Seite 1 von 5

Stillen Kontra flasche

Verfasst: 16.03.2012, 22:26
von manuela_85
Hallo ihr ich weiß dieses Thema wurde sicherlich schon mehrmals diskutiert aber bei uns ist es ganz aktuell. Meine Schwägerin ist schwanger und wir hatten ein langes Gespräch da sie meine "Geburt" mitbekommen hat und jetzt aus meiner Erfahrung lernen möchte dabei hatten wir auch das Gespräch stillen oder nicht. Für mich kam nichts anderes wie stillen in frage warum kann ich aber garnicht genau sagen deswegen Brauch ich nun eure Hilfe die Argumente wie "stillen ist einfacher du musst nicht so viel mit schleppen und immer erst eine Flasche machen" dazu Kontra von ihr "stillen ist aber ansträngend mit nachts 2-3 mal raus und dann noch das clusterfeeding und die Probleme mit entzündeden Brustwarzen oder Milchstau" aber nun die frage bleibt das alles wirklich aus bei Flaschenkindern dieses Klammern was stillkissen ja an sich machen wenn sie dauergestillt werden wollen oder nachts durchschlafen? Verhalten sie sich wirklich so viel anders?

Re: Stillen Kontra flasche

Verfasst: 16.03.2012, 22:54
von sutnahpele
Hallo,

ich kann nur sagen: Mit der Flasche füttern ist anstrengender. Wenn das Kind hungrig ist, muss man immer erst mit der Flasche, Wasser und dem Pulver rumhantieren, weil man ja die Nahrung auch nicht ewig zubereitet rumstehen lassen kann, sondern immer frisch zubereiten muss; manchmal dauert es zu lange fürs Kind, dann ist es entsprechend schlecht drauf. Nachts muss man aufstehen und das Fläschchen zubereiten, das ist wesentlich unangenehmer als im Halbschlaf zu stillen. Wenn man einen Aufenthalt außerhalb der eigenen vier Wände plant, muss man den Portionierer befüllen, Wasser kochen, Flaschen mitnehmen. Außerdem muss man die Flaschen nach der Benutzung reinigen und sterilisieren, das kostet auch Zeit. Gefährlich ist es auch: Ich habe mir schon mehrfach die Hand mit kochendem Wasser verbrannt :(
Zusammenfassend: Mit der Flasche füttern ist aufwendiger, kostet mehr Zeit, man braucht einen Haufen Kram (Flaschen, Milchpulverportionierer, Thermoskanne/-flaschentasche, nen Cooler, Reinigungsmittel, Flaschenbürste, Sterilisator), und es kostet einen Haufen Geld, wenn man diesen Pulverkram kaufen muss (man kann ja auch abgepumpte Muttermilch füttern). Soviel zur praktischen Seite. Die gesundheitlichen und emotionalen Vorteile des Stillens muss ich jetzt nicht betonen, da sie auf der Hand liegen.
Achso: Clusterfeeding betreiben nicht nur Stillkinder, mein Sohn macht das auch 8) Und mehr als 4h am Stück schläft er trotz Flaschenfütterung auch nicht.

Re: Stillen Kontra flasche

Verfasst: 16.03.2012, 22:56
von Leyket
Aus meiner eigenen Erfahrung müsste ich klar sagen: "Ja"
Meine beiden großen waren Flaschenkinder, mein Kleiner ist Stillkind. Ich würd es trotz der anstrengenden Nächte, Clusterfeeding, brennende BW in den ersten Wochen jedoch immer wieder so machen. Stillen!

Jedoch

Aus der Erfahrung anderer kann ich aber auch schildern, dass beispielsweise meine Cousine die Flasche gibt und trotzdem in der Nacht dauernd geweckt wird. Da ist dann aufstehen angesagt, Schnuller rein oder Teepulle geben, wieder hinlegen (Kind schläft auch nicht im FB) dafür hat eine Freundin ihr Baby vollgestillt und das Baby wurde trotzdem nach einigen Wochen nur noch 1 mal in der Nacht wach, bis heute ist das so. Und das Kind ist kein Stillkind mehr.
Von daher würd ich darauf tippen, dass evtl Stillkinder statistisch gesehen Flaschenkinder früher durchschlafen/weniger in der Nacht wach werden. Aber vorhersagen wird man das nicht können, denk ich. Und sich einen guten Schläfer heranziehen indem man Pulle gibt statt Brust wird nicht zwangsläufig klappen genauso wenig wie man einen schlechten Schläfer vorprogrammiert weil man lieber stillen möchte.

Ich finde dieses 'Klammern' aber auch keinen Nachteil, im Gegenteil... Ich hab eine solch innige Bindung zu meinem Sohn, die unvergleichlich ist und die kein Fläschchen knüpfen kann. Ich würd nicht sagen, dass ich meine Töchter weniger geliebt habe, aber ... ach der Vergleich ist schwierig, man kann das nicht formulieren.
Jedenfalls würde deiner Schwägerin wohl viel zu viel entgehen, wenn sie sich dagegen entscheidet. Doch die Entscheidung darüber muss jeder selber treffen. Mit Widerwillen zu stillen ist sicherlich auch nicht wirklich bindungsfördernd, von daher muss man es wohl wirklich wollen und es nicht nur tun, weil man sagt, dass es ja besser ist.

Re: Stillen Kontra flasche

Verfasst: 16.03.2012, 22:57
von manuela_85
Wie sieht clusterfeeding bei einem Flaschenkind aus? Will er ständig Milch oder die Flasche auch wenn sie leer ist?

Re: Stillen Kontra flasche

Verfasst: 16.03.2012, 23:02
von manuela_85
Ich möchte sie ja nicht zum stillen zwingen wir haben uns nur darûber unterhalten und uns interessiert es nun ob Flaschenkinder das alles auch haben wie nachts mehrmals wach oder eben an Mama hängen oder dauerstillen

Re: Stillen Kontra flasche

Verfasst: 17.03.2012, 06:51
von Imkerin
manuela_85 hat geschrieben:Wie sieht clusterfeeding bei einem Flaschenkind aus? Will er ständig Milch oder die Flasche auch wenn sie leer ist?

Bei meiner ochter sah das in etwa so aus.
Sie trank 30 ml, schlief ein, wollte dann wieder trinken, Flasche war natülich schon kalt, also neue machen, dann trank vielleicht 5 Schluck, vielleicht auch 70ml. Das war unvorhersehbar, ich mußte ständig Milch wegkippen, bzw neu machen.
Manchmal wollte sie auch nur nucklen, dann ging es Schnuller rein, Schnuller raus, Vielleicht doch lieber eine Flasche?
Es war einfach nur schrecklich anstrengend.
Bei meinen Stillkindern war das viel einfacher, schon allein die Tatsache nicht aufstehen zu müssen, hat es mir enorm erleichtert. Die Flsche nachts halten zu müssen, fand ich auch anstrengender, da wird mitunter der Arm lahm, schlafen oder dösen konnte ich dabei jedenfalls nicht.

Ich fand uns mit Stillkindern auch viel spontaner, ob wir 2 oder 8 Stunden weg fuhren, war im Grunde egal, Milch war immer genug mit.


Ich würde ihr raten es einfach mal zu probieren, vielleicht klappt das stillen ja ganz einfach und entspannt? (Ich hatte in den ersten Monaten weder wunde BW, noch Milchstaus o.ä.) Und wenn nicht, dann kann sie mmer noch abstillen, das geht ja meistens ganz leicht, viel viel leichetr jedenfalls als umgekehrt.

Stillen Kontra flasche

Verfasst: 17.03.2012, 07:58
von greenie bird
also, wenn es nur darum geht, wenn Mama allein sich um die ermährung kümmern muss,ist stillen sicher einfacher. aber es geht ja darum, dass man das Kind mit Flasche jedem für viele Stunden geben kann und wenn der mann nachts aufsteht, während Mutti schlafen kann, so gilt das allgemein hin als Vorteil der Flasche, weil Mama ist dann ausgeruht und der Vater hat dann die Bindung zum Kind 'gestärkt' - so sieht es doch mal aus.
und da muss man sich eben entscheiden...wuppt man es allein, oder hilft der Partner.
'Vorteile' der Flasche sind meistens vermeintliche 'Vorteile' für die Eltern.
dass das Kind so lang weinen muss bis die Flasche fertig ist, ist gewöhnungssache- das tangiert mit der zeit kein elternteil mehr- ist ja 'normal'


$3n7 ƒr0m m0b1£3

Stillen Kontra flasche

Verfasst: 17.03.2012, 08:29
von schatzperle
Ich denke, einige Paare, die sich für die Flasche entscheiden, planen vorher, dass dann der Papa nachts aufsteht und sich ums Baby kümmert.
Aber in der Realitat muss der Papa ja früh wieder raus und arbeiten und ich könnte mir gut vorstellen, dass dann doch die Mama wieder ran muss.

Bei und war's ähnlich wie bei Dir, manuela_85. Ich hab das gar nicht in Frage gestellt, ob ich stillen werde.

Wenn ich Gründe aufzählen soll, die dafür sprechen:
- es ist der natürliche Weg
- fürs Baby das Beste (wenn alles normal klappt!)
- super praktisch (vor allem nachts/unterwegs), immer alles dabei, nix mitschleppen, nix abkochen, nix abkühlen, nix sauber machen - außer hin und wieder duschen :D
- und als Sahnehäubchen ist es auch noch günstiger ;-)

Unser Stillstart war nicht nur einfach und wunderschön. Meine BWs waren extrem wund und blutig. Ich hatte deshalb 2 Wochen Stillhütchen. Seid ich die jetzt weglasse, geht's. Es ziept noch manchmal, aber sie werden nicht mehr wund.
Milchstau, Brustentzündung, Clusterfeeding (beim Wachstumsschub besonders, und auch so manchmal abends) alles gehabt.
Nichts davon konnte mich jedoch davon abbringen, stillen zu wollen. Es gibt nichts schöneres, als zu sehen und spüren, wie zufrieden meine Maus ist. Sie dockt ab, manchmal lächelt sie und schläft kuschelnd ein.
Und das ist für mich das allerbeste am Stillen.

Ach ja, zum Thema schlafen, derzeit sind die Schlafphasen zwischen 4 und 7 Stunden. Im Schnitt kann ich einmal nachts am Stück 5 Stunden schlafen. Ich weiß, das kann sich noch ganz oft wieder ändern, aber im Moment freu ich mich einfach drüber.

Re: Stillen Kontra flasche

Verfasst: 17.03.2012, 08:50
von Thalia
Ich würde Dir empfehlen Deiner Schwägerin mal den Link zu www.stillkinder.de zu schicken. Da gibt es sehr interessante Infos zur Flaschennahrung und natürlich zum Stillen. Vielleicht macht ihr das eine objektivere Entscheidung möglich.

Re: Stillen Kontra flasche

Verfasst: 17.03.2012, 09:58
von Darla
Ich habe hier auch ein Flaschenkind, die ihr Pre-Nahrung natürlich nach Bedarf trinken durfte.
Und bei uns waren die Nächte in den ersten Wochen alles andere als erholsam:
Sie trank immer 30 bis 40ml, benötigte dafür auch ca. 30 Minuten.
Dann schlief sie wieder für eine Stunde, dann trank sie wieder 30 ml... Das fand ich sehr sehr anstrengend und habe mir keine Ahnung wie oft gewünscht,
ich könnte einfach mein T-Shirt hochschieben anstatt ständig eine neue Flasche zu machen.