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Trageberatung als Beruf

Verfasst: 30.05.2011, 10:20
von awa
Hallo zusammen,

ich habe mir ja in dem Kopf gesetzt eine Beraterinnenausbildung zu machen. Nun frage ich mich seit Tagen wie das dann später ist und möchte die Frage gerne an hiesige Trageberaterinnen weitergeben: Habt ihr einen Gewerbeschein benötigt? Und gilt man denn dann als Selbstständige (wegen der Krankenversicherung)?

Falls der Beitrag hier falsch ist, darf und wird er sicherlich verschoben werden. Ich war mir jetzt sehr unsicher wo ich diese Fragen am besten reinstellen soll. :oops:

Re: Trageberatung als Beruf

Verfasst: 30.05.2011, 19:38
von telerie
intressiert mich auch

Re: Trageberatung als Beruf

Verfasst: 30.05.2011, 19:58
von fruba
Ich denke es kommt darauf an wie groß du das aufziehen möchtest. Die wenigsten können von Beratungen leben, ich denke es kostet auch sehr viel Zeit das auf einem wiklich hohen Niveau zu machen. Es kommt natürlich auch auf die eigenen Ansprüche drauf an, auf jeden Fall braucht man auch entsprechend Material (Tücher, Tragepuppen, Tragehilfen). Möchtest du auch Tragehilfen verkaufen?

Re: Trageberatung als Beruf

Verfasst: 30.05.2011, 20:33
von Lila
Es kommt darauf an, was du in deinem Beruf verdienen willst :wink:
Und nein, obwohl ich - im Verhältnis - viele Beratungen habe, kann ich davon nicht leben und in dem Moment in dem der Druck da ist Geld damit verdienen zu müssen und z.B. viel verkaufen zu müssen (z.B. in einem Laden oder über einen Shop) rutscht meinem Gefühl nach die offene Beratung nach hinten.
Und es ist viel Arbeit, es bedeutet immer dran bleiben an der Materie, immer wieder neue Anschaffungen, immer wieder Werbung und es ist von der Tendenz ein mMn nicht einfaches Feld, durch die mittlerweile verbreiteten Optionen sich weiterzubilden kommen über kurz oder lang immer mehr Hebammen in den Bereich, Hebammen sitzen aber an der Quelle und wenn die nicht weiter vermitteln ... dann kommt bei der TB auch nicht viel an ... und es ist Standard, dass das Tragen Teil der Hebammenbetreuung ist, alle Hebammen, die ich kenne äußern sich im Wochenbett zum Tragen und das Tragen ist in der Ausbildung wohl eine Wochenendeinheit. Wie gesagt, durch die Multiplikatoren-Ausbildung und den verschiedenen Kursen von Schulen, werden Hebammen immer besser geschult (mit der Zeit) und dann wird es für die reine Trageberaterin noch schwerer Frauen zu erreichen.
Nein, meiner Meinung nach ist es kein Beruf von dem man leben kann und man sollte sich auf alle Fälle ein erstes, stabiles Standbein suchen und die Trageberatung zwar engagiert, aber ohne den Druck, betreiben. Sowieso sind die Anfragen für Trageberatungen schubweise, wie die meisten Selbstständigen, ist es nicht kalkulierbar was im nächsten Monat passiert und da man ständig neue Eltern rekrutieren muss, ist es durchaus intensiv.
Ach ja und dann ist der Begriff nicht geschützt, die Zertifizierung hat keinen allgemeingültigen Stellenwert, ...
Und will man es im großen Stil betreiben, braucht man eine gute Ausstattung inkl. Puppen ...

Gibt es bei euch in der Region bereits Trageberaterinnen? Frag doch mal an, wie es läuft? Ich persönlich würde mir mittlerweile fast eine weitere Trageberaterin vor Ort wünschen mit der ich zusammenarbeiten kann und das Feld gemeinsam beackern könnte. Auf der anderen Seite finde ich Trageberatungen so extrem individuell, dass es mir schwer fallen würde, auszuhalten, wenn eine andere TB die Beratung ganz anders machen würde, als ich es tue ... nun ja, so lange am Ende immer stehen würde, dass die Eltern glücklich aus der TB gehen und ihr Baby tragen, könnte ich vielleicht doch im Team arbeiten :wink:

Also ich würde erst mal klären, ob es TBs gibt und wie die arbeiten, ob eine Kooperation möglich wäre, ob ihr euch grün seit, etc.

LG

Nicole

Re: Trageberatung als Beruf

Verfasst: 30.05.2011, 21:27
von awa
Hallo,

danke für eure Antworten!
Ich habe mir diese Gedanken schon gemacht, aber eben auf die konkreten Fragen:
- Gewerbeschein ja/nein?
- gilt man als Selbstständige (zB Krankenversicherungstechnisch)?
kann ich alleine keine Antwort finden und deswegen eine Trageberaterin rauszusuchen und anzurufen kam mir etwas albern vor, wenn doch hier evtl. welche aktiv sind :wink:
@lila: wenn du Beraterin bist, solltest du das zB wissen *g* hast du einen gewerbeschein besorgt und dich irgendwo selbstständig gemeldet?

ich bin halt studentin, da ist das mit nebenbei arbeiten auch immer irgendwie anders. hab derzeit einen kleinen job (bei dem ich auch in mutterschutz bin), der zählt aber eben bei vielen sachen nicht als arbeit (zB um meinen Krankenkassenbeitrag zu ermitteln) und trotzdem hab ich einige vorteile (zB zahlt die Kasse mir Mutterschaftsgeld). also hauptberuflich trageberaterin.., kann mir nicht vorstellen, dass das geht bzw sich wirklich lohnt. nebenberuflich fänd ichs halt ganz schön, zumal man das auch neben dem studium gut machen kann. ich muss nur die fragen bzgl. gewerbeschein und so klären, alles andere sehe ich dann :wink: ist jetzt auch nicht so, dass ich direkt durchstarten will. muss ja erstmal so einen kurs machen (und das geht nicht so schnell, weils nix gibt in der nähe)

Re: Trageberatung als Beruf

Verfasst: 30.05.2011, 22:52
von Lila
einen Gewerbeschein benötigst du, wenn du Tragehilfen verkaufen willst.
Wenn du nur beratend tätig bist, geht dies auch ohne Gewerbeschein.
Allerdings ist dies wohl von Bundesland zu Bundesland verschieden und evtl. auch abhängig von der Sachberaterin.
So lange ich nicht verkauft habe, hatte ich persönlich auch keinen Gewerbeschein, als ich begonnen habe zu verkaufen habe ich ein Gewerbe angemeldet ... inkl. Steuererklärung etc.

In deinem ersten Posting schreibst du von "Beruf" ... wie gesagt, dies klappt selten ... "nebenbei" betreiben viele die Trageberatung.

Unabhängig ob Gewerbe oder nicht, ist es sinnvoll zunächst zu gucken, ob es schon Trageberaterinnen gibt, um auf diese Weise herauszufinden, ob der Markt schon überbesetzt ist oder noch gar nicht oder gar Verstärkung benötigt wird. Auf diese Weise kannst du deine Chancen viel besser abschätzen und dann würde ich mir Gedanken über Verkauf ja/nein etc. machen.

:D

Re: Trageberatung als (Neben-)Beruf

Verfasst: 30.05.2011, 23:49
von awa
Liebe Lila,
danke für deine Tipps! Bei mir im Ort gibt es noch gar keine Beraterinnen, erst in ca. 20km (größere Stadt) wieder. Da ich hier aber nicht wohnen bleiben werde, ist die Standortfrage für mich noch nicht so unmittelbar wichtig. Für den Anfang ist es sicher okay, denke ich.
Lila hat geschrieben:Wenn du nur beratend tätig bist, geht dies auch ohne Gewerbeschein.
Allerdings ist dies wohl von Bundesland zu Bundesland verschieden und evtl. auch abhängig von der Sachberaterin.
oje, immer diese Bundeslandsachen. Da muss ich mal schauen wie das in Hessen ist. Wo fragt man da? Finanzamt? Und wenn man in ein anderes Bundesland zieht hat man wieder viel Rennerei.. :evil:
Lila hat geschrieben:So lange ich nicht verkauft habe, hatte ich persönlich auch keinen Gewerbeschein, als ich begonnen habe zu verkaufen habe ich ein Gewerbe angemeldet ... inkl. Steuererklärung etc.
Hm, und wie lief das dann vorher ohne den Schein? Minijob oder gar nicht angemeldet (ist das dann überhaupt erlaubt Geld zu nehmen)?
Lila hat geschrieben:In deinem ersten Posting schreibst du von "Beruf" ... wie gesagt, dies klappt selten ... "nebenbei" betreiben viele die Trageberatung.

Ja, das war unglücklich formuliert. Habe jetzt sinnigerweise auch mal den Thementitel angepasst..

Verkauf von Tragetüchern könnte ich mir sogar vorstellen. Wie das funktionieren soll erschließt sich mir aber gar nicht. Man ist dann ja Zwischenhändler. Nur wie soll ich an die Hersteller heran treten? Wenn ich zB DD-Tücher verkaufen wolle. Die haben ja einen eigenen Verkauf, warum also sollten die das über mich machen wollen? Und wie? Bekommt man die Tücher dann billiger (Einkaufspreis) oder bekommt man Provision..? Soviele Fragen! :roll:

Re: Trageberatung als Beruf

Verfasst: 30.05.2011, 23:54
von Chrisselline
Ich bin auch aus Hessen und ich musste Gewerbe anmelden, auch wenn ich nur beratend tätig gewesen wäre.
Nach der Aussage, habe ich mir noch Verkauf mit in die Gewerbeanmeldung schreiben lassen, da ich das eh irgendwann machen wollte und mittlerweile auch tue.

Re: Trageberatung als Beruf

Verfasst: 31.05.2011, 10:33
von Lila
Chrisselline, ich bin auch aus Hessen.
Und ich glaube anfangs hieß es "freiberuflich" oder so, ich brauchte aber kein Gewerbe.

@awa
Das ist unterschiedlich, die meisten Hersteller räumen bei einem Gewerbe, Händlerkonditionen ein, dies lohnt sich mMn aber erst, wenn man wirklich regelmäßig Beratungen hat und ein kleines Lager, ich bestelle nicht wegen einer TH, oft handelt es sich um Staffelpreise oder es kommen 6-7€ Porto drauf. Die Margen sind auch nicht so groß wie z.B. in der Textilbranche und letztendlich sollte dies auch nicht die Beratunge beeinflussen.
Andere Hersteller und Shopbetreiber bieten Provisionen an, dies empfiehlt sich, wenn man erst anfängt. D.h. du machst eine Beratung und wenn die Eltern dann bei xy bestellen, geben sie dich als Referenz an und du bekommst 10% Gutschrift.

LG

Re: Trageberatung als Beruf

Verfasst: 31.05.2011, 10:56
von awa
Hmm.. also braucht man vielleicht einen Gewerbeschein oder auch nicht. Sehr gut :wink:
Freiberuflich.. oh Gott, ich seh schon, ich muss GANZ VIEL nachlesen. Habt ihr Tipps wo ich mich da informieren kann? Möchte insbesondere später nicht wegen Steuerhinterziehung (oder so) vor Gericht kommen, nur weil ich etwas nicht wusste.