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Anlegen oder Abpumpen?
Verfasst: 02.03.2012, 14:51
von blondes_united
Mein Sohn ist gerade drei Wochen alt und hat davon schon eine in der Kinderklinik verbringen müssen mit einem grippalen Infekt. Dort habe ich immer abgepumpt und ihm die Flasche gegeben, weil er doch ziemlich geschwächt war. Jetzt sind wir seit ein paar Tagen zuhause und er trinkt aus der Brust nur noch maximal 10 Minuten. Meistens sogar nur fünf, dann schläft er ein bisschen, will dann aber alle 30-60 Minuten etwas. Meine Hebamme hat jetzt vorgeschlagen, ein paar Tage nur abzupumpen und mit der Flasche zu füttern, um erstens genauer zu wissen, wieviel er trinkt und ihn zweitens noch ein bisschen aufzupäppeln. Das ist aber ultra-anstrengend und er kommt trotzdem alle zwei Stunden und will mehr (dabei kriegt er jedesmal 120-150ml). Seit gestern habe ich nun diese Grippe und weniger Milch. Jetzt pumpe ich vor dem Stillen ab und füttere ihn nach dem Anlegen aus der Flasche nach. Das trinkt er dann auch gierig.
Vielleicht hat hier jemand einen Rat für mich. Wie kriege ich ihn dazu, länger an der Brust zu trinken bzw. wie kriege ich einen Fütterrhythmus hin, der mir zwischendurch auch mal ein bisschen Zeit verschafft? Und wie ist das mit der Milchproduktion während so eines Infekts? Kommt das von selbst wieder oder kann ich da irgendwas tun?
Vielen Dank schon mal für Eure Hilfe!
Re: Anlegen oder Abpumpen?
Verfasst: 02.03.2012, 20:18
von Mondenkind
Hallo und herzlich willkommen im Forum! Da habt ihr ja schon einiges durch in der kurzen Zeit. Ich versuche mal deine Fragen der Reihe nach zu beantworten.
blondes_united hat geschrieben: Meine Hebamme hat jetzt vorgeschlagen, ein paar Tage nur abzupumpen und mit der Flasche zu füttern, um erstens genauer zu wissen, wieviel er trinkt und ihn zweitens noch ein bisschen aufzupäppeln.
Das halte ich für- sorry- komplett sinnfrei. Ob ein Kind genug trinkt, beurteilt man über die Anzahl der nassen Windeln und die Gewichtsentwicklung. Zu wissen, wieviel es auf den ml genau trinkt ist nutzlos. Gibst du ihm Muttermilch oder Nahrung oder beides?
wie kriege ich einen Fütterrhythmus hin, der mir zwischendurch auch mal ein bisschen Zeit verschafft?
Einem so jungen Baby einen Rhythmus auferlegen zu wollen, wird zwangsläufig in großen Stillproblemen enden. Das sag ich jetzt mal so ganz hart. So ist es. Er ist noch sehr klein und war dazu noch krank. Ihr werdet euch irgendwann auf etwas einpendeln, auf das du dich auch einstellen kannst. Aber ums Stillen nach Bedarf kommt man nicht umhin, soll das Stillen auf Dauer klappen!
Und wie ist das mit der Milchproduktion während so eines Infekts? Kommt das von selbst wieder oder kann ich da irgendwas tun?
Weiter anlegen und pumpen ist da das A und O, pumpen ist in eurem Fall auch wichtig, da er ja die Brust nicht sicher effektiv trinkt. Habt ihr einen Schnuller?
Bezüglich der Flasche lass ich Dir mal einen Link da:
Grundinfo Stillfreundliches Zufüttern
Bis bald!
Re: Anlegen oder Abpumpen?
Verfasst: 02.03.2012, 20:26
von klimaforscherin
Noch eine kurze Frage: warum pumpst du VOR dem Stillen ab? Macht es das Stillen nicht schwieriger fürs Kind?
Um die Milchproduktion zusätzlich zum Stillen anzuregen, würde ich eher nach dem Stillen pumpen.
Re: Anlegen oder Abpumpen?
Verfasst: 04.03.2012, 11:29
von blondes_united
Danke für die Antworten!
Also: Er kriegt nur Muttermilch, aber eben nicht nur von der Brust, sondern auch aus der Flasche. Die Idee dahinter war, ihm das Trinken etwas zu erleichtern und eine größere Menge Flüssigkeit auf einmal in ihn hineinzubekommen. Er hat die letzten Tage auch schon ein bisschen zugenommen, insofern scheint das zu klappen.
Ich pumpe dann eine Brust ab und die andere gebe ich ihm. Wenn ich es schaffe, pumpe ich die von ihm getrunkene dann noch mal nach. Aber nach dem Stillen und Wickeln und Nachfüttern und Wiedereinschlafen, schaffe ich das Pumpen nicht immer. So dass es zeitlich eher vor dem Wiederanlegen stattfindet als danach. Sollte ich das irgendwie anders machen? Bin für Verbesserungsvorschläge sehr dankbar.
Und ja, er hat einen Schnuller, den er zum Einschlafen auch manchmal braucht. Ist das denn fürs Stillen wichtig?
Zum stillfreundlichen Zufüttern: Da er bisher keine Probleme hat, mit dem Unterschied zwischen BRust und Flasche zurechtzukommen, dachte ich, dass das auch so bleibt. Meine Hebamme sagte, da solle ich mir keine Sorgen machen, sie habe schon jedes Kind wieder an die Brust zurückgewöhnt.
Heute nacht habe ich ihn nur angelegt, dann sind die Schlafphasen dazwischen allerdings deutlich kürzer. Das Ziel ist es ja, nicht mehr abzupumpen, sondern nur noch anzulegen.
Danke für Eure Hilfe!
Re: Anlegen oder Abpumpen?
Verfasst: 04.03.2012, 13:07
von Mondenkind
Ich würde den Fokus auch ganz klar aufs Anlegen legen bei Euch und das Pumpen ganz lassen, ehrlich gesagt. Er bekommt ja sowieso nur Mumi, wieso dann Abpumpen und per Flasche geben? Durch die Flaschenfütterung riskiert man lediglich eine Saugverwirrung (
Was ist Saugverwirrung?) Das gleiche gilt für den Schnuller, dieser hat zusätzlich den Nachteil, dass die Kinder sich seltener zum Stillen melden, da sie ihr Saugbedürfnis eher am Schnuller befriedigen, obwohl sie dies eigentlich an der Brust tun sollten.
Ich will Euch aber keine Probleme einreden, wo wahrscheinlich keine sind. Ich würde einfach vermehrt anlegen, statt zu pumpen und nachzufüttern. Ich hatte deine Aussage
er trinkt aus der Brust nur noch maximal 10 Minuten. Meistens sogar nur fünf,
möglicherweise fälschlich so interpretiert, dass Du die Befürchtung hast, er würde an der Brust nicht so gut trinken.
Ich würde ihn jetzt einfach nur noch stillen, Schnullergebrauch minimieren und gut. Dass er genug Milch bekommt, wirst Du an den nassen Windeln sehen (4-6 nasse Windeln pro Tag sollten es sein) und an der Gewichtszunahme.
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