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Ich fühl mich total schlecht dabei...

Verfasst: 05.10.2011, 16:33
von Angee82
..aber ich spüre auch deutlich meine eigenen Grenzen! Und nun hab ich gedacht ich frag euch mal um euren Rat, Erfahrungen, Tipps oder so

Hier meine Geschichte:
Mein Sohn ist heute genau 11Mon. alt...
Wir hatten stilltechnisch einen schweren Start. Weil ich aber feste gekämpft habe hat es schlussendlich auch geklappt VOLL und ohne Hütchen.
Mittlerweile isst Rabauke fast alles bei uns mit, weil Breitechnisch nichts ging. Stillen tu ich noch in der Nacht (ca. 3-4mal) und auch mehrmals (3-5mal, manchmal auch nur kurz zwischendurch), meist zum Einschlafen, am Tag.
Manchmal schafft er es nach dem Stillen ohne Brust einzuschlafen (sanftes Entwöhnen aus dem Buch Schlafen statt schreien).
Nun zu meiner Frage:
Ich merke nun einfach immer öfter dass ich ihn zwar gerne stille, ABER eben mir das Dauergenuckel zu viel wird, mir meine Brüste schmerzen und ich nicht mehr möchte...
Grade vorher habe ich ihn auch zum Einschlafen gestillt...als ich dachte er schläft hab ich die Brust raus...dann hat er wie fürchterlich geweint und richtige Wutanfälle bekommen....als ich ihm die Brust nicht mehr gegeben habe...
Ich fühl mich total schlecht dabei...wenn ich so handel, aber meine eigenen Grenzen möchte ich auch nicht immer übergehen...
Manchmal gebe ich nach...und manchmal bleibts dabei...wie heute und dann beruhigt er sich mit der Zeit, ich spreche weiterhin mit ihm, versuche ihn zu beruhigen...und dann schläft er ein.

Was kann ich tun? Irgendwie Grenzen setzen...also stillen ja, Dauernuckeln nein? Oder einmal ja, das nächste mal nein...
Versteht mich nicht falsch...abstillen ist noch kein Thema...aber eben irgendwie eingrenzen...

Ich dank euch schon mal...

LG

Re: Ich fühl mich total schlecht dabei...

Verfasst: 05.10.2011, 20:32
von MamavonAlina
Hallo Angee,

ich kann zwar nicht aus Erfahrung sprechen, aber einfach so wegklicken wollte ich dich trotzdem nicht.

Wahrscheinlich hilft da nur Geduld, Geduld und noch mehr Geduld und aufs Bauchgefühl hören.
Und genau das machst du ja schon.
Wenn du ein schlechtes Gewissen bekommst, würde ich auch nachgeben und doch weiter nuckeln lassen.
Das bringt euch ja auch nichts wenn ihr beide unglücklich seit.

Das das nicht einfach ist glaube ich dir gerne.
Alles Gute für euch
Ella

Re: Ich fühl mich total schlecht dabei...

Verfasst: 05.10.2011, 20:58
von Sakura
hi angee,

lies dir doch mal diesen thread durch, da wurde gerade quasi deine frage diskutiert:
http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 2&t=140086

liebe grüße
S. :-)

Re: Ich fühl mich total schlecht dabei...

Verfasst: 05.10.2011, 21:33
von Angee82
@ Sakura:
Thanx...den Thread hab ich schon überflogen...irgendwie passts...aber auch irgendwie nicht...weil abstillen noch kein Thema ist...nur irgendwie das Nuckeln eingrenzen...zumindest manchmal...
Manche Posts machen mir ein ganz schön schlechtes Gewissen...wenn ich nach meinen Bedürfnis handele...weil eben der Erwachsene am längeren Hebel sitzt...und das Kind damit leben muss...stimmt ja auch...dennoch mag ich in manchen Situationen nicht mehr und wünsche mir z.T. dass er den Schnuller wieder nehmen würde...er hat ihn sich selbst abgewöhnt...und ich müsst nicht da liegen und warten bis er schläft...
Ich möchte ihm einfach eine gute Mutter sein...und ihm am besten alles geben was er braucht...ich will dass er ein glückliches, selbstsicheres, gefestigtes Kind werden kann...
Gerade weil ich in meiner Kindheit und Jugend so einiges vermisst habe will ich es eben anders machen...

Dacht es gibt seitens der LLL, AFS oder einer erfahrenen Stillmami "humane" Tipps wie ich Dauernuckeln oder so ein bischen umgehen kann....

LG

Re: Ich fühl mich total schlecht dabei...

Verfasst: 05.10.2011, 22:10
von kruemelkekschen
Geht es Dir nur um das Dauernuckeln zum Einschlafen? Das Problem hatte ich auch. Ich hab es so gemacht, wie in dem Buch von Elizabeth Pantley u. a. geraten wird. Ich hab meinen Sohn abgedockt, wenn er eingeschlafen schien. Dann hat er geweint, ich hab ihn wieder angedockt, dann wieder abgedockt als er ruhig war, etc. So lange, bis er dann ohne Brust im Mund weitergeschlafen hat. Das hat zwar nicht immer funktioniert, aber es wurde besser.

Und in ganz schlimmen Dauernuckelphasen konnte ich ihn mit einem nassen Waschlappen kurzzeitig ablenken. Ich hab ihn dann in den Arm in Stillposition genommen, aber statt Brust gab es nassen Waschlappen ;-) Das tat meinen Brüsten gut und mein Sohn war zumindest für einige Zeit auch ohne Brust zufrieden. Bei meinem Kleinen klappt es gut, wenn er an meinen kleinen Finger nuckeln kann. Aber da wird Dein Sohn sicher schon zu alt für sein

Ich wünsch Dir viel Durchhaltevermögen und das es bald besser wird! Und ein schlechtes Gewissen brauchst Du nicht zu haben, Dauernuckeln kann wirklich anstrengend sein.

Re: Ich fühl mich total schlecht dabei...

Verfasst: 05.10.2011, 22:20
von Kate
Bist du dir sicher, dass er richtig angelegt ist? Eigentlich dürften deine BW auch bei längerem Stillen nicht schmerzen.

Es könnte sein, dass es eine Phase ist, die schneller vorbeigeht, als man, wenn man drinsteckt denkt. Du könntest überlegen, noch eine Weile durchzuhalten.

Nach Abstill-wollen klingst du eigentlich nicht, finde ich.

Lässt sich dein Kind in den Schlaf tragen? Bei uns hat das Einschlafstillen oft so lange gedauert, dass ich ungeduldig wurde, dann habe ich eine Weile einschlafgetragen. Das ging schneller und ich fühlte mich nicht so angebunden. Heute mache ich es so, wie es sich für beide in dem Moment richtig anfühlt.

Re: Ich fühl mich total schlecht dabei...

Verfasst: 05.10.2011, 22:38
von krikri
Hallo Prisca,
ich kann Dich sehr gut verstehen, ich hatte auch einen Dauernuckler. Er war zwar schon ein paar Monate älter, als ich beschloss jetzt nicht mehr zu können, deshalb weiss ich nicht, ob das ein Tip für dich ist. Ich hab ihn langsam nachts abgestillt.
Meine Kinderärztin hat gesagt, er müsste lernen, allein wieder einzuschlafen. (Sie meinte nicht ohne mich, aber ohne Brust im Mund. Schnuller hat er nicht genommen.) Ich hatte nicht nur das Problem des Einschlafnuckelns, sondern der Krümel ist nach einer längeren Schlafphase am Anfang der Nacht bis zum Morgen alle zehn, fünfzehn Minuten aufgewacht und hat jedes Mal gebrüllt wie sonst was.
Ich habe kein Buch gelesen und ich war inkonsequent. Ich hab mir nicht das Ziel gesetzt, in zwei oder vier Wochen ist mit nächtlichem Stillen schluss und ich hab auch nicht stur nach Zeitplan gehandelt, wie es empfohlen wird.
z.B. sechs Nachtstunden auswählen in denen das Kind nicht an die Brust darf.
Sondern ich hab im Einzelfall entschieden.

Wenn es irgendwie ging, dann gabs die Brust nachts z.B. nur bei jedem zweiten Mal aufwachen. Und sonst hab ich versucht ihn anders zu beruhigen. Wenn er so geweint hat, dass ich der Meinung war, es wär für uns beide jetzt besser inkonsequent zu sein, dann war ich das, deshalb hat es bei uns ein paar Wochen gedauert, aber es hat funktioniert und mein Dauernuckler und Minutenschläfer konnte danach schlafen.
Wenn dein Kleiner manchmal ohne Brust einschläft, versuch das einfach so oft es geht. Wenn es nicht geht, geht es eben nicht, aber er KANN es dann und Du weisst, dass er es kann. Wenn er spürt, dass Du dir da Sicher bist, gibt ihm das auch Sicherheit.
Ich drück Dich mal, wenn ich darf.
LG
krikri

Re: Ich fühl mich total schlecht dabei...

Verfasst: 06.10.2011, 08:11
von Sakura
hi angee,

ich mache es teilweise so wie krikri. wenn mein kind nachts stillt, und eine halbe stunde später schon wieder möchte, dann weiß ich, dass sie keienn hunger hat. wenn ich sehr müde bin, dann gehe ich trotzdem oft den weg des geringsten widerstandes, und lasse sie an die brust (und schlafe dabei weiter). aber manchmal habe ich keine lust. was bei uns gut funktioniert, ist, wenn ich mich auf den rücken lege, und mir das mäusel in bauchlage auf meinen bauch lege. da schläft sie meistens gut wieder ein (ich aber meistens nicht. bzw. wenn doch, dann wache ich später mit rückenschmerzen auf).

mein kind ist auch so ein schnuller-verweigerer. als sie jünger war, hat es aber manchmal funktioniert, sie nachts beim dauernuckeln abzudocken, und schnell den schnuller reinzuschieben, und den schnuller dann festzuhalten. hatte aber den effekt, dass ich dann trotzdem nicht schlafen konnte, weil ich ja den schnuller festhalten musste. ich hatte aber dein problem: mir hat beim dauernuckeln die BW weh getan. allerdings hat mein kind auch keine korrekte saugtechnik. also, wenn dir was weh tut, kann es sein, dass dein kind nicht korrekt saugt?

ansonsten kann ich dir wärmstens das buch "schlafen statt schreien" empfehlen, das war für uns lebensverändernd. und genau solche situationen (dauernuckeln nachts) werden dort angesprochen, und es werden sanfte, schrei-freie lösungsmöglichkeiten gezeigt.

liebe grüße
S. :-)

Re: Ich fühl mich total schlecht dabei...

Verfasst: 06.10.2011, 22:27
von Angee82
Huhu,

erst mal vielen lieben Dank für Eure mutmachenden Posts und eure Erfahrungen...

Tja ja...ich hätte auch nicht gedacht dass ich mit dem Thema Stillen so viel hin und her hadere, mir Gedanken machen und und und...wo bei mir im Bekanntenkreis schon echt einige abgestillt haben oder deutlich eingeschränkt...ohne großes schlechtes Gewissen oder so...

@ Kruemelkeckschen und Sakura:
Das Pantley-Buch habe ich auch ausgeliehen und eben gerade das Ohne-Brust-Einschlafen schon intensiv angewandt...es war zwar echt anstregend und langwierig... aber es trägt Früchte...wenn auch nicht immer, phasenweise besser, dann wieder schlechter---dennoch bin ich froh dass es manchmal klappt und ich somit auch nicht mehr den Schnuller brauche ;-) um ihn dann schnell reinzuschieben anstelle der Brust...

@ Kate und Sakura:
Zwecks dem Brust-Weh-Tun: Ob es wirklich wund sein ist, weiß ich auch nicht so recht...sie tun halt echt ganz schön weh---ob mein Sohn richtig trinkt...weiß ich gar nicht so wirklich...da er ja schon 11mon ist nimmt er sich die Brust selbst und geht damit auch nicht gerade zimperlich um :?
Er wechselt beim Stillen mittlerweile immer sehr oft zwischen den beiden Brüsten hin und her..oft im 10-15sek-Takt...und er lässt die eine Brust nicht einfach los, sondern geht einfach weg und zieht die Warze somit ein ganzes Stück mit, bis sie dann rausflutscht...
Das tut die ersten Male nicht sonderlich weh...aber nach dem xten mal dann schon...denk daher tun meine Brüste nach 40min. fast Dauerstillen einfach weh...

@ Krikri und Sakura:
Also...ehrlich gesagt ist es schon auch mein Vorhaben in den nächsten 2-3mon. das nächtliche Stillen immer mehr einzuschränken...
Hab hierzu mal die Vorgehensweise nach Dr. Jay Gordon auf rabeneltern.org gelesen...und fands ganz gut...hab vor es so in der Art zu machen...und eben individuell zu entscheiden..wie ihr auch...jede Nacht ist auch nicht gleich...
mal sehen...weinen eure Mäuse dann auch so schrecklich verzweifelt und dann irgendwann kommt die Wut durch?

In den Schlaf tragen hat früher echr super im TT und so funktioniert...wie das heute wäre...hhm keine Ahnung...im dunklen Zimmer oder wie kate?

Das mit dem Waschlappen find ich ja süß...mal schaun ob ichs mal anwende...hab jetzt halt manchmal ne Trinklernflasche mit Wasser am Bett...

Schlaft gut!

LG

Re: Ich fühl mich total schlecht dabei...

Verfasst: 06.10.2011, 22:38
von Kate
Hallo Prisca,

meinem Sohn ist Dunkelheit beim Einschlafen nicht so wichtig, daher sitz ich einfach auf'm Pezziball im Wohnzimmer vor'm Laptop.

Von tania hier aus dem Forum weiß ich, dass ihr Sohn beim Einschlaftragen nur draußen eingeschlafen ist.

Ich denke, da lohnt es sich, Verschiedenes auszuprobieren, wenn es nicht auf Anhieb klappt.

LG
Kate