Bitte helft mir mal.

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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stupsi76
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Bitte helft mir mal.

Beitrag von stupsi76 »

Hallo ihr Lieben.

Ich habe heute mal eine Frage nicht für mich selbst.

Meine Nichte ist am Montag Mama geworden, die Kleine wird also heute Abend 3 Tage. Bisher ist noch keine MuMi da, sie füttert wohl 20-30 ml aus der Flasche und ihre BW sind total wund, so dass sie jedes Mal beim anlegen brüllen könnte.

Sie ruft mich heute noch mal an und hat sicherlich Fragen dazu.

Im KH wurde ihr wohl gesagt, dass die Kleine pro Seite 20-30 Minuten trinken soll. Ist das richtig so?

MulitMam-Kompressen holt sie sich gleich auf dem Heimweg vom KH.

Und welche Tipps kann ich ihr noch geben?

Da ich selbst grad zum ersten Mal vollstille und sehe, wie schön das ist, möchte ich sie doch ermutigen und mit Tipps unterstützen damit sie nicht aufgibt.



LG Nadin, seit 3 Tagen stolze Großtante
Nadin mit Mädchen(*11/99) & Junge (*05/05) & Mädchen (*03/10) & Junge (*08/11)
Sibi
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Re: Bitte helft mir mal.

Beitrag von Sibi »

Es gibt in Apotheken und Drogeriemärkten (in der Stillecke, also da, wo auch Still-BHs, Stilleinlagen, etc zu finden sind) Lanolinsalbe. Die habe ich am Anfang 2-3 x am Tag aufgetragen. Außerdem, wenn Milch einschießt, am Ende vom Stillen ein paar Tropfen ausdrücken (das sollte die Hebamme zeigen können!) und auf Brustwarze und -hof verteilen und an der Luft trocknen lassen.

Beim Anlegen darauf achten, dass nicht nur die Brustwarze, sondern der Brustwarzenhof vom Kindermund umschlossen wird. Dafür ist anfangs der C-Griff sinnvoll (sollte auch die Hebamme zeigen!). Nuckeln an den Brustwarzen darf nicht sein, dann sofort Abdocken und neu Anlegen.

Außerdem regelmäßig die Stillpositionen wechseln. (Wobei ich zu dem Zeitpunkt eh nur im Liegen stillen konnte...)

Ich finde Zufüttern ja schwierig - je mehr das Kleine saugt, um so schneller und besser der Milcheinschuss... Oder tun die Brüste schon sooo anhaltend weh. Das Wehtun beim Andocken und Ansaugen ist meiner Erinnerung nach normal (ja, auch mit Schmerzensäußerungen) und bleibt auch ein paar Wochen, aber das Stillen an sich sollte nicht weh tun.

20-30 min pro Seite? Weiß ich nicht. Ich habe anfangs beim Stillen immer eine Seite gestillt bis Kind los gelassen hat und häufig wollte es dann noch die andere Seite. (Zwischendurch haben wir oft gewickelt, weil sie dann bei der 2. Seite häufig wieder einschlief.)
Beim nächsten Stillen habe ich dann mit der Seite angefangen, mit der ich zuvor aufgehört habe, weil am Anfang mehr getrunken wird und somit die Seiten gleichmäßig beansprucht werden.

Ach ja, herzlichen Glückwunsch zum Großtantenstatus! :D
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Jägerin
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Re: Bitte helft mir mal.

Beitrag von Jägerin »

Hallo,

ich hatte das auch ganz schlimm.
Ich habe drum gekämpft und durchgehalten, die ersten drei Wochen waren die Hölle. Im Krankenhaus hat das Stillen gar nicht geklappt (wegen KS 1 Woche). Dort habe ich abgepumpt und mit dem Becher gefüttert und dann auch mit Flasche (würde ich aber heute nicht mehr tun wegen Saugverwirrung).
Wichtig ist eine ordentliche Brustwarzenpflege und eine vernünftige Hebamme (Anlegetechnik überprüfen!). Baby jedes Mal in einer anderen Position anlegen. Wenn es an einer Seite ganz schlimm war, habe ich auch dort mal eine zeitlang nur abgepumpt.
Sie kann sich eine elektrische Pumpe von der FÄ verschreiben lassen. Handpumpe würde ich nicht empfehlen.

Ich wünsche deiner Nichte, dass sie durchhält. Die Schmerzen sind irgendwann vergessen; ich habe oft genug geheult... Aber wir sind dafür entschädigt worden.
LG
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stupsi76
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Re: Bitte helft mir mal.

Beitrag von stupsi76 »

Danke euch.

Das werde ich ihr auf jeden Fall schon weitergeben.

Mache ihr auch gleich einen Brief fertig mit meinen Milchbildungsglobuli, die haben mir selbst super geholfen.



So weit ich das bisher raushören konnte hat sie wohl anhaltend Schmerzen.


LG Nadin
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Nema
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Re: Bitte helft mir mal.

Beitrag von Nema »

Hallo,

ich hatte noch im KH komplett blutige und offene BW und dort haben sie dann gelasert. Ich hatte wirklich den Eindruck, dass es gut geholfen hat. Einige Nachsorgehebammen bieten das auch an, vielleicht kann sie sich da mal erkundigen.

LG
Nema
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Jägerin
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Re: Bitte helft mir mal.

Beitrag von Jägerin »

Die Schmerzen waren bei mir auch anhaltend, soweit ich mich erinnere. Einfach weil die Warzen so kaputt und empfindlich waren, dass ich beim Andocken schon brüllen konnte, dann kam der Nachschmerz, wo´s etwas nachlässt; aber dadurch, dass alles so kaputt war, hat es auch beim Stillen weh getan.

(Ich könnte übrigens jeden verstehen, der deswegen abstillt; aber ich wollte das auf gar keinen Fall)
LG
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KasiaSB
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Re: Bitte helft mir mal.

Beitrag von KasiaSB »

Hallo.

Ich habe damals Stillhütchen bekommen und die haben alles nur verschlimmert. Die BW wurde noch wunder und das Baby war danach total verwirrt.
:5:
Fleur
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Re: Bitte helft mir mal.

Beitrag von Fleur »

Glückwunsch zur Großnichte! Wenn es ganz arg weh tut, sollte auch an ein stillverträgliches Schmerzmittel gedacht werden. Ansonsten hat mir - wie Sibi - Lanolin geholfen. Und hat schon mal jemand geguckt, ob das Baby richtig andockt? Was ist mit dem Zungenbändchen, ist es vielleicht zu kurz? Ich würde mich so schnell wie möglich an eine Stillberaterin wenden, vielleicht gibt es eine Stillgruppe in der Nähe Deiner Nichte?
Viele Grüße
Fleur
mit Frühlingskind 04/11, *L. 12/13 & Herbstkind 10/14
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Teazer
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Re: Bitte helft mir mal.

Beitrag von Teazer »

Das Zufüttern produziert wahrscheinlich mehr Probleme als alles Andere. Wie soll ein Kind effektiv 20-30 min stillen (was allein genommen schon totaler Quatsch ist!), wenn es vom Zufüttern pappsatt ist? Der Magen eines Neugeborenen ist total klein und mit 20-30 ml wahrscheinlich schon voll.

Ich fände es wichtiger, den normalen Ablauf zu fördern, sprich ausschließlich zu stillen. Der Milcheinschuss wird wahrscheinlich in den nächsten Stunden anlaufen. Wenn das Kind dann aber nicht an der Brust trinkt, wird Deine Nichte nicht auf Vollstillniveau kommen. Denn dafür sind die ersten 2-3 Wochen ausschlaggebend.

Warum stresst das Klinikpersonal bloß immer die Mütter. Als ob die Kinder keine Reserven für die Zeit bis zum Milcheinschuss hätten und nicht abnehmen dürften. Die Natur ist ja auch sowas von blöde, gell?

Die wunden BW betreffend hilft das Achten auf korrektes Anlegen, evtl. die Brustwarzen mit Lanolin pflegen, viel Luft dran und außerdem eine gesunde Portion Optimismus, dass sie zum Stillen gemacht wurden und sich daran gewöhnen werden.

Ich finde es so toll, dass Du Deine Nichte unterstützt. Wahrscheinlich würde es ihr auch sehr helfen, wenn sie zu Hause von einer Stillberaterin unterstützt würde. Das könnte auch u.U. die Nachsorge-Hebamme sein, vorausgesetzt sie hat entsprechende Fortbildungen. Manche Hebammen sind leider noch auf dem Bildungsstand der 70er/80er.
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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Mondenkind
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Re: Bitte helft mir mal.

Beitrag von Mondenkind »

Sie sollte sich sofort eine Stillberaterin suchen, die zu ihr nach Hause kommt. Es sei denn ihre Hebamme kennt sich wirklich gut aus, darauf kann man sich aber nicht verlassen. Warum wird zugefüttert? Was heißt keine Mumi da, Kolostrum ist doch natürlich da! Da mit der Flasche zugefüttert wird, kann das Kind saugverwirrt sein und möglicherweise eine verbesserungswürdige Saugtechnik haben. Das sollte kontrolliert werden. Auch haben manche Frauen vor dem Milcheinschuss sehr empfindliche Brustwarzen, das kann individuell sehr verschieden sein. Von den 30ml pro Tag sollte man auch nicht von heute auf morgen wieder runter, das ist für ein Neugeborenes sehr viel, das sollte auch fachfrauisch begleitet werden.

Solange das Kind nicht ständig einschläft beim Trinken, darf es gerne auch länger als 30 Minuten trinken. Wenn es oft einschläft dabei, sollte man es wecken. Aber bei der Zufüttermenge wird das Kind jetzt auch nicht mehr soo viel an der Brust trinken. Was tut sie zum Milchbildung anregen?

Hat das Kind einen Schnuller? Davon würde ich nämlich abraten, genauso wie von Stillhütchen.

Ihr Kind ist jung, sie hat noch alle Chancen, problemlos voll zu stillen, aber sie sollte zügig Hilfe bekommen! Wenn die Hebamme nicht genug weiß, sollte eine Stillberaterin zu ihr nach Hause kommen.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

Sei ein Mensch! M. Reif

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