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stillen tut weh

Verfasst: 30.03.2011, 14:08
von LeMiss
mein sohn ist 7 monate alt und wir stillen noch immer sehr häufig, keine mahlzeit ist komplett ersetzt.
seit kurzem hat er zwei zähne bekommen und seither ist das stillen recht unangenehm. er hat eine recht gierige art zu trinken, dockt fest an und saugt schnell und kräftig. das in kombi mit den zähnen ist recht schmerzhaft - obwohl er nicht richtig beißt in dem sinne.

besonders nachts ist es schlimm. die nächte sind durch den entwicklungssprung zum krabbeln, die neuen zähne und schnullerverweigerung sehr stillintensiv. da steht auch oft dauergenuckel am programm. was mich im prinzip nicht groß stört, da wird familienbett haben. aber morgens bin ich total leer und wund.

gewöhnt sich die brust daran? er begreift ja nicht, dass er mir weh tut - er trinkt einfach so.
abstillen ist eigentlich keine option, da es grundsätzlich ja gut klappt. wäre nur dankbar für ein paar kleine tipps mit der neuen stillsituation umzugehen.

danke

Re: stillen tut weh

Verfasst: 30.03.2011, 20:02
von Doro31
Willst Du zuerst die gute oder schlechte Nachricht hören? :wink:
Die gute: Meine Brust hat sich nach jeweils so 2 Wochen an den neuen Zahn gewöhnt :D
Die schlechte: Es war wirklich bei jedem einzelnen Schneidezahn so. Backenzähne hat J. noch nicht, da kann ich noch nichts sagen. Im Moment sind wir erst bei Schneidezahn Nummer 8, und ich hoffe mal, dass es sich damit erledigt hat...

Re: stillen tut weh

Verfasst: 30.03.2011, 21:13
von blueberry
bei doro unterschreib - und seufz

Re: stillen tut weh

Verfasst: 30.03.2011, 21:46
von piiranha
da wirst du nicht viel tun können außer zähne zusammen beißen. ganz viel kraft dafür! :)

Re: stillen tut weh

Verfasst: 31.03.2011, 08:54
von LeMiss
keine besseren nachrichten :/ - oje. hätt auf einen geheimtipp gehofft.
heut morgen wars ja sehr heftig ... hab das stillen ein paar mal unterbrechen müssen, mit dem erfolg, dass er dann noch fester angedockt hat, dass ich ihm ja nicht auskomm :D .

Re: stillen tut weh

Verfasst: 31.03.2011, 12:11
von honigtopf2010
Ich finde schon, man kann ein wenig tun. Ich weiß genau, was Du meinst: Brust eher ran drücken, dass mehr im Mund ist. Vor dem Einschlafen auf irgendetwas, dass er gerne mag kauen lassen. Wir haben dafür eine Trinklernflasche mit Wasser gefüllt. Da trinkt sie eh nicht draus aber zum Abreagieren auf dem Wickeltisch hilft es. Auf das korrekte Anlegen achten. Auch nachts im Halbschlaf ;-) Und ja, man gewöhnt sich auch dran. Aber mit jedem Zahn wird es erst wieder schlimmer, weil die Situation im Mund eine Neue ist. ;-) Tapfer bleiben...

Re: stillen tut weh

Verfasst: 31.03.2011, 12:18
von tania
bei uns war es nicht bei jedem zahn schlimm. die backenzähne zum beispiel und auch die eckzähne hab ich beim stillen gar nicht gespürt.

ansonsten hilft: brust nah ran drücken, enger abstand zum kind, in ruhiger atmosphäre stillen. besser seltener und lang stillen (wenn sich dein kind da dirigieren lässt). von trinklernbecher würde ich abraten, das kann zu suagverwirrung führen. beißringe sind hilfreich, haben bei uns aber das stillen nicht verändert. du kannst auch deinem kind schon sagen und vormachen vor allem, dass es den mund schöööön weeeeeit aufmachen soll beim andocken. das macht einen enormen unterschied, wenn dein kind das hintrinkt. ich habe eine zeitlang kaum in gesellschaft gestillt, weil er da immer besonders rumgezappelt und rumgeguckt hat.

Re: stillen tut weh

Verfasst: 31.03.2011, 13:52
von Babe
Hi, wenns zu arg wehtut kann man Stillhütchen verwenden, das ist eine enorme erleichterung und die Kleinen gewöhnen sich schnell drann. außerdem ist es für das Kind auch feiner wenn die Mama beim Stillen entspannt ist. :D

Re: stillen tut weh

Verfasst: 31.03.2011, 14:35
von LeMiss
er umschließt die brust eigentlich eh recht korrekt. da bin ich vorsichtig, weil beim ersten kind hat mir schlampiges anlegen anfangs ordentlich schmerzen bereitet.
durch das sehr heftige saugen zieht er allerdings die bw und den warzenhof sehr in die länge .... schwer zu beschreiben - mein mann sagt "er zieht es sich rein" :D

werd mal versuchen ihn noch näher ranzuziehen und wirklich nur zu stillen, wenn er tatsächlich hungrig ist. mal sehen wie das klappt. dadurch, dass er keinen schnuller annimmt, braucht er nachts die brust einfach zur beruhigung und als einschlafhilfe. mein seidenpüppchen als ersatz hat er mir heute nacht gleich mal um die ohren gefleddert :D .

Re: stillen tut weh

Verfasst: 31.03.2011, 14:51
von blueberry
So, nochmal mit mehr Zeit als beim ersten Posting:

Das mit dem "nicht in Gesellschaft/bei Ablenkung stillen" weil dann besonders rumgezappelt /häufig gezerrt und abgedockt wird, kann ich voll und ganz unterschreiben! Das mit den Beißringen ist auch eine gute Idee - ich bin mir nicht sicher, bilde mir aber manchmal ein, dass das hilft, wenn er beim Stillen so "mahlt" mit den Kiefern in der Zahnungszeit, ihm dann vermehrt Beißringe anzubieten an denen er die Spannung im Kiefer ein wenig loswerden kann.

Das mit dem "Mund weit aufmachen" ist denke ich auch ganz wichtig - meiner hat das nur leider oft nicht verstanden... :( . Ich gebe die Hoffnung aber nicht auf, mache es ihm immer wieder vor und wenn es zu arg weh tut, docke ihn auch durchaus nochmal ab, erkläre ihm, dass mir das wehtat und versuche es neu. Manchmal zeitigt das jetzt schon Erfolg :) . Die Kleinen werden ja mit zunehmendem Alter immer verständiger.

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Trinklernflasche halte ich hingegen für gar keine gute Idee!

Viele Kinder bekommen eine Saugverwirrung durch Trinklernflaschen/-tassen/Saugeflaschen: diese Dinge können zum einen allgemein zur Verschlechterung der Trinktechnik führen, weil eine andere Saugtechnik an künstlichen Saugern gebraucht wird als beim Stillen (und da würde ich grade in der Zeit, in der sich für die Kleinen durch die neuen Zähne das Mundgefühl eh verändert und sie lernen müssen, mit dem enger werdenden Platz neu umzugehen, nicht auch nohc zusätzlich drin "rumpfuschen" wollen :wink: ) - zum anderen lernen Kinder schnell, dass man auf Trinklernflaschen o.ä. während des Trinkens wunderbar problemlos draufrumbeißen kann - und genau DAS will man ganz ehrlich NICHT, wenn ein Kind schon Zähne hat *aua*.
(Ein zusätzlicher Anreiz zum Beißen ist bei Flaschen mit Silikon/Gummi-Aufsatz, dass ein ganzer Schwall Flüssigkeit auf einmal rauskommt, wenn man draufbeißt - also auch noch das Beißen "belohnt" wird. Nochmal: nein, das würde ich mein Baby nicht lehren wollen *grusel*)

Stillhütchen: für diese gilt ähnliches wie für Trinklernflaschen: auch sie bedingen ein völlig anderes Mundgefühl/Brustwarzenform/verändertes Saugverhalten... - auch damit würde ich (schon im allgemeinen und in der Zahnungssituation im Speziellen) nicht experimentieren wollen aus den oben genannten Gründen.

Sowohl zu Stillhütchen/-vermeidung (v.a. dazu, wie schwierig es sein kann, die wieder loszuwerden, und warum sie die Milchmenge beeinträchtigen können) als auch zum Thema "Saugverwirrung" findet sich hier im Forum reichlich Info - z.B. in den oben festgetackerten Grundinfos zum Stillen :) .

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Abschließend noch: ich halte es eher für die Ausnahme als die Regel, dass das Zahnen so ausdauernd und immer wieder Probleme macht so wie bei mir. Bei den meisten Mama-Baby-Paaren scheint das wesentlich problemloser vonstatten zu gehen bzw. greifen Maßnahmen wie "Mund weeeeiiit aufmachen lassen", "Beißringe anbieten" , "ablenkungsfrei stillen", "Schauen was das Saugverhalten weniger 'gierig' macht - ob häufigeres Stillen anbieten oder seltener und ausgiebig Stillen (kommt sicher aus Kind an)", "Sauger, Saugflaschen, Trinklerntassen konsequent weglassen" etc. schneller und nachhaltiger als bei mir/uns. (Bei mir war aber auch der Stillstart diesbezüglich schwieriger als bei vielen anderen - ich bin da einfach hautmäßig recht empfindlich und mein Baby hat von Anfang an eher Mühe mit der korrekten Trinktechnik - das wirkt sich halt bei uns dummerweise bisher bei allen Schneidezähnen aus... - aber ein Ende ist ja abzusehen :mrgreen: )