Seite 1 von 1

Abpumpen, Milchstau - einige Fragen

Verfasst: 14.01.2012, 21:45
von Wortgewitter
Ihr Lieben,

bisher hatte ich keinen Grund, das Stillforum hier als Hilfesuchende zu beanspruchen - mit meiner Tochter klappt, dank Hausgeburt und stillerfahrener Hebamme, alles prima, was das Stillen angeht.

Nun werde ich im April mein Studium wieder aufnehmen müssen und möchte aber weiter Muttermilch geben - das heißt, ich muss abpumpen. Und nun brauch ich mal euren Rat:
Bei meinem Sohn war das Abpumpen leider der Anfang vom Ende des Stillens, weil ich so schlimmen Milchstau bekam... bis hin zur Mastitis (mehrfach!). Naja, und nun habe ich eben Angst, dass ich es wieder nicht schaffe und dann zufüttern muss...
Ich habe eine Handpumpe. Bei der kommt immer nur sehr wenig raus (auch mit den Abpump-Tipps von hier) und deswegen muss ich öfter pumpen, was wiederum die Milchmenge steigert - und das führt bei mir leider sofort zum Milchstau und dann auch zur Entzündung, wenn ich nicht schnell reagiere (kühlen, Salbeitee, anlegen etc).

Habt ihr Tipps oder könnt mir einfach Mut machen? Ich weiß gar nicht, was ich so hören will - gerade fühle ich mich einfach allein damit, dass ich eben nicht wegen des Studiums abstillen will. Mein Freund meint dazu nur, dass es ja egal sei, ob ich nun Muttermilch oder Flaschenmilch gebe :? . Ist es mir aber nicht...

Re: Abpumpen, Milchstau - einige Fragen

Verfasst: 15.01.2012, 08:06
von Julisonne
Ich würde es eventuell mit einer elektrischen Pumpe versuchen! Frag doch mal nach, ob du einen aufgeschrieben bekommst...ich glaube es gibt auch Apotheken, die welche verleihen (da bin ich mir nicht sicher).
Aber dein FA oder der KIA können sicher ein Rezept ausstellen.

Mit der elektrischen geht das Pumpen wesentlich besser.

Ansonsten würde ich dir raten, eine Stillberaterin zu suchen, die kann dir sicher mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ich finde es gut, dass du deinem Kind Milch abpumpen möchtest, ich sehe das auch so, dass es ein Unterschied ist.

Re: Abpumpen, Milchstau - einige Fragen

Verfasst: 15.01.2012, 13:49
von BlueSwan
Ich würde dir auch eine elektrische Pumpe nahlegen.
Ich hab mir die auch vor ein paar Monaten verschreiben lassen und dann in einer Apotheke ausgeliehen. Bin dann erst letzten Monat auf Handpumpe übergegangen weil ich kaum noch pumpen muss. Muss aber sagen das ich zu Beginn gar nicht damit klar gekommen wäre. Durch die elektrisch Pumpe hab ich erst gelernt bei welchen "Rythmus" die Milch am Besten läuft.
Ist zwar unpraktisch für unterwegs aber so kannst du zuhause schon mal ne kleinen Vorrat anlegen und du hast ja zum Glück noch etwas Zeit. Ich war in den ersten Monaten auch total anfällig für Milchstau aber hatt sich aber dann gegeben (ab 3ten Monat weniger geworden) Kommt natürlich auch darauf an wie oft deine Kleine trinkt, mein Kleiner schläft ja von 22Uhr bis 4Uhr (auch ungefähr seit er 3Monate war) durch daher hab ich mich daran gewöhnt das auch mal länger Pause ist.

Ich drück euch die Daumen das dein Studium einer schönen Stillzeit nicht im Wege steht.

LG

Re: Abpumpen, Milchstau - einige Fragen

Verfasst: 15.01.2012, 21:36
von Wortgewitter
Danke erstmal für den Tipp mit der elektrischen Pumpe - ich werde mal meinen Arzt fragen, ob er mir die verschreiben könnte! So viel Geld auszugeben auf das Risiko hin, dass es auch nix bringt wäre mir nämlich nicht so geheuer.

Eben als ich darüber nachdachte, wo ich eine Stillberaterin finde, fiel mir ein, dass eine befreundete Hebamme auch Stillberaterin ist - daran hatte ich nie gedacht :roll: :mrgreen: ... Die frage ich dann konkret, wenn ich Probleme bekomme. Danke dafür!

Hm, aber das Problem mit der Milchstauneigung, wie gehe ich das denn sinnvoll an? Hat da jemand eine Idee?

Re: Abpumpen, Milchstau - einige Fragen

Verfasst: 15.01.2012, 22:12
von Sternschnuppe
Hi!
Wie sieht denn dein studium aus? Ich habe auch drei Monate nach der Geburt wieder mit der Uni angefangen, allerdings "schmalspurmäßig".
Gäbe es die Möglichkeit, ohne Pumpe auszukommen? Also entweder, weil du genug Pausen hättest, um zum Stillen nach Hause zu gehen, oder weil dir dein Baby gebracht werden könnte zum Stillen, oder, je nachdem was du studierst, es ok wäre, das Baby auch mal mitzunehmen (war bei mir kein Problem :wink: ).


Bei einem Milchstau kann Pumpen kontraproduktiv sein, weil dann oft nur die nicht gestauten Gänge entleert werden, vielleicht kannst du probieren, per Hand zu entleeren?

Und wegen der Milchstauneigung würde ich immer ein offenes Auge auf frühe Anzeichen haben.
Also, sobald etwas rot oder hart wird oder weh tut versuchen, mit sanften Mitteln dagegen zu steuern: Kind so anlegen, dass der gestaute Gang entleert wird (Unterkiefer liegt an der gestauten Stelle). Dann könntest du vor dem Stillen die gestaute Stelle wärmen (z.B. Kirschkernkissen, das geht schnell) und danach kühlen, Quark wäre dafür ideal, ist aber oft ne Sauerei :-) sonst kannst du dir auch Kühlgelkissen in den Kühlschrank (nicht Gefrierschrank!) legen, wenns schnell gehen muss.
Ansonsten, Stillen nach Bedarf und nicht zu viel Stress :wink:

Bei Fieber, Schüttelfrost oder länger anhaltenden Symptomen wäre es an der Zeit, zum Arzt zu gehen, es gibt stillfreundliche Medikamente, die bei einer Brustentzündung eingenommen werden können. Das wichtigste hierbei: Weiterstillen!!! Dein Baby kann die gestaute Milch am besten entleeren!

Ich möchte dir gerne Mut machen! Es ist wirklich traurig, dass deine letzte Stillbeziehung für dich so abpruppt geendet ist.
Aber das heißt noch lange nicht, dass das jetzt nicht alles wunderbar klappen kann! Du weißt, worauf du achten musst, versuche, deine Angst ein bisschen abzulegen, dir möglichst wenig Stress zu machen! Vielleicht wäre ein Arrangement mit zwischenzeitlichem Stillen während der Uni gar nicht so verkehrt?

Re: Abpumpen, Milchstau - einige Fragen

Verfasst: 16.01.2012, 09:21
von Wortgewitter
Liebe Sternschnuppe - da ist schon was dran. Ich mach mich ganz kirre vor Sorge, dass es schief gehen könnte mit der Pumperei, das kann ja auch nicht förderlich sein... Die Kleine allein mit in die Uni nehmen ist schwierig, weil ich ziemlich weit weg wohne und mit dem Auto 20 Minuten fahre (mit den öffentlichen 45 Min.), aber auf Deine Anregung hin hab ich mit meinem Freund gesprochen - der würde wohl zweimal in der Woche mitkommen und die Kleine betreuuen, dann kann er sie mir 'anreichen', wenn sie Hunger hat. Das ist auf jeden Fall schonmal ein entlastendes Angebot, finde ich voll süß von ihm :wink: . Mal gucken, ob das dann wirklich klappt und wieviele Kurse ich belegen muss.
Ich habe das große Glück, ein Stipendium zu haben - das führt mit sich, dass ich innerhalb eines bestimmten Zeitraumes bestimmte (exzellente) Leistungen erbracht haben muss, deswegen muss ich unbedingt mindestens zwei Seminare machen...

Ja, ich passe auf wie ein Luchs auf meine Brust :wink: ... Aber es ist wirklich unglaublich, bei jedem bisschen Stress oder einer etwas zu langen Stillpause staut es sich :roll: . Wirklich anstrengend... Aus meiner ersten Stillzeit bin ich da inzwischen gut drin, es wieder aufzulösen, aber es nervt unheimlich (und tut weh!).

vielen Dank auf jeden Fall für die Anregungen, ich habe schon viel mehr Mut, es wieder zu versuchen!

Re: Abpumpen, Milchstau - einige Fragen

Verfasst: 16.01.2012, 09:41
von Sternschnuppe
Wortgewitter hat geschrieben:der würde wohl zweimal in der Woche mitkommen und die Kleine betreuuen, dann kann er sie mir 'anreichen', wenn sie Hunger hat
Das hört sich doch super an!!!! Bei mir war die Situation ähnlich: 20 min mit dem Auto, 1,5 Stunden mit den Öffis :roll: Naja, mein Kind kennt meine Unistadt besser als ich, der ist dann nämlich meistens mit dem Papa spazieren gegangen :wink: Ich habe vorher mit den Dozenten gesprochen, ob es für sie ok ist, wenn ich im Seminar stille oder die Pause eventuell überziehe oder eben kurz rausgehe. Da hatte wirklich jeder Verständins!
Versuche wirklich, dir zwischendurch Ruhepausen zu gönnen, grade wenn du in der Uni so gute Leistungen bringen musst (Stress..). Vielleicht gibts ind einer Unistadt ja auch Angebote, die dein Freund mit dem Baby machen kann, während du lernst (Elterntreffs, Babymassage...)?

Ich hatte damals das Problem, dass bei mir beim Pumpen einfach nichts kam. Klappt es bei dir besser, wenn du nur kleine Mengen abpumpst? Und die dann einfrierst`? Auf diese Weise habe ich mir dann immer einen kleinen Puffer geschaffen, das zur Not was zu Hause ist (mein damaliger Freund war auch nicht abgeneigt, Milchpulver zu geben :roll: ).

Re: Abpumpen, Milchstau - einige Fragen

Verfasst: 16.01.2012, 09:44
von Sternschnuppe
Ganz vergessen :D :
Ich finde das Angebot von deinem Freund wirklich super! Das zeigt, dass er dich da ja auch wirklich unterstützen will!