleicht kannst Du einfach 1,2 Tage vorher anfangen und sammeln? Dann hast Du halbwegs stressarm die erforderliche Menge zusammen.

Folgendes mag ich noch anmerken: Schaue genau, ob Du das so machen MÖCHTEST. Manche Mütter genießen die 3 Stunden freie Zeit, in Ordnung. Aber für viele Mütter wird der Besuch des Rückbildungskurses (ohne Babys) zum ersten großen Stolperstein in ihrer Stillbeziehung: Die Milch muss per Hand oder Pumpe gewonnen werden, was stressig sein kann; die Milch muss von Vater oder Babysitter verfüttert werden, was stressig sein kann; viele Babys entwickeln Stillschwierigkeiten durch die Fütterung, und das Ganze wird spätestens dann zum Riesenstress.
Die Tatsache, dass manche Mütter dazu scheinbar gezwungen sind (z.B. weil kein Platz mehr in einem Kurs MIT Baby frei war), ist aus stillberaterischer Sicht sehr bedauerlich, denn ein nenneswerter Teil der "Kundschaft" stammt aus diesem Umfeld. Hier hilft nur, den Hebammen und anderen Kursleiterinnen klar zu machen, dass das so nicht klappt.
Aber wie gesagt: Wenn Du das so organisieren MÖCHTEST und Dich darauf freust, ist das natürlich OK, logo.

LG
Julia

Re: wieviel Milch beim abpumpen?

Verfasst: 19.07.2012, 23:38
von Lösche Benutzer 8492
Sorry, dass ich hier einfach dazwischen frage :oops: , aber das ist bei uns auch gerade akut....
jusl hat geschrieben: Folgendes mag ich noch anmerken: Schaue genau, ob Du das so machen MÖCHTEST. Manche Mütter genießen die 3 Stunden freie Zeit, in Ordnung. Aber für viele Mütter wird der Besuch des Rückbildungskurses (ohne Babys) zum ersten großen Stolperstein in ihrer Stillbeziehung: Die Milch muss per Hand oder Pumpe gewonnen werden, was stressig sein kann; die Milch muss von Vater oder Babysitter verfüttert werden, was stressig sein kann; viele Babys entwickeln Stillschwierigkeiten durch die Fütterung, und das Ganze wird spätestens dann zum Riesenstress.
Was sind denn Stillschwierigkeiten in dem Fall? Hilft da stillfreundliche Zufuetterung nicht? Oder bezieht sich das nur auf die Flasche?

Stressig trifft es ganz gut :-(, ich hab mich die ganze Zeit gefragt, wie andere das machen...

Re: wieviel Milch beim abpumpen?

Verfasst: 20.07.2012, 00:11
von Katha
jusl hat geschrieben:Hallo canelle,

40-50 ml ist eine ganz normale "Pump-Portion". Vielleicht kannst Du einfach 1,2 Tage vorher anfangen und sammeln? Dann hast Du halbwegs stressarm die erforderliche Menge zusammen.

Folgendes mag ich noch anmerken: Schaue genau, ob Du das so machen MÖCHTEST. Manche Mütter genießen die 3 Stunden freie Zeit, in Ordnung. Aber für viele Mütter wird der Besuch des Rückbildungskurses (ohne Babys) zum ersten großen Stolperstein in ihrer Stillbeziehung: Die Milch muss per Hand oder Pumpe gewonnen werden, was stressig sein kann; die Milch muss von Vater oder Babysitter verfüttert werden, was stressig sein kann; viele Babys entwickeln Stillschwierigkeiten durch die Fütterung, und das Ganze wird spätestens dann zum Riesenstress.
Die Tatsache, dass manche Mütter dazu scheinbar gezwungen sind (z.B. weil kein Platz mehr in einem Kurs MIT Baby frei war), ist aus stillberaterischer Sicht sehr bedauerlich, denn ein nenneswerter Teil der "Kundschaft" stammt aus diesem Umfeld. Hier hilft nur, den Hebammen und anderen Kursleiterinnen klar zu machen, dass das so nicht klappt.
Aber wie gesagt: Wenn Du das so organisieren MÖCHTEST und Dich darauf freust, ist das natürlich OK, logo.

LG
Julia
Hallo,
Hoffe, ist okay, wenn ich Julias Gedanken aufgreife.
Ich empfinde Pumpen als stressig, bekomme 20-40ml ohne MSR, falls ich es schaffe einen auszulösen 70-120. FALLS!
Die ersten beiden RüBi habe ich ohne den Kleinen gemacht, inkl. Pumpstress. Dann hatte ich durch Trauerfall keine Kraft zum Pumpen, der kleine kam mit, das ging auch irgendwie. Hab dann gemerkt, dass mir das besser tut.
Pumpe jetzt nur noch für Therapie alle 1 bis 2 Wochen, aber da kann der Kleine nun wirklich nicht mit - und für ihn auf Dauer auch von Vorteil , dass ich das Mache. Das Pumpen stresst mich aber weiter. Saugverwirrung gab es allerdings zum Glück auch nicht.
Liebe Grüße

Re: wieviel Milch beim abpumpen?

Verfasst: 20.07.2012, 10:39
von jusl
Was sind denn Stillschwierigkeiten in dem Fall? Hilft da stillfreundliche Zufuetterung nicht? Oder bezieht sich das nur auf die Flasche?

Stressig trifft es ganz gut :-(, ich hab mich die ganze Zeit gefragt, wie andere das machen...
Abpumpen und Fütternlassen kann bei jungen Babys bzw. Stillpaaren zu unterschiedlichen Schwierigkeiten führen. Naheliegend:

* Fütterschwierigkeiten, wenn Baby und Papa oder Babysitter nicht gut mit der gewählten Methode klarkommen
* Stillschwierigkeiten aufgrund der gewählten Füttermethode (meist Saugflasche); diese können, müssen aber nicht unmittelbar auftreten, sondern die können sich auch erst später zeigen (z.B. klassische Saugverwirrung oder Beißen)
* Probleme der Mutter, die notwendige Milchmenge zu gewinnen (Ausstreichen oder Abpumpen klappt nicht gut)

Weitere mögliche Folgen, die weniger naheliegend sind, aber dennoch große Auswirkungen haben können:

* Die Probleme der Mutter, die notwendige Milchmenge zu gewinnen, verringern ihr Vertrauen in ihre Milchbildung. Weil so wenig kommt, glaubt sie, "sie habe wenig Milch". Diese Sorgen können zu unnötigem frühen Zufüttern führen, das wiederum die Stillbeziehung massiv stören kann.
* Das Gewinnen der Milch kann den Alltag stören. "Mist, ich muss bis morgen abend noch xy ml abpumpen!" kann ein großer Stresspunkt werden. Die Zeit, in der mühselig gepumpt oder ausgestrichen wird, fehlt fürs Schmusen, Spazierengehen, Fernsehen, Ausruhen und andere schöne Dinge.
* In der Abwesenheitszeit kann sich die Brust stark füllen. Bei Frauen, die zu Übervölle neigen, entwickeln sich leicht Milchstaus, wenn sie ihr Baby nicht nach Bedarf stillen können.
* Der meiner Erfahrung nach wichtigste Punkt: Das Stillen gerät zunehmend zu einem "Mahlzeiten-Konzept". Das Stillen nach Bedarf wird unmerklich abgelöst von einem geplanten Stillen: "Damit ich heute abend genug Milch abpumpen kann, sollte ich nicht später als 16 Uhr stillen, damit die Brust schön voll ist. Wenn ich nicht später als 16 Uhr das letzte Mal stille, sollte ich bis 14 Uhr auf jeden Fall auch noch mal stillen, sonst trinkt er nicht richtig, weil er kaum Hunger hat...." - diese Überlegungen passieren beinahe zwangsläufig. Der Weg zum "Mittagsstillen", "Nachmittagsstillen", und "abends gibt's dann die abgepumpte Milch" ist dann nicht mehr weit. Bekanntermaßen verkürzt ein Mahlzeiten-Konzept die Stillzeit: oft fallen die Stillmahlzeiten mit der Einführung der Beikost nach und nach weg. Die Zeiten zwischen den "Mahlzeiten" werden mit Wasser/Tee oder Schnuller überbrückt. Es kommen weitere Termine ohne Baby dazu "weil es ja bei der Rübi gut geklappt hat". Und alles in allem ist die Stillzeit vorzeitig beendet, ohne dass die Mutter so genau weiß, wieso eigentlich.

Diese Beobachtungen habe ich Stillberatungen unzählige Male gemacht.

Mein Tipp: Falls man EIGENTLICH sein Baby gerne mitnehmen würde, einfach die Hebi fragen, ob es nicht doch möglich ist.
Als ich mit meinem zweiten Kind in der Rübi war (recht spät), war ich schon wieder arbeiten, MIT Baby. Das war anstrengend für uns, und abends die Rübi war zwar "mit Baby"; aber "Babys im Nebengebäude durch Babysitter betreut". Noch mehr Aufregung konnte ich meinem Kind einfach nicht zumuten - es war glücklich auf meinem Rücken im Tuch, während ich da rumturnte. Hab vorher gefragt, war für die anderen OK (Wäre es nicht OK gewesen, hätte der Kurs eben ohne mich stattgefunden; es gibt auch gute Rückbildungs-DVDs!..)

LG
Julia

Re: wieviel Milch beim abpumpen?

Verfasst: 20.07.2012, 11:16
von canelle
Vielen Dank für Eure Antworten. Gut zu hören, dass ich mit meiner Menge voll im Rahmen liege, von einigen Ausnahmen abgesehen :wink:

Zunächsteinmal: ich MÖCHTE abpumpen! Ich habe mir bewusst einen Rübi ohne Kind ausgesucht. Für mich ist es wichtig, mich in diesen STunden nur auf mich und meinen Körper konzentrieren zu können. Ausserdem möchte ich gerne einmal pro Woche 2-3h für mich haben in denen ich machen kann was ich will und die Maus vom Papa betreut wird. Mir tut das abschalten gut und ich finde auch für die Beziehung von Mausi und Papa ist das gut. Ich vertrauen darauf, dass die beiden das hinkriegen und Papa sieht so ein bißchen mehr was ich den ganzen Tag leiste (stillen, kuscheln, tragen, wickeln, schmusen, zum schlafen bringen,...) :wink:

Zu unserem Stand: Also ich habe heute die elektrische Pumpe ausprobiert. Funktioniert aber nicht besser als Handpumpe, eher schlechter. Streß durch "ich will orgen zur Rübi und muss noch xy ml zusammenpumpen" mach ich mir nicht. Es hat sich hier so eingespielt, dass ich morgens wenn die Brust eh noch sehr voll ist und Mausi nur eine Seite trinkt paralell dazu die andere abpumpe und so in 2-3 Tagen eine Portion zusammensammel und dann einfrier. Das funtioniert ganz gut.

Viele Grüße
Canelle