Charlotte Mason Erziehung
Verfasst: 07.03.2012, 05:10
Hallo ihr alle 
Ich wollte euch gerne von Charlotte Mason erzählen. Ich habe in den letzten Tagen viel über sie und von ihr gelesen und bin ziemlich beeindruckt. Da sie in Deutschland weitgehend unbekannt ist, wollte ich erzählen, warum.
Charlotte Mason lebte 1842 – 1923 in England. Charlotte Mason ist in der englischsprachigen Welt hauptsächlich unter Homeschoolern bekannt. Zu Unrecht, da sie selbst keine Mutter sondern Lehrerin war. Sie war vermutlich das, was man hier in Deutschland, Reformpädagogin nennen würde.
Was ist das Besondere an Charlotte Masons's Methoden? Ich schicke vorweg, dass sie vermutlich hauptsächlich denjenigen Eltern gefallen werden, die viel und gerne lesen! Ich fasse Mal kurz einige wichtige Punkte zusammen:
1. Kinder sind Persönlichkeiten. Deswegen sollen sie auch nicht be-lehrt werden.
2. Kinder sollen viel freispielen können. Also, für Kinder unter sechs wird freies Spielen und möglichst mehrere Stunden am Tag im Freien, als das Wichtigste überhaupt angesehen! Wohlgemerkt, ohne dass Erwachsene das Spiel irgendwie anregen, sich einmischen oder dafür irgendwelche Regeln aufstellen.
3. Kinder ab 6 sollen mit nur kurzen Unterrichtseinheiten (15-20 Minuten je für Lesen, Schreiben und Rechnen) beginnen. Auch für sie bleibt das Spielen das Wichtigste, Hausaufgaben gibt es nicht, Nachmittage sollen für Spielen draußen vorbehalten sein, bis die Kinder nicht mindestens 12 oder 13 Jahre sind!
4. Wie wird unterrichtet - eigentlich gar nicht! Anfangs wird den Kindern vorgelesen - ohne zu kommentieren oder Fragen an Kinder zu richten. Es wird davon ausgegangen, dass Kinder Persönlichkeiten sind, die zwar eine kürzere Lebenserfahrung haben, aber genauso selbständig die Welt erfassen können, wie Erwachsene. Dann werden Kinder dazu angeregt, das gehörte zu erzählen. Zuerst schreiben Erwachsene das für sie auf. Später, wenn die schreiben gelernt haben, schreiben sie ihre Gedanken selbständig auf. Die Auswahl der lektüre richtet sich aber auch klar nach Interessen der Zuhörer!
5. Was für Bücher werden vorgelesen – lebendige Bücher! CM hielt nichts von Schulbüchern oder Büchern, in denen Sachverhalte unzusammenhängend dargestellt werden. Sie war dafür, Kindern auch schwierige Originale vorzulesen – ihre Vorzugslektüren waren die Bibel und Shakespeare!
Natürlich ist es nur ein grober und stark vereinfachender Überblick. Wer sich jetzt angesprochen fühlt, wird sicher selbst weitere Infos im Internet suchen – leider vieles nur auf Englisch zugänglich.
Was mir persönlich gefällt ist diese liberale und stark mit Attachment Parenting kompatible Einstellung zum Kind. Kinder werden nicht als Objekte der Erziehung angesehen, die erst irgendwie geformt werden wollen oder mit Wissen vollgestopft werden sollen, bis sie den Erwartungen der Erwachsenen entsprechen. Außerdem war für sie die Familie und die Beziehung der Eltern zum Kind sehr wichtig, sie plädierte dafür auch bei Möglichkeit, zumindest die ersten Lebensjahre die Kinder in der Obhut der Eltern zu lassen (das zu einer Zeit, in der Nanny noch recht üblich war).
Natürlich hat Charlotte Mason hier auch ihre Grenzen. Zum einen war sie eine Christin und ihre Einstellung basierte auf einem klaren christlichen Menschen- und Weltbild. Das ist ja heutzutage nicht für jeden etwas. Allerdings, für christliche Eltern bietet sie eine erfrischende Alternative und dazu eine gute theoretische Basis zu eher konservativ auf Disziplin gerichteten „christlichen“ Erziehungsmodellen! Auch hier lohnt es sich zu g**gln.
Ich hoffe, das war für jemanden interessant und weiterführend!
Erzählt, was denkt ihr über Charlotte Mason?
Habt ihr schon vorher von ihr gehört?
Könntet ihr euch eine solche Schule für euer Kind vorstellen, oder könntet ihr euch sogar vorstellen (wenn es ginge) eure Kinder nach diesen Methoden Zuhause zu unterrichten?
Liebe Grüße
Joyfullmom
Ich wollte euch gerne von Charlotte Mason erzählen. Ich habe in den letzten Tagen viel über sie und von ihr gelesen und bin ziemlich beeindruckt. Da sie in Deutschland weitgehend unbekannt ist, wollte ich erzählen, warum.
Charlotte Mason lebte 1842 – 1923 in England. Charlotte Mason ist in der englischsprachigen Welt hauptsächlich unter Homeschoolern bekannt. Zu Unrecht, da sie selbst keine Mutter sondern Lehrerin war. Sie war vermutlich das, was man hier in Deutschland, Reformpädagogin nennen würde.
Was ist das Besondere an Charlotte Masons's Methoden? Ich schicke vorweg, dass sie vermutlich hauptsächlich denjenigen Eltern gefallen werden, die viel und gerne lesen! Ich fasse Mal kurz einige wichtige Punkte zusammen:
1. Kinder sind Persönlichkeiten. Deswegen sollen sie auch nicht be-lehrt werden.
2. Kinder sollen viel freispielen können. Also, für Kinder unter sechs wird freies Spielen und möglichst mehrere Stunden am Tag im Freien, als das Wichtigste überhaupt angesehen! Wohlgemerkt, ohne dass Erwachsene das Spiel irgendwie anregen, sich einmischen oder dafür irgendwelche Regeln aufstellen.
3. Kinder ab 6 sollen mit nur kurzen Unterrichtseinheiten (15-20 Minuten je für Lesen, Schreiben und Rechnen) beginnen. Auch für sie bleibt das Spielen das Wichtigste, Hausaufgaben gibt es nicht, Nachmittage sollen für Spielen draußen vorbehalten sein, bis die Kinder nicht mindestens 12 oder 13 Jahre sind!
4. Wie wird unterrichtet - eigentlich gar nicht! Anfangs wird den Kindern vorgelesen - ohne zu kommentieren oder Fragen an Kinder zu richten. Es wird davon ausgegangen, dass Kinder Persönlichkeiten sind, die zwar eine kürzere Lebenserfahrung haben, aber genauso selbständig die Welt erfassen können, wie Erwachsene. Dann werden Kinder dazu angeregt, das gehörte zu erzählen. Zuerst schreiben Erwachsene das für sie auf. Später, wenn die schreiben gelernt haben, schreiben sie ihre Gedanken selbständig auf. Die Auswahl der lektüre richtet sich aber auch klar nach Interessen der Zuhörer!
5. Was für Bücher werden vorgelesen – lebendige Bücher! CM hielt nichts von Schulbüchern oder Büchern, in denen Sachverhalte unzusammenhängend dargestellt werden. Sie war dafür, Kindern auch schwierige Originale vorzulesen – ihre Vorzugslektüren waren die Bibel und Shakespeare!
Natürlich ist es nur ein grober und stark vereinfachender Überblick. Wer sich jetzt angesprochen fühlt, wird sicher selbst weitere Infos im Internet suchen – leider vieles nur auf Englisch zugänglich.
Was mir persönlich gefällt ist diese liberale und stark mit Attachment Parenting kompatible Einstellung zum Kind. Kinder werden nicht als Objekte der Erziehung angesehen, die erst irgendwie geformt werden wollen oder mit Wissen vollgestopft werden sollen, bis sie den Erwartungen der Erwachsenen entsprechen. Außerdem war für sie die Familie und die Beziehung der Eltern zum Kind sehr wichtig, sie plädierte dafür auch bei Möglichkeit, zumindest die ersten Lebensjahre die Kinder in der Obhut der Eltern zu lassen (das zu einer Zeit, in der Nanny noch recht üblich war).
Natürlich hat Charlotte Mason hier auch ihre Grenzen. Zum einen war sie eine Christin und ihre Einstellung basierte auf einem klaren christlichen Menschen- und Weltbild. Das ist ja heutzutage nicht für jeden etwas. Allerdings, für christliche Eltern bietet sie eine erfrischende Alternative und dazu eine gute theoretische Basis zu eher konservativ auf Disziplin gerichteten „christlichen“ Erziehungsmodellen! Auch hier lohnt es sich zu g**gln.
Ich hoffe, das war für jemanden interessant und weiterführend!
Erzählt, was denkt ihr über Charlotte Mason?
Habt ihr schon vorher von ihr gehört?
Könntet ihr euch eine solche Schule für euer Kind vorstellen, oder könntet ihr euch sogar vorstellen (wenn es ginge) eure Kinder nach diesen Methoden Zuhause zu unterrichten?
Liebe Grüße
Joyfullmom