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Brustwarzen auf das stillen vorbereiten?!
Verfasst: 05.10.2011, 18:30
von Keelis
Hallo ihr Lieben,
heute war meine Nachbarin hier und hat mir ein paar Bücher vorbei gebracht. Unter anderem auch das Stillbuch von Hannah Lothrop.
Ich habe mich natürlich riesig gefreut. Allerdings hat sie mich auch etwas verunsichert. Sie hat mir nämlich geraten mit Bürstenmassage meine Brustwarzen auf das stillen vorzubereiten. Alle ihre Mitschwangeren hätten entzündete oder wenigstens wunde Brustwarzen gehabt nur sie nicht.
Ich habe aber schon sehr oft gelesen das man das heute eigentlich nicht mehr so macht.
Besagte Nachbarin ist Arzthelferin und klang sehr überzeugend.
Ich würde wirklich sehr gerne stillen und ich möchte mich auch bestmöglich vorbereiten damit ich nicht später bereue nichts getan zu haben.
Wie seht ihr das und warum sagt man heute, das man nicht vorbereiten soll?
Liebe Grüße
Keelis
Re: Brustwarzen auf das stillen vorbereiten?!
Verfasst: 05.10.2011, 18:37
von metri
ich habe es nicht gemacht und hatte keinerlei Brustwarzenprobleme, sonst kann ich leider nichts dazu beitragen,
das Thema gab es auch schonmal
http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... n#p1120858
Re: Brustwarzen auf das stillen vorbereiten?!
Verfasst: 05.10.2011, 21:53
von restinga
Hallo!
Wir hatten das Thema letztens in der Stillgruppe.
Die Beraterin sagte eindeutig: nicht vorbereiten. Schauen, dass einem das richtige Andocken und Saugen gezeigt wird.
Re: Brustwarzen auf das stillen vorbereiten?!
Verfasst: 06.10.2011, 09:14
von Keelis
Danke schon mal ihr zwei für eure Antworten.
Mich würde schon interessieren welche Argumente gegen das Vorbereiten sprechen habt ihr da in der Gruppe auch drüber gesprochen?
Ich stand da gestern einfach Hilflos vor meiner Nachbarin und konnte ja nichts argumentieren

Re: Brustwarzen auf das stillen vorbereiten?!
Verfasst: 06.10.2011, 09:22
von Lauretta
Ich würde da auch nichts manuell vorbereiten.
Ich würde mich vorher allerdings gut über das Stillen in der Theorie informieren.
Und ich empfehle eine Geburt in einer privaten, schönen Umgebung mit Unterstützung und Begleitung einer kompetenten Hebamme.
Die besten Voraussetzungen für Stillschwierigkeiten sind der Aufenthalt im Krankenhaus nach der Entbindung (die 3 Tage, die man üblicherweise dort bleibt) sowie wechselnde Betreuung im Frühwochenbett.
Lies doch mal "Geburt und Stillen" von Michel Odent. Das ist echt klasse!
Re: Brustwarzen auf das stillen vorbereiten?!
Verfasst: 06.10.2011, 11:26
von Tammy
Ich würde davon abraten die Brustwarzen in der Schwangerschaft intensiv zu massieren, denn das KANN frühzeitigen Wehen auslösen. Lieber wenn das Kind da ist auf eine gute Position bei Stillen achten und die Brustwarzen dann gut pflegen!
Re: Brustwarzen auf das stillen vorbereiten?!
Verfasst: 06.10.2011, 11:42
von cosima83
Ein für mich logisch klingendes Argument gegen das Abreiben oder gar Bürsten

der Brustwarzen war:
Die Brustwarzen müssen beim Stillen möglichst elastisch sein, da sie sich ganz schön verformen im Mund des Babys, z.B. auf gut das doppelte in die Länge gezogen werden.
Das funktioniert umso besser je weicher die Haut ist, und das ist die Haut an den BW ja von Natur aus. Wäre eine festere, hornige Haut dort vorteilhaft, hätte Mutter Natur uns die mitgegeben.
Eine "abgehärtete Haut" droht doch viel eher riesig zu werden und hat wahrscheinlich auch eine gestörte Flora, was sich bei eventuellen Entzündungen nachteilig auswirken kann.
Ich hab nichts vorbereitet und hatte keinerlei Probleme mit Wundsein. Meine Maus hat Gott sei Dank von Anfang an die BW gut gegriffen.
Noch nichtmals BW-Salbe hab ich gebraucht. Die taugt im Winter aber auch als Lippenbalsam!
Wichtig ist der richtige Stillanfang:
Jemand, der sich wirklich auskennt (Stillberaterin, Schwester mit Stillerfahrung) sollte sich das Andocken anschauen und ggf korrigieren.
Außerdem am Anfang öfter, dafür kürzer anlegen, dann ist der Hunger nicht so groß und das Saugen nicht so wild. Und für die Milchproduktion ist das auch das Beste.
Re: Brustwarzen auf das stillen vorbereiten?!
Verfasst: 06.10.2011, 14:22
von restinga
Die Stillberaterin hat gesagt, dass Brustwarzen ein erektiles Gewebe sind, so wie der Penis. Und den rubbelt man auch nicht mit der Nagelbürste ab
Weil die Haut weich ist, ist es so wichtig, dass die Brustwarzenspitze möglichst weit hinten im Mund des Babys landet. Dort ist nämlich der Gaumen weich und nicht hart so wie weiter vorn. Dann reibt auch nix.
Und Cosima83 hat völlig recht: lieber öfter und kürzer anlegen aus den von ihr genannten Gründen. Dann kann man auch gleich mehr üben
Ich habe noch zur mildesten Vorbereitung gegriffen - bin zuhause ohne BH herumgelaufen. Wär aber nicht nötig gewesen.
Re: Brustwarzen auf das stillen vorbereiten?!
Verfasst: 07.10.2011, 09:22
von Keelis
Vielen Dank für eure Beiträge.
Ich kann mir das ehrlich gesagt auch nicht vorstellen an meinen Brustwarzen rum zu rubbeln. Eure Erklärungen leuchten auch ein.
Ohne BH wäre noch eine Lösung, wenn meine Brüste seit der SS nicht so schwer wären und mir so fürchterlich weh täten
Ich habe eine sehr nette Hebi, die auch Beleghebamme im KH ist in dem ich entbinden möchte. Wie weit sie Stillkompetent ist kann ich leider nicht beurteilen. Das merkt man vermutlich erst, wenn es in die Hose geht, oder? Als Erstgebärende fehlt mir einfach die Erfahrung das beurteilen zu können.
Ein Geburtshaus oder andere Alternativen kommen für mich leider nicht in Frage. Ich bin chronisch Krank und mir kann derzeit keiner sagen, ob ich mit dieser Erkrankung überhaupt normal gebären kann
Ich habe schon geguckt ob es Stillgruppen in meiner Nähe gibt. Aber im Internet habe ich nichts gefunden. Die nächste liegt im Bremer Raum. Irgendwie ist das hier Ödland

im Bezug auf diese Dinge.
Re: Brustwarzen auf das stillen vorbereiten?!
Verfasst: 07.10.2011, 12:07
von Nachtfrau
Meiner Meinung nach ist das hier das beste Stillbuch:
*klick*Und zwar genau diese, die alte Ausgabe. Die wird leider nicht mehr aufgelegt, aber man kann immer wieder günstige Exemplare bei Amazon oder eBay ergattern.
Die Brust bereitet sich sozusagen selbsttätig aufs Stillen vor. Alle Veränderungen, die die Brust in der Schwangerschaft durchmacht, sind Vorbereitungen aufs Stillen. Worauf man achten sollte, ist, keine Seife, Duschgel etc. an die BW zu lassen, damit der Schutzfilm, den die Montgomerschen Drüsen produzieren, nicht abgewaschen wird. Den entfernt man aber auch durch Bürsten, Rubbeln etc. Schon allein deswegen nicht anzuraten. Achtung, Übertreibung: Die BW müssen keine Hornhaut bekommen und taub sein, damit man schmerzfrei stillen kann, wie manche zu denken scheinen.
Worauf ich aus eigener Erfahrung wirklich schwöre: Nach der Geburt ein Stückchen Plazenta essen. *pfeif* Aber ich gebe zu, das ist schon sehr ...
speziell.
