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Waldorf oder Montessori???

Verfasst: 27.03.2011, 20:30
von pinefloat
Und vor allem WARUM?

Wir sind gerade am KiGas-Sichten und haben hier echt die Qual der Wahl. Waldorf, Montessori, Wald oder der evangelische KiGa??? Klar, müssen wir so oder so überhaupt nen Platz bekommen, aber irgendwie muss ich Gedanken sortieren. Möchte eigentlich gerne ne innere Rangliste haben und mich für unseren Erstwunsch auch gerne entsprechend einsetzen können ;-) Zur Zeit steht Montessori ganz weit oben dicht gefolgt von Waldorf.

Hier gibt es übrigens dann auch für die Grundschule sowohl Waldorfals auch Montessori, das wäre dann das nächste Thema. Ich fänd's daher ganz gut, jetzt ne generelle Entscheidung zu treffen (muss ja nicht in Stein gemeißelt sein ;-) ).

Also warum habt ihr euch für das eine oder andere entschieden? Bin gespannt! :D

Re: Waldorf oder Montessori???

Verfasst: 27.03.2011, 20:37
von asujakin
Mhhh schwer. Zum einen kommt es auf das jeweilige Kind an. Manche sind in einem offenen Konzept ziemlich "verloren", andere möchten aus Strukturen "ausbrechen". Und dann kommt es natürlich ganz stark auf die Ausführung an. Dh. wie "dogmatisch" die jeweiligen Einrichtungen die Pädagogik verfolgen usw.

Ich würde mir einfach alle anschauen und dann das Bauchgefühl entscheiden lassen und vor allem auch darauf achten in welchen Räumlichkeiten sich dein Kind wohl fühlt.

Wir sind ja in einem ähnlichen Prozess. Auswahl ist wirklich unheimlich groß hier (ich glaube es kämen sicherlich an die 10 Einrichtungen in Frage) aber wir konzentrieren uns auf Waldorf, freie Schule mit integriertem KiGa nach Montessori und Regelkiga mit aussergewöhnlichen Öffnungszeiten und (preisgekröntem) bombastischen Konzept. 2 Besichtigungen stehen noch aus. Beim Regelkindergarten hat er im Prinzip einen Platz "sicher" (weil wir die Leiterin kennen, ich als Kind schon dort war, selbst dort gearbeitet habe, mein Neffe dort ist usw) aber mein Bauchgefühl geht eher in eine andere Richtung.

Bei Waldorf gefällt mir ganz klar das Naturverbundene. Die Nähe zum Jahreskreis, viel Phantasie und das Lernen durch Nachahmung usw. Die Räumlichkeiten sind sehr sehr heimelig gestaltet, mein Kind fühlt sich total wohl. Nachteile...evtl. zu strukturierter Ablauf mit wenig Raum für Spontanität. Bei Montessori gefällt mir, dass das Kind eben so ist wie es ist und auch so sein darf. Hier weiß ich noch nicht genau wie mein Sohn mit dieser "Freiheit" klar kommen würde oder ob er lieber jemanden hat, nach dem er sich richten kann. Das sehe ich dann, wenn er den Kindergarten betritt um ihn sich anzuschauen. Ist einfach ein Bauchgefühl.

Re: Waldorf oder Montessori???

Verfasst: 27.03.2011, 20:46
von Lila
Hmm.
Bei mir war das damals genauso und ich fragte Waldorf oder Montessori ... aber eigentlich ist das schräg, denn wenn man sich darüber informiert, dann entscheidet man sich für eine Philosophie, für ein Kindbild und dann können Montessori und Waldorf nicht gleichwertig sein ... eigentlich.
Ich persönlich hätte mir aber eh einen Kindergarten gewünscht in dem viele Elemente verschiedener Richtungen echt und authentisch gelebt werden, aber das war nicht zu finden. Und auch das kann ich irgendwie verstehen, denn wenn man in einer Philosophie richtig aufgeht, dann will man sie im Kiga-Konzept auch bis zu letzt umsetzen.

Ich denke es bleibt dir nichts als drüber zu lesen und zwar nicht nur die Konzepte der Kigas, sondern evtl. auch etwas Basisliteratur und dann vor Ort die Gruppen anschauen. Wie ist das Klima? Wer wäre die Erzieherin? Wie ist es logistisch machbar?
Zur Not erst mal überall auf die Warteliste setzen lassen und weiter informieren.

Zu guter Letzt steht und fällt es mit der Gruppenleitung.

LG

Waldorf oder Montessori?

Verfasst: 27.03.2011, 22:50
von Seerose
pinefloat hat geschrieben:Und vor allem WARUM?

Wir sind gerade am KiGas-Sichten und haben hier echt die Qual der Wahl. Waldorf, Montessori, Wald oder der evangelische KiGa??? Klar, müssen wir so oder so überhaupt nen Platz bekommen, aber irgendwie muss ich Gedanken sortieren. Möchte eigentlich gerne ne innere Rangliste haben und mich für unseren Erstwunsch auch gerne entsprechend einsetzen können ;-) Zur Zeit steht Montessori ganz weit oben dicht gefolgt von Waldorf.

Hier gibt es übrigens dann auch für die Grundschule sowohl Waldorfals auch Montessori, das wäre dann das nächste Thema. Ich fänd's daher ganz gut, jetzt ne generelle Entscheidung zu treffen (muss ja nicht in Stein gemeißelt sein ;-) ).

Also warum habt ihr euch für das eine oder andere entschieden? Bin gespannt! :D
Die Kindergartenfrage find ich nicht so wichtig wie die Schulfrage. Ganz einfach weil die Kinder im Kindergarten noch nicht so kaputt gemacht werden können wie in der Schule. Weil - Gott sei Dank - die Anforderungen im KiGa (sofern es überhaupt welche gibt) noch nicht zu vergleichen sind mit denen in der Schule.

Es gibt bestimmt ganz tolle Kindergärten die weder mit Montessori noch Waldorf zu tun haben und dennoch das Kind sehr gut dort aufgehoben ist. Meine Tochter ist in einem recht guten, evangelischen, der sich recht viel aus der Montessoripädagogik angeeignet hat.

Bei der Schule finde ich es wichtig, daß es eine Montessorischule von Anfang bis zum Ende ist. Montessori als Grundschule ist zwar schon mal nicht schlecht, aber für mich erstrebenswert ist KEIN Schulwechsel bis zum Schluß - wie auch immer der Schluß aussehen wird.

Montessori und Waldorf find ich absolut nicht vergleichbar und so weit weg von einander wie auch Monte von der Regelschule ist und auch Waldorf von der Regelschule ist. Auf den Trichter bin ich aber erst gekommen als ich mit intensiv mit den Monte-Prinzipien auseinander gesetzt habe. Früher hab ich beiden in einen Topf geschmissen.. :oops:

Warum eine Montessorischule so toll ist - m. E. - kann man ergoogeln und somit gut nachlesen. Um das was dort steht nicht zu wiederholen, würd ich mit meinen eigenen Worten jetzt sagen, es ist DIE Schule wo der Schüler als Individium wahrgenommen wird. Er darf so sein wie er ist, er hat alle Möglichkeiten sich selbst zu verwirklichen (sorry, ich weiß, sehr ausgelutscht das Wort :roll: ), er darf seine Fähigkeiten finden und ausüben und darf seine Wißbegier die zweifelsohne mit 5 oder 6 Jahren immens groß ist, befriedigen und lernt dennoch gleichzeitig Struktur und Ordnung kennen, die aber nach einem sinnvollen Konzept gestaltet sind und nicht nach dem fragwürdigen Leistungsprinzip unserer Gesellschaft.

Bei der Waldorfschule bin ich genauso skeptisch wie bei der Regelschule, aber ich muß zugeben, daß ich mich kaum intensiv mit Steiner & Co. beschäftigt habe und zudem, ob Zufall oder nicht, sehr viel Negatives in letzter Zeit über Waldorfschulen gehört habe (von Eltern die sehr unzufrieden dort waren). Oberflächlich gesehen begeistert mich dort alles, das Ambiente, die Lehrer, die Einrichtung, die Feste.... :wink: Aber mir fehlt die Freiheit der Schüler, die aus meiner Sicht bei der Monte durchaus gegeben ist. Und es liegt natürlich daran daß ich ein sehr freiheitsliebender Mensch bin. Ich mag nicht wenn ein Kind von ideologischen Zwängen umgeben ist, wenn Autorität eine überaus große Rolle einnimmt. (Ich möchte niemanden auf den Schlips treten, aber ich halte Waldorfschulen für überaus autoritär).

Davon abgesehen bin ich sicher, daß es möglicherweise fantastische Waldorfschulen gibt, denn eine Schule steht und fällt mit ihren Lehrern. Es gibt Schulen die näher an Steiner sind, es mag Schulen geben, die ziemlich weit weg von ihm sind. Generell möcht ich persönlich mich aber in kein Waldorfkonzept pressen lassen.

Bei der Monte hingegen fühle ich mich nicht gepresst, da diese eine ganz andere Ausrichtung hat. Früher, wo ich kaum was über diese Pädagogik wußte, war es für mich eine Schule für hmmmm, sagen wir "schwierige" Kinder, also Kinder die auffallen in welche Richtung auch immer, die nicht so angepaßt sind, die oft Jungs sind u. v. m. Jetzt, wo ich mehr über diese Schulen weiß, sind es für mich Schulen wo die allermeisten Kinder glückliche Schüler sein können.

Auch wenn ganz viele Kinder Regelschulen "überstehen", sind sie für mich eine Katastrophe, weil sie ein ganz schreckliches Menschenbild vermitteln. :? Das Ergebnis einer Regelschule (das natürlich höchst positiv ist in den Augen der maßgeblichen Gesellschaft) ist z. B. meine Nichte, die gerade ihr Abi macht, vermutlich mit Bravour, die sich nie wirklich hat viel anstrengen müssen und dennoch kontinuierlich erfolgreich war. Sie ist ein "gelungenes" Ergebnis einer Regelschule (Grundschule plus Gymnasium), aber eben nur, wenn man den Fokus auf sehr gute Noten und ein Höchstmaß an Anpassung legt. :?

Re: Waldorf oder Montessori???

Verfasst: 27.03.2011, 22:56
von Alja
Für uns kommt nur eine Schule ohne Noten in Frage, da gibt es hier nur Waldorf. Damit war klar, dass wir uns für den Waldorfkiga entscheiden, der glaube ich sehr gut ist. Vom Konzept finde ich aber Montessori besser...
Ich stimme da aber Seerose zu, ich glaube im Kiga ist ein liebe-und respektvoller Umgang am wichtigsten, das Konzept kann dann gar nicht so viel kaputt machen.

Re: Waldorf oder Montessori???

Verfasst: 28.03.2011, 22:26
von LaLeMi
Wir haben uns nach Krippe und KiGa-Start im Regelkiga für Waldorf entschieden, ab Sommer werden wir wissen, wie es läuft ;-) Ins Regelsystem passen wir jedenfalls nicht.

Re: Waldorf oder Montessori???

Verfasst: 28.03.2011, 22:36
von Muschelsucherin
Wir sind im Waldorfkindergarten und später in der Waldorfschule, weil wir uns für unsere Kinder Waldorfpädagogik wünschen.
Hier steht ganz das Kind im Mittelpunkt.

Montessori ist mir zu materialzentriert und kühl.
Ich habe mich im Rahmen meines Studium mit verschiedenen reformpädagogischen Ansätzen beschäftigt.

Re: Waldorf oder Montessori???

Verfasst: 28.03.2011, 22:40
von kÜRBISHEXE
wir haben uns für den wald entschieden. monte gibt es nur eine schule, keinen kiga. waldorf haben wir mal besichtigt, aber die waren da echt komisch...es sollte eine waldorfspielgruppe entstehen, für die ich mich interessiert habe, aber die kam aus irgendwelchen gründen nicht zu stande...es wäre auch weit zu fahren gewesen...
für lowis ist der wald optimal. er ist gerne draußen, bewegt sich gerne und viel...das tut ihm gut, er fühlt sich wohl dort. sie gehen oft auf entdeckungstour, heute haben sie nen ziegenhof besucht, am freitag ist frühlingserwachen, da gehen sie schon um 6.00 uhr in den wald...die erzieherIn sind sehr nett und lowis kommt super mit ihnen klar...
einen integrativen kiga hätte ich auch noch toll gefunden, aber den gibt es hier auch nicht...
wir haben für uns die optimale lösung gefunden...er ist zwar etwa 8 km entfernt, aber wir haben eine fahrgemeinschaft und das klappt wunderbar...

werden uns aber dennoch mit der waldorfpädagogik auseinandersetzen, denn vielleicht entscheiden wir uns ja für die waldorfschule...

Re: Waldorf oder Montessori???

Verfasst: 18.04.2011, 23:24
von EULiS
Ich finde montessori super und freue mich dass wir hier sogar eine Schule mit Sekundarstufe in der Nähe haben. Im Mai ist Tag der offenen Tür...
Waldorf ist mir persönlich zu weltfremd, man könnte mehr mit der Zeit gehen und die eurythmie etwas "moderner" gestalten.
Wichtig ist natürlich auch was zu dem jeweiligen Kind passt, und da sehe ich bei uns, auch von unserer Erziehung her, dass es zu montessori passt.
Ich bin immer ganz erschüttert wenn ich von Kindern die gerade mal ein Jahr lang zur Schule gehen höre, dass sie nun schon Stress und keine Lust mehr auf Schule und lernen haben. Das jedenfalls ist bei beiden ganz gut, den natürlichen Lernwillen erhalten!!!

Re: Waldorf oder Montessori???

Verfasst: 18.04.2011, 23:35
von Leila
Meine Tochter fühlt sich im Montessorikiga pudelwohl. in nem Regelkindergarten wäre sie wohl nicht so gefordert, geistig vor allem, und die altersgemischte Struktur tut ihr sehr gut. Waldorf kennen wir nicht, haben keinen in der Nähe. Bei uns stellt sich aber bald die Frage (öhm, in 2 Jahren), ob wir sie hier im Ort auf die kath. Grundschule schicken (der Montessorikiga ist auch katholisch, also werden die meisten Kinder aus ihrer Gruppe auch da hin gehen), oder sie eine Montessori-Grundschule besuchen wird, die weiter weg und voll neuer Kinder ist, aber das Konzept weiter führt. Im moment tendiere ich eindeutog zu letzterem, ich kann sie mir in einer "normalen" Grundschule so gar nicht vorstellen...

Lieben Gruß

Anja