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Genervt vom Umfeld

Verfasst: 18.06.2012, 23:34
von Ella1
Hallo,
fühle mich mal wieder genervt von irgendwelchen Kommentaren im "Freundinnen-Kreis". Meine Tochter ist 5 Monate alt und ich stille sie noch voll und möchte sie auch (sofern sie es auch möchte) noch bis zum Herbst weiter voll stillen. Ich finde es nebenbei natürlich auch sehr praktisch. Meinen Sohn habe ich 8 1/2 Monate voll gestillt, er brauchte das und als er uns beim Essen zu sah und den Mund immer wieder aufmachte, dachte ich, nun können wir allmählich mit der Beikost beginnen. Er blieb dann zunächst auch ein absolutes Breikind und diese Entscheidung war im Nachhinein völlig richtig. Ich denke, so wie jedes Kind zu seinem Zeitpunkt laufen lernt, so ist es auch zu seinem Zeitpunkt bereit für Beikost.
Obwohl ich mir in meiner Entscheidung klar bin, es zumindest zu probieren, länger voll zu stillen, nerven mich wieder diese Kommentare, wie "glaubst Du, dass hält Deine Tochter durch" (als würde ich sie verhungern lassen) oder "da hast Du Dir aber was vorgenommen". Übrigens schlafen deren Kinder auch nicht nachts durch, obwohl sie nicht mehr voll bzw. fast abgestillt sind :wink: . Ich lasse die doch auch in Ruhe und denke mir meinen Teil. Warum fühle ich mich für das Natürlichste auf der Welt wieder so unter Rechtfertigungsdruck? Das wollte ich nur mal loswerden...Danke, das es dieses Forum gibt!

AW: Genervt vom Umfeld

Verfasst: 19.06.2012, 00:11
von WiLada
Ich denke so eine Entscheidung kann man garnicht vorher treffen und schon garnicht alleine. Das ist wie "ich stille mit 4 Monaten ab und gebe Flasche" nur andersherum.

Nimm doch den Druck raus und sage "ich stille so lange wir beide es wollen aber verwehre ihr die feste Kost auch nicht." dann bekommst du hoffentlich keine blöden Kommentare mehr zu hören.

Außerdem stillt man meist bei beikostbeginn sowieso nahezu voll. Meine Tochter hat schon öfter mal was in die Hand genommen doch im Magen landet selten mal was - stilldauer konstant :-)
Ich habe mir vorgenommen Ca ein halbes Jahr voll zu stillen. Am Baby orientiert. Jetzt ist sie sechs Monate und interessiert sich wenn sie nicht müde oder zu satt ist sehr für unser Essen (bettelt regelrecht). Wenn es nach mir ginge würde ich sie noch ewig weiter vollstillen aber damit tue ich ihr auch keinen gefallen.

Ich verstehe aber was du meinst. Da hilft nur ehrlich und standhaft sein aber auch nicht solch eine Diskussion herausfordern.


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Re: Genervt vom Umfeld

Verfasst: 19.06.2012, 09:36
von Hexe Verstexe
Ich finds toll, dass du stillst und kann deinen Ärger über die Kommentare gut verstehen! Dennoch ist, meiner Meinung nach, Vollstillen (also nix außer MuMi) mit 15 Monaten doch etwas lang! Bietst du sonst wirklich garnichts an?

Re: Genervt vom Umfeld

Verfasst: 19.06.2012, 09:46
von kamala
@hexe, ihre tochter ist 5 Monate alt :-)
@ella1: ich finde WiLada hat recht, lass es doch offen, dann dämpfst du die Diskussion.

Re: Genervt vom Umfeld

Verfasst: 19.06.2012, 09:49
von Hexe Verstexe
:oops: sorry...ohne Brille am Laptop geht also echt nicht mehr... :D

Re: Genervt vom Umfeld

Verfasst: 19.06.2012, 09:52
von kamala
aber recht hast Du, mit 15 Monaten könnte man mal was anbieten :-)

Re: Genervt vom Umfeld

Verfasst: 19.06.2012, 14:35
von Ella1
Hallo,
bitte nicht falsch verstehen, ich will ja auf keinen Fall etwas erzwingen, auf jeden Fall haben wir ja unsere Tochter auch jetzt beim gemeinsamen Essen am Tisch immer bei uns und wenn sie uns signalisiert, sie möchte, dann wird sie auch Beikost bekommen!
Was mich nervt: sobald ich außerhalb der "üblichen Norm" anders denke oder handele oder die Absicht dazu in Erwägung ziehe was das Stillen anbelangt, bin ich sofort im Rechtfertigungsdruck. Mein erstes Kind habe ich noch sehr lange weitergestillt (heimlich natürlich), weil es das so wollte und eigentlich ärgere ich mich auch etwas über mich selbst, dass ich jetzt bei meinem zweiten Kind den Kommentaren wieder nicht so gelassen (innerlich) begegnen kann. Äußerlich bin ich natürlich ganz coooool.
Real, außer hier im Forum, kenne ich halt derzeit auch keine Frau, mit der ich auf einer Welle bin...Aber ich weiss ja, ich bin nicht allein auf der Welt....

Re: Genervt vom Umfeld

Verfasst: 19.06.2012, 16:24
von nahlahh
Ich kann dich gut verstehen! Zwar stillen wir hier nicht mehr voll, aber mir gehts auch oft so. Erst gestern wurde ich wieder gefragt, wie lange ich noch stillen wollte und auf mein "weiß nicht, mal schauen" kam dann: "Also ich versuch gerade abzustillen, das ist alles so nervig" - das Kind ist noch nichtmal fünf Monate alt :?

Ich merke diesen Druck auch immer wieder, versuche aber mittlerweile mich nicht mehr zu rechtfertigen. Wer ehrliches Interesse hat, mit dem kann man reden und seine Beweggründe erzählen. Alle andere werdens eh nicht verstehen :roll:

Re: Genervt vom Umfeld

Verfasst: 20.06.2012, 17:19
von Sushi2000
Hallo, kann dich gut verstehen. In unserem Umfeld werde ich auch immer schief angeschaut - keine Ahnung was die haben! Meinen Sohn habe ich knapp 9 Monate gestillt, er bekam mit 5 Monaten seinen ersten Brei. Wir haben das ganz langsam begonnen. Er wollte nie ein Fläschchen und ich konnte mir immer anhören das kommt davon wenn man nicht schon mit 3 Monaten umstellt :roll:
Jetzt bei meiner Tochter (3,5 Monate) kommen auch schon die Meldungen von wegen was du hast noch genug Milch und paß auf dass sie dir wenigstens die Flasche nimmt :shock:
Meine Taktik ist nun ignorieren, was soll man auch dazu sagen....
Gut zu lesen dass es bei anderen auch so ist :D

Re: Genervt vom Umfeld

Verfasst: 20.06.2012, 18:21
von Fischi
Huhu!
Versteh dich auch gut, wobei ichs krass finde, dass du "jetzt schon" blöde Kommentare erntest! Dein Würmchen ist doch noch so klein! :oops:
Ich hab immer gesagt ich will 6 Monate voll stillen und dann mal gucken was passiert! ;)
Habe dann (zum Glück) von BLW gehört/gelesen und so haben wir auch erst ganz langsam mit 6 Monaten mit Fingerfood gestartet, so dass Felix bestimmt gute 10 Monate voll gestillt wurde. Erst dann fing er an, auch mal eine Stillmahlzeit auszulassen...
Wir stillen ja jetzt mit 16 Monaten immer noch viel (wenn ich verfügbar bin) und ich darf mir hauptsächlich von meiner Schwiegerfamilie blöde Sprüche anhören, aber meistens geht das bei mir zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus. Aber dafür ist mein Freundes- und Bekanntenkreis zum Glück auch sehr stillfreundlich und aufgeschlossen. Und meine Familie auch (oder sie hütet sich davor, was blödes zu sagen :lol: )