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"Trockene" vs. "feuchte" Wundheilung?

Verfasst: 02.01.2012, 11:23
von Sibi
Mein Strang "Empfindliche Brustwarzen" hat sich als leichter Euphemismus erwiesen - seit gestern nacht habe ich offene Stellen. :?

Pilz bzw. andere Infektionen wurden gestern ausgeschlossen, die IBCLC-Stillberaterin, die sich das angesehen hat, geht davon aus, dass da Zähne im Spiel sind, die am Warzenhof/Warzenansatz langschaben. Tatsächlich kommt da auch gerade der 3. untere Zahn. Wobei mich das doch wundert, weil doch die Zunge über der unteren Zahnleiste ist?

Naja, egal. Jetzt habe ich ein bisschen herum gelesen und bin nach 2 Tagen mit viel Luft und für mich nicht gerade rasanter Heilung unschlüssig, ob an der "feuchten Wundheilung" nicht doch etwas dran ist. In dem Sinne, die Schorfbildung zu verhindern, die sonst mit jedem Stillen wieder aufgerissen wird.

Was sind Eure Erfahrungen, wenn es schon offene, blutige Stellen gibt? Weiter Luft oder lieber Lanolin und Multi-Mam-Kompressen und Stilleinlage drüber?

Re: "Trockene" vs. "feuchte" Wundheilung?

Verfasst: 02.01.2012, 11:34
von Selina79
Ich hatte beim 1. Kind über 2 Monate wunde blutige offene BWs und beim zweiten Kind ca. 5 Wochen. Habe also gut Erfahrung damit.

Bei Kind Nr. 1 habe ich so ziemlich alles versucht - die feuchte Wundheilung hat bei mir ALLES verschlimmert, ganz extrem.

Erst als ich alles trocken gehalten habe, und zwar auch ohne Stilleinlagen, ALLES - luftig und trocken (kaum Salbe) - hat es heilen können.

Ich habe die ganzen Berichte über die feuchte Wundheilung auch gelesen, aber mir erschien es nicht logisch und ich wäre auch gespannt auf Erfahrungsberichte ob das tatsächlich bei jmd funktioniert hat?

Re: "Trockene" vs. "feuchte" Wundheilung?

Verfasst: 02.01.2012, 11:53
von nahlahh
Hab am Anfang auch die Multi-Mam-Kompressen versucht als ich Probleme mit den Brustwarzen hatte. Meine Erfahrung: hab da überhaupt keine Verbesserung bemerkt :? Hab von ganz vielen Seiten gehört, dass das ganz toll hilft, hats bei mir aber irgenwie nicht.
Hab dann irgenwann aufgehört groß was dran zu machen- nur Luft dran, Mumi trocknen lassen und trocken halten, da hats dann recht schnell geklappt :D

Re: "Trockene" vs. "feuchte" Wundheilung?

Verfasst: 02.01.2012, 15:38
von Fleur
Bei mir hilft es, die BW nach dem Stillen mit schwarzem Tee abzutupfen, an der Luft trocknen zu lassen und dann dünn mit Beinwellsalbe (von meiner Hebamme) einzucremen. Muss aber vor dem Stilen wieder mit Wasser abgewaschen werden. Damit heilt es nun, zwar langsam, aber alles andere hat nicht geholfen. Bei uns sind auch Zähne mit im Spiel... Gute Besserung!

Re: "Trockene" vs. "feuchte" Wundheilung?

Verfasst: 02.01.2012, 15:58
von Teazer
Selina79 hat geschrieben:Ich habe die ganzen Berichte über die feuchte Wundheilung auch gelesen, aber mir erschien es nicht logisch und ich wäre auch gespannt auf Erfahrungsberichte ob das tatsächlich bei jmd funktioniert hat?
Ich gehöre definitiv zur Fraktion feucht Heiler. :lol: Bei mir helfen Capellinos und MultiMam am besten. Trocken wird es leider gar nichts; ich fände es nicht schlecht bei Schmerzen oben ohne rumrennen zu können. :(

Re: "Trockene" vs. "feuchte" Wundheilung?

Verfasst: 02.01.2012, 18:19
von danica
Noch eine Stimme für die feuchte Wundheilung. Aber ich habe eh sehr trockene Haut durch meine Neurodermitis...

Re: "Trockene" vs. "feuchte" Wundheilung?

Verfasst: 02.01.2012, 18:41
von kuscheltiger
Meine Stillberaterin ist auch Verfechterin der feuchten Wundheilung.
Ich habe damit auch gute Erfahrungen gemacht.

Re: "Trockene" vs. "feuchte" Wundheilung?

Verfasst: 02.01.2012, 20:12
von Mondenkind
Feuchte Wundheilung bitte! Dies ist wissenschaftlich erwiesen die korrekte Methode.

Offene Stellen an der Luft trocknen zu lassen führt dazu, dass sie austrocken, sich zusammenziehen und verschorfen. Dies ist dann ein extrem brüchiges Gebilde, dass beim nächsten Stillen wieder aufreißt. Und Heilung ist das nicht.

Heilung geht von den verbliebenen, intakten Zellen vom Wundrand aus, von diesen wachsen neue Zellen über die Wunde. Das geht aber nicht so gut, wenn diese vertrocknet und verschorft sind. Aus diesem Grund auch bitte keinen Schwarztee! Dieser gerbt und beeinträchtigt auch auf diesem Weg die Heilung. Auch kein Rotlicht, keine Milch antrocknen lassen, ist am Ende nämlich auch nur trocken.

Also: sauber halten mit Wasser, geschmeidig und feucht halten mit Lanolin oder ähnlichen Pflegeprodukten.

Re: "Trockene" vs. "feuchte" Wundheilung?

Verfasst: 02.01.2012, 20:36
von Selina79
Hm, das klingt wiederum auch logisch. Also heißt das im Endeffekt ständig diese Geleinlagen auf der BW zu haben? Ist das nicht auch eine extrem Infektionsgefahr? Und wenn ich ständig Lanolin draufmach kommt ja aber keine Luft hin? Ist dieses ganze Gerede von wegen Luft muß an die Wunde zum heilen wirklich Unsinn?

(ich hatte quasi feuchte Wundheilung mit Schwarztee kombiniert ... von daher ist das ja auch nicht korrekt gewesen)

Re: "Trockene" vs. "feuchte" Wundheilung?

Verfasst: 02.01.2012, 20:43
von Mondenkind
Du musst nicht immer Geleinlagen auf den Brustwarzen haben, nein. Mit Lanolin einschmieren und BH anziehen (wobei ich dünne Stilleinlagen empfehle, um den BH vor den Fettflecken zu schützen. Aber diese regelmäßig wechseln, sie sollten sauber sein und nicht durchweichen. Feucht ist nicht gleich aufweichen!)

Luft darf gerne an die Wunde, aber halt nicht als einziges :wink: . In meinen schlimmsten Vasospasmus-malträtierten Zeiten hat mir die Kombi aus Lanolin+Sonnenlicht +Frühlingsluft gut geholfen. Die Wundränder sollen nicht austrocknen und verschorfen, sondern lebendig bleiben, das ist der Punkt. Daher auch das Problem mit dem Tee.