Großer (Ex-) Tragling im Tragtuch
Verfasst: 14.11.2011, 11:01
Um mal mit dem Vorurteil aufzuräumen, dass Tragetücher nur was für die ganz Kleinen sind und die Großen irgendwann der Bequemlichkeit wegen in eine Komforttrage umziehen müssten, trete ich hier den zugegebenermaßen etwas unfreiwilligen Gegenbeweis an 
Dank echt umfangreichem Pipiunfall auf der Autofahrt drohte unser gestriger Ausflug in den Wildpark an fehlenden Ersatzklamotten für den bald Vierjährigen zu scheitern (jaja ich weiß, Verpeiltheit ist alles
). Die winterlichen Temperaturen schlossen eine Notlösung wie etwa das Stibitzen der Strumpfhose des großen Bruders einfach aus.
Also nutzten wir meine Vorliebe für Zwiebellook einfach aus. Das im Rucksack verstaute Notfalltragetuch wurde ausgepackt (denn im Gegensatz zur Komforttrage lässt sich das winzig im Rucksack verstauen, während die Trage sichtbar und somit das höchste erstrebenswerte Gut während eines Wanderausfluges ist) und das nur mit Unterhose (trocken
) und Strümpfen bekleidete Kind wurde in den Rucksack eingebunden. Meine Fleecejacke diente als Beinwärmer, den Reißverschluss konnte ich bis auf Hüfthöhe beim Kind schließen, vorne hinderte ihn der Tragetuchknoten am Aufgehen. Und darüber kam dann die Jacke meines Freundes, meine eigene war mir an den Schultern zu eng mit Kind an Board (das brachte übrigens ein weiteres puziges Bild, denn mein Freund ist einen reichlichen Kopf größer als ich, und er trug dann natürlich meine Jacke
)
Das Ganze in Bildern (anklicken, dann werden sie größer):
Hier noch mit heruntergezogener Fleecejacke, um den Beutel zu zeigen. Klar binde ich bei einem so großen Kind mit Armen draußen, das gibt auch mehr Stoff für den Tuchbeutel. Mit Beinwärmer: Und das Gesamtkunstwerk: Angenehmer Nebeneffekt: der Reißverschluss an Schatzis Jacke ist kaputt, was dazu führte, dass er vor mir auf die Knie fiel. Könnte er ruhig öfter mal machen...
Einige wichtige Punkte sind:
Wir hatten viel Spaß, zogen mal wieder die Blicke auf uns und der Sonntagsausflug war gerettet - inklusive Esel streicheln und Ziegen füttern
Liebe Grüße Alex
Dank echt umfangreichem Pipiunfall auf der Autofahrt drohte unser gestriger Ausflug in den Wildpark an fehlenden Ersatzklamotten für den bald Vierjährigen zu scheitern (jaja ich weiß, Verpeiltheit ist alles
Also nutzten wir meine Vorliebe für Zwiebellook einfach aus. Das im Rucksack verstaute Notfalltragetuch wurde ausgepackt (denn im Gegensatz zur Komforttrage lässt sich das winzig im Rucksack verstauen, während die Trage sichtbar und somit das höchste erstrebenswerte Gut während eines Wanderausfluges ist) und das nur mit Unterhose (trocken
Das Ganze in Bildern (anklicken, dann werden sie größer):
Hier noch mit heruntergezogener Fleecejacke, um den Beutel zu zeigen. Klar binde ich bei einem so großen Kind mit Armen draußen, das gibt auch mehr Stoff für den Tuchbeutel. Mit Beinwärmer: Und das Gesamtkunstwerk: Angenehmer Nebeneffekt: der Reißverschluss an Schatzis Jacke ist kaputt, was dazu führte, dass er vor mir auf die Knie fiel. Könnte er ruhig öfter mal machen...
- Das Tuch muss stabil gewebt sein, wenig geeignet für schwere Tragelinge halte ich feine Jacquardtücher. Meine Favoriten sind meine gut eingetragenen Storchis, hier die Anna im Einsatz, habe aber auch noch einen Leo. Allgemein rate ich da in jedem Fall zu Kreuz- oder Diamatköperwebart, egal welcher Hersteller.
- Strähnchenweise fest ziehen ist enorm wichtig. Für mich, um das Gewicht gut zu verteilen und für meinen Sohn, damit es keine einzelnen drückenden Passagen gibt im Tuch.
- Wegen der vielen Kleidungsschichten, die Johannes trug, hat mein Freund den Beutel unter Hannes Po festgehalten. Das hat es mir vereinfacht, Anlehnen irgendwo wäre aber sicherlich auch gegangen.
- Ganz wichtig ist der Träger! Auf meiner Schulter so breitflächig wie möglich, Pokante unbedingt einklappen unter den Reststrang. Damit habe ich eine breite Aufliegefläche und Johannes Gehampel hat erst ganz zum Schluss zum Herunterrutschen des Trägers geführt - während ich halb in der Hocke war und er seinen Arm weit ausstreckte und sich zur Seite lehnte, um die Ziegen im Streichelgehege füttern zu können. Da darf der Träger dann aber auch verrutschen

- Ganz tief erst einkordeln, ich habe meine Arme komplett gerade ausgestreckt und dann auch nur ein Mal gekordelt. Grund: enge Kordeln an den Beinen hätten ihn gedrückt. Man kann es auf dem ersten Foto etwas sehen: dadurch, dass er so groß ist, führt der Strang zwangsläufig mitten über seinen Oberschenkel. Das geht nur, wenn der ebenfalls so breitflächig und faltenfrei wie möglich ist, zumal seine Oberschenkel unbekleidet waren.
- Noch ein Tip: einen Schal verwenden, um die Träger vor der Brust miteinander zu verbinden, wie die Schnalle an einem Wanderrucksack. Fiel bei mir aus, da ich aus Witterungsgründen den Schal seiner ursprünglichen Bestimmung nicht berauben konnte, wäre aber noch bequemer weil druckentlastend auf den Schultern gewesen und hätte vielleicht auch beim Ziegenfüttern das Herunterrutschen des Trägers verhindert.
Wir hatten viel Spaß, zogen mal wieder die Blicke auf uns und der Sonntagsausflug war gerettet - inklusive Esel streicheln und Ziegen füttern
Liebe Grüße Alex