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Einschlafbegleitung: Ich will nicht mehr!
Verfasst: 23.06.2011, 21:26
von Skoura
Meine Große ist jetzt zweieinhalb und wir merken beide, dass wir die Abende eifach brauchen bzw. dass uns die Abende fehlen. Sowohl für Haushalt als auch für gemeinsame oder individuelle Tätigkeiten.
Ich treffe immer wieder mal Mütter, die mir sagen, ihre Kinder gingen täglich um 7 ins Bett. Oder um 8. Jedenfalls umeine feste Zeit, aber der die Eltern dann ihre Ruhe haben. Und immer wenn ich sowas höre, regt sich Groll in mir.
Wir machen gegen 18:30 Abendessen, dann Schlafanzug, Zähneputzen, noch ein Buch anschauen... rumtrödeln... und dann legt sich eine/r von uns neben sie, bis sie schläft.
Und dann ist es halb neun. Oder neun. Und manchmal freuen wir uns tagsüber auf irgendeinen Film oder einfach nur auf Zeit für uns. Und ich fühle ich hinterher so leer, wenn sich dann herausstellt, dass es doch nix wird, weil es schon zu spät ist und eine/r von uns Kopfschmerzen hat.
Ich fühle mich so in der "Gewalt" meines Kindes. So, wie wenn ich mit ihr zusammen eine Wegstrecke zurücklegen will und sie ganz einfach das Tempo bestimmt mit Stehenbleiben, in eine Hofeinfahrt reinlaufen etc. und ich zu ihr immer und immer wieder sage: "Komm bitte weiter, wir gehen nach Hause". Oder so. Ich merke, wie sich mit der Zeit alles in mir dagegen sträubt, längere Zeit neben ihr im Bett zu liegen oder im Wohnzimmer zu warten, bis mein Mann endlich wieder aus dem Kinderzimmer kommt, wenn sie endlich schläft.
Wie und in welhem ALter kann man denn herbeiführen, dass ein Kind um eine feste Zeit einfach alleine in seinem Bett (bzw. Zimmer) bleibt und dann einschläft? Und ich planen kann, dass mit der Tagesschau unser kind-freier Abend beginnt? Ich bin wirklich dankbar für jedenTipp und jede (psitive) Erfahrung,
)
Verfasst: 23.06.2011, 21:58
von Sternenfaengerin
puh... alleine, cih weiss nicht...
unsere beiden sind ja gleichalt.. mir hatte damals - wir hatten wirklich sehr schlimme nächte ne zeitlang - die no-cry-sleep-solution (den dt. titel vergesse ich immer

) sehr geholfen... wir haben ein ritual-lastiges kind udn seit wir das so bemerken konnten, klappt hier alles viel einfacher...
wir haben abends immer das ganz feste ritual (auch uhrzeitmässig 19h), ist nicht auf die minute, i.d.r aber schon zwischen 19/19.30h - abendessen machen wir möglichst schon um 17.30h, dann noch ein bisschen draußen spielen (oder bei schlechtem wetter drinnen) und gegen zwanzig nach sechs ins bad. entweder waschbecken-planschen mit schaum udn allen möglcihen wasserfesten tieren (lego, spritzwassertiere, etc.) - die müssen in einer bestimmten reinfolge rein und dann auch raus

- oder baden mit ähnlichen ritualen... danach zähneputzen und dann auf die couch.. anziehen, milch fertig machen (wird nicht mehr gestillt) und ins bett. dort lassen wir mittlerweile ein kleines licht brennen (wobei es da bei uns um die nächte geht) - dann eine geschichte aus dem gute nacht-buch vorlesen (nur eine!), erzählen, heisst, ich gebe nochmal den tagesablauf wieder, mit allem gutem oder auch traurigen/unangenehmen dingen, er ergänzt und zum schluss sag ich ihm noch, wie schön es ist, dass es ihn gibt, etc. dann muss die flasche her und ich anfangen zu singen (ich kriege da anweisungen

) und etwa zehn minuten später ist er im tiefschlaf und ihc kann rausgehen...
(momentan läuft es hier übrigens auch nicht so, seit er letzte woche krank war, er ist auch erst eben eingeschlafen..)
aber diese rituale haben sehr viel geholfen!
wir wechseln uns meist ab, bzw kann er sich aussuchen, wer mit ihm ins bad geht und wer ihn ins bett bringt. meist macht papa das waschen und ich das begleiten, aber auch das ist phasenweise immer unterschiedlich. der andere hat damit schon die möglcihkeit etwas zu entspannen...
das funktioniert bei uns aber nur (!) ohne mittagsschlaf..... der würde am liebsten gegen 16h gemacht werden und dann wäre hier vor zehn keine ruhe. es ist manchmal etwas anstrengend, aber uns ist es wichtig und ich glaube auch ihm tut der feste rahmen (dem er ja auch vertrauen kann) sehr gut!
Re: Einschlafbegleitung: Ich will nicht mehr!
Verfasst: 23.06.2011, 22:36
von Noelleon
Hey,
also wir machen es so, das unser Großer nach dem Zähneputzen, rumtollen und lesen noch seine Kindermusik im Radio hören darf. Das findet er supi, und er schläft auch dabei ein. Es ist natürlich keine wilde Musik, sondern sehr ruhige Töne

.
Lg
Re: Einschlafbegleitung: Ich will nicht mehr!
Verfasst: 23.06.2011, 23:43
von Leah_Lion
Unser Sohn ist zwar noch jünger, aber schläft auch mit Begleitung ein. Was mich wahnsinning macht, ist, wenn er nicht einschlafen kann und es eben ewig dauert. Das liegt meistens daran, dass er entweder noch nicht müde ist oder aus nem anderen Grund nicht schlafen kann (oft hat er noch Durst oder muss nochmal).
Außerdem ist unser Sohn ziemlich abhängig vom Licht. Er kann abends einfach nicht einschlafen, wenn es hell ist (auch wenns im Zimmer dunkel ist). Seitdem es Sommer ist und dementsprechend lange hell, geht unser einst 18 Uhr Schläfer meistens zwischen 21 und 22 Uhr ins Bett. Das war für uns auch eine Umstellung, aber wir haben es akzeptiert und seitdem geht es uns auch gut damit. Es ist halt anders als ohne Kind, und wir genießen die Zeit, die wir jetzt abends haben, anders als Familie. Wir gehen eben auch mal abends noch weg in den Park mit Freunden, mal zum Essen, mal zu Hause spielen. Für Papa ist es schön, dass er jetzt noch was von Sohni hat, wenn er von der Arbeit kommt. Fernsehen kann ich noch den Rest meines Lebens, warum soll ich mich da jetzt ärgern, wenn ich einen Film nicht sehen kann. Ich kenne viele Eltern, die sich so ein Gerät zugelegt haben, was zeitverzögert abspielen kann. Also kann man bspw. auf Aufnehmen klicken für 20.15 und fängt dann aber erst 21 Uhr an zu schauen. Das wird eine Option für uns, wenn wir mal das nötige Kleingeld dafür haben.
Du kannst entweder schauen, ob du die Situation nicht doch einfach so annehmen kannst, dass ihr ihn erst dann ins Bett bringt, wenn er wirklich müde ist. Dann schlafen sie meistens wirklich in 10min ein. Oder eben morgens bisschen eher wecken, damit sich alles nach vorne verlagert. Ich schlaf allerdings gerne morgens lange mit, das wäre für uns keine Option

.
Und ansonsten - ist bald Sommersonnenwende und dann wirds wieder eher dunkel. Dann gehen sie bestimmt wieder früher ins Bett.

Re: Einschlafbegleitung: Ich will nicht mehr!
Verfasst: 23.06.2011, 23:45
von Leah_Lion
Oh sorry, es geht um ein Mädchen

. Hab mich vertan.

Also SIE.
Re: Einschlafbegleitung: Ich will nicht mehr!
Verfasst: 24.06.2011, 09:37
von Skoura
danke für die antwort. aber das ist ja grad das problem: ich habe nicht das gefühl wie du, dass man ja eh nix wichitgeres machen würde an dem abend. sondern dass ich zeit ohne kind brauche...
Re: Einschlafbegleitung: Ich will nicht mehr!
Verfasst: 24.06.2011, 09:51
von resca
Ich häng mich mal dran. Meine Tochter ist allerdings schon fast vier und bei uns dauert ihr Einschlafritual sogar oft bis 22 Uhr. Bei der Kleinen (16 Monate) habe ich anfangs viel strenger drauf geachtet, dass sie systematisch immer um die gleiche Uhrzeit ins Bett geht (mit Begleitung) und das hat das erste Jahr auch wunderbar geklappt, mittlerweile schleicht sich da aber auch die Schludderigkeit ein. Auch dadurch bedingt, dass sie durch die Große gestört wird.
Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich da auch zum Teil gegen meinen Mann ankämpfe, der es einfach nicht fertig bringt die Kinder rechtzeitig ins Bett zu bringen. Er macht ständig Ausnahmen und ich bin es manchmal einfach so leid, ständig der "Sklaventreiber" zu sein. Dadurch, dass unsere Einschlafrituale so lang dauern, haben wir uns die Woche eingeteilt und mal gehe ich, mal er mit der Kindern zu Bett. Ist es an ihm, kann ich sicher sein, dass die Kids um 9 noch immer unten rumgeistern. Davon mal abgesehen, dass Unternehmungen abends total unmöglich sind, sind die Kinder morgens auch unausgeschlafen und knatschig und der ganze Tagesrhytmus leidet drunter.
An manchen Tagen bin ich da gelassener, aber es nervt mich immer öfter. Die Tage sind dadurch lang, unstrukturiert und anstrengend und Energie tanken geht deswegen abends auch nicht. Irgendwann bin ich am Ende. Weiss mir aber einfach keinen Rat, solange mein Mann da nicht mit mir an einem Strang zieht. Geredet haben wir schon tausendmal drüber (auch gestritten), er sieht es auch ein, kriegt es trotzdem nicht hin. Ich bin also auch für jeden Tipp dankbar.
(Die Neidgefühle über Familien wo ab 7 Uhr Ruhe ist, kenne ich auch zu gut)
Re: Einschlafbegleitung: Ich will nicht mehr!
Verfasst: 24.06.2011, 10:00
von Sternenfaengerin
ich kann euch wirklich nur das buch ans herz legen... es ist wahnsinnig liebevoll geschrieben und diese rituale - verbunden mit einer wirklichen beständigkeit! - wirken bei uns wunder! ich hätte das vorher nicht gedacht und hoffe, dass das auch anhält... oh man, wie heisst es auf deutsch...
http://www.amazon.de/Schlafen-statt-Sch ... 327&sr=1-1
das ist es! es erklärt zudem viel über den kinderschlaf, ich selber hab mir irgendwie rausgezogen, dass es völligst unsinnig ist ein kind mit ca zwei jahren einschlafen lassen zu wollen, dass weniger als fünf std. wach ist (mittagsschlaf)...
wir haben den mittagsschlaf ganz böse "abgeschafft", seit er den eben auf vier uhr verlegen wollte...
und ich kann dich verstehen.. wir brauchen diese zeit auch. wenigstens den abend, um mal ruhige gespräche führen zu können, um zu sporteln, tv zu schauen oder einfach nur blöd zu surfen... ich glaube, da bedarf es auch keiner rechtfertigung!
Re: Einschlafbegleitung: Ich will nicht mehr!
Verfasst: 24.06.2011, 12:56
von moneo
Sternenfaengerin hat geschrieben:
wir haben den mittagsschlaf ganz böse "abgeschafft", seit er den eben auf vier uhr verlegen wollte...
Wie hast Du den denn abgeschafft? Wenn mein Zwerg müde ist pennt er ein beim Trinken, er ist dann so k.o., dass er die Augen nicht offen halten kann, egal um welche Uhrzeit.
Re: Einschlafbegleitung: Ich will nicht mehr!
Verfasst: 24.06.2011, 13:03
von Sternenfaengerin
wie alt ist dein kleiner denn? unserer war fast 1 3/4, als wir ihn abgeschafft haben... wir wollten ihn ursprünglich garnicht abschaffen, aber um die mittagszeit ging garnix mehr

ich hab ihn stundenlang getragen, gemeinsam ins bett legen ging von einen auf den anderen tag nix mehr... die müdigkeit an sich hat ihn dann erst zwischen halb vier und halb fünf eingeholt.. und dann haben wir ihn beschäftigt... spazieren gehen, laufen, oma besuchen, einkaufen, etc. - lauter interessante sachen und kein buggy und kein tuch... nach ca 45 min ist dann der "tote punkt" überwunden gewesen und er hat noch etwas durchgehalten und gegen 19h dann eben bettzeit.
es war - gerade zu beginn - sehr angstrengend... aber sein mittagsschlaf (der späte) ging meist mind. 2 std., das heisst um 18h war er topfit und vor halb elf war an schlafen nicht zu denken (für uns auch nicht)..
als er mit zwei in die kita kam, war er so müde und erschöpft, dass er dort eine std. mittags geschlafen hat, anfangs war das okay, aber so nach zwei monaten war es dann nicht mehr 20h bettgehzeit, sondern wieder 22 h - morgens musste er dann geweckt werden (weil kita) und auch das war nicht richtig...
ich würde ihn gerne, ähnlich wie beim essen, einfach machen lassen... aber der rahmen drum herum ermöglicht es nciht. und ja - ganz egoistisch habe ich die abende gebraucht.. und wir brauchen sie auch heute noch...