Was sind denn Stillschwierigkeiten in dem Fall? Hilft da stillfreundliche Zufuetterung nicht? Oder bezieht sich das nur auf die Flasche?
Stressig trifft es ganz gut

, ich hab mich die ganze Zeit gefragt, wie andere das machen...
Abpumpen und Fütternlassen kann bei jungen Babys bzw. Stillpaaren zu unterschiedlichen Schwierigkeiten führen. Naheliegend:
* Fütterschwierigkeiten, wenn Baby und Papa oder Babysitter nicht gut mit der gewählten Methode klarkommen
* Stillschwierigkeiten aufgrund der gewählten Füttermethode (meist Saugflasche); diese können, müssen aber nicht unmittelbar auftreten, sondern die können sich auch erst später zeigen (z.B. klassische Saugverwirrung oder Beißen)
* Probleme der Mutter, die notwendige Milchmenge zu gewinnen (Ausstreichen oder Abpumpen klappt nicht gut)
Weitere mögliche Folgen, die weniger naheliegend sind, aber dennoch große Auswirkungen haben können:
* Die Probleme der Mutter, die notwendige Milchmenge zu gewinnen, verringern ihr Vertrauen in ihre Milchbildung. Weil so wenig kommt, glaubt sie, "sie habe wenig Milch". Diese Sorgen können zu unnötigem frühen Zufüttern führen, das wiederum die Stillbeziehung massiv stören kann.
* Das Gewinnen der Milch kann den Alltag stören. "Mist, ich muss bis morgen abend noch xy ml abpumpen!" kann ein großer Stresspunkt werden. Die Zeit, in der mühselig gepumpt oder ausgestrichen wird, fehlt fürs Schmusen, Spazierengehen, Fernsehen, Ausruhen und andere schöne Dinge.
* In der Abwesenheitszeit kann sich die Brust stark füllen. Bei Frauen, die zu Übervölle neigen, entwickeln sich leicht Milchstaus, wenn sie ihr Baby nicht nach Bedarf stillen können.
* Der meiner Erfahrung nach wichtigste Punkt: Das Stillen gerät zunehmend zu einem "Mahlzeiten-Konzept". Das Stillen nach Bedarf wird unmerklich abgelöst von einem geplanten Stillen: "Damit ich heute abend genug Milch abpumpen kann, sollte ich nicht später als 16 Uhr stillen, damit die Brust schön voll ist. Wenn ich nicht später als 16 Uhr das letzte Mal stille, sollte ich bis 14 Uhr auf jeden Fall auch noch mal stillen, sonst trinkt er nicht richtig, weil er kaum Hunger hat...." - diese Überlegungen passieren beinahe zwangsläufig. Der Weg zum "Mittagsstillen", "Nachmittagsstillen", und "abends gibt's dann die abgepumpte Milch" ist dann nicht mehr weit. Bekanntermaßen verkürzt ein Mahlzeiten-Konzept die Stillzeit: oft fallen die Stillmahlzeiten mit der Einführung der Beikost nach und nach weg. Die Zeiten zwischen den "Mahlzeiten" werden mit Wasser/Tee oder Schnuller überbrückt. Es kommen weitere Termine ohne Baby dazu "weil es ja bei der Rübi gut geklappt hat". Und alles in allem ist die Stillzeit vorzeitig beendet, ohne dass die Mutter so genau weiß, wieso eigentlich.
Diese Beobachtungen habe ich Stillberatungen unzählige Male gemacht.
Mein Tipp: Falls man EIGENTLICH sein Baby gerne mitnehmen würde, einfach die Hebi fragen, ob es nicht doch möglich ist.
Als ich mit meinem zweiten Kind in der Rübi war (recht spät), war ich schon wieder arbeiten, MIT Baby. Das war anstrengend für uns, und abends die Rübi war zwar "mit Baby"; aber "Babys im Nebengebäude durch Babysitter betreut". Noch mehr Aufregung konnte ich meinem Kind einfach nicht zumuten - es war glücklich auf meinem Rücken im Tuch, während ich da rumturnte. Hab vorher gefragt, war für die anderen OK (Wäre es nicht OK gewesen, hätte der Kurs eben ohne mich stattgefunden; es gibt auch gute Rückbildungs-DVDs!..)
LG
Julia