Ich - eine LZS-Mutter??!!
Verfasst: 10.08.2011, 21:43
Hallo,
ich muss mal unsere Situation kurz schildern und erhoffe mir Gedanken/Erfahrungen von Euch.
Mein Sohn ist jetzt 21 Monate alt und wir stillen noch. Vor seiner Geburt hätte ich das wohl nicht für möglich gehalten - LZS war für mich assoziiert mit merkwürdigen, in lange Gewänder gehüllten Öko-Frauen...
Nun, jedenfalls war es dann so, dass das Stillen bei uns von der ersten Stunde an traumhaft klappte und ich es nie als schwierig oder schmerzhaft empfand. Sohni war sofort (und dauerhaft
) ein Brustfan, verweigerte jeden Ersatz (Schnuller, Flasche o.ä.) und begann auch mit dem nennenswerten Essen recht spät.
Mittlerweile ist er ja nun bald 2, isst völlig normal, geht täglich sieben Stunden zur Tagesmutter und ist nachts seit einiger Zeit abgestillt (was erstaunlich gut klappte - Grund war mein hoher Leidensdruck, ich konnte einfach nicht mehr stündlich stillen). Allerdings stillt er über den Tag hinweg immer noch seeeehr gern und oft... Morgens um sechs eine halbe Stunde Aufwachstillen. Am WE dann mittags zum Einschlafen und nach dem Aufwachen. Das entfällt unter der Woche. Wenn ich ihn um drei von der TaMu abhole, stürmt er sofort auf mich los und IMMER sind seine ersten Worte "Mama! Trinken!" Und, ja, er gehört auch zu den Kindern, die am Shirt zerren... Meist muss ich ihn dann sofort noch auf dem Autorücksitz stillen, bevor wir nach Hause fahren... Über den weiteren Nachmittag und Abend hinweg kommt er immer mal wieder an und will "Brust trinken". Meist nur ganz kurz, manchmal länger, teilweise kann ich ihn vertrösten und ablenken, teilweise nicht. Abends stillt er dann noch ausgiebig zum Einschlafen. Und am nächsten Morgen geht alles von vorn los.
Ich stille gern. Es macht mir im Grunde auch nichts aus. AAAABER... Immer öfter werde ich von inneren Zweifeln geplagt. In meinem Freundes- und Familienkreis gibt es niemanden, der auch nur annähernd so lange gestillt hat. Es ist keine contra-Stillen, aber ich spüre schon, dass alle so langsam denken, ich übertreibe nun aber langsam... Es ist mir höchst unangenehm, in Anwesenheit anderer Leute von meinem Sohn zum Stillen aufgefordert zu werden. In der Öffentlichkeit stille ich quasi gar nicht mehr, sondern "verstecke" uns so gut wie möglich...
Im Familien- oder engen Freundeskreis stille ich manchmal notgedrungen, fühle mich aber sehr unwohl dabei. Es ist dieses Gefühl, "wir sind anders", was mich belastet und zum Nachdenken bringt. Ich frage mich, woher unser "Anderssein" kommt. Ob es an mir liegt, dass mein Sohn einfach so ein Brustjunkie ist. Ob das wirklich so "normal" ist. Und wenn es das sein soll, wieso, verdammt, sind dann quasi ALLE ANDEREN nicht normal?! Ich kenne viele Mütter, die sehr auf die Bedürfnisse ihrer Kinder eingehen - doch auch deren Kinder haben alle nicht so lange gestillt!! Liegt es an den Kindern??? Oder geht das Abstillen quasi immer (unterbewusst) von den Müttern aus? Habe ich da "den Absprung verpasst", bin ich immer zu großzügig mit meiner Brustgabe umgegangen??? Wisst ihr, was ich meine? Selbst hier, im SuT, lese ich von nur soooo wenigen Müttern, die nach dem 2. Geburtstag noch stillen... Und das, wo das hier doch quasi "die Stillsekte"
ist!
Und ich, die ich vorher nie auch nur im Traum daran gedacht hätte, eine LZS-Mutter zu werden, bin eine geworden!! Und es ist auch noch kein Ende absehbar... Das verstehe ich irgendwie nicht...
Wenn ich hier in einem Thread lese, dass kaum ein Kind der Mutter am Shirt herumzerrt, dass kaum eines zum Trost gestillt wird, dann frage ich mich ernsthaft, was ich "falsch" gemacht habe, denn bei uns findet definitiv beides statt. Und zwar so ziemlich täglich. Es ist sogar so, dass er es oft abends nicht gut aushalten kann, bis zum Bettgehen zu warten mit dem Stillen, so dass ich ihm im Bad schon beim Ausziehen und Windelwechseln die Brust gebe...
Hilfe! Ich meine das echt ernst. Mein Sohn signalisiert mir jeden Tag aufs Neue, wie unheimlich wichtig ihm das Stillen ist! Bei dem Gedanken, es ihm zu nehmen, wird mir mulmig. Aber vielleicht "behindere" ich ihn ja dadurch in irgendeiner Weise? Vielleicht sollte ICH nun wirklich langsam einen Abstillprozess in Gang setzen... Ach, ich bin echt hilf- und ratlos irgendwie. Sorry für den langen Text.
Und danke fürs Lesen!!
Mascha
ich muss mal unsere Situation kurz schildern und erhoffe mir Gedanken/Erfahrungen von Euch.
Mittlerweile ist er ja nun bald 2, isst völlig normal, geht täglich sieben Stunden zur Tagesmutter und ist nachts seit einiger Zeit abgestillt (was erstaunlich gut klappte - Grund war mein hoher Leidensdruck, ich konnte einfach nicht mehr stündlich stillen). Allerdings stillt er über den Tag hinweg immer noch seeeehr gern und oft... Morgens um sechs eine halbe Stunde Aufwachstillen. Am WE dann mittags zum Einschlafen und nach dem Aufwachen. Das entfällt unter der Woche. Wenn ich ihn um drei von der TaMu abhole, stürmt er sofort auf mich los und IMMER sind seine ersten Worte "Mama! Trinken!" Und, ja, er gehört auch zu den Kindern, die am Shirt zerren... Meist muss ich ihn dann sofort noch auf dem Autorücksitz stillen, bevor wir nach Hause fahren... Über den weiteren Nachmittag und Abend hinweg kommt er immer mal wieder an und will "Brust trinken". Meist nur ganz kurz, manchmal länger, teilweise kann ich ihn vertrösten und ablenken, teilweise nicht. Abends stillt er dann noch ausgiebig zum Einschlafen. Und am nächsten Morgen geht alles von vorn los.
Ich stille gern. Es macht mir im Grunde auch nichts aus. AAAABER... Immer öfter werde ich von inneren Zweifeln geplagt. In meinem Freundes- und Familienkreis gibt es niemanden, der auch nur annähernd so lange gestillt hat. Es ist keine contra-Stillen, aber ich spüre schon, dass alle so langsam denken, ich übertreibe nun aber langsam... Es ist mir höchst unangenehm, in Anwesenheit anderer Leute von meinem Sohn zum Stillen aufgefordert zu werden. In der Öffentlichkeit stille ich quasi gar nicht mehr, sondern "verstecke" uns so gut wie möglich...
Und ich, die ich vorher nie auch nur im Traum daran gedacht hätte, eine LZS-Mutter zu werden, bin eine geworden!! Und es ist auch noch kein Ende absehbar... Das verstehe ich irgendwie nicht...
Wenn ich hier in einem Thread lese, dass kaum ein Kind der Mutter am Shirt herumzerrt, dass kaum eines zum Trost gestillt wird, dann frage ich mich ernsthaft, was ich "falsch" gemacht habe, denn bei uns findet definitiv beides statt. Und zwar so ziemlich täglich. Es ist sogar so, dass er es oft abends nicht gut aushalten kann, bis zum Bettgehen zu warten mit dem Stillen, so dass ich ihm im Bad schon beim Ausziehen und Windelwechseln die Brust gebe...
Mascha