mal ganz provokativ
Verfasst: 08.09.2011, 14:17
irgendwie scheine auch ich dem irrglauben aufgesessen zu sein, dass "früher" (wann auch immer das war) alles besser war. in einem anderen thread (http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 2&t=138650) kam dann das thema darauf, wie "früher" mit babies umgegangen wurde, und mir sind ja die augen rausgefallen. ich ging ganz naiv davon aus, dass "früher" 99% aller kinder gestillt wurden (und zwar nach bedarf), dass in den bauernhöfen die kinder ganz selbstverständlich mit im bett schliefen... in diesem anderen thread kamen aber fundierte gegenteilige beschreibungen. und je länger ich darüber nachdenke: in afrika und in den anden werden die babies wahrscheinlich nicht getragen, weil es so toll für die kinder ist, sondern weil die mütter mobil sein müssen um zu arbeiten, und man das kleine in einer welt voller skorpione, schlagen und anderem schlecht in der hütte auf der erde liegen lassen kann.
jetzt mal ganz ketzerisch gefragt: woher wissen wir dann eigentlich, dass das, was die meisten hier machen (stillen nach bedarf, familienbett, tragen, nicht weinen lassen, nicht ferbern...), besser für unsere babies ist als der "normale" umgang? ich ging immer davon aus, dass wir es damit nur den "ursprünglichen" kulturen gleich tun, die noch nicht so verbildet sind, und daher ein intuitiveren, "richtigeren" umgang mit ihrem nachwuchs pflegen, aber wenn ich dann lese, dass es kulturen in afrika gibt, wo man die kinder nachts schreien lässt... und wenn das, was die meisten hier tun, besser für die babies ist, warum wird das dann nicht mehr praktiziert?
in einem anderen thread wurde ein text verlinkt, den ich ganz schrecklich fand, wo unter anderem stand, dass die eltern dafür verwntworlich sind, den kindern feste strukturen zu geben. und das scheint ja auch die arbeitsweise von maternity nurses zu sein (siehe thread zu artikel in der süddeutschen). im endeffekt läuft das in der praxis wahrscheinlich auf stillen nach der uhr hinaus, sowie schreien lassen (oder was tut ein kind sonst, das zu einer fest definierten uhrzeit ins bett gelegt wird, aber nicht schlafen will? also, meine würde schreien). dieser text, den ich gerade nicht finde, sagt, dass die kinder heutzutage soviel schreien, weil ihnen diese struktur nicht mehr vorgegeben wird. weil sie selbst entscheiden sollen, wann sie hungrig und wann sie müde sind, und damit überfordert sind. dass kinder es brauchen, dass die eltern ihnen feste strukturen vorgeben, inklusive schlafen und essen.
in der generation meiner eltern kamen die kinder im KH zur welt, und waren dann erst mal eine woche im babyzimmer, und wurden den müttern nur 5 mal am tag zum stillen gebracht. ich vermute, das lief darauf hinaus, dass die kinder in dieser woche quasi geferbert wurden (denn wenn sie schrieen, passierte nichts. sie wurden trotzdem nur 5 mal am tag zum stillen zur mutter gebracht, und zwar zu festen uhrzeiten). in der generation meiner eltern schwören die frauen, dass die kinder damals nicht soviel geschrien haben wie heute. dass sie von anfang an die nacht durchgeschlafen haben. ich bin mir immer nicht sicher, ob das daran liegt, dass die kinder die gesamte erste woche ihres lebens ignoriert wurden (und damit sofort und gründlichst geferbert wurden), oder ob es nur eine verklärung der erinnerung der heutigen großmütter ist?
hm. mal wieder eine ganz ganz wirre niederschrift meiner gedankengänge. im endeffekt frag ich mich: was ist richtig? tue ich das richtige für mein kind? ist familienbett, tragen, stillen nach bedarf, schlafen wenn sie müde ist, und aus dem bett heben, wenn sie aufwacht - ist das alles gut für mein kind???? oder wäre es für sie besser, wenn ich ihr einen festen rhythmus vorgeben würde?
jetzt mal ganz ketzerisch gefragt: woher wissen wir dann eigentlich, dass das, was die meisten hier machen (stillen nach bedarf, familienbett, tragen, nicht weinen lassen, nicht ferbern...), besser für unsere babies ist als der "normale" umgang? ich ging immer davon aus, dass wir es damit nur den "ursprünglichen" kulturen gleich tun, die noch nicht so verbildet sind, und daher ein intuitiveren, "richtigeren" umgang mit ihrem nachwuchs pflegen, aber wenn ich dann lese, dass es kulturen in afrika gibt, wo man die kinder nachts schreien lässt... und wenn das, was die meisten hier tun, besser für die babies ist, warum wird das dann nicht mehr praktiziert?
in einem anderen thread wurde ein text verlinkt, den ich ganz schrecklich fand, wo unter anderem stand, dass die eltern dafür verwntworlich sind, den kindern feste strukturen zu geben. und das scheint ja auch die arbeitsweise von maternity nurses zu sein (siehe thread zu artikel in der süddeutschen). im endeffekt läuft das in der praxis wahrscheinlich auf stillen nach der uhr hinaus, sowie schreien lassen (oder was tut ein kind sonst, das zu einer fest definierten uhrzeit ins bett gelegt wird, aber nicht schlafen will? also, meine würde schreien). dieser text, den ich gerade nicht finde, sagt, dass die kinder heutzutage soviel schreien, weil ihnen diese struktur nicht mehr vorgegeben wird. weil sie selbst entscheiden sollen, wann sie hungrig und wann sie müde sind, und damit überfordert sind. dass kinder es brauchen, dass die eltern ihnen feste strukturen vorgeben, inklusive schlafen und essen.
in der generation meiner eltern kamen die kinder im KH zur welt, und waren dann erst mal eine woche im babyzimmer, und wurden den müttern nur 5 mal am tag zum stillen gebracht. ich vermute, das lief darauf hinaus, dass die kinder in dieser woche quasi geferbert wurden (denn wenn sie schrieen, passierte nichts. sie wurden trotzdem nur 5 mal am tag zum stillen zur mutter gebracht, und zwar zu festen uhrzeiten). in der generation meiner eltern schwören die frauen, dass die kinder damals nicht soviel geschrien haben wie heute. dass sie von anfang an die nacht durchgeschlafen haben. ich bin mir immer nicht sicher, ob das daran liegt, dass die kinder die gesamte erste woche ihres lebens ignoriert wurden (und damit sofort und gründlichst geferbert wurden), oder ob es nur eine verklärung der erinnerung der heutigen großmütter ist?
hm. mal wieder eine ganz ganz wirre niederschrift meiner gedankengänge. im endeffekt frag ich mich: was ist richtig? tue ich das richtige für mein kind? ist familienbett, tragen, stillen nach bedarf, schlafen wenn sie müde ist, und aus dem bett heben, wenn sie aufwacht - ist das alles gut für mein kind???? oder wäre es für sie besser, wenn ich ihr einen festen rhythmus vorgeben würde?